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Flüchtlinge und ihre Situation

Der Zustrom von Flüchtlingen nach Baden-Württemberg bleibt weiterhin ungebrochen, allein in diesem Jahr werden weit über 43.000 Asylsuchende erwartet, Tendenz steigend. Dies stellt Bundesland, Landkreise, Kommunen und Bürger vor gewaltige Herausforderungen, denn den Flüchtlingen soll nicht nur schnell und effizient, sondern vor allem auf menschliche Art und Weise geholfen werden. Aus diesem Grund beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe des ZBW mit der Situation der Flüchtlinge in Baden- Württemberg und ihrer zahnmedizischen Behandlung. Einen ersten Überblick bietet der Beitrag „Es geht um Menschen, nicht nur um(s) Zahlen“ . Hinter jedem Flüchtling steht ein Einzelschicksal, das oft Hand in Hand mit einer Traumatisierung oder einer anderen Erkrankung geht. Somit sind die Asylsuchenden zusätzlich auf die Hilfe von Ärzten und Zahnärzten angewiesen. "Ohne das Engagement von Zahnärztinnen und Zahnärzten in Baden-Württemberg wäre die Not der Flüchtlinge und Asylbewerber noch größer. Dennoch sollte in erster Linie die Politik handeln und Übergangsregelungen schaffen, die eine Konsultation von Ärzten und Zahnärzten für diesen Personenkreis erleichtern“, schreibt Chefredakteur Johannes Clausen in seinem Leitartikel.

Zahnärztliche Hilfe

Wie läuft die Hilfe für Flüchtlinge im zahnärztlichen Bereich? Wie kann die Versorgung verbessert werden? Diese Fragen beantwortet Dr. Ute Maier, Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg im ZBW-Interview. Sie macht dabei deutlich, dass die Hilfe für Flüchtlinge nur gemeinsam von Bund, Land, Mandatsträgern, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Behörden und vielen Ehrenamtsträgern gestemmt werden kann. Außerdem sei ein gesetzlicher Rahmen für die Versorgungsfragen nötig, um die derzeit bestehenden Leistungsbeschränkungen aufzuheben. Asylbewerber werden derzeit nur bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen behandelt. Hierbei sind viele ehrenamtlich tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte im Einsatz, die völlig selbstlos den Flüchtlingen helfen.

Einen typischen zahnärztlichen Behandlungstag in Ellwangen liefert der Beitrag „Zahnmedizin in der Landesaufnahmestelle“. Die Malteser Migranten Medizin (MMM) bietet in 14 Städten in Deutschland eine Anlaufstelle für Menschen ohne Krankenversicherung. Wie diese Erst- und Basisversorgung in Mannheim abläuft, beschreibt der Beitrag „Eine Ärztegemeinschaft im Dienst am Nächsten“. Hier halten sich zwei Zahnärztinnen und drei Zahnärzte aus Mannheim für dringend erforderliche zahnärztliche Behandlungen bereit.

"Mit QM neuen Blickwinkel gewinnen"

Qualitätsmanagement ist keine Eintagsfliege, sondern bedeutet kontinuierliche, aktive, überprüfbare Reflexion von Projekten und Aufgaben. Ein besonderes Projekt rief vor zehn Jahren Dr. Norbert Engel, Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Karlsruhe, ins Leben, als er den QM-Tag konzipierte und im Zahnärztehaus Karlsruhe etablierte. Norbert Engel versteht es, stets namhafte Referentinnen und Referenten zu gewinnen. Allen Vortragenden in den vergangenen zehn Jahren ist es hervorragend gelungen, die vielfältigen Facetten des QM und ihre Bedeutung für die Zahnarztpraxis deutlich und nachvollziehbar darzustellen. Mehr dazu... Weitere Fotos vom 10. Tag des Qualitätsmanagements

Wo die Armut zuhause ist

Seit 2004 hat die Hilfsorganisation German Doctors e. V. in der Stadt Ocotal im Norden Nicaraguas mehr als 200 Hilfseinsätze von Zahnärzten und Ärzten ermöglicht. Nun zieht sich die Organisation zurück, finanziert aber weiter eine Zahnärztliche Behandlungsarbeit. Den Bericht über die Hilfe im Umbruch finden Sie hier.