Zahnaerzteblatt.de

 

Praxis

Amalgamabscheider

 

Was ist in der Zahnarztpraxis zu beachten?

Ausgabe 11, 2017

Quecksilber als Bestandteil des metallischen Gemenges Amalgam ist ein giftiger und umweltgefährdender Gefahrstoff. Wird dieses in der Praxis verarbeitet oder entfernt, sind vom Praxisbetreiber folgende Maßnahmen zu treffen.

Amalgamabscheider, wann und wo?

- Amalgamhaltige Abwässer müssen über einen Amalgamabscheider geführt werden.

- Dieser kann direkt am einzelnen oder zentral für mehrere Behandlungsstühle installiert werden.

Anzeige oder Genehmigung?

- Wenn amalgamhaltige Abwässer über einen bauartzugelassenen Amalgamabscheider von der Praxis in das öffentliche Abwasser eingeleitet werden (dies wird als sogenannte Indirekteinleitung bezeichnet), ist der Betrieb dieses Abscheiders der zuständigen unteren Wasserbehörde anzuzeigen – in Baden-Württemberg dem Landratsamt oder dem Ordnungsamt.

- Anzeigeformular mit Beschreibungsbogen und Erfassungsbogen finden Sie im PRAXIS-Handbuch der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg.

Wann ist die Anzeige zu stellen?

- vor Inbetriebnahme

- bei Änderungen an der Abwasseranlage

Anforderungen an einen Amalgamabscheider und dessen Betrieb:

- Abscheidewirkungsgrad: Mindestens 95 Prozent der Amalgamfracht.

- Bauartzugelassen (Prüfzeichen des Deutschen Instituts für Bautechnik, DIBt, Berlin).

- Regelmäßige Entleerung/Entsorgung (Aufbewahren der Übernahmescheine: 3 Jahre).

- Regelmäßige Wartung gemäß Hersteller-Gebrauchsanweisung und Überprüfung (vor Inbetriebnahme und anschließend in Abständen von nicht länger als 5 Jahren) durch sachkundiges/befähigtes Personal (z. B. des Geräteherstellers bzw. Depots).

- Prüfungen sind in einem Wartungsbuch festzuhalten (Aufbewahrung: 5 Jahre nach dem letzten Eintrag).

Ausführliche Informationen zu diesem sowie weiteren Themen rund ums Amalgam, z. B.:

- Gefährdungsbeurteilung

- Betriebsanweisung (Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln)

- Entsorgung

finden Sie im „PRAXIS-Handbuch“ der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg.

Die Informationen finden Sie auf der Homepage der LZK BW in der Online-Version des PRAXIS-Handbuchs unter www.lzk-bw.de („ZAHNÄRZTE“ >>> unter der Rubrik „Praxisführung“ auf das PRAXIS-Handbuch >>> nochmal auf „PRAXIS-Handbuch“ >>> z. B. Schaltfläche „2. Qualitätssicherung in der Zahnarztpraxis“ >>> „2.12 Entsorgung“.

Für den Praxisführungsausschuss der LZK BW

Dr. Norbert Struß

 

Der GOZ-Ausschuss der LZK BW informiert

 

Teilleistungen in der GOZ – korrekt berechnet

Ausgabe 11, 2017

Die korrekte Abrechnung von Teilleistungen in der GOZ erfolgt bei unvollendeten Kronen nach den GOZ-Pos. 2230 bis 2240, bei Brücken nach den GOZ-Pos. 5000 bis 5040 und bei Prothesen nach den GOZ-Pos. 5200 und 5230.

Teilleistungen nach den oben genannten Ziffern sind nur berechnungsfähig, wenn es dem Zahnarzt objektiv auf Dauer unmöglich war, die Behandlung fortzusetzen oder eine Fortsetzung aus medizinischen Gründen nicht indiziert war. Objektive Gründe für eine nicht mögliche Weiterbehandlung können z. B sein: Tod, Umzug, Praxiswechsel, Kündigung des Behandlungsvertrages aus wichtigem Grund. Die Berechnung von Teilleistungen kann auch aus medizinischen Gründen indiziert sein, z. B bei längeren Behandlungspausen, die ggf. zu veränderten intraoralen Verhältnissen geführt hat, wie nach längerer Krankheit, Unfall oder Abwesenheit des Patienten.

GOZ-Pos. 2230 bis 2240. Enden die Leistungen mit der Präparation eines Zahnes oder der Abdrucknahme beim Implantat, so ist die Hälfte der jeweiligen Gebühr berechnungsfähig. In diesem Fall ist die GOZ-Pos. 2230 berechenbar. Sind darüber hinaus weitere Maßnahmen erfolgt, so sind drei Viertel der jeweiligen Gebühr nach GOZ-Pos. 2240 berechnungsfähig. Handelt es sich um die Versorgung eines Implantates, muss allerdings über die Abformung hinaus mindestens eine weitere Maßnahme erfolgt sein, um drei Viertel der Gebühr berechnen zu können. Laborkosten werden entsprechend dem Stand der zahntechnischen Arbeit in Rechnung gestellt. Selbstständige zusätzliche Maßnahmen – Begleitleistungen, die im Zusammenhang mit den Teilleistungen für die Maßnahmen nach den GOZ-Pos. 2200 bis 2220 vollständig erbracht wurden – werden ohne Einschränkung berechnet.

GOZ-Pos. 5050 bis 5060. Bei der GOZ-Pos. 5050: Enden die Leistungen mit der Präparation der Brückenpfeiler oder Prothesenanker mit Verbindungselementen oder der Abdrucknahme beim Implantat, so ist die Hälfte der jeweiligen Gebühr berechnungsfähig. Die GOZPos. 5000 bis 5040 können zur Hälfte berechnet werden, wenn der Zahn für die Aufnahme der Krone präpariert wurde. Weitere Maßnahmen, wie etwa die Abformung der Zahnstümpfe zur Herstellung eines Arbeitsmodells, sind dabei noch nicht erfolgt. Bei der Versorgung auf einem Implantat muss für die Berechnung dieser Teilleistung mindestens die Erstabformung im Rahmen der konstruktiven Behandlungsphase erfolgt sein. Sind darüber hinaus weitere Maßnahmen erfolgt, so sind drei Viertel der jeweiligen Gebühr nach der GOZ-Pos. 5060 berechnungsfähig.

GOZ-Pos. 5200 bis 5230. Die GOZ-Pos. 5240 ist für Maßnahmen bis einschließlich der Bestimmung der Kieferrelation ansatzfähig. Hierfür ist die Hälfte der jeweiligen Gebühr berechnungsfähig. Bei weiteren Maßnahmen sind drei Viertel der jeweiligen Gebühren berechnungsfähig. Die GOZ-Pos. 5200 bis 5230 können zur Hälfte ihres Wertes berechnet werden, wenn neben den anatomischen Abformungen (auch des Gegenkiefers) zusätzlich die Bestimmung der Kieferrelation erfolgt ist. Die GOZ-Pos. 5200 bis 5230 können zu drei Viertel ihres Wertes berechnet werden, wenn nach der Bestimmung der Kieferrelation weitere Maßnahmen, z. B. die Anprobe und Abformung der Primärkronen (bei Kombinationsersatz) oder die Wachsanprobe (bei Totalprothesen) erfolgt sind, der Zahnersatz jedoch nicht eingegliedert werden konnte. Laborkosten werden entsprechend dem Stand der zahntechnischen Arbeiten in Rechnung gestellt. Selbstständige zusätzliche Maßnahmen, die im Zusammenhang mit den Teilleistungen nach den GOZ-Pos. 5200 bis 5230 vollständig erbracht wurden, werden ohne Einschränkung berechnet. Erschwernisse und zusätzlicher Aufwand kann nach § 5 GOZ berechnet werden und im Faktor Berücksichtigung finden.

Inlay und gegossener Stift. Teilleistungen für Inlays und indirekte hergestellte Stifte sind nicht in der Gebührenordnung aufgeführt. Diese selbstständigen, nicht im Gebührenverzeichnis enthaltenen Leistungen, können entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses analog berechnet werden. (§ 6 Abs.1 GOZ).

Autorenteam des GOZ-Ausschusses der LZK BW

 

Zahnmedizinische Patientenberatungsstelle Baden-Württemberg

 

Zuverlässiger Service für die Patienten

Ausgabe 11, 2017

Zum 01.01.2014 hat die Zahnmedizinische Patientenberatungsstelle Baden-Württemberg, die als eigenständige Institution in gemeinsamer Trägerschaft von Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg und Kassenzahnärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg eingerichtet wurde, ihren Betrieb aufgenommen. Sie erreichen die Geschäftsstelle der Zahnmedizinischen Patientenberatungsstelle Baden-Württemberg, die sich im Zahnärztehaus im Albstadtweg 9 in Stuttgart befindet, unter der Rufnummer 0800-1424340 und per E-Mail unter info@zpb-bw.de.

Helfen Sie mit! Helfen Sie in Ihren Praxen mit, den Bekanntheitsgrad des umfangreichen und leistungsstarken Netzwerkes an Patienteninformation, Patientenberatung, zahnärztlicher Zweitmeinung, Gutachterwesen und Schlichtungsstellen der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg weiter zu steigern. Weisen Sie Ihre Patientinnen und Patienten auf den unabhängigen und kostenfreien Service der Zahnärzteschaft hin und geben Sie vor allem die neuen Taschenkalender mit den Patientenberatungsterminen weiter.

Ihre Patientinnen und Patienten erreichen die Experten unter der gebührenfreien Hotline 0800-4747800 jeden Mittwoch Helfen Sie mit! Helfen Sie in von 14.00 bis 18.00 Uhr.