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Kultur

Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg: Etrusker

 

Weltkultur im antiken Italien

Ausgabe 1, 2018

Die etruskische Kultur als internationales Phänomen – das veranschaulicht die Sonderausstellung „Die Etrusker – Weltkultur im antiken Italien“ im Badischen Landesmuseum. Die früheste Hochkultur Italiens entwickelte sich im Austausch mit zahlreichen Zivilisationen des Altertums. Ideen, Produkte und Technologien aus Griechenland und dem Alten Orient inspirierten die Etrusker zu einzigartigen kulturellen Leistungen. Diese zeugen ebenso von unverwechselbarer Originalität wie von Innovationsfreude und beweisen, wie globalisiert bereits die antike Welt war.

Die Ausstellung in Karlsruhe ist die erste große deutsche Etrusker- Schau, die in Kooperation mit dem italienischen Kulturministerium fast ausschließlich Objekte aus Italien zeigt. Sie stammen u. a. aus den Nationalmuseen von Rom und Florenz sowie den Kapitolinischen und Vatikanischen Museen. Die Ausstellung zeigt ein umfassendes Panorama etruskischer Lebenswelten vom 9. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr.

Faszination. Bereits auf antike Zeitgenossen wie den Historiker Dionysios von Halikarnassos übte das „uralte, von allen anderen sich unterscheidende Volk“ der Etrusker eine große Faszination aus. Von den Griechen als Tyrrhener, von den Römern als Tusci bezeichnet, nannten sie sich selbst Rasenna oder Rasna.

Schon in der sog. Villanova-Zeit im 9. Jahrhundert v. Chr. begannen die Etrusker, die reichen Bodenschätze ihrer Region zu erschließen. Der schwunghafte Handel mit Eisenerz, metallischen Rohstoffen und später auch mit kunstvoll verziertem Metall bildete eine wichtige Basis für ihre aufblühende Kultur. Im 7. Jahrhundert bestanden wirtschaftliche Beziehungen mit Phöniziern, Griechen und Kelten und etruskische Aristokraten kamen zu Macht und Reichtum. In dieser ersten großen Blütezeit Etruriens entstanden monumentale Hügelgräber, z. B. in Populonia oder Praeneste. Der Nachbau eines Grabhügels in der Ausstellung gibt die archäologische Situation wieder, wie sie an vielen Orten in der Toskana vorzufinden ist.

Kunsthandwerk. Die prunkvollen Grabbeigaben aus den sog. Fürstengräbern repräsentieren das hohe Niveau etruskischen Kunsthandwerks: Ihre ziselierten Bronzegegenstände und raffinierten Schmuckstücke aus Gold sind Meisterleistungen, für die die Etrusker jahrhundertelang berühmt waren.

Römische Zivilisation. Von den Etruskern hat Rom viele kulturelle Eigenarten und Errungenschaften übernommen. Stand die Stadt während ihrer Frühzeit im 6. Jahrhundert v. Chr. noch unter etruskischer Herrschaft, gelang es Rom in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten die etruskischen Metropolen nach und nach zu annektieren. So endet die Ausstellung mit dem Hinweis darauf, wie die Etrusker einerseits die römische Zivilisation für sich entdeckten, andererseits die Römer etruskische Traditionen fortführten. Der sog. Arringatore, die lebensgroße Bronzestatue eines Redners aus dem späten 2. Jahrhundert v. Chr., bildet ein einzigartiges Symbol dieser gegenseitigen kulturellen Durchdringung und den krönenden Abschluss einer Schau von internationalem Rang.

IZZ/Badisches Landesmuseum