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Zahnärzteblatt Baden-Württemberg 06/2020

Editorial

Ausgabe 8-9, 2020

» Titelthema. Die Auswirkungen der Coronakrise auf Zahnmedizin und Dentalbranche sind inhaltlicher Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe.

„Die Bewältigung der Coronakrise ist ein Marathon“, mit diesen Worten Markus Söders, eröffnete die Spitze der KZV Baden-Württemberg ihren Leitartikel und damit den Reigen an Berichten. Bei der Lektüre wird deutlich: Noch immer gilt es, die Balance zwischen Pandemiebewältigung und (Praxis)Alltag zu waren und vor allem zu halten. Der Großteil der Zahnärzt*innen verdaut darüber hinaus noch die Ergebnisse des aufgespannten und dann jäh zusammengeklappten Schirms, der zur Rettung gedacht war und sich schließlich als Affront erwiesen hat. Eine der Gruppen, die neben der Zahnärzteschaft steht und ebenfalls nicht als systemrelevant eingestuft wurde und weder Beifallsbekundungen, Balkonkonzerte oder Sonderprämien erhalten hat, waren sind Heilerziehungspfleger*innen. Im Gesundheitszentrum der Diakonie Stetten in Kernen im Remstal sind 1200 von ihnen für rund 1350 Menschen mit Behinderung zuständig. Petra Dunker, Geschäftsführerin des Gesundheitszentrums Kernen, und Dr. Guido Elsäßer, LZK-Referent für Behindertenzahnheilkunde, berichten über die Zeit des Lockdowns, den Coronastau und die aktuelle Situation bei der Behandlung von Menschen mit geistiger Behinderung. Die Fachdental Südwest zählt zu den wichtigsten Fachmessen der Branche hier im Süden Deutschlands. Messen sind immer ein Spiegelbild der Branche und können gerade in komplexen Zeiten wichtige Impulse bieten. Aktuell wird die Fachdental vorbereitet, die am 16. und 17. Oktober 2020 stattfinden soll. Wie stark Verantwortliche und Partner der Messe durch Corona erschüttert wurden und sie dennoch am Konzept festhalten wollen, lesen Sie im Interview.

» Epithesen zur Gesichtsrekonstruktion. Bei einem Verlust von Gewebe oder Organen im Kopf- und Gesichtsbereich sind Patient*innen nicht nur durch die funktionellen Ausfälle beeinträchtigt, sondern in besonderem Maße auch durch die Defektlokalisation in einer psychosozial hoch bedeutsamen Region. Das Gesicht ist sowohl Kommunikationsorgan als auch Repräsentationsfläche der eigenen Persönlichkeit. Es ist die Schnittstelle von innerer und äußerer Welt. Über die Mimik erfolgt ein wesentlicher Teil der Kommunikation. Störungen und Beschädigungen in diesem Bereich können die Betroffenen und auch ihr soziales Umfeld erheblich erschüttern, insbesondere wenn sie plötzlich und ohne Möglichkeit der Adaptation auftreten. Eine rasche und ästhetisch gute Rehabilitation ist deshalb dringlich anzustreben. Diese spezielle Anforderung erfüllt die Epithetik mit der Deckung und Camouf lage von Gewebsdefekten oder dem Ersatz von Körperteilen durch abnehmbare xenologe Gesichtsteile. Ein vierköpfiges Autorenteam beschäftigte sich mit dieser Thematik, berichtet unter anderem über die Suprakonstruktionen, bildet die chirurgischen Aspekte ab und informiert über Pflege und Nachsorge.

 

» Patient aktuell. Es ist ein Bild aus vergangenen Tagen: Menschen ohne Maske beim Zeitschriftenlesen im Wartezimmer. Mit Corona kamen die Masken und verschwanden die Zeitschriften. Denn wo mehrere Blätter durch verschiedene Hände gehen und Finger beim Seitenumblättern erst angeleckt werden, ist der aktuell geforderte Hygienestandard nicht mehr gegeben. Die LZK hat diesen Umständen ein Poster entgegengesetzt, das im Wartezimmer angebracht, darauf hinweist, dass Interessierte am Empfang auf Wunsch eine persönliche Ausgabe des „Patient aktuell“ erhalten können, die nach der Behandlung mit nach Hause genommen werden kann. Sie finden beides als Beilage in diesem ZBW.

Cornelia Schwarz