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Praxis

Der GOZ-Ausschuss der LZK BW informiert

 

Entfernen eines orthodontischen Voll- oder Teilbogens

Ausgabe 1, 2018

Zu den am häufigsten beanstandeten Analogberechnungen zählt das Ausligieren von Bögen in der Multibrackettechnik bei kieferorthopädischen Behandlungen.

Versicherer versuchen gerne die Kostenerstattung für das Ausligieren von orthodontischen Drähten mit dem Argument abzuwehren, mit dem Eingliedern sei bereits auch das Ausgliedern abgegolten. Dabei sucht man vergeblich in den Leistungsbeschreibungen der GOZ-Nrn. 6140 bis 6160 (Eingliedern …) den Hinweis, dass die Gebührennummer das Ausgliedern mit einschließt. Andere Erstatter weisen die Inrechnungstellung für das Ausligieren von orthodontischen Drähten mit der Behauptung zurück, die Entfernung von orthodontischen Drähten sei implizit Bestandteil der Kernpositionen (GOZ-Nummern 6030 bis 6050).

Rechtsprechung. So sieht es auch das bislang höchstinstanzliche Urteil des LG Bayreuth (28.01.2015 – AZ 13 S 113/14 in dem sinngemäß ausgeführt wird: Das Ausgliedern des Bogens ist ein notwendiger Bestandteil einer Wiedereingliederung und nicht nach Nr. 6150a ansetzbar. Präziser hat sich die Vorinstanz das AG Bayreuth (07.02.2014 – AZ 107 C 1090/13) festgelegt: Das Entfernen von Bögen ist bei den Nrn. 6030 bis 6080 GOZ mit erfasst, somit nicht zusätzlich berechnungsfähig. Das Urteil ignoriert, dass neben den Kernpositionen (Nrn. 6030 bis 6080 GOZ) das Ein- bzw. Ausgliedern von festsitzenden Apparaten/ Hilfsmitteln nach Anfall immer zusätzlich berechnet wird. Die Anwendung des Zielleistungsprinzips nach § 4 Abs. 2 GOZ auf die zur Diskussion stehenden Leistungen ist auch deshalb inkonsistent, denn Drähte im Sinne der GOZ Nrn. 6140 bis 6160 können auch ohne Kernpositionen, z. B. zusammen mit den Nrn. 6210 ff. zum Ansatz kommen.

Wie uneinheitlich die Gerichte entscheiden, zeigt das AG München in seiner Entscheidung vom 01.10.2015 (AZ 261 C 5172/14) in der das Entfernen von Bögen als eine selbstständige Leistung gesehen wird, die nicht in den Nrn. 6030 bis 6050 GOZ enthalten ist.

Abrechnungswege. Eine eigene Gebührennummer ist im Kapitel G der GOZ für das Ausligieren von orthodontischen Drähten nicht beschrieben. Zum Ansatz könnte die Nr. 2290 GOZ im Kapitel C kommen (Entfernung einer Einlagefüllung, einer Krone, eines Brückenankers, Abtrennen eines Brückengliedes oder Steges oder Ähnliches). Alternativ kann das Ausligieren als vergessene Leistung betrachtet werden, die nach § 6 Abs. 1 analog zu berechnen wäre.

Während das AG Pankow/ Weißensee (10.01.2014 – AZ 6 C 46/14) den Ansatz der Nr. 2290 GOZ für gerechtfertigt betrachtet, empfehlen das AG Ravensburg (19.01.2017 – AZ 5 C 887/16) und das AG Ludwigsburg (19.07.2017 – 6C 2064/16) den Ansatz der Nr. 2702 GOÄ analog. Seit 2015 erstattet die PBeaK die Nr. 2290 GOZ für das Ausgliedern von Bögen und das VG Stuttgart (24.04.2014 – AZ 12 K 3839/12) hält grundsätzlich beide Varianten für ansatzfähig.

Empfehlung. Der Ansatz der Nrn. 6140 bis 6160 GOZ kommt für die analoge Berechnung kaum infrage, denn sie sind gemäß Kosten- und Zeitaufwand in der Regel zu hoch bewertet. Der GOZ-Ausschuss der LZK BW empfiehlt allen Kollegen in seinem Beschluss vom 11.10.2017 auf die Berechnung für die selbstständige Leistung des Ausgliederns von orthodontischen Bögen nicht zu verzichten und dafür die GOZ-Nr. 2290 oder GOÄ- Nr. 2702 anzusetzen.

Autorenteam des GOZ-Ausschusses der LZK BW

 

Die Kammer – Ihr Partner

 

Rahmenvertragspartner im Überblick

Ausgabe 1, 2018

Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg bietet ihren Mitgliedern mehrere Rahmenvertragspartner aus unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen an. Es bestehen Rahmenverträge im Bereich der Praxisführung für die Durchführung der Validierung der Aufbereitungsverfahren/-prozesse, für die Entsorgung der in der Praxis anfallenden Abfälle und für die Wasseruntersuchung an den Behandlungseinheiten. Des Weiteren werden Rahmenverträge für eine Praxisbewertung bei Abgabe der Praxis und für die Anmietung von Fahrzeugen der Zahnärzteschaft angeboten. Die Inanspruchnahme dieser Rahmenverträge ist ausschließlich den Kammermitgliedern vorbehalten, die von den vergünstigten Konditionen profitieren können.

Rahmenverträge im Bereich der Praxisführung. Für die fach- und sachgerechte Entsorgung der in den Zahnarztpraxen anfallenden Abfall- und Reststoffe bietet die Landeszahnärztekammer mit der Firma Herter Service und Recycling GmbH einen Rahmenvertragspartner an. Die Validierung der Aufbereitungsprozesse kann auf Basis eines weiteren Rahmenvertrages die Firma ValiTech GmbH & Co. KG durchführen. Suchen Sie ein Dienstleistungsunternehmen für die Wasseruntersuchung an den Behandlungseinheiten stehen Ihnen über die Kammer zwei Vertragspartner zur Verfügung: Das Labor für Umwelthygiene (LUH) und die Firma ValiTech.

Rahmenverträge Praxisbewertung. Ist die Abgabe der Praxis ein Thema für Sie, dann stehen für die Praxisbewertung zwei Rahmenvertragspartner der Landeszahnärztekammer zur Verfügung: Das Sachverständigeninstitut Prof. Dr. Wolfgang Merk und die Partnerschaftsgesellschaft Pfeffer & Boos.

Rahmenvertrag über die Anmietung von Fahrzeugen. Auch für die Anmietung von Fahrzeugen bietet die Landeszahnärztekammer mit der Autovermietung Enterprise einen Rahmenvertrag an. Dieser steht den Kammermitgliedern und dem Praxispersonal offen. Die Preiskonditionen sind gültig sowohl für dienstliche Anlässe als auch für Privatreisen in Deutschland. Die Vorteile der LZK-Rahmenvertragskonditionen bestehen darin, dass diese das ganze Jahr gelten und für alle Fahrzeuggruppen ermäßigte Zusatzleistungen beinhalten. Zum Beispiel genießen Sie Priorität bei der Zuteilung eines Fahrzeuges, Sie erhalten ermäßigte Zustell- und Abholgebühren, günstigere Zusatzleistungen wie NAVI, Diesel oder Winterreifen sowie eine günstigere Selbstbeteiligung im Schadensfall. Zudem erhalten Sie neueste Fahrzeugmodelle und Fahrzeugklassen wie beispielsweise Kombis, SUVs, Vans und Transporter sowie Fahrzeuge mit Automatikgetriebe, die im Internet nicht angeboten werden.

Wo finde ich die Rahmenverträge der LZK BW? Die Rahmenverträge finden Sie auf der Homepage der LZK BW im geschlossenen Mitgliederbereich unter www.lzk-bw.de („ZAHNÄRZTE“ >>> unter der Rubrik „Praxisführung“ >>> „Rahmenverträge“). Um die Rahmenverträge und die Konditionen einsehen zu können, müssen Sie sich anmelden. Sollten Sie als Mitglied der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg noch keine Zugangsdaten zu unserem Mitgliederbereich haben, können Sie diese direkt über die Homepage beantragen.

Ihre LZK-Geschäftsstelle

 

Fortbildungsveranstaltung für Berufsschullehrer/innen

 

Die berufsschulische Wissensvermittlung verbessern

Ausgabe 1, 2018

Am 7. Dezember 2017 fand in der Geschäftsstelle der Landeszahnärztekammer eine Fortbildungsveranstaltung für die Berufsschullehrer/ innen von Auszubildenden zur Zahnmedizinischen Fachangestellten statt. Die zentral koordinierte Lehrerfortbildung zum Thema „Leitfaden Hygiene und Medizinprodukte-Aufbereitung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg“ war gut besucht und beantwortete den Lehrkräften allgemeine und spezielle Fragestellungen rund um den Bereich des Hygienemanagements in der Zahnarztpraxis.

Bereits seit einigen Jahren bietet die Landeszahnärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Stuttgart, Abteilung Schule und Fortbildung, eine Fortbildung für die Lehrkräfte der beruflichen Schulen an. Studiendirektorin Susanne Weiß, die als zuständige Koordinatorin von Seiten der beruflichen Schulen die Fortbildungsveranstaltung im Lehrerportal organisiert, zeigte sich zu Beginn der Veranstaltung erneut sehr erfreut, da mehr als 20 Lehrerinnen und Lehrer der Einladung in den Vortragsraum gefolgt waren.

Duale ZFA-Ausbildung. Neben dem Lernort Zahnarztpraxis, in dem der praktische Teil der Ausbildung vermittelt wird, ergänzt die Berufsschule an regelmäßig 1,5 Wochentagen die Ausbildung zur/zum Zahnmedizinischen Fachangestellten durch allgemeine und fachtheoretische Inhalte, die auf den Beruf zugeschnitten sind. Aus diesem Grund ist es eine wichtige Aufgabe, die Ausbildung von Zahnmedizinischen Fachangestellten an den Lernorten Zahnarztpraxis und Berufsschule optimal zu verknüpfen.

Praxisnahe Fortbildung. Andrea Krämer und Anita Schaible aus der Abteilung Praxisführung der Geschäftsstelle der Landeszahnärztekammer, führten als Hygienekompetenzteam durch die Veranstaltung und gaben einen hochinteressanten und umfassenden Überblick über das Hygienemanagement in der Zahnarztpraxis, das optimal auf den Teilnehmerkreis abgestimmt war. Die anwesenden Teilnehmer nahmen die praxisnahe Fortbildung zum Anlass, um sowohl den fachlichen Austausch als auch das Netzwerken untereinander zu fördern. Neben fundierten Informationen über die Anforderungen der Praxis- und Personalhygiene, wurde aufgezeigt, wie die Bestimmungen im Rahmen der Qualitätssicherung umzusetzen sind und welche Unterstützungsmöglichkeiten hierfür der Leitfaden „Hygiene und Medizinprodukteaufbereitung“ der Landeszahnärztekammer bereithält. Neben Muster-Qualitätssicherungs- Dokumenten sowie entsprechenden Verfahrensanweisungen, wurde der systematische Ablauf der Aufbereitung von Medizinprodukten erläutert, die Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten systematisch dargestellt, Reinigung, Desinfektion, Spülung und Trocknung vorgestellt und ergänzend Informationen im Bereich der Sterilgutverpackung, Sterilisation und Kennzeichnung von Medizinprodukten vermittelt. So bekamen die Teilnehmer den Leitfaden, der als praxisnahe und kompakte Hilfestellung für das Hygienemanagement in der Zahnarztpraxis konzipiert wurde, anschaulich vorgestellt. Neben dem allgemeinen Teil des Leitfadens, der die allgemeinen Hygienethemen wie z. B. infektionspräventive Maßnahmen, Flächenreinigung und -desinfektion oder die Abfallentsorgung behandelt, beschäftigt sich der spezielle Fachteil des Leitfadens mit dem gesamten Aufbereitungsprozess von Medizinprodukten. Durch die ganztägige Fortbildung konnten die Lehrkräfte viele Anregungen für die Unterrichtsgestaltung in der Berufsschule mitnehmen. So soll der Leitfaden „Hygiene und Medizinprodukteauf bereitung“ verstärkt in der schulischen Unterrichtung von Auszubildenden zum Einsatz kommen und möglicherweise in Zukunft als Standardlektüre Einzug in die berufsschulische Wissensvermittlung halten.

beck@lzk-bw.de