Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

Dialog-Begegnung im Königsbau

Die Spitzenvertreter der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg, LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert und KZV-Vorstandsvorsitzende Dr. Ute Maier, führten am 14.Februar 2017 in der Geschäftsstelle des IZZ einen politischen Dialog mit Dr. Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand, den baden-württembergischen Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen.
Folgende Themen wurden u.a. diskutiert: Aufgaben der Selbstverwaltung, Stärkung des ländlichen Raumes, Feminisierung des zahnärztlichen Berufsstandes, Praxisbegehungen und Prävention.
Johannes Clausen, Leiter des IZZ (l.) moderierte das Gespräch.
Fotos: C. Richter/IZZ



Johannes Clausen, IZZ, Dr. Ute Maier, KZV BW, Dr. Torsten Tomppert, LZK BW, Oliver Hildenbrand und Dr. Sandra Detzer, Bündnis 90/Die Grünen.


Oliver Hildenbrand und Dr. Sandra Detzer informierten sich zuerst über die Strukturen der zahnärztlichen Selbstverwaltung.


LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert


Dr. Ute Maier, Vorstandsvorsitzende der KZV BW



Zahnärztlicher Kinderpass läuft aus

Für die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder U1 bis U9 gelten ab Juli 2016 neue Anforderungen. Dazu gibt es ein neues Kinderuntersuchungsheft („Gelbes Heft“) und damit entfällt auch der bisherige Zahnärztliche Kinderpass.

Zukünftig werden neue Anforderungen an die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres gelten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in Berlin den noch ausstehenden Beschluss zur Dokumentation der sogenannten U1 bis U9 im „Gelben Heft“ (Kinderuntersuchungsheft) gefasst. Die überarbeiteten Untersuchungsinhalte sind vom G-BA bereits im Juni 2015 beschlossen worden, bisher aber noch nicht in Kraft getreten. Im August 2015 hatte der G-BA zudem entschieden, dass jedes Neugeborene zukünftig auf Mukoviszidose (Zystische Fibrose) untersucht werden kann. Die neu gefasste und um das Mukoviszidose-Screening ergänzte Kinder-Richtlinie kann nun frühestens zum 1. Juli 2016 rechtsverbindlich werden.

„Mit dem heutigen Beschluss zum Kinderuntersuchungsheft – besser bekannt als „Gelbes Heft“ – sowie zu den qualitätssichernden Maßnahmen wird den Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 zukünftig eine inhaltlich und strukturell komplett überarbeitete Kinder-Richtlinie zugrunde liegen. Im Ergebnis des mehrstufigen Überarbeitungsprozesses stehen um wesentliche Elemente erweiterte Untersuchungen und neue Screening-Angebote zur Verfügung. Zudem ein neues Dokumentationsheft, in dem die Eltern sich bereits vor der Untersuchung über die wesentlichen Ziele und Inhalte informieren und eigene diesbezügliche Fragen notieren können. Mit einer herausnehmbaren Teilnahmekarte erhalten die Eltern eine neue Möglichkeit, beispielsweise gegenüber Kindergärten nachzuweisen, dass die Früherkennungsuntersuchungen wahrgenommen wurden, ohne dabei die vertraulichen Informationen zu Entwicklungsständen und ärztlichen Befunden des Kindes weiterzugeben“, erläuterte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung.

Laut einer Pressemitteilung des G-BA im Mai 2016 ist das „Gelbe Heft“ entsprechend den neu konkretisierten und standardisierten Inhalten der Früherkennungsuntersuchungen umgestaltet worden. Der G-BA hat mit seinem aktuellen Beschluss auch die qualitätssichernden Maßnahmen neu gefasst. Ausdrücklich festgehalten ist nun, dass die in der Kinder-Richtlinie vorgegebenen Standards für die U1 bis U 9 eingehalten werden müssen, insbesondere beim Hörtest, den Sehtests und bei der orientierenden Beurteilung der Entwicklung. Die Qualität und die Zielerreichung der überarbeiteten Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 werden anhand einer repräsentativen Stichprobe evaluiert. Beispielsweise soll untersucht werden, inwieweit Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten frühzeitig diagnostiziert und therapiert werden können. Der G-BA wird spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie ein unabhängiges wissenschaftliches Institut mit der Evaluation beauftragen.

Die neuen „Gelben Hefte“ werden den Geburtskliniken, Kinderarztpraxen und Hebammen rechtzeitig mit dem Inkrafttreten zur Verfügung gestellt. Ab diesem Stichtag ist zu beachten: Für Neugeborene dürfen die bisher geltenden Hefte nicht mehr ausgegeben werden. Kinder erhalten bis zur U6 zusätzlich ein neues „Gelbes Heft“, Befunde aus dem bisher verwendeten Kinderuntersuchungsheft sind nicht zu übertragen. Ab der U7 wird die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse auf Einlegeblättern dokumentieren, die in das vorhandene Heft eingeklebt werden. Die Teilnahmekarten und die Einlegeblätter für die neuen U7 bis U9 werden zeitgleich mit den neuen Heften zur Verfügung gestellt.
Der konsolidierte Beschluss zur Neufassung der Richtlinie wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und 14 Tage nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger, frühestens zum 1. Juli 2016, in Kraft. 

Für die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Baden-Württemberg bedeutet dies: Das IZZ hat die Versendung der Kinderpässe eingestellt. Es gibt noch einen Restbestand. Wer aber noch eine kleine Anzahl an Kinderpässen benötigt, kann sich an das IZZ wenden. 

Hier geht es zur Pressemitteilung des G-BA vom 19. Mai 2016.