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Zahnärzteblatt Baden-Württemberg 06/2020

Editorial

Ausgabe 6, 2020


» Titelthema. In den kommenden Wochen wählen die berufsständischen „Kammerparlamente“ auf Bezirks- und Landesebene ihre Repräsentant*innen, die antreten, um die berufliche Zukunft der baden-württembergischen Zahnärzteschaft für die nächsten vier Jahre zu gestalten. In seinem Leitartikel stellt der Präsident der Landeszahnärztekammer, Dr. Torsten Tomppert, die Frage, warum Standespolitik so wichtig ist und bleibt. Die letzten Wochen haben mit ihren zahlreichen Verhandlungen mit der Landesregierung, den internen Diskussionen und Beratungen, der Organisation von medizinischen Schutzmasken und damit gezielten Hilfestellungen für die Zahnärzteschaft Baden-Württembergs deutliche Antworten darauf gegeben. Die Körperschaften sind das Sprachrohr für den zahnmedizinischen Berufsstand und dieser Anspruch wurde in den vergangenen Wochen der Krisenzeit mehr als erfüllt. Dem Titelthema „Standespolitischer Nachwuchs“, kann man sich leichter nähern, betrachtet man den Wandel des zahnärztlichen Berufsbildes. Benedikt Schweizer von der KZV sieht den Strukturwandel innerhalb der Zahnärzteschaft in vollem Gange. War die Zahnmedizin jahrzehntelang ein männlich dominiertes Feld, ergreifen heute deutlich mehr Frauen den Beruf. Zudem ist das Anstellungsverhältnis im Kommen, egal ob in einer Einzelpraxis, einer BAG oder in einem MVZ. Darüber hinaus sollen zum Wintersemester 2020/21 auch Änderungen im Studiengang umgesetzt werden. Wohin führt der Weg? Lesen Sie es auf den Seiten 8 und 9.

» Sonderthema. Wie mit jeder Krise geht die Menschheit auch mit COVID-19 unterschiedlich um. Die Zukunft ist eben nicht die Verlängerung der Vergangenheit und damit gilt es, in veränderten Situationen, neue Wege zu finden. Macht dem einen das Virus Angst, empfindet der andere die Belastung als eher gering. Dennoch lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sich der Ablauf in nahezu jeder Praxis seither beträchtlich verändert hat: Versorgungsengpässe, ausbleibende Patienten, drohende Insolvenzen. Und dennoch verweigert die Politik den Zahnarztpraxen die dringend benötigte Hilfe in der Corona-Krise: Statt des angekündigten Rettungsschirms gibt es nur eine Liquiditätshilfe, die zu 100 Prozent zurückgezahlt werden muss. Demzufolge ist die zahnärztliche Versorgung nicht sytemrelevant. Wäre es dann nicht aber relevant, das System zu ändern? Wie haben die Zahnärzte im Land die letzten Wochen gemeistert? Wie haben Sie und Ihr Praxisteam gearbeitet? Hatten Sie genügend Schutzausrüstung? Welche Auswirkungen hatte die Corona-Verordnung der Landesregierung und Paragraf 6a, der den Praxen lediglich Notfallbehandlungen gestattete, bevor das Sozialministerium Auslegungshinweise nachschob und den Paragrafen aufgehoben hat? Lesen Sie hierzu unsere Berichte direkt aus den Praxen.

 

» Störungen der Sprachentwicklung. Zu den Aufgaben eines Zahnarztes gehört die regelmäßige Kontrolle der Gebissentwicklung in den Phasen des Milch- und Wechselgebisses. Bei diesbezüglichen Auffälligkeiten sollte eine Überweisung zu einem Fachzahnarzt für Kieferorthopädie ausgestellt werden, der den rechtzeitigen Beginn einer erforderlichen kieferorthopädischen Therapie einleiten kann. Häufig sind Zahn- oder Kieferfehlstellungen mit anderen Störungen im orofazialen Bereich vergesellschaftet. Hierbei steht natürlich die Entwicklung der Sprache im Vordergrund, aber auch myofunktionelle Störungen, Stimme, Haltung und das Schluckmuster. In einem Übersichtsartikel werden Störungen der Entwicklung der Sprache, sogenannte Dyslalien oder Artikulationsstörungen, genauer beleuchtet. Dr. Sandra Riemekasten von der Poliklinik für Kieferorthopädie der Universität Leipzig hat das Thema für Sie ausgearbeitet.

Cornelia Schwarz