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Personalia

Zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen

 

Forever Young

Ausgabe 8-9, 2017

Der 1. April 1997 war ein besonderer Tag: der Antritt von Univ.-Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen als Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum der Albert-Ludwigs- Universität Freiburg in Nachfolge von Prof. Dr. Wilfried Schilli.

An und ab diesem Tag konnte ich Prof. Schmelzeisen als Weggefährten begleiten, und zwar auf den Tag genau siebeneinhalb Jahre mit ihm gemeinsam arbeiten. Nunmehr sind zwanzig Jahre vergangen und neben dem 20-jährigen Jubiläum als Klinikdirektor gilt es, am 11. September 2017 seinen 60. Geburtstag zu begehen.

Lieber Rainer, Deine Ehemaligen und Dein jetziges Team gratulieren Dir von ganzem Herzen und wünschen Dir alle Schaffenskraft und die Dir immanente speditive Innovationsgenialität, für die Du in der Vergangenheit gestanden hast und auch immer stehen wirst!

Alle Impulse, die durch Prof. Schmelzeisen gesetzt werden, haben hohes Potenzial und sind typischerweise den Entwicklungen und Gedanken anderer mindestens drei Schritte voraus. Insofern verdankt auch die moderne Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie dem jungen Jubilar das, was sie sich heute stolz national und international auf die Fahne schreibt und sie im Hinblick auf wegweisende Änderungen, wie zum Beispiel die Individualisierung in der Medizin, den anderen medizinischen Disziplinen um Längen voraushat. Hier hat Prof. Schmelzeisen mit seinen Ehemaligen und jetzt Aktiven wichtige Marken gesetzt.

Neben der Arbeit bedarf es der ausgleichenden Momente: Hier leuchten ebenfalls seine Ideen und die künstlerische Gestaltungskraft hat sich hier zu mehr als nur einem ernsthaften Hobby entwickelt. Well done!

Lieber Professor Schmelzeisen wir wünschen zum Jubiläum und Ehrentag das Allerbeste und die für immer anhaltende erstaunliche und schlagkräftige Originalität.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich, gemeinsam mit den ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie der Albert- Ludwigs-Universität Freiburg

 

BZK Tübingen

 

Ehrung zum 50. Berufsjubiläum

Ausgabe 8-9, 2017

Am Mittwoch, 21. Juni 2017 fand die traditionelle Ehrung von Persönlichkeiten mit 50-jährigem Berufsjubiläum statt. Die feierliche Übergabe der Ehrenurkunde erfolgte anlässlich eines festlichen Essens mit den Mitgliedern des Vorstandes der Bezirkszahnärztekammer Tübingen im Landhotel Hirsch in Tübingen-Bebenhausen.

Auf dem Foto der Vorstand der BZK Tübingen mit den geehrten Mitgliedern (hintere Reihe, v. l.): Dr. Klaus Beyer, Katrin Sump, Dr. Ulrich Beck, Dr. Friedrich Schüller, Dr. Manfred Boes, Dr. Bernd Stoll, Dr. Herbert Martin, Dr. Elmar Ludwig, (vordere Reihe v. l.) Dr. Wolfgang Wiesner, Dr. Susanne Handtmann, Dr. Wilfried Forschner, Dr. Radegunde Boekle, Dr. Reinhard Güller, Dr. Dr. Heinrich Schneider.

Es konnten leider nicht teilnehmen: Jacqueline Aholinger, Dr. Roland Fischer, Dr. stom./Univ. Agram Marija Fischer-Parmac, Dr. Margit- Rose Schwarz, Dr. Klaus Zerres.

Wir wünschen den Jubilaren noch viele Jahre in Gesundheit und Interesse am Berufsstand.

BZK Tübingen

 

Nachruf Dr. August Englisch

 

Ein erfülltes Leben ging zu Ende

Ausgabe 8-9, 2017

„Weint nicht, weil es vorbei ist – lacht weil es so schön war. Ein bis zum letzten Atemzug erfülltes Leben ging zu Ende.“

Die Vita von Dr. August Englisch trägt geradezu kosmopolitische Züge. 1925 in Graz geboren – Umsiedelung als 11-Jähriger nach Frankfurt. Dort Besuch des Gymnasiums und Abitur 1943. Im gleichen Jahr ein gravierender Einschnitt in seinem jungen Leben – die direkte Konfrontation mit der Brutalität des Krieges. Er wurde zur Wehrmacht eingezogen, nahm im Fronteinsatz am Russlandfeldzug teil und geriet in Gefangenschaft. Trotzdem konnte er 1945 das Studium der Medizin und Zahnmedizin an der Johann- Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt am Main aufnehmen und erfolgreich abschließen. Prüfung und Approbation 1949 – Promotion 1951.

Bereits 1951 knüpfte er Kontakte nach Schweden. Daraus entwickelte sich ab 1953 ein berufliches Engagement und eine private erste Lebensphase, die bis 1970 währte. Als Zahnarzt war er in der schwedischen Volkszahnpflege in führender Position tätig.

Nach einem Exkurs in die Schweiz, kehrte er 1971 nach Deutschland zurück. Hier begann seine zweite berufliche und private Karriere. Er heiratete seine zweite Frau Helga und gründete eine Praxis in Schöntal-Bieringen.

Nach dem Bau seines Hauses in Jagsthausen, eröffnete er dort ebenfalls eine Praxis. Die Tochter Susi und der Sohn Stephan (Pepi) wurden 1976 und 1978 geboren.

Dr. Englisch wurde Vorsitzender der regionalen Kreiszahnärzteschaft, übernahm die Betreuung von Schulen und Kindergärten und engagierte sich in der Vertreterversammlung der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart, deren Vorstandsmitglied er später wurde. Aufgrund seiner Verdienste wurde er 1986 mit der Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft ausgezeichnet.

Auch in der beruflichen Fortbildung zeigte er sich außerordentlich aktiv. Bereits 1976 wurde er durch entsprechende Intensivfortbildung Mitglied der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW).

Er war 1978 Gründungsmitglied und längstamtierendes Vorstandsmitglied – bis zu seinem 82. Lebensjahr – des Gnathologischen Arbeitskreises Stuttgart. Dr. Englisch arbeitete in vier Vorständen als legendärer Schatzmeister, war hochgeschätzter Senior und generationsübergreifendes Bindeglied der Vorstandsgremien und sorgte für Kontinuität. Er wurde mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft geehrt.

Seine Interessen reichten jedoch weit über die Zahnmedizin hinaus. Beim Förderverein für die Burgfestspiele Jagsthausen war er ebenfalls als Vorstandsmitglied und Schatzmeister aktiv.

Jeder Mensch, der sich mit vergleichbarer Intensität engagiert, benötigt einen Ruhepol, eine Quelle aus der er Kraft schöpfen kann. Für Gustl war das fraglos seine Familie – seine Frau, seine Tochter und seine Söhne, sowie sein idyllischer Familienstammsitz in Jagsthausen.

Der Tod seiner Frau Helga 2006 bedeutete für ihn eine tiefe Zäsur. Um so bewundernswerter sein ungebrochenes Interesse an philosophischen Gesprächen, Wanderungen und Konservierung von Freundschaften. In den vergangenen Monaten stand die Familien- und Enkelpflege im Vordergrund – ein großes Glück für ihn, wie er mehrfach erklärte.

Flugreisen in die USA und ausgedehnte Fahrten mit dem Auto in europäische Länder waren für ihn selbstverständlich. Eine dieser Reisen sollte seine letzte werden.

Ein Mensch, der so viele von uns geprägt und beeindruckt hat, der Vorbild war – unaufdringlich, mit Noblesse – und viele Spuren hinterlassen hat – ist nicht tot. Er ist uns nur vorausgegangen.

Adieu Gustl!

Dr. Bernhard Fuchs