Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

Baden-Württembergs Kinderzähne sind spitze

Der Tag der Zahngesundheit in Baden-Württemberg ist seit Jahren ein Tag der Erfolgsmeldungen. Auch in diesem Jahr ist das wieder so. Denn bei der Auftaktveranstaltung zum Tag der Zahngesundheit am 20. September 2017 auf dem Hafenmarkt in Esslingen am Neckar freute sich Präsident der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg und Vorsitzender des Vorstandes der Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit Baden-Württemberg e. V., Dr. Torsten Tomppert, erneut berichten zu können, dass nirgendwo in Deutschland Kinder und Jugendliche so gesunde, kariesfreie Zähne haben wie hierzulande: „Im Schnitt hat nur jedes dritte zwölfjährige Kind in Baden-Württemberg einen kariösen, gefüllten oder fehlenden Zahn“, sagt er mit Blick auf die aktuellen Ergebnisse zum Zahnstatus der Kinder in Baden-Württemberg. Zum Vergleich: Bundesweit teilen sich derzeit durchschnittlich zwei Zwölfjährige einen kaputten Zahn. Das ist ein enormer Rückgang seit 1989, als ein 12-jähriges Kind noch knapp 5 Zähne mit Karieserfahrung hatte. 

Zu dieser enormen Verbesserung der Mundgesundheit speziell bei Kindern und Jugendlichen hat auch der Tag der Zahngesundheit beigetragen. Er gibt Impulse für zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land, auf denen die Öffentlichkeit immer wieder auf die Bedeutung der Zahngesundheit für die Bevölkerung und den Einzelnen hingewiesen wird. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund. Baden-Württembergs Kinderzähne sind spitze“. Damit sollen die Erfolge bei der Gruppenprophylaxe im Mittelpunkt stehen. Die Moderatorin Martina Meisenberg wird bei der Auftaktveranstaltung Prominenten aus Zahnärzteschaft, Politik und Kultur auf den Zahn fühlen.

In Baden-Württemberg finden zum Tag der Zahngesundheit  bereits seit 27 Jahren vielfältige und vielbeachtete Aktionen statt. Hingewiesen wird dabei auf die Bedeutung der Prophylaxe bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren, die von einer großen Zahl von Akteuren im Gesundheitswesen unterstützt und gefördert wird. Gleichzeitig appelliert der Aktionstag an die Eigenverantwortung jedes einzelnen im Hinblick auf seine Zahn- und Mundgesundheit.  

Viele bunte Aktionen laden an diesen Tagen der Zahngesundheit von Mittwoch, 20. bis Freitag, 22. September 2017 (9 bis 17 Uhr) und am Samstag, 23. September 2017 (9 bis 14 Uhr) Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum ein.  

Für eingeladene Schulklassen, Kindergartenkinder und auch für Erwachsene, die über den Hafenmarkt schlendern, bietet das ErlebnisForum Zahngesundheit mit seinem weit sichtbaren Pagodenzelt attraktive Aktionen. Dazu gehört nicht nur der stets umlagerte Zahnputzbrunnen, sondern auch die Plaque-Neon-Show, die Zahnbeläge sichtbar macht. 

Neues Patienten-Magazin "Patient aktuell"

Die LZK hat gemeinsam mit der KZV ein eigenes Magazin für Patientinnen und Patienten aufgelegt. Mit der ZBW-Ausgabe August/ September erhalten alle niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte drei Ausgaben von "Patient aktuell". Das neue Patienten-Magazin ist zur Auslage in den Wartezimmern der Praxen gedacht. 



In der ersten Ausgabe erklärt Prof. Dr. Andrej M. Kielbassa Methoden und Wirkungen des Bleachings. Außerdem erfahren interessierte Patienten, wie eine Professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, abläuft. Wir stellen die Zahnmedizinische Patientenberatungsstelle Baden-Württemberg vor und erklären, warum die Bürgerversicherung dem Bürger schadet. Und nicht zu vergessen: Wir erinnern die Patienten, dass sie vor dem Urlaub unbedingt noch einen Zahnarzttermin vereinbaren!

Es ist geplant, "Patient aktuell" künftig in regelmäßigen Abständen herauszugeben und dem Zahnärzteblatt (ZBW) beizulegen.

Eine Nachbestellung weiterer Ausgaben ist über presse@lzk-bw.de möglich!

Hier können Sie das Patienten-Magazin "Patient aktuell" online ansehen.

Die Zahnärzte in Baden-Württemberg informieren

Bei Spiel und Sport steigt die Zahl der Zahnunfälle – 
Rasche Hilfe durch Zahnrettungsbox

(Juni 2017) – Im Frühjahr und Sommer steigt regelmäßig die Anzahl der Freizeitunfälle, verursacht durch Spiel und Sport im Freien oder durch Aufenthalte in den Freibädern. Rund ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen erleiden bis zum 16. Lebensjahr einen Unfall, bei dem ein Zahn ausgeschlagen oder verletzt wird. Betroffen sind vor allem die oberen Frontschneidezähne, die ästhetisch von besonderer Bedeutung sind. Daher ist es wichtig, dass nach einem Zahnunfall der ausgeschlagene Zahn gefunden, sachgerecht aufbewahrt und transportiert wird. Dann besteht eine gute Chancen, dass ihn der Zahnarzt wieder einpflanzen kann.

Zahnrettungsbox gehört in die Hausapotheke
Das beste Mittel, den Zahn zu retten, ist die Aufbewahrung in einer Zahnrettungsbox. Sie wird von unterschiedlichen Herstellern angeboten und enthält im Wesentlichen ein spezielles Lagerungsmedium, das die Gewebe auf der Zahnwurzel am Leben erhält. Schulen, Turnvereine und Schwimmbäder sollten solche Boxen eigentlich parat haben. Aber auch im Privathaushalt mit Kindern gehört ein solches Fläschchen in den Medizinschrank.

Wichtig ist, dass nach Zahnunfällen der ausgeschlagene Zahn nicht abgebürstet, abgewischt oder gereinigt werden darf, denn Voraussetzung für ein problemloses Einheilen ist ein möglichst unverletzter Faseranteil auf der Zahnwurzel. Die Zeitspanne bis zur Wiedereinpflanzung sollte möglichst kurz sein, daher muss man rasch die nächstgelegene Zahnarztpraxis aufsuchen. Das sollte man aus Sicherheitsgründen nach jedem Unfall mit Zahnbeteiligung tun, auch wenn zunächst äußerlich kein Schaden festzustellen ist. Bei Milchzahnunfällen können zum Beispiel Schäden an den noch nicht durchgebrochenen bleibenden Zähnen entstanden sein, die einer Behandlung bedürfen. Außerdem besteht eine Dokumentationspflicht im Hinblick auf die Versicherung.

Übrigens sollten auch Bruchstücke eines Zahnes aufgehoben werden, denn im Falle von unkomplizierten Frakturen kann der Zahnarzt die vorhandenen Zahnfragmente mit einem Klebesystem wieder an der ursprünglichen Stelle befestigen.

Bei vielen Sportarten mit Sturzgefahr oder engem Kontakt zu anderen Sportlern (z. B. Inline-Skating, Eishockey, Skateboard-Fahren, alle Ballsportarten) empfiehlt sich außerdem der Einsatz eines Mundschutzes, am besten individuell vom Zahnarzt angefertigt. Ein gut angepasster Mundschutz kann das Risiko für Zahnschäden deutlich reduzieren. Außerdem können durch Dämpfung und Verteilung der Kraft Kiefer- und Kiefergelenkbrüche verhindert werden. Fragen Sie Ihren Zahnarzt.

2.527 Zeichen (mit Leerzeichen)

Weitere Informationen:

Das Zahnunfallposter kann per Fax (0711 / 222 966-20) oder per Mail (PresseIZZ@t-online.de) beim Informationszentrum Zahngesundheit in Stuttgart bestellt werden.

Pressetext als PDF zum Herunterladen.

Zahnärztlicher Kinderpass


Neuauflage 2017
Der Zahnärztliche Kinderpass wurde neu aufgelegt und kann beim Informationszentrum Zahngesundheit bestellt werden:
Telefon: 0711/222966-0
E-Mail: PresseIZZ@t-online.de

Sie können den Kinderpass auch hier als PDF herunterladen.


Die Zahnärzte in Baden-Württemberg informieren


Süße Osterzeit: Klüger nascht, wer Pausen macht

(März 2017). Naschwerk an den Ostertagen war früher - nach einer streng eingehaltenen Fastenzeit - etwas Besonderes. Heute, wo jeder Deutsche pro Jahr 36 Kilo Zucker konsumiert, sind Osternester mit Schokohasen, Fondant-Küken und Marzipan-Eiern keine große Überraschung mehr. Zwar stecken zwei Drittel des bei uns verbrauchten Zuckers nicht in den von Kindern so begehrten Süßigkeiten, sondern in Getränken, Brotaufstrichen, Backwaren und Milchprodukten. Aber auch dort kann dieser mehr oder weniger versteckte Zucker gesundheitlichen Schaden anrichten. Vor allem für die Zähne ist Zuckerkonsum purer Stress, denn nach dem Genuss von Süßem bilden unzählige Bakterien im Mund aggressive Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Diesen Vorgang gilt es durch gezielte Mundhygiene zu unterbinden.

Zähne zweimal täglich gründlich putzen
Um Karies zu verhindern, ist gründliches Zähneputzen wichtig: Zweimal am Tag sorgfältig zu putzen und auch die Zahnzwischenräume zu säubern, ist besser als viermal täglich ein bisschen zu bürsten.

Bei Kindern ist die Versiegelung der Grübchen und Rillen der Backenzähne eine weitere erfolgreiche zahnärztliche Maßnahme zur Verhütung von Karieserkrankungen. Dabei werden die Backenzahnfurchen mit einem speziellen Material (in der Regel Kunststoff) aufgefüllt. Die karieserzeugenden Bakterien können nicht mehr in die Tiefe vordringen und werden über die natürliche Selbstreinigung von der Zahnoberfläche entfernt.

Die Zahnärzteschaft Baden-Württemberg rät außerdem, den Zähnen zwischen den zuckerhaltigen Mahlzeiten Pausen zu gönnen, in denen sie keiner Säureattacke ausgesetzt sind. Das bedeutet, dass man ruhig einmal ins gut gefüllte Osterkörbchen greifen und Lieblingssüßigkeiten mit Freude verzehren darf. Wer allerdings den ganzen Tag über Nougat-Eier oder Karamellhasen nascht, tut sich und seinen Zähnen keinen Gefallen.

Zeichen mit Leerzeichen: 1.856

Pressetext als PDF zum Download.

Karlsruher Konferenz 2017 zur Zahnärztlichen Diagnostik

Am 31. März 2017 findet die inzwischen 32. Karlsruher Konferenz statt. Die Akademie für Zahnärztliche Fortbildung in Karlsruhe, 1960 als Fortbildungseinrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg gegründet, hat einen Ruf als exzellente Fortbildungsstätte, der weit über Baden-Württemberg hinausreicht. Ihr neues Fortbildungsjahr beginnt traditionell mit einer international besetzten Fortbildungsveranstaltung, der Karlsruher Konferenz. Im Jahr 2017 trägt die von rund 400 Zahnärztinnen und Zahnärzten besuchte Auftaktveranstaltung den Titel „Zahnärztliche Diagnostik auf dem Prüfstand". 
Professor Dr. Winfried Walther, Direktor der Akademie, will mit dieser Themenstellung den „analytischer Blick auf den Patienten" schärfen. Welche Bedeutung die aktuellen diagnostischen Verfahren für „das Erkennen und das Bestimmen des körperlichen oder geistigen Zustand eines Menschen" haben, legen am 31. März vier Experten aus den unterschiedlichen Bereichen der Zahnheilkunde dar.

Möglichst früh einsetzen sollten auch spezielle diagnostische Maßnahmen, mit denen der Zahnarzt zwischen somatischen und nicht-somatischen Ursachen unterscheiden kann. Orale Schmerzzustände, Prothesenunverträglichkeiten und veränderte Wahrnehmungen im Mundbereich erklären sich oft auch auf dem Hintergrund einer psychopathologischen Entwicklung. Um Zahnärzte für den Umgang mit den seelischen Problemen ihrer Patienten zu sensibilisieren, wurde Priv.-Doz. Dr. Anne Wolowski von der Universität Münster eingeladen. Sie möchte dem Auditorium klar machen, was ein Zahnarzt angesichts psychosomatischer Einflussfaktoren diagnostisch leisten kann und darf. Oftmals ist die Hinzuziehung von Fachkollegen aus dem ärztlichen Bereich oder die Beteiligung von Psychologen oder Psychotherapeuten angezeigt.

Zu den international gefragten Referenten gehört Dr. Shanon Patel, der in London praktiziert und darüber hinaus am King's College lehrt. Er hat bereits vor zehn Jahren den routinemäßigen Einsatz der digitalen Volumentomographie (DVT), einem dreidimensionalen bildgebenden Verfahren, bei Problemen in der Wurzelkanal-behandlung beschrieben und propagiert. Er wird sich in seinem auf Englisch gehaltenen Referat dem Einfluss des DVT auf die zahnärztliche Diagnose widmen.

Der „erweiterten parodontologischen Diagnostik" wendet sich der Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Dirk Ziebolz, Leipzig zu. Der Oberarzt an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universitäts-medizin Leipzig widmet sich der Frage, welche klinischen Werte unbedingt erhoben werden müssen, um eine sichere parodontale Diagnose zu stellen. Dies ist u.a. auch abhängig von den Allgemeinerkrankungen unter denen der Patient leidet. Eine Vielzahl von Tests zielt auf die Zusammensetzung des Biofilms und die Aktivität des Immunsystems. Aktuelle Studien beschäftigen sich mit der Frage, ob diese Methoden eine größere Entscheidungssicherheit für den Zahnarzt bewirken. Die Entscheidung, ob ein Zahn durch eine Parodontitistherapie erhalten werden kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, unter anderem vom Ausmaß des Knochenabbaus. Spätestens bei einem Knochenbettverlust von mehr als 50 Prozent wird die Prognose ungünstig, bei 70 Prozent haben therapeutische Maßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Erfolg mehr. Eine Früherkennung ist auf diesem Gebiet daher besonders wichtig.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist vielfach auch bei Diagnose und Behandlung von Schmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich nötig. Das liegt daran, dass Zähne, Muskeln, Sehnen, Nerven, Kieferhöhlen und Speicheldrüsen am Schmerzgeschehen beteiligt sein können. Die erste Aufgabe des behandelnden (Zahn-)Arztes muss es daher sein, die genaue Ursache zu ermitteln. Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg, zeigt in seinem Vortrag, welche neuen Methoden zur Verfügung stehen, um den diagnostischen Blick auf Kiefergelenk und Kaumuskulatur zu schärfen. In der Diskussion ist u.a. eine computergestützte Registrierung und Auswertung des Verlaufs von Kieferbewegungen, die einen Rückschluss auf die Funktion der Kiefergelenke zulässt.

Weitere Infos

Dialog-Begegnung im Königsbau

Die Spitzenvertreter der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg, LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert und KZV-Vorstandsvorsitzende Dr. Ute Maier, führten am 14.Februar 2017 in der Geschäftsstelle des IZZ einen politischen Dialog mit Dr. Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand, den baden-württembergischen Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen.
Folgende Themen wurden u.a. diskutiert: Aufgaben der Selbstverwaltung, Stärkung des ländlichen Raumes, Feminisierung des zahnärztlichen Berufsstandes, Praxisbegehungen und Prävention.
Johannes Clausen, Leiter des IZZ (l.) moderierte das Gespräch.
Fotos: C. Richter/IZZ



Johannes Clausen, IZZ, Dr. Ute Maier, KZV BW, Dr. Torsten Tomppert, LZK BW, Oliver Hildenbrand und Dr. Sandra Detzer, Bündnis 90/Die Grünen.


Oliver Hildenbrand und Dr. Sandra Detzer informierten sich zuerst über die Strukturen der zahnärztlichen Selbstverwaltung.


LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert


Dr. Ute Maier, Vorstandsvorsitzende der KZV BW



Zahnärztlicher Kinderpass läuft aus

Für die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder U1 bis U9 gelten ab Juli 2016 neue Anforderungen. Dazu gibt es ein neues Kinderuntersuchungsheft („Gelbes Heft“) und damit entfällt auch der bisherige Zahnärztliche Kinderpass.

Zukünftig werden neue Anforderungen an die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres gelten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in Berlin den noch ausstehenden Beschluss zur Dokumentation der sogenannten U1 bis U9 im „Gelben Heft“ (Kinderuntersuchungsheft) gefasst. Die überarbeiteten Untersuchungsinhalte sind vom G-BA bereits im Juni 2015 beschlossen worden, bisher aber noch nicht in Kraft getreten. Im August 2015 hatte der G-BA zudem entschieden, dass jedes Neugeborene zukünftig auf Mukoviszidose (Zystische Fibrose) untersucht werden kann. Die neu gefasste und um das Mukoviszidose-Screening ergänzte Kinder-Richtlinie kann nun frühestens zum 1. Juli 2016 rechtsverbindlich werden.

„Mit dem heutigen Beschluss zum Kinderuntersuchungsheft – besser bekannt als „Gelbes Heft“ – sowie zu den qualitätssichernden Maßnahmen wird den Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 zukünftig eine inhaltlich und strukturell komplett überarbeitete Kinder-Richtlinie zugrunde liegen. Im Ergebnis des mehrstufigen Überarbeitungsprozesses stehen um wesentliche Elemente erweiterte Untersuchungen und neue Screening-Angebote zur Verfügung. Zudem ein neues Dokumentationsheft, in dem die Eltern sich bereits vor der Untersuchung über die wesentlichen Ziele und Inhalte informieren und eigene diesbezügliche Fragen notieren können. Mit einer herausnehmbaren Teilnahmekarte erhalten die Eltern eine neue Möglichkeit, beispielsweise gegenüber Kindergärten nachzuweisen, dass die Früherkennungsuntersuchungen wahrgenommen wurden, ohne dabei die vertraulichen Informationen zu Entwicklungsständen und ärztlichen Befunden des Kindes weiterzugeben“, erläuterte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung.

Laut einer Pressemitteilung des G-BA im Mai 2016 ist das „Gelbe Heft“ entsprechend den neu konkretisierten und standardisierten Inhalten der Früherkennungsuntersuchungen umgestaltet worden. Der G-BA hat mit seinem aktuellen Beschluss auch die qualitätssichernden Maßnahmen neu gefasst. Ausdrücklich festgehalten ist nun, dass die in der Kinder-Richtlinie vorgegebenen Standards für die U1 bis U 9 eingehalten werden müssen, insbesondere beim Hörtest, den Sehtests und bei der orientierenden Beurteilung der Entwicklung. Die Qualität und die Zielerreichung der überarbeiteten Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 werden anhand einer repräsentativen Stichprobe evaluiert. Beispielsweise soll untersucht werden, inwieweit Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten frühzeitig diagnostiziert und therapiert werden können. Der G-BA wird spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie ein unabhängiges wissenschaftliches Institut mit der Evaluation beauftragen.

Die neuen „Gelben Hefte“ werden den Geburtskliniken, Kinderarztpraxen und Hebammen rechtzeitig mit dem Inkrafttreten zur Verfügung gestellt. Ab diesem Stichtag ist zu beachten: Für Neugeborene dürfen die bisher geltenden Hefte nicht mehr ausgegeben werden. Kinder erhalten bis zur U6 zusätzlich ein neues „Gelbes Heft“, Befunde aus dem bisher verwendeten Kinderuntersuchungsheft sind nicht zu übertragen. Ab der U7 wird die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse auf Einlegeblättern dokumentieren, die in das vorhandene Heft eingeklebt werden. Die Teilnahmekarten und die Einlegeblätter für die neuen U7 bis U9 werden zeitgleich mit den neuen Heften zur Verfügung gestellt.
Der konsolidierte Beschluss zur Neufassung der Richtlinie wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und 14 Tage nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger, frühestens zum 1. Juli 2016, in Kraft. 

Für die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Baden-Württemberg bedeutet dies: Das IZZ hat die Versendung der Kinderpässe eingestellt. Es gibt noch einen Restbestand. Wer aber noch eine kleine Anzahl an Kinderpässen benötigt, kann sich an das IZZ wenden. 

Hier geht es zur Pressemitteilung des G-BA vom 19. Mai 2016.