Zahnaerzteblatt.de

 

Berufspolitik

17. Kammerwahl der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart

 

In vielen Schritten zum Ergebnis

Ausgabe 8-9, 2020

Am 15. Juli 2020 wurde in der Geschäftsstelle der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart (BZK) die Auszählung der Stimmen zur Wahl der Bezirksvertreter*innen durchgeführt. Die Arbeit mit den Stimmzetteln begann um 9.00 Uhr – wegen Corona allerdings nicht wie sonst üblich. Mit Alltagsmaske, Schutzschild und ausreichend Abstand starteten die Mitglieder des Bezirkswahlausschusses, ihre Stellvertreter*innen sowie das Team der BZK – insgesamt 29 Personen – in einen langen Tag.

 

Stimmbriefe. Nach dem Öffnen der Wahlurne werden die Wahlbriefumschläge geöffnet, die Stimmbriefe entnommen und in 10er-Stapeln zum leichteren Zählen aufgereiht.

 

Nach Erhalt der Unterlagen konnten die Wahlberechtigten des Bezirks Stuttgart ihre Stimmen per Briefwahl abgeben. Bis zum Ablauf der Frist am 13. Juli gingen insgesamt 1698 Wahlbriefumschläge bei der BZK ein. „Das ist doch weniger als wir erwartet haben“, stellt Christine Martin, Geschäftsführerin der BZK, fest, bevor sie mit der Einweisung der Wahlhelfer*innen beginnt.

 

Mit Mund-Nasen-Schutz. Um der Corona-Verordnung gerecht zu werden, musste im Vorfeld einiges organisiert werden. Schutzschilde für alle Helfer*innen wurden besorgt und das Wahlauszählungsgeschäft wird in zwei Gruppen erledigt, die parallel in zwei Räumen arbeiten. Das erfordert mehr Koordination, da alle Ansagen doppelt gemacht werden müssen. „Aber wir bekommen das gut hin“, zeigt sich der stellvertretende Bezirkswahlleiter Reiner Skujat optimistisch. Und wirklich kommen beide Gruppen gut abgestimmt und praktisch ohne Zeitverzug mit ihrer Arbeit voran.

 

In kleinen Schritten zum Ziel. Die eigentliche Auszählung beginnt mit dem Öffnen der Wahlurne, die bis dahin verschlossen war. Die weißen Wahlbriefe rutschen mit Schwung aus der Urne und werden anschließend so in mehreren Haufen auf den Tischen verteilt, dass die Helfer*innen gut zugreifen können. Dann beginnt zum ersten Mal an diesem Tag das große Zählen. Am einfachsten ist das, wenn zunächst die Umschläge in 10er-Pakete aufgeteilt und gestapelt werden. In konzentrierter Ruhe wird dann die Anzahl der gültigen Wahlbriefe festgestellt und sorgfältig im Protokoll vermerkt.

 

Ungültige Stimmen. Bezirkswahlleiter Rainer Christ begutachtet, gemeinsam mit seinen Kolleg*innen vom Bezirkswahlausschuss, die Wahlbriefe. Die ungültigen Stimmabgaben werden von Christine Martin und Dagmar Strinz im Protokoll vermerkt. 

 

Ungültige Stimmen. Schon in dieser frühen Phase muss die erste der abgegebenen Stimmen aussortiert werden. „Bei diesem Brief wurde die vorgedruckte Absenderadresse weggekratzt. Damit ist die Stimmabgabe leider ungültig“, erklärt der Bezirkswahlleiter Rainer Christ. Gemeinsam mit seinen Kolleg*innen vom Bezirkswahlausschuss wird er an diesem Tag noch öfter Briefe und Stimmzettel begutachten und ihre Gültigkeit diskutieren. Das Votum fällt jedoch immer einstimmig aus und der Stapel ungültiger Stimmen wird langsam immer höher.

 

Weiße und gelbe Umschläge. Nachdem die Gesamtzahl der Stimmen offiziell feststeht, werden die weißen Umschläge geöffnet. Bald breiten sich 10er-Stapel von gelben Stimmbriefumschlägen auf den Tischen aus. Noch immer sind alle Umschläge verschlossen, denn auch in diesem Stadium werden ungültige Stimmen gefunden, die keinesfalls mit den gültigen Stimmen vermischt werden dürfen – ein schwer aufzulösendes Zahlenchaos wäre die Folge.

 

Aus gelb wird bunt. Bevor die eigentliche Auszählung beginnen kann, ist noch einiges zu tun. Die gelben Stimmbriefe werden geöffnet und der Inhalt wird entnommen. Die Luft ist erfüllt vom Ritschen der Brieföffner und dem Rascheln der Papierbögen. Bei dieser auf den ersten Blick einfachen Tätigkeit ist Konzentration gefragt, denn manche Stimmbriefe kommen unverschlossen an (womit das Wahlgeheimnis nicht gewährleistet ist) oder enthalten andere Zettel. In solchen Fällen wenden sich die Wahlhelfer*innen an den Wahlausschuss, der über die Gültigkeit der Stimmabgabe entscheiden muss. Bald ergießt sich eine Flut von bunten Stimmzetteln über die Tische. Die Wahlhelfer*innen trennen die großen gelben Stimmzettel der Bezirkswahl von den kleinen bunten Kreisstimmzetteln in zwölf verschiedenen Farben. Ein letzter Blick unter die Tische, dann ist der erste Teil kurz vor 11 Uhr geschafft.

 

Auszählung. Die Auszählung erfolgt in sechs Zählgruppen und erfordert höchste Konzentration.

 

Auszählen der Stimmen. Nach einer kurzen Pause, in der Brezeln gereicht werden – wegen der Coronaauflagen alle einzeln verpackt – sortieren sich die Helfer*innen neu. In unterschiedlichen Räumen kommen sechs Zählgruppen zusammen, die aus je zwei Mitgliedern des Wahlausschusses und zwei Mitarbeiter*innen der BZK bestehen. Hier findet die eigentliche Auszählung statt. Zunächst wird geprüft, ob ein Stimmzettel mehr als die maximal erlaubte Stimmenzahl enthält. Leere oder in unerlaubter Form gekennzeichnete Stimmzettel werden dem Wahlausschuss zur Entscheidung übergeben. Ein Zahnarzt verliest dann laut den Wählerwillen auf jedem Stimmzettel während sein*e Kollege*in ihm aus Kontrollgründen über die Schulter blickt. Abstand halten ist dabei nicht möglich, deshalb tragen beide Mund-Nasen-Schutz, was das Vorlesen anstrengend macht. Mehrere Stunden lang klingen Zahlen und Namen durch den Raum und werden von den beiden Mitarbeiterinnen der BZK auf vorbereiteten Strichlisten vermerkt. Auch hier gibt die doppelte Kontrolle Sicherheit: Sind hinter einem Namen fünf Striche notiert, ruft die Mitarbeiterin „voll“, im Ideal fall gleichzeitig mit ihrer Kollegin. Eventuelle Unstimmigkeiten können so rasch erkannt und korrigiert werden.

 

Das Ergebnis steht. Nach einem langen Tag, der den Beteiligten stundenlange Konzentration und viel Handarbeit abverlangt hat, ist es endlich so weit: Gegen 20 Uhr stellen die Mitglieder des Wahlausschusses offiziell die Ergebnisse der Bezirks- und der Kreiswahl fest. Ebenso wie alle Zwischenergebnisse, die während des Tages sorgfältig und in doppelter Ausfertigung protokolliert worden sind, werden die Wahlergebnisse niedergeschrieben.

Kerstin Sigle

 

Digitale Vertreterversammlung der KZBV am 1. und 2. Juli

 

Aktive Selbstverwaltung in Krisenzeiten

Ausgabe 8-9, 2020

Während man sich für die Vertreterversammlung im November 2019 noch in Berlin versammelte und mit BundesgesundheitsministerSpahn den Promi im Gesundheitswesen im Saal begrüßen konnte, befanden sich die Delegierten der 17 KZVen dieses Mal an den Bildschirmen in den Zahnärztehäusern. Die Coronakrise, die nach den Worten von KZBV-Chef Dr. Wolfgang Eßer Lebens- und Arbeitsbedingungen auf  den Kopf gestellt habe, war auch bei der erstmals als Online-Konferenz ausgerichteten Vertreterversammlung das beherrschende Thema. Gleichwohl wurden auch andere wichtige Zukunftsfragen für den Berufs-stand in den Blick genommen.

 

Aktive Selbstverwaltung trotz Corona: Die Delegierten der KZV BW im Stuttgarter Zahnärztehaus bei der digitalen Vertreterversammlung.

 

„Verunsicherung, Ratlosigkeit, fehlende Orientierung.“ Dies habe die Anfangszeit der Coronapandemie bestimmt, bei den Patient*innen genauso wie bei Zahnärzt*innen. In einer bis dato nicht dagewesenen Krisensituation habe es für die Zahnarztpraxen im Land wie für die zahnärztliche Selbstverwaltung gegolten, schnell Lösungen zu entwickeln, zu einem effizienten Krisenmanagement zu kommen und gleichzeitig Infektionsrisiken zu minimieren. Dies habe alle Beteiligten bis an die Grenzen der Belastbarkeit geführt – doch sei es gelungen die zahnärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten. Dr. Wolfgang Eßer richtete seinen ausdrücklichen Dank an die Zahnärzt*innen sowie deren Mitarbeitenden: „Sie sind immer für Ihre Patient*innen da gewesen!“ Bis heute sei kein einziger Fall bekannt, dass aus einer zahnärztlichen Behandlung eine Infektion hervorgegangen sei. Auch habe man in kürzester Zeit ein bundesweites Netz von Behandlungszentren in 30 Kliniken und 170 Schwerpunktpraxen eingerichtet, um die Schmerz- und Notfallversorgung von infizierten und unter Quarantäne stehenden Patient*innen zu gewährleisten.

 

Finanzielle Hilfen. Sehr frühzeitig habe die KZBV im politischen Raum die Notwendigkeit von Finanzierungshilfen für Zahnarztpraxen adressiert, um deren Existenzsicherung vor dem Hintergrund massiv einbrechender Fallzahlen zu gewährleisten und die Versorgung auch künftig wohnortnah und flächendeckend sicherstellen zu können. Bereits im März wurde ein dringender Appell an Minister Spahn gerichtet und die Systemrelevanz der vertragszahnärztlichen Versorgung herausgestellt. Das Ergebnis sei jedoch sehr ernüchternd gewesen. Dr. Wolfgang Eßer: „Wir können gut verstehen, dass die Enttäuschung bei vielen Kolleg*innen tief sitzt. Es vermittelt den bitteren Anschein, dass die Zahnärzteschaft mit ihren Praxisteams in bestimmten politischen Kreisen nicht den Stellenwert besitzt, den sie als systemrelevante Berufsgruppe und Teil der Daseinsvorsorge in unserem Land verdient.“ Eine Resolution unter dem Titel „Zahnärzte sind systemrelevant“ wurde mit großer Mehrheit angenommen. Dr. Ute Maier, Vorstandsvorsitzende der KZV BW, betonte die Notwendigkeit, bundeseinheitliche Regeln hinsichtlich der Systemrelevanz der Zahnärzteschaft zu erreichen, nicht zuletzt um klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. So sei die Frage der Notbetreuung für Kinder für viele Praxen wegen der fehlenden Anerkennung als systemrelevanter Bereich höchst problematisch gewesen.

 

Online-Konferenz. Bei der Vertreterversammlung der KZBV befanden sich die Delegierten der 17 KZVen dieses Mal an den Bildschirmen in den Zahnärztehäusern.

 

Zukunftsthemen. Doch während die Krisenbewältigung im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, gilt es für die Selbstverwaltung auch, andere Entwicklungen mit Konsequenzen für den zahnärztlichen Berufsstand nicht aus den Augen zu verlieren. Die Delegierten der KZV Baden-Württemberg stellten gemeinsam mit den Vertreter*innen der AG KZVen verschiedene wegweisende Anträge, die für die vertragszahnärztliche Berufsausübung von Bedeutung sind. Ein Antrag wandte sich gegen zusätzlichen Bürokratieaufwand durch das Patien-en-Datenschutz-Gesetz, auch wurden neue Regelungen in Bezug auf die Telematik-Infrastruktur – etwa eine Anpassung der Betriebskostenpauschale zur Vermeidung von zusätzlichem finanziellen Aufwand für die Praxen – gefordert.

Dr. Holger Simon-Denoix

 

In schöner Regelmäßigkeit werden wir in den Fachmedien über Umfragen zur Zufriedenheit von Patient*innen mit ihren behandelnden Ärzt*innen und Zahnärzt*innen informiert. Wir stehen meistens in der Spitzenposition aller Arztgruppen. Wenn aber in Gesprächen über den Ruf der  Zahnärzt*innen diskutiert wird, holt man gerne das Klischee des einen Sportwagen aus Stuttgart fahrenden Gutverdieners heraus, wobei aber gleich betont wird, dass  „mein Zahnarzt“  natürlich nicht dazu gehört. Dieses Vorurteil aus den 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts hält sich hartnäckiger, als man vermutet.


Dabei glaubten wir, dieses Zerrbild unseres Berufsstandes eigentlich hinter uns gelassen zu haben.  Aber in Krisenzeiten scheint es, wie wir erfahren mussten, wieder hochzukommen. Ärzt*innen, andere Heilberufe und Krankenhäuser wurden finanziell unterstützt. Wir wurden mit einer Liquiditätshilfe mit vollständiger Rückzahlungsverpflichtung abgespeist, eine eklatante Ungleichbehandlung. Es drängt sich die Frage auf, was wir der Politik wert sind. Minister*innen und Abgeordnete weisen gerne auf unsere Erfolge in der Mundgesundheit für Jung und Alt hin und sparen nicht mit Lob für unser soziales Engagement. Aber wenn wir Unterstützung, gerade für junge Praxen, brauchen, welche die Versorgung auch in den schwierigen vergangenen Wochen sicherstellten, werden alte Klischees hervorgeholt. Es ist müßig, nur auf die SPD als Schuldige zu verweisen, eine Mehrheit in der Regierungskoalition hat die ursprünglich von Minister Jens Spahn versprochene echte finanzielle Unterstützung verhindert, ein Kredit hat zu reichen.


Systemrelevanz wird nun eingefordert. Das ist zu wenig! Wir müssen die Betonung auf unsere ärztliche Kompetenz legen und dass die Mundgesundheit bei Eindämmung des Infektionsgeschehens extrem wichtig ist, dass wir ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge sind. Wir haben uns nicht einfach weggeduckt, sondern trotz hoher Gefährdung unserer Praxisteams und unserer eigenen Person flächendeckend die Versorgung  sichergestellt.


Das ist unser Selbstverständnis und dieses muss herausgestellt werden.


Gleichzeitig müssen wir an der Korrektur dieses Zerrbildes unseres Berufsstandes arbeiten. Wir sind Ärzt*innen für Mundgesundheit, Heiler*innen und Helfer*innen und als Freiberufler*innen dem Allgemeinwohl verpflichtet. Dies muss die Kernbotschaft in einer bundesweiten Kampagne sein, die, wie zu hören ist, vorbereitet wird. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht selbst auf  Ästhetikexpert*innen, Zahnkosmetiker*innen oder Wellnesszahnärzt*innen degradieren. Wer die Fortbildungsangebote der Dentalindustrie und leider auch anderer Fortbildungsinstitute verfolgt, kann leicht den Eindruck gewinnen, dass es nur noch um Marketing geht. Um nicht missverstanden zu werden – wir dürfen und müssen auch über eine angemessene Honorierung offen und ehrlich reden und sie einfordern. Aber nicht nur die Standespolitik, sondern wir alle sind gefragt, zu einem positiven Ansehen in der Öffentlichkeit beizutragen.

Dr. Hans Hugo Wilms

 

 

Vertreterversammlung der KZV BW

 

„Wir sind ordentlich durch die Krise gekommen“

Ausgabe 8-9, 2020

Sindelfingen statt Donaueschingen. Maskenpflicht statt soziales Miteinander. Großer Zusammenhalt zwischen Vorstand und Mitgliedern der Vertreterversammlung bei konstruktiver Bewertung der Coronakrise und ihrer Folgen.

 

Unter hohen Hygieneauflagen hat sich am 4. Juli 2020 die Vertreterversammlung (VV) der KZV BW in der Stadthalle Sindelfingen getroffen, um über die Folgen der Coronapandemie zu beraten.

 

Bericht des VV-Vorsitzenden. Wie jede VV wurde auch diese mit einer Rede des VV-Vorsitzenden Dr. Dr. Alexander Raff eröffnet. Mit seinen Worten traf Dr. Raff den Nerv und die Gefühlslage des Auditoriums, sodass sich eine fast zweistündige Aussprache nach dieser Eröffnungsrede entwickelte.

Dr. Raff thematisierte, „die Erkenntnis, dass wir Zahnärzt*innen – offensichtlich und nicht mehr deutlicher darstellbar – eine Berufsgruppe sind, die zwar geräuschlos systemimmanent funktionieren soll, aber im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen keine Unterstützung und keine Wertschätzung vonseiten der Politik verdient. Wir sind in deren Augen nicht systemrelevant.“

Er mahnte zudem, dass das Zurück zur Normalität zwar bedeute, dass diese VV physisch stattfinden könne. Jedoch: „Noch nicht normal – wie die diversen hautnah erfahrbaren Regelungen, aus denen sich die Distanzierungsgebote ergeben und die Hygieneerfordernisse resultieren, – aber immerhin schon wieder‚ nondigital‘.“ Er richtete einen Appell an die Anwesenden, dass auch nach Corona wieder das frühere Miteinander in der Standespolitik gelebt werden müsse. Dazu gehören für ihn physische Kreisversammlungen, vor allem aber auch die eingeübten bewährten Entscheidungsprozesse in der KZV. „Zurück zur Normalität bedeutet, dass in unseren Köpfen das Gegenüber als Mensch gesehen wird und nicht als potenzielle*r Virusträger*in, deren/dessen Annäherung mein persönliches Funktionieren und meine Gesundheit gefährdet.“ Seine Ausführungen beendete er mit den Worten: „Jedenfalls sind wir für viele Patient*innen unmittelbar wichtiger als eine Großbank, für die der Begriff der Systemrelevanz einmal geprägt wurde.“

 

Bericht des Vorstands. Für den Vorstand hielten die beiden stellvertretenden Vorsitzenden das gesundheitspolitische Statement, da die KZV-Vorsitzende Dr. Ute Maier nicht an der VV teilnehmen konnte. Mit seinen Ausführungen legte Christoph Besters zunächst dar, „wie wir von der ersten Krisensitzung am Aschermittwoch bis heute das Unternehmen KZV gesteuert haben.“

 

Er bezeichnete das Virus in Anlehnung an ein Zitat der Kanzlerin als „eine Zumutung für die Demokratie“. Das gelte auch in der Standespolitik. Krisenzeiten seien notwendigerweise Zeiten der Exekutive. Das gelte für Regierungen, für Unternehmensführungen und natürlich gelte das auch für Vorstände von Körperschaften – egal ob LZK oder KZV. Entscheidend sei, so Besters, dass man als Vorstand in der unmittelbaren, auch ungeschützten Verantwortung stünde, handeln zu müssen – ohne Zeit des Abwägens oder des Innehaltens. „Wir alle haben das zum ersten Mal durchlebt und keine*r wusste, wie der Verlauf sein werde.“ Von der Politik sei keine Unterstützung zu erwarten gewesen, weder bei der Corona-Verordnung von Gründonnerstag als die Landesregierung zunächst ein „defacto-Berufsverbot“ ausgesprochen hatte, noch bei der Maskenverordnung, geschweige denn dem angekündigten Rettungsschirm, der dann zu einer Liquiditätshilfe wurde. „Wir mussten kämpfen: die Zahnärzt*innen mit ihre*m Assistenzpersonal in den Praxen, wir auf Ebene der Politik und der Selbstverwaltung und zwar für etwas, was wir bis dahin für selbstverständlich gehalten haben: Dass Sie Ihre Arbeit machen dürfen. Dass Sie Ihre Patient*innen nicht alleine lassen,“ so Christoph Besters.

 

Maßnahmen der KZV BW. Christoph Besters und Christian Finster stellten sodann die Maßnahmen dar, die der Vorstand ergriffen hatte, um in diesen Zeiten sicherzustellen, dass die Funktionalität der KZV, der Zahlungsfluss an die Zahnärzt*innen und die Aufrechterhaltung des Praxisbetriebes im Land gewährleistet werden. Sie legten dar, welche Kommunikationsmaßnahmen zur schnellen und sicheren Information der Zahnärzt*innen ergriffen wurden, welche Vielzahl von politischen Gesprächen stattgefunden haben, wie ein Sicherstellungsdienst im ganzen Land mit über 600 Praxen eingerichtet wurde sowie Schwerpunktpraxen und Klinikambulanzen für COVID-19-Erkrankte. Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel im Wert von über 600.000 Euro wurden für die Zahnarztpraxen besorgt und versandt, eine Beratungshotline wurde eingerichtet, die über 4000 Zahnärzt*innen während der Coronazeit beraten hat.

 

Lehren und Ausblick. Christian Finster stellte in seinem Ausblick vor, welche Lehren für die Verwaltung aus den Zeiten des Lockdowns zu ziehen seien: Von den guten Erfahrungen beim Home office über Flexibilisierungen bei den Arbeitszeiten, von der Ausweitung der Onlineangebote für Zahnärzt*innen wie zum Beispiel bei Webinaren bis hin zur Schaffung einer App, in welcher alle digitalen Angebote gebündelt und nutzbar sein könnten. „Mit diesen Maßnahmen können wir die Erfahrungen nutzen, die wir in der Coronakrise gesammelt haben, um die KZV, vor allem die zahnärztliche Selbstverwaltung, zu stärken“, so Christian Finster.

Nach einer intensiven Debatte, die breite Zustimmung zu den getroffenen Maßnahmen und dem schnellen und umsichtigen Agieren des Vorstands signalisierte, verabschiedeten die Mitglieder der VV unter anderem folgende Anträge und Resolutionen.

 

Resolution. Die VV zeigte sich enttäuscht über die COVID-19-Versor-gungsstrukturen-Schutzverordnung und forderte die Politik auf, anzuerkennen, dass Vertragszahnärzt*innen systemrelevant und ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge seien. Zur Krisenbewältigung wären zumindest Zuschüsse und eine Lastenteilung zwischen Zahnärzteschaft und Kostenträgern notwendig gewesen. Durch die COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung werden die massiven negativen Folgen der Pandemie für die Zahnarztpraxen zwar teilweise kurzfristig abgefedert, jedoch durch die Rückzahlungsverpflichtung in voller Höhe in die Folgejahre verlagert. Dies träfe in besonderem Maße junge Vertragszahnärzt*innen sowie Praxen in strukturschwachen Regionen, in denen hierdurch langfristig die Versorgungsstrukturen gefährdet werden.

 

Anträge. Die VV forderte die Landesregierung auf, ihre finanzielle Unterstützung von Groß- und Kleinunternehmen im Produktions- und Dienstleistungsbereich auch auf Freiberufler*innen wie Zahnarztpraxen, welche die Versorgung im Land flächendeckend sicherstellen, auszuweiten.

Der Gesetzgeber wurde aufgefordert, infolge einer bundesweiten oder regionalen Epidemie den erhöhten Aufklärungs-, Personal-, Organisations- und Materialaufwand in den zahnärztlichen Praxen mit einer zusätzlichen Zuschlagsposition je Behandlungssitzung auszugleichen. Die Pandemie hätte in Praxen zu einem massiv erhöhten Aufwand für die Patient*innen durch die Erhebung einer speziellen Anamnese, bezogen auf die epidemische Erkrankung sowie eine zeitaufwändige zusätzliche Beratung und Aufklärung geführt. Dies sei mit gestiegenem Personaleinsatz verbunden gewesen. Parallel dazu sei der Bedarf an Schutzmaterialien gestiegen, die nur zu massiv erhöhten Preisen zu beschaffen waren. Außerdem forderte die VV den Vorstand auf, die entstandenen Mehrkosten für die Maßnahmen zur systematischen Eindämmung der Pandemie und die zusätzlichen Mehrkosten von den Vertragspartnern rückwirkend einzufordern.

Zudem wurden Beschlüsse gefasst zur Ausdehnung der Mehrkostenvereinbarung auf die gesamte Vertragszahnheilkunde. Des Weiteren wurde ein Antrag verabschiedet, der die KZBV auffordert Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband über eine Anpassung der Pauschalenregelung für alle Kosten, die bei der datenschutzkonformen Anbindung an die TI entstehen, zu führen.

Der Satzungsausschuss wurde beauftragt zu prüfen, wie in schriftlichen Abstimmungsverfahren die Möglichkeit zu geheimen und namentlichen Abstimmungen implementiert werden könne.

Florian Wahl

 

Die Forderung der Praxen nach einem finanziellen Ausgleich für die hohen Kosten der Umsetzung von Hygienevorschriften der letzten Wochen ist mehr als gerechtfertigt. Die unbürokratisch und schnell vereinbarte Pauschale pro Patientenbesuch in der GOZ löst erwartungsgemäß den Wunsch nach etwas Vergleichbarem für GKV-Patienten aus, obwohl damit die jährlichen durchschnittlichen Kosten von 95000 Euro pro Praxis für die Erfüllung der Hygienevorgaben nicht abgedeckt werden können, zumal dieser Zuschlag zeitlich befristet ist. Aber die Erwartungen an die Standespolitik sind hoch, bundesweit stehen die Verhandlungsführer in den Vorständen der KZVen unter Druck. Das zeigen die zahlreichen Anfragen aus den Praxen.

Der Vorstand der KZV BW ist dem schon vor Wochen nachgekommen. Nur – Forderungen zu stellen ist das Eine, erfolgreich mit den GKV-Kassen zu verhandeln das Andere. Die Kassen haben keine Notwendigkeit zu einer Pauschale, ob befristet oder unbefristet, gesehen und verweisen auf die jährlichen Vertragsverhandlungen über die Punkwerte, in denen auch die Hygienekosten zur Sprache kommen und „eingepreist“ werden sollen. Aber das kann erst in 2021 angegangen werden. Umso wichtiger sind dabei die Ergebnisse der ZÄPP-Umfrage und auch die Ergebnisse der Hygienekostenstudie des IDZ, in der die durchschnittlichen Kosten von 95000 Euro für die Praxen in unserem Bundesland nachgewiesen werden. Hier geht es um eine dauerhafte Berücksichtigung der Kosten durch entsprechende Anhebung des Punktwertes.

Ein langfristiger Ausgleich von höheren Kosten ist auch das Ziel des Vorstandes der KZBV, der sich vehement gegen die Lösung einer Zuschlagsposition wehrt. Dies sei zu kurzfristig gedacht. Er denkt über eine Untergrenze des gesamten Ausgabevolumens nach, die im SBG V verankert werden soll, andere Forderungen würden die Verhandlungen behindern und seien kontraproduktiv. Über Erfolgsaussichten und Zeitfenster wurde nichts verlautbart. Ob man so den „Druck aus dem Kessel“ nehmen kann, ist zumindest fragwürdig.

Die einstimmig verabschiedeten Anträge zur Einführung einer Zuschlagsposition in einem neueren Pandemiefall und rückwirkend für die bisher aufgelaufenen Kosten der letzten Monate sind ein klares Zeichen, dass die politisch Verantwortlichen in der Vertreterversammlung die Interessen der Praxen ernst nehmen und sich für eine kurzfristige Lösung einsetzen. Nun ist der Vorstand gefragt, bei Politikern auf Bundes- und Landesebene und den GKV-Kassen zu insistieren. Kein leichtes Unterfangen, wenn man die finanziellen Spielräume der Krankenkassen wie auch der Bundes- und Landesregierung auf Grund der Pandemie betrachtet. Aber es ist nur fair, unserem Berufsstand wenigstens auf dieser Ebene entgegenzukommen, wenn man es schon auf der „Schutzschirmebene“ nicht geschafft hat.

Dr. Hans Hugo Wilms

 

KZV Baden-Württemberg stellt Versorgungsbericht 20

 

Stabile Versorgung

Ausgabe 8-9, 2020

Der Versorgungsbericht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg geht mittlerweile ins dritte Jahr und ist längst zu einem viel genutzten Serviceprodukt für politisch Verantwortliche im ganzen Land geworden. Im Sommer wurde der Versorgungsbericht 2020 vorgestellt, wie immer mit aktuellen Zahlen zur vertragszahnärztlichen Versorgungslage in jedem Landkreis und jeder Kommune sowie weiteren aufschlussreichen Informationen zu strukturellen Veränderungen in der Berufsausübung. Darin enthalten ist auch eine von der KZV BW durchgeführte Befragung von Vertragsahnärztinnen zu deren Praxisalltag, Herausforderungen und beruflichen Zielen.

 

8071 Zahnärztinnen und Zahnärzte in 5130 Praxen gewährleisten in Baden-Württemberg die Versorgung der gesetzlich Versicherten. Die gute Verhältniszahl aus dem Vorjahr hat sich nochmals verbessert auf nun 1371 Einwohner*innen je Zahnärztin/Zahnarzt. Die Vorsorgebemühungen der Zahnärzteschaft tragen ebenfalls Früchte: Die Zahl der Behandlungssitzungen ist im Jahresverlauf um rund 500.000 gestiegen, was für ein hohes Bewusstsein bei der Bevölkerung für die Bedeutung einer regelmäßigen Vorsorge spricht. Verbessert hat sich auch die Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen durch über 150 zusätzliche Kooperationsvereinbarungen zwischen Zahnärzt*innen und stationären Pflegeeinrichtungen. Betrachtet man diese Kennzahlen, so kann sich die vertragszahnärztliche Versorgung im Land durchaus sehen lassen.

 

Regionale Versorgung. Einen anschaulichen und aussagekräftigen Überblick über die Versorgungssituation zu liefern, ist der zentrale Gedanke hinter diesem Bericht. Herzstück des Berichts ist der umfangreiche Teil „Daten und Fakten“, der für jede einzelne der etwa 1100 Kommunen im Land die aktuellen Zahnarztzahlen präsentiert und auf Ebene der Stadt- und Landkreise weitere interessante Informationen wie den Versorgungsgrad oder das Verhältnis von niedergelassenen und angestellten Zahnärzt*innen darstellt. Der vertragszahnärztliche Versorgungsatlas zeigt die regionale Situation auf einen Blick. Nach wie vor gibt es keinen unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Kreis im Land. Die wohnortnahe, dezentrale Versorgung ist flächendeckend gesichert. Im Kapitel „Die Zahnarztpraxis im ländlichen Raum“ ist dargestellt, dass der Versorgungsgrad in 20 von 40 ausgewählten ländlichen Planungsbereichen im Verlauf des letzten Jahres sogar gestiegen ist.

 

Corona. Die Daten für den Versorgungsbericht 2020 wurden wie im Vorjahr zum Stichtag 01. April erhben. Das bedeutet, dass mögliche Auswirkungen der Coronakrise in den Versorgungszahlen noch nicht abgebildet sind, weil diese sich im Wesentlichen erst seit April deutlich bemerkbar gemacht haben. Über die langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die Versorgungssituation lassen sich daher noch keine gesicherten Aussagen treffen. Gleichwohl gibt es – beginnend mit der Umfrage der KZV zu den Honorarumsätzen bei konservierend-chirurgischen Leistungen im April mit einem durchschnittlichen Rückgang von 43,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – bereits erste Zahlen zu den Umsatzrückgängen, die viele Praxen stark getroffen haben. Auch die Entscheidung der Bundesregierung, die Zahnärzteschaft von einem echten Schutzschirm auszunehmen, kann Folgen für die Versorgung haben.

 

Strukturelle Entwicklung. Ungeachtet der Verwerfungen durch das Coronavirus geht der Strukturwandel in der zahnärztlichen Berufsausübung unvermindert weiter. Dies betrifft einerseits die Praxisstrukturen, die einen Rückgang von Einzelpraxen und (überörtlichen) Berufsausübungsgemeinschaften bei gleichzeitigem Anstieg von Medizinischen Versorgungszentren zeigen. Damit gehen eine schon länger zu beobachtende Entwicklung, wonach immer mehr (zumeist jüngere) Zahnärzt*innen in Anstellung arbeiten, anstatt sich niederzulassen, sowie vermehrt Teilzeitmodelle einher.

 

Frauen im Fokus. Um den Interessen der Mitglieder zielgenau gerecht zu werden und als engagierte Standesvertretung aktiv an guten Bedingungen für die Berufsausübung mitzuwirken, hat sich die KZV Baden-Württemberg unter anderem die Förderung von Frauen in der Standespolitik zum Ziel gesetzt. Zahnärztinnen machen jährlich einen immer größeren Anteil des gesamten Berufsstandes aus. Derzeit sind insgesamt 58 Prozent männlich und 42 Prozent weiblich, in den unteren Altersgruppen sind die Frauen dagegen bereits deutlich in der Mehrheit. Für die Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg als Standesvertretung ist es wichtig, die Vertragszahnärztinnen bestmöglich zu unterstützen. Und auch für die Versorgung ist die Gestaltung dieses Wandels von großer Bedeutung: Mit einer durch das renommierte Sozialforschungsinstitut forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführten Befragung von Zahnärztinnen sollte daher eruiert werden, wie sich diese ihren Beruf vorstellen, welche Herausforderungen und Probleme bestehen und an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um die Zahnmedizin in Baden-Württemberg dauerhaft als attraktives Berufsfeld zu bewahren und die Versorgungsstrukturen damit nachhaltig zu sichern. Die umfangreichen Ergebnisse der Befragung werden im Versorgungsbericht 2020 erstmalig veröffentlicht. Im Rahmen dieser forsa-Studie wurden insgesamt 334 Zahnärztinnen aus allen Altersgruppen befragt. Davon arbeitet knapp ein Drittel in Anstellung, zwei Drittel sind in Einzelpraxen oder Praxen mit mehreren Inhaber*innen niedergelassen. Im folgenden Abschnitt werden einige zentrale Ergebnisse der Befragung beleuchtet.

 

Ländliche Regionen. Ländliche Gegenden sind für Zahnärztinnen mit Kindern besonders attraktiv. 54 Prozent der unter 35-jährigen Zahnärztinnen mit Kindern und sogar 62 Prozent zwischen 35 und 44 Jahren mit Kindern wohnen in einer ländlichen Region. Für die Sicherung der Versorgung in diesen Regionen ist das eine gute Nachricht.

 

 

Ortswechsel. Die Zufriedenheit mit der Arbeit als Zahnärztin in Baden-Württemberg ist augenscheinlich hoch. Für 93 Prozent der befragten Zahnärztinnen kommt ein Ortswechsel innerhalb Deutschlands nicht infrage. Zu einem Wechsel innerhalb Baden-Württembergs wären 13 Prozent bereit. Etwas höher liegen die Werte bei den unter 35-Jährigen (31 Prozent) und den angestellten Zahnärztinnen (22 Prozent). Für zehn Prozent aller Befragten wäre ein Ortswechsel innerhalb Europas denkbar. Insgesamt gibt es also keine Abwanderungstendenzen in größerem Ausmaß.

 

 

Arbeitsmodell. 79 Prozent möchten ihren Beruf auf Dauer in der Weise ausüben, in der sie aktuell arbeiten. Von den angestellten Zahnärztinnen streben 38 Prozent eine Veränderung an – die Mehrheit von diesen (52 Prozent) will sich in einer (Ü)BAG, deutlich weniger (30 Prozent) in einer Einzelpraxis niederlassen.

 

Probleme. Als größte Probleme werden am häufigsten (72 Prozent) Bürokratie bzw. der hohe Aufwand für Verwaltungstätigkeiten genannt. 24 Prozent der Befragten zählen den Personal- bzw. Fachkräftemangel und 14 Prozent die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu den größeren Herausforderungen. Bei den unter 44-jährigen Zahnärztinnen sieht jede vierte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Problem an, unter den Befragten mit Kleinkindern sogar mehr als ein Drittel. Die größte Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf besteht bei den angestellten Zahnärztinnen.

 

 

Arbeitszeiten. Zahnärztinnen, die in einer Einzelpraxis niedergelassen sind, arbeiten im Durchschnitt 44,7 Stunden pro Woche. Davon fallen 11,7 Stunden für Verwaltungstätigkeiten und Bürokratie an. Der Arbeitseinsatz liegt damit deutlich höher als bei Angestellten oder Niedergelassenen in einer (Ü)BAG. Insgesamt zeigt sich in der Befragung erneut, dass die Belastung durch Bürokratie nach wie vor ein zentrales Problem ist und somit einen spürbar negativen Einfluss auf die Bereitschaft zur Niederlassung haben kann.

 

 

Geschlechterunterschiede. Ein Drittel der befragten Zahnärztinnen ist der Ansicht, dass sich eine Behandlung, die von einer Zahnärztin durchgeführt wird, von der, die ein Zahnarzt durchführt, unterscheidet. Von diesen sind zwei Drittel (65 Prozent) der Meinung, dass Frauen empathischer sind als Männer.

Dr. Holger Simon-Denoix