Zahnaerzteblatt.de

 

Zahnärzteblatt Baden Württemberg Ausgabe 4/2017

Editorial

Editorial

Ausgabe 4, 2017

Zusammenhalt. Wenn Druck von außen, von der Politik kommt, hält die Zahnärzteschaft zusammen und zeigt Geschlossenheit. Unter diesem Eindruck steht die baden-württembergische Delegation nach der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), die Mitte März in Berlin stattgefunden hat. In großer Einigkeit wurde Dr. Wolfgang Eßer als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt und ihm zwei neue Stellvertreter an die Seite gestellt: Zahnarzt Martin Hendges aus Köln und Dr. Karl-Georg Pochhammer aus Berlin. In ihrem Leitartikel schreibt die Vorsitzende des Vorstands der KZV BW, Dr. Ute Maier, über den Anspruch der KZV in Baden-Württemberg, sich engagiert und aktiv auf Bundesebene für die Zahnärzteschaft einzubringen und eine verlässliche Stimme für den Berufsstand zu sein.

Die Wahl des Vorstands der KZBV im März wertet Guido Reiter als positives Zeichen in seinem Beitrag über die Vertreterversammlung. Das insgesamt überaus überzeugende Votum sei ein Vertrauensbeweis, gelte aber auch als Signal an die Politik.

In einem Interview kommt der wiedergewählte Vorsitzende der KZBV, Dr. Wolfgang Eßer, der bereits seit 2002 im Vorstand der KZBV tätig ist, ausführlich selbst zu Wort. „Für mich stehen dabei die drei großen „Ds“ ganz oben auf der politischen Agenda“, sagt Dr. Eßer im Interview. „Wir müssen den demografischen Wandel bewältigen, die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen und dabei die Datensicherheit für Patienten und für Zahnärzte gewährleisten.“ Weiter spricht Dr. Eßer über die zukünftige Rolle der KZVen, zahnärztliche Selbstverwaltung und das GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz.

Misstrauen. Seit dem 1. März 2017 ist das GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz (SVSG) in Kraft. Trotz zahlreicher Nachbesserungen des ursprünglichen Gesetzentwurfs, die nicht zuletzt dem vehementen Einspruch der Selbstverwaltungsorgane zu verdanken sind, wird es von den Heilberufen nach wie vor als kontraproduktiv und schädlich gewertet. Auch die KZV BW bleibt bei ihrer Einschätzung, dass das SVSG von generellem Misstrauen gegenüber der Selbstverwaltung in der GKV geprägt ist, den Gestaltungsspielraum massiv einschränkt und die Selbstverwaltung gerade nicht gestärkt wird. Wie Standespolitiker auf Ärzte- und Zahnärzteseite mit der Situation umgehen, beleuchtet Ruth Schildhauer im Beitrag „Neues Gesetz erzeugt Misstrauenskultur“. Das GKV-SVSG habe die Bewegungsfreiheit der Selbstverwaltung beschnitten, heißt es darin unter anderem.

Granulomatose. Oralen Ulzera können vielseitige Ursachen zugrunde liegen, eine seltene ist die Granulomatose mit Polyangiitis (GPA, vormals bis 2011 Morbus Wegener). Dr. Hanspeter Kiefer, Prof. Dr. Dr. Michael Krimmel, Prof. Dr. Dr. Siegmar Reinert, Dr. Hans Bösmüller und PD Dr. Jörg Henes präsentieren den Fall eines 41-jährigen Patienten, der wegen multiplen oralen Ulzerationen unklarer Ursache vorgestellt wurde.

Kiefergelenksankylose. Fortgeschrittene degenerative Kiefergelenkserkrankungen können für betroffene Patienten mit erheblichen Funktionseinschränkungen und Schmerzen verbunden sein. Der Beitrag von Dr. Dr. Christoph Zizelmann und PD Dr. Dr. Thomas Fillies stellt die Therapie einer Kiefergelenksankylose mit einem beidseitigen totalen alloplastischen Kiefergelenkersatz vor.

Kommunikation. Die Zahnärzteschaft präsentiert sich regelmäßig auf Berufsinfomessen für Schülerinnen und Schüler. Lesen Sie im Beitrag auf welche Resonanz die Messen in Neresheim und Schorndorf in den vergangenen Wochen stießen und warum die Informationen über den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten so gut ankommen.

Auch die Telefonaktionen, die das IZZ gemeinsam mit Tageszeitungen durchführt, finden großen Anklang. Lesen Sie Eindrücke von den Aktionen beim Reutlinger Generalanzeiger und der Heilbronner Stimme.

christian.ignatzi@izz-online.de