Zahnaerzteblatt.de

 

Namen und Nachrichten

Tübinger Forscher

 

Corona kann den ganzen Körper schädigen

Ausgabe 8-9, 2020

Untersuchungen der Universitätsklinik Tübingen zufolge könnte eine Überreaktion des Immunsystems für besonders schwere COVID-19-Ver-läufe verantwortlich sein. „Das Coronavirus setzt eine Kaskade von abnormen Immunreaktionen in Gang“, sagte der Pathologe Hans Bösmüller der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer „Entgleisung des Immunsystems“, die das Virus auslöst. Seinen Angaben nach können dabei Gefäßschäden, Thrombosen und Gerinnungsstörungen entstehen und schubweise verschiedene Organe betreffen. Bösmüller hat seit Ausbruch des Coronavirus die Leichen von elf Menschen obduziert, die an einer SARS-CoV-2-Infektion gestorben sind. Gerinnsel aus verfestigtem Blut fand er zum großen Teil in den Lungen der Verstorbenen, aber auch im Darm. Bei einer Genesung können Bösmüller zufolge auch Beeinträchtigungen überall am Körper zurückbleiben – neben Atemproblemen etwa Defekte bei der Wundheilung oder in den Arterien von Hand und Fingern.

dpa

 

Interview

 

Richard Ford und sein Zahnarzt

Ausgabe 8-9, 2020

In der Wochenzeitschrift Die Zeit vom 4. Juni 2020 wurde der amerikanische Schriftsteller Richard Ford von Peter Kümmel interviewt. Unter dem Titel „Geld ist wichtiger als Leben“ beschrieb der Schriftsteller, wie er die Coronazeit verbracht hat: „Eine große Fahrt habe ich gerade eben […] gemacht. Ich bin nach New Orleans und zurück nach Maine gefahren. […] Dort unten lebt mein Zahnarzt. Ich hatte starke Zahnschmerzen. […] Ich fuhr im Auto 1700 Meilen nach Süden. Als ich über Nacht im Hotel eincheckte, reinigte ich erst mal jeden Quadratzentimeter des Zimmers, alle Oberflächen, jede Türklinke, den Fernseher und die Fernbedienung – damit verbrachte ich 45 Minuten.“ Auf die Frage „Die Notwendigkeit, einen Zahnarzt zu sehen, hat Sie durchs ganze Land fahren lassen?“ antwortete Ford: „Er ist nicht irgendein Zahnarzt, er ist mein Zahnarzt seit 30 Jahren; er ist auch ein sehr guter Freund. Wissen Sie, wenn Sie früh im Leben einen guten Zahnarzt finden, sind Sie ein glücklicher Mann.“

IZZ

 

Impfstoffentwicklung

 

Darlehen an Curevac

Ausgabe 8-9, 2020

Die Europäische Kommission stellt der Tübinger Firma Curevac 75 Mio. Euro zur Entwicklung von Impfstoffen insbesondere gegen das Coronavirus zur Verfügung. Wie Curevac mitteilte, haben das Biopharma-Unternehmen und die Europäische Investitionsbank ein entsprechendes Darlehen vereinbart. Curevac forscht seit Januar an einem Impfstoff gegen das Virus und hat im Juni die erste klinische Studie an Menschen begonnen. Den Angaben nach ist die Förderung auch für die Fertigstellung einer vierten Produktionsstätte des Unternehmens in Tübingen bestimmt. Das Geld wird in drei Tranchen von je 25 Mio. Euro jeweils nach Erreichen vorab festgelegter Etappenziele bereitgestellt.

dpa

 

Zitat

 

Mittel des Rectsstaates

Ausgabe 8-9, 2020

„Es sind nicht zuletzt Polizistinnen und Polizisten, die den öffentlichen Raum schützen, die sich Hass und Gewalt mutig entgegenstellen.“

 

 

„Aus aktuellem Anlass erinnere ich daran, es sind nicht zuletzt Polizistinnen und Polizisten, die den öffentlichen Raum schützen, die sich Hass und Gewalt mutig entgegenstellen. Übergriffe auf Polizistinnen und Polizisten müssen mit den Mitteln des Rechtsstaates geahndet werden. Gewalt, Vandalismus, schiere Brutalität, wie in Stuttgart (Anmerkung der Redaktion: am 21. Juni 2020) gesehen, müssen mit aller Härte des Rechtsstaates verfolgt und bestraft werden. Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, wer sie verächtlich macht oder den Eindruck erweckt, sie gehörten entsorgt, dem müssen wir uns entschieden entgegenstellen. Diejenigen, die auf den Straßen und Plätzen Tag für Tag unser friedliches Miteinander schützen und das Gewaltmonopol des Staates verteidigen, alle die verdienen unseren Respekt und unsere Unterstützung, wenn sie brutal attackiert werden. Wir leben in Coronazeiten nicht in einem rechtsfreien und auch nicht in einem grundrechtsfreien Raum.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier