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Leitartikel

Sind Sie attraktiv?

Ausgabe 3, 2017

Mit dieser Frage sind natürlich nicht Sie persönlich gemeint, sondern Ihre Eigenschaft als Arbeitgeber! Haben Sie keinerlei Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden? Haben Sie keinerlei Schwierigkeiten, Mitarbeiter dauerhaft zu binden? Herzlichen Glückwunsch! Sie müssen an dieser Stelle nicht weiterlesen.

An alle anderen richtet sich die Frage: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, einen Betriebswirt einzustellen? Einen Fachmann, der sich nicht nur (wie Ihr Steuerberater) sporadisch um Ihre Unternehmenskennzahlen kümmert, sondern der Ihnen täglich für die Belange Ihres einzigartigen Unternehmens zur Verfügung steht? Der Ihre Praxis in- und auswendig kennt; angefangen von Ihren Patienten über die Qualifikation Ihres Personals bis hin zu Ihren strategischen Visionen?

Sämtliche Kolleginnen und Kollegen, die diese Überlegung realisiert haben, berichteten von einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensqualität – meist aber erst nach einer längeren Übergangsphase, in der die – aus der Sicht des Unternehmens Zahnarztpraxis – fachfremden Spezialisten eingearbeitet werden mussten.

Diesen Aufwand können Sie sich heute sparen. Der Grund hat einen Namen: Dentaler Fachwirt (der „Betriebswirt“ für Ihr Unternehmen Zahnarztpraxis), eine Fortbildungsmöglichkeit, die von der Vertreterversammlung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg im Dezember 2015 beschlossen wurde, um die bestehende Fortbildungslandschaft in Baden-Württemberg für Zahnmedizinische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weiter auszubauen. Das neue Fortbildungsangebot stellt die konsequente Fortführung der Angebote im Verwaltungsbereich dar. Der Dentale Fachwirt ist – als höchste Ebene des stufenweisen modularen Fortbildungssystems im Bereich der Verwaltung – das Pendant zum Dentalhygieniker. Das ist dringend notwendig, wenn wir an die Unterversorgung in unseren Praxen mit zahnmedizinischem Fachpersonal denken.

Mit dem konsequenten Ausbau der Aufstiegsfortbildung übernimmt Baden-Württemberg Verantwortung für den Berufsstand. Denn klar ist: Alle Maßnahmen zur Optimierung der Aufstiegsfortbildung sind im Interesse des Berufstandes. Sie verfolgen die klare Zielsetzung, die Attraktivität des Berufsbildes ZFA und die Berufsausübung selbst zu verbessern – und dies auf der Basis einer berufsbegleitenden, am Wohl der „eigenen“ Praxis (und nicht eines theoretischen Leitbildes) orientierten Qualifikation.

Nutzen Sie diese Möglichkeit. Lassen Sie sich entlasten! Freuen Sie sich darauf, sich wieder mehr um Ihre eigentlichen Aufgaben kümmern zu können und schlagen Sie dabei „zwei weitere Fliegen mit einer Klappe“: Verbesserung der Attraktivität Ihres Unternehmens sowohl für Ihre Mitarbeiter als auch für Ihre Patienten. Ein echtes Win-Win-Modell!

Prof. Dr. Johannes Einwag, Direktor des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart