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Kultur

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

 

Cézanne. Metamorphosen

Ausgabe 12, 2017

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe präsentiert bis 11. Februar 2018 unter dem Titel „Cézanne. Metamorphosen“ den Künstler Paul Cézanne (1839 bis 1906) in einer Großen Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg.

Paul Cézanne hat als Maler, Zeichner und Aquarellist ein überaus facettenreiches Werk geschaffen. Aufgrund seiner Tendenz zur Abstraktion der Bildelemente gilt er als wichtiger Wegbereiter der Moderne. Cézanne selbst hatte jedoch den Anspruch, die Malerei auf Grundlage der klassischen Kunst zu erneuern. Die Ausstellung der Kunsthalle Karlsruhe wirft einen neuen Blick auf Cézannes lichte Landschaften, seine Badenden, Porträts und Stillleben. Sie zeigt seine Arbeitsweise als einen faszinierenden Prozess der Verwandlung der wahrgenommenen Natur in ein Gefüge farbiger Bildelemente.

Schaffensphasen. Cézanne als Geheimnissuchender, der das Wesen der Welt einzufangen versucht – Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Cézanne. Metamorphosen Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe präsentiert bis 11. Februar 2018 unter dem Titel „Cézanne. Metamorphosen“ den Künstler Paul Cézanne (1839 bis 1906) in einer Großen Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg. es ist ein anderer Cézanne, als der Künstler, der bisher in retrospektiven Ausstellungen erlebt werden konnte.

Erstmals macht eine Cézanne- Ausstellung dessen Werk als eine Einheit erfahrbar. Statt der klassischen chronologischen oder nach Bildgattungen geordneten Werkbetrachtung sind hier Gemälde verschiedener Gattungen und Schaffensphasen nebeneinander zu sehen. Wie hängt die Dramatik der frühen Figurenbilder mit der Erhabenheit und Dauerhaftigkeit seiner Stillleben zusammen?

Spätwerk. Häufig wird angenommen, Cézanne habe im Spätwerk mit seinen künstlerischen Anfängen gebrochen. In der Ausstellung werden die inneren Zusammenhänge der verschiedenen Phasen und Entwicklungen aufgezeigt. Daneben wird auch deutlich, welche bedeutende Rolle der Kopie im Schaffen von Cézanne zukam. Der Künstler war sehr traditionsbezogen: Intensiv wie kaum ein zweiter seiner Generation kopierte er Alte Meister wie Zeitgenossen, um mit diesen schöpferisch umzugehen. Die den Vorbildern entnommenen Figuren und Details aus größeren Kompositionen leben in anderer, abgewandelter Form in seinen Gemälden weiter.

Doppeldeutigkeiten. Die Ausstellung macht auch Doppeldeutigkeiten im Werk des Franzosen sichtbar. Er verflüssigte feste Strukturen und materialisiert weich fließende Formen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise an der Darstellung einer Jacke auf einem Hocker, die an die Montagne Sainte-Victoire erinnert.

Rund 100 bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen in einer noch nie gesehenen Zusammenstellung gewähren den Blick auf einen „anderen“ Cézanne.

IZZ/Kunsthalle Karlsruhe