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Leitartikel

Aktiver Player – auch auf Bundesebene

Ausgabe 4, 2017

Wenn Druck von außen, von der Politik kommt, hält die Zahnärzteschaft zusammen und zeigt Geschlossenheit. Unter diesem guten und vielversprechenden Eindruck steht die baden-württembergische Delegation nach der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), die Mitte März in Berlin stattgefunden hat. In großer Einigkeit wurde Dr. Wolfgang Eßer als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt und ihm zwei neue Stellvertreter an die Seite gestellt: Zahnarzt Martin Hendges aus Köln und Dr. Karl-Georg Pochhammer aus Berlin.

Die KZV BW ist ebenfalls wieder prominent auf Bundesebene vertreten mit unserem stellv. Vorstandsvorsitzenden Christian Finster, der in den Haushaltsausschuss und Satzungsausschuss gewählt wurde. Ich darf die KZV BW weiterhin in verschiedenen Gremien unter anderem im Datenkoordinationsausschuss vertreten und zusätzlich von nun an auch als erste Stellvertreterin im Bundesschiedsamt. Dies spiegelt den Anspruch der baden-württembergischen KZV wider, sich engagiert und aktiv auf Bundesebene für die Zahnärzteschaft einzubringen und eine kontinuierliche, in der Sache konstruktiv- kritische, aber nach Konsentierung immer auch verlässliche Stimme für unseren Berufsstand zu sein. Dass wir auf KZBV-Ebene gehört werden, liegt auch an unserem beharrlichen Einsatz, virulente und drängende Themen schon frühzeitig anzugehen, zu thematisieren und zusammen mit Partnern vernehmbar zu vertreten. Erst Anfang März war die KZV BW Gastgeberin der Sitzung der AG KZVen in Mannheim, bei welcher wir die maßgeblichen Impulse für eine effektive Interessenvertretung während des Bundestagswahlkampfes 2017 gegeben haben. Mit dem Schwerpunkt „Versorgungssicherheit statt Bürgerversicherung“ werden wir der Politik entgegentreten und jegliche Versuche unser bewährtes duales Versicherungssystem zu schleifen, abzuwenden versuchen.

Gerade unserem beherzten Engagement gegen das GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz ist es zu verdanken, dass wir die schlimmsten Eingriffe in die Selbstverwaltung von Seiten der Bundesregierung auf Landesebene verhindern konnten. Es war die KZV BW, die Bundesgesundheitsstaatssekretär Lutz Stroppe, die baden-württembergischen Mitglieder des Gesundheitsausschusses sowie Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha MdL mit den katastrophalen Folgen konfrontiert hat, die dieses Gesetz in seiner ursprünglichen Fassung gehabt hätte, und somit wohl somit zu einem Umdenken in letzter Minute beigetragen hat. Eine vergleichbare Vordenkerrolle übernehmen wir beim Thema „Zukunft der Freiberuflichkeit“ mit dem von uns erstellten Strategiepapier, durch das wir die Grundlagen für ein vernetztes und koordiniertes Vorgehen, vor allem auf nationaler Ebene schaffen.

All dies ist für uns kein Selbstzweck. Nein, wir sind überzeugt, dass wir dadurch die bestmögliche Interessenvertretung der Zahnärzteschaft in Baden-Württemberg gewährleisten können. Nicht erst wenn Druck von außen kommt, ist die KZV BW da: beharrlich, fundiert und engagiert.

Dr. Ute Maier ist Vorsitzende des Vorstandes der KZV BW.