Zahnaerzteblatt.de

 

Kultur

Kunstmuseum Stuttgart zeigt Werke der Sammlung Klein

 

Über den Umgang mit Menschen, wenn Zuneigung im Spiel ist

Ausgabe 8-9, 2017

Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt in einer großen Sonderausstellung Ausschnitte aus der umfangreichen Sammlung Klein. Dafür wurden von Ulrike Groos und Klaus Gerrit Friese aus der Fülle der in ihr vertretenen Künstler – es sind nahezu 900 – 28 ausgewählt, die symptomatisch für die sammlerischen Interessen des Ehepaars Klein stehen. Denn neben berühmten Künstlern wie Sean Scully und Anselm Kiefer gilt die stete Aufmerksamkeit des Sammlerpaars auch noch nicht etablierten sowie jungen Positionen.

Das Ehepaar Alison und Peter W. Klein sammelt seit fast 30 Jahren Kunst. In ihrer Vielfalt ist die seit Ende der 1980er-Jahre sukzessive gewachsene Sammlung ein beeindruckendes Zeugnis einer emotionalen Lust am Schauen und Erleben von Kunst. Der aktuellste Erwerb ist Anna Oppermanns Arbeit „Ensemble mit Dekor (Über den Umgang mit Menschen, wenn Zuneigung im Spiel ist) – Dekor mit Birken, Birnen und Rahmen“ (1969-1984- 1992). Der in Klammern fast spielerisch beigefügte Nebensatz charakterisiert in seiner rätselhaften Poesie die Oppermann-Arbeit als Ganzes. Und so wurde er wie von selbst zum verbindenden Gedanken für die gesamte Ausstellung, was auch damit zu tun hat, dass der Aspekt der Zuneigung zur Kunst und den Menschen symptomatisch für das Klein’sche (Kunst-)Unternehmen erscheint. Im Oktober 2007 eröffneten die Kleins in ihrem Heimatort Nussdorf das KUNSTWERK, das seitdem in wechselnden Ausstellungen Werke der Sammlung Klein präsentiert.

Malerei seit 1970. Zu sehen sind die mythologisch geprägten Werke Anselm Kiefers, die gesellschaftskritischen Bilder von Florian Heinke und Gottfried Helnwein ebenso wie Karin Kneffels fotorealistische Gemälde, Markus Oehlens von Punk und New Wave inspirierte Bilder, David Schnells aus Pixeln und Strichcodes formierte Landschaften und Michael Wutz’ von morbiden Motiven bestimmte Arbeiten. Zusammen mit den Farbkissen Gotthard Graubners, den Hard Edge Arbeiten Franziska Holsteins, den kaleidoskopartigen Kompositionen Corinne Wasmuhts und den Streifenbildern des irischen Künstlers Sean Scully wird ein umfassender Einblick in einen Schwerpunkt der Sammlung Klein, die Malerei seit den 1970er-Jahren, gewährt.

Fotografie. Ein weiteres Interesse der Sammler gilt der Fotografie, die in der Ausstellung durch Candida Höfers monumentale Architekturaufnahme, die seriellen Porträts Annette Kelms, die narrativen Bildkompositionen Ann-Kathrin Müllers, die an filmische Bildstrategien angelehnten Inszenierungen des amerikanischen Künstlers Gregory Crewdson u. a. vertreten ist.

Kunstmuseum Stuttgart/IZZ

 

Staatsgalerie Stuttgart zeigt amerikanische Kunst von 1960 bis 1990

 

The Great Graphic Boom

Ausgabe 8-9, 2017

In Kooperation mit dem National Museum Oslo präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart außergewöhnliche Werke der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990. Die Ausstellung zeigt mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgrafik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform.

Ende der 1950er-Jahre begannen Künstler der amerikanischen Avantgarde, wie Andy Warhol, Barnett Newman, Robert Motherwell oder Roy Lichtenstein, mit unterschiedlichen Drucktechniken zu arbeiten und zu experimentieren.

Graphic Boom. Die Druckgrafik diente in der Vergangenheit vor allem dazu, religiöse oder politische Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und war ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es vor allem die deutschen Expressionisten, die sich massiv Staatsgalerie Stuttgart zeigt amerikanische Kunst von 1960 bis 1990 The Great Graphic Boom In Kooperation mit dem National Museum Oslo präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart außergewöhnliche Werke der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990. Die Ausstellung zeigt mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgrafik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform. dieser Technik widmeten. Ende der 1950er-Jahre erlebte auch die USA einen wahren „Graphic Boom“.

Amerikanische Avantgarde. Zu diesem Zeitpunkt begannen die bedeutendsten Künstler der amerikanischen Avantgarde, vertreten durch abstrakten Expressionismus, Hard Edge, Pop Art, Minimal Art und andere Stilrichtungen, mit verschiedensten Drucktechniken zu arbeiten bzw. zu experimentieren. Eigens auf Druckgrafik spezialisierte Verlage wie Universal Limited Art Editions (ULAE) in New York, gegründet 1957 von Tatyana Grosman, oder die seit 1966 bestehende GEMINI G.E.L (Graphic Editions Limited) in Los Angeles spielten dabei eine besondere Rolle, vor allem in ihrem hohen Anspruch an die Druckkunst. Einzelblätter, Portfolios und Künstlerbücher entstanden in großer Zahl. Insbesondere die Künstler der Pop Art reagierten damit auf die industrielle Massenfertigung wie auch die Werbesprache der Medien.

Eigenständige Kunstform. Die meisten der Künstler hatten sich bereits als Maler etabliert. In den bevorzugten Medien der Lithografie wie dem Siebdruck, aber auch anderen Drucktechniken, schufen sie daneben eigenständige Kunstformen, mit denen sie in die Fußstapfen der Pioniere moderner Grafik wie Paul Gauguin, Edvard Munch und Pablo Picasso traten. Die Ausstellung zeigt mit rund 170 Blättern in eindrucksvoller Breite die verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen der amerikanischen Druckgrafik und deren Etablierung zu einer eigenständigen Kunstform.

Staatsgalerie Stuttgart/IZZ