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Namen und Nachrichten

Coronaimpfstoff

 

Lieferketten untersucht

Erste Notfallzulassungen von COVID-19-Impfstoffen, mit denen voraussichtlich im letzten Quartal des Jahres 2020 zu rechnen ist, stel- len die Logistikindustrie vor große Herausforderungen. DHL und die Unternehmensberatung McKinsey veröffentlichten hierzu eine Studie, die sich mit dem Aufbau stabiler Lie- ferketten für Impfstoffe und medizi- nische Güter während der COVID- 19-Pandemie sowie künftiger Ge- sundheitskrisen auseinandersetzt.

Aktuell werden über 250 mög- liche Impfstoffe auf sieben For- schungsplattformen entwickelt und getestet. Da im Fall von COVID- 19-Impfstoffen Studienphasen teil- weise übersprungen wurden, wer- den an bestimmte Medikamente möglicherweise besonders strenge Temperaturanforderungen von bis zu -80° C gestellt, um ihre Wirksam- keit während des Transports und der Lagerung zu erhalten. Dies bedeutet für bestehende medizinische Versor- gungsketten ganz neue logistische Herausforderungen, da üblicherwei- se die Distribution von Impfstoffen bei einer Temperatur von circa 2 bis 8° C erfolgt. In der Studie wird untersucht, wie dieser Transport von hochtemperaturempfindlichen Impfstoffen effektiv gestaltet wer- den kann, um den Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus zu un- terstützen. Um eine weltweite Ver- sorgung mit COVID-19-Impfstoffen sicherzustellen, werden in den un- terschiedlichen Lieferketten rund 200.000 Paletten-Transporte, 15 Mio. Lieferungen in Kühlboxen so- wie 15.000 Flüge erforderlich sein.

dhl/IZZ
 

Gesundheitsstatistik

 

Weniger Menschen ohne Krankenversicherung

Im Jahr 2019 waren in Deutsch- land hochgerechnet rund 61.000 Personen nicht krankenversichert und besaßen auch keinen sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung. Gegenüber 2015 – damals waren rund 79.000 Personen ohne Kran- kenversicherungsschutz – ging die Zahl der nicht krankenversicherten Personen um 23 Prozent zurück. Be- zogen auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands waren damit weniger als 0,1 Prozent nicht krankenver- sichert. Dies teilt das Statistische Bundesamt mit. Zu den Menschen ohne Krankenversicherungsschutz zählen im Mikrozensus alle Per- sonen, welche die Frage „Sind Sie krankenversichert?“ verneint haben und auch keinen sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung haben. Zu den Personen mit einem sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung gehören beispielsweise Soldatinnen und Soldaten, Beamtinnen und Be- amte oder Empfängerinnen und Empfänger von Hartz IV- und So- zialhilfe- beziehungsweise Asylbe- werberleistungen.

Von den Personen ohne Kranken- versicherungsschutz waren im Jahr 2019 knapp zwei Drittel Männer (64 Prozent beziehungsweise 39.000 Personen), 36 Prozent waren Frauen (22.000 Personen). Selbstständige sowie erwerbslose Personen hatten besonders häufig keinen Kranken- versicherungsschutz.

Statistisches Bundesamt

 

Corona verändert Messewelt

 

Unternehmen wollen Messen weniger nutzen

Die Messegesellschaften müssen sich nach Corona auf ein schwie- rigeres Geschäft einstellen. 39 Pro- zent der deutschen Industriefirmen, die bislang auf Fachmessen ausge- stellt haben, wollen laut der ifo-Kon- junkturumfrage ihre Teilnahme ver- ringern. Nur zwei Prozent wollen künftig an mehr Messen teilnehmen, 59 Prozent wollen ihr Engagement nicht verändern. Insbesondere grö- ßere Firmen wollen ihre Auftritte zurückfahren. Bei Unternehmen mit über 1000 Beschäftigten sind es 47 Prozent, zwischen 500 und 1000 sogar 49 Prozent. Digitale Formate sind durch die Coronakrise offenbar beliebter geworden und stellen mitt- lerweile eine Alternative zu den tra- ditionellen Messen dar. 65 Prozent der Aussteller wollen sie in Zukunft stärker nutzen.

ifo-Institut/IZZ