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Berufspolitische Bilanz

Im Jahr 2017 war die Zahnärzteschaft Baden-Württemberg auf verschiedenen Ebenen aktiv. Die LZK BW hat sich mit dem neuen Präsidenten Dr. Torsten Tomppert besonders die Themen Anpassung des GOZ-Punktwertes, Novellierung der Approbationsordnung für Zahnärzte, Reform des dualen Systems aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung und Absage an die Einheitsversicherung, Umsetzung der Empfehlungen des Normenkontrollrates zum Bürokratieabbau, Übertragung der Aufgaben als Approbationsbehörde auf die Kammer und Herausnahme der Gesundheitsberufe vom Anwendungsbereich der geplanten EUKommissions- Richtlinie über eine Verhältnismäßigkeitsprüfung vor Erlass neuer Berufsreglementierungen auf die standespolitischen Fahnen geschrieben. Eine erste Bilanz wurde bei der Vertreterversammlung Anfang Dezember im Stuttgart gezogen: "Erfolgreiche Leistungsbilanz".

In der Vertreterversammlung der KZV BW Ende November wurden ebenfalls die für den Berufsstand relevanten Themen eingehend diskutiert und Beschlüsse herbeigeführt. Intensiv beraten wurden u. a. die Themen Einschränkungen für die Zahnärzteschaft durch EU-Dienstleistungspaket und EU-Verhältnismäßigkeitsprüfung sowie die Umsetzung der Handlungsempfehlungen des Normenkontrollrates zum Bürokratieabbau. In einer Resolution fordert die VV das „Recht auf Selbstverwaltung“ ein. Mehr dazu im Beitrag "Finger weg von der Selbstverwaltung". Ergänzend dazu wurden Interviews mit dem Vorstand der KZV BW (nachzulesen unter "Offen für neue Herausforderungen"und Ehrenamtsvertretern der KZV BW gemacht ("Die Ergebnisse zählen").

Berufspolitik auf Europaebene

Auf europäischer Ebene war berufspolitisch im Jahr 2017 höchste Konzentration gefragt. Umstritten war insbesondere der Richtlinienentwurf zur Prüfung der Verhältnismäßigkeit bei den Gesundheitsberufen im Rahmen der Berufsqualifikations-anerkennungsrichtlinie (2013/36/EU). Letztendlich konnte man sich beim EU-Binnenmarktausschuss auf einen Kompromiss einigen, der den Mitgliedsstaaten für den Gesundheitsbereich viel Freiheit zur Berücksichtigung von Sonderkriterien bei der Anerkennung der Berufsqualifikation lässt. Zu verdanken ist dieser Kompromiss dem stetigen politischen Dialog zwischen LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert und Dr. Andreas Schwab, Vorsitzender des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, der bis kurz vor der Abstimmung andauerte. Die Entwicklung dieser Gespräche ist im Beitrag „Vertrauensvolle Gespräche führten zum Ziel“ sowie im ZBW-Interview „Keine Veränderungen bei berufspolitischen Regelungen“ zusammengefasst. Bewertet wird die Entwicklung im Leitartikel von Christian Finster, stv. Vorstandsvorsitzender der KZV BW.

Auf der Suche nach Alternativen zur "Spritze"

Oft beklagen Patienten, dass die Spritze das Schlimmste beim Zahnarzt sei. Eine Behandlung ohne die Möglichkeit der lokalen Schmerzausschaltung ist in der heutigen Zahnmedizin kaum vorstellbar. Dahingegen stellte u. a. Milgrom (1997) fest, dass circa 25 Prozent der Patienten Angst vor der Spritze haben und sogar fünf Prozent der befragten Personen jeglichen Zahnarztbesuch wegen einer Spritzenphobie (Trypanophobie) vermeiden. Doch welche Alternativen bietet die moderne Zahnmedizin? Eine Antwort gibt der Fortbildungsbeitrag "Lokale Anästhesieverfahren in der Parodontologie".