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Politik

Landesparteitag der SPD in Donaueschingen

 

Kommunikation in schwierigen Zeiten

Ausgabe 12, 2017

Nach dem schlechten Wahlergebnis der SPD bei der Bundestagswahl stand der Landesparteitag am 18. November in Donaueschingen unter dem Motto „SPD erneuern“. Obwohl sich die Partei dabei mehr mit sich selbst beschäftigte, fand im Forum Zahngesundheit dennoch eine rege politische Kommunikation mit den Vertretern der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg statt. Gesundheitspolitische Themen haben schließlich immer Konjunktur. Das Forum Zahngesundheit ist bei Landesparteitagen ein etablierter Treffpunkt für Politiker, Medienschaffende und berufspolitische Vertreter zum Gedanken- und Meinungsaustausch. Hier werden erste Kontakte geknüpft, die später zu intensiven Dialogen führen können.

Gerade in den jetzigen schwierigen Zeiten, in denen die Bundespolitik noch längst nicht in trockenen Tüchern ist, präsentierte sich das Forum Zahngesundheit beim Landesparteitag der SPD wieder einmal als verlässliche Kommunikationsplattform für die rund 320 Delegierten und Abgeordneten der SPD sowie für die Spitzenvertreter der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg. Das IZZ-Team sorgte wieder in gewohnter Weise für eine gastfreundliche Atmosphäre am Stand.

Dialog. Diesmal suchten folgende berufspolitische Vertreter den Dialog mit den Politikern: Dr. Ute Maier, Vorsitzende des Vorstands der KZV BW, Dr. Torsten Tomppert, Präsident der LZK BW, und sein Stellvertreter Dr. Norbert Struß sowie Dr. Hans Hugo Wilms, Vorsitzender der Bezirksgruppe Freiburg der KZV BW. Sowohl die Landesvorsitzende der SPD, Leni Breymaier MdB, als auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Stoch MdL, nahmen sich die Zeit für ein Gespräch, ebenso wie die gesundheitspolitischen Sprecher der SPD, Hilde Mattheis MdB, von der Bundesebene sowie Rainer Hinderer MdL von der Landesebene.

Zu den weiteren Gästen im Forum Zahngesundheit zählten Peter Simon MdEP, Heike Baehrens MdB, Lothar Binding MdB, Josip Juratovic MdB, Christian Lange MdB, Nils Schmid MdB, Daniel Born MdL, Peter Hofelich MdL, Andreas Kenner MdL und viele weitere Delegierte.

claudia.richter@izz-online.de

 

Politische Dialog-Begegnung im Königsbau

 

Mehr Vertrauen in die Selbstverwaltung

Ausgabe 12, 2017

Die Spitzenvertreter der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg, Dr. Ute Maier und Dr. Torsten Tomppert, tauschten sich Ende Oktober in den Geschäftsräumen des Informationszentrums Zahngesundheit Baden-Württemberg (IZZ) in Stuttgart intensiv mit Andreas Schwarz MdL, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag, und Petra Krebs MdL, gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen aus. Angesprochene Themen waren u. a. die Ausbildungssituation (Zahnärzte und ZFA), Medizinische Versorgungszentren, die Selbstverwaltung und die Digitalisierung im Bereich der Zahnmedizin.

Was bei Landesparteitagen durch die Kommunikationsplattform Forum Zahngesundheit angestoßen wird, findet bei der Dialog-Begegnung im Königsbau eine Intensivierung. Johannes Clausen, Leiter des IZZ, ist für die Basisarbeit und die Organisation solcher politischer Begegnungen zuständig. Diesmal traten der Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz MdL und die gesundheitspolitische Sprecherin Petra Krebs MdL von Bündnis 90/ Die Grünen in den Dialog mit den Zahnärzten. Da sowohl Dr. Torsten Tomppert, Präsident der Landeszahnärztekammer BW, und Dr. Ute Maier, Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung BW, als auch die politischen Vertreter der Grünen sehr gut vorbereitet waren, konnte der begrenzte Zeitrahmen optimal für den konstruktiven Dialog genutzt werden.

Themenfelder. Andreas Schwarz MdL war zuerst an der Nachwuchssituation in den Zahnarztpraxen interessiert: Wie sieht es mit dem Zahnmedizinstudium, wie mit der Ausbildungssituation zur ZFA aus? Dr. Tomppert nutzte bei seiner Antwort zum derzeitigen Status quo die Gelegenheit, um auf eine Erneuerung der Approbationsordnung hinzuweisen, die den Studiengang Zahnmedizin zukunftsfähig gestalten soll. Im Hinblick auf die Ausbildung in den Praxen machte er deutlich, dass es immer schwieriger sei, geeignete Azubis zu finden. Hier müsse man auch über eine neue Gebührenordnung nachdenken, um den Praxen in puncto Ausbildung mehr finanziellen Spielraum zu geben.

Die arztgruppengleichen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) wurden von Dr. Maier und Dr. Tomppert kritisiert, da das eigentliche Ziel – die bessere medizinische Versorgung des ländlichen Raumes – nicht erreicht werde. Die Politik solle dieses Versorgungskonzept überdenken. Dr. Maier forderte eine Angleichung in Bezug auf die Möglichkeiten der Anstellung von Zahnärzten. Die MVZ hätten einen Wettbewerbsvorteil, da dort die Anzahl der angestellten Zahnärzte im Gegensatz zu den vertragszahnärztlichen Praxen und Berufsausübungsgemeinschaften nicht begrenzt sei. Zudem seien MVZ hauptsächlich in den wirtschaftlich starken Städten und gerade nicht auf dem Land zu finden.

In Sachen Hygiene/Praxisbegehungen forderte Dr. Tomppert eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland, z. B. bei der Kalibrierung von Röntgengeräten. Außerdem könne die Kammer den Staat entlasten, wenn sie im Hygienebereich ihre Expertise einbringen würde. Dr. Maier warb dafür, bei der (zahn)medizinischen Versorgung der Flüchtlinge nicht nachzulassen. Die Behandlung müsse genauer definiert werden, gerade im Hinblick auf die Schmerzbehandlung.

Im Hinblick auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen fragte Petra Krebs MdL nach den zahnmedizinischen Möglichkeiten. Potenzial gebe es in erster Linie bei der Zahntechnik, bei bürokratischen Prozessen oder bei der Archivierung, aber letzten Endes müsse der Zahnarzt immer noch selbst den Bohrer in die Hand nehmen, so Dr. Maier. Zu guter Letzt wünschte sich Dr. Tomppert von Bündnis 90/ Die Grünen mehr Vertrauen in die Selbstverwaltung. Die Eigenverantwortung des Berufsstandes zum Wohle des Patienten funktioniere sehr gut, somit könne die zahnärztliche Selbstverwaltung mehr Verantwortung übernehmen und den Staat dadurch sogar entlasten. Andreas Schwarz MdL und Petra Krebs MdL nahmen diese Denkanstöße mit und versprachen, sie bei ihrer politischen Arbeit zu berücksichtigen.

claudia.richter@izz-online.de