Zahnaerzteblatt.de

 

Prophylaxe

Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg e. V.

 

Vorbildliche Präventionsarbeit

Ausgabe 1, 2016

Ende November 2015 fanden die alljährliche Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit (LAGZ) e. V. im Landesgesundheitsamt Stuttgart statt. Bei der Vorstandssitzung trafen die Vertreter des Sozialministeriums, des Landkreistages BW, der Landeszahnärztekammer (LZK BW), der Krankenkassen und der Geschäftsführung der LAGZ zusammen. Zur anschließenden Mitgliederversammlung kamen weitere Vertreter der LZK BW, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KZV BW), der Krankenkassen, des Städtetags BW sowie außerordentliche Mitglieder und die 37 regionalen Arbeitsgemeinschaften Zahngesundheit hinzu, um gemeinsam die Arbeit des vergangenen Jahres konstruktiv zu diskutieren und die aktuellen Handlungsfelder der Präventionsarbeit im Jahr 2016 aufzuzeigen.

Die LAGZ blickt auf ein erfolgreiches Präventionsjahr zurück, das auch im Jahr 2015 stark von den „Epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe“ von 6- und 12-jährigen Schülerinnen und Schülern im Rahmen der DAJ-Studie geprägt wurde. Dr. Günter Pfaff vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg brachte den LAGZ-Vorstand auf den neuesten Stand und berichtete, dass bei den Begleituntersuchungen zum ersten Mal nach dem International Caries Detection and Assessment System (ICDAS) untersucht wird, weil der DMF-T-Index an Trennschärfe verloren hat. Initialkaries ist beim DMFT- Index als Ausgangsstadium für manifeste Karies und Kariesaktivität nämlich nicht dokumentierbar. Gerade die Anfangsstadien von Karies sind aber für die Prophylaxe und Behandlung bedeutsam. Da der ICDAS als mehrstufiges System angelegt ist, kann er ohne Probleme mit den früher erhobenen DMF-T-Werten verglichen werden. Inzwischen sind alle Untersuchungsteams kalibriert und die Untersuchungen laufen. Sie sollen mit Ende des Schuljahrs 2015/2016 abgeschlossen sein.

Fachbeirat. Nachdem im Jahr 2014 zum ersten Mal die neue LAGZ-Satzung ihre Verwendung fand, hatte der frisch eingerichtete Fachbeirat im Jahr 2015 unter der Leitung von Dr. Alexis v. Komorowski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Landkreistag Baden-Württemberg, sein Arbeitsdebüt. In seinen zwei Sitzungen verständigte sich der Fachbeirat zuerst einmal über seine Funktion und Arbeitsweise sowie über mögliche Themenschwerpunkte. Der Fachbeirat wurde laut Satzung mit dem Ziel ins Leben gerufen, den LAGZ-Vorstand fachlich zu beraten und die fachlichen Anliegen der regionalen Arbeitsgemeinschaften auf die Landesebene in den Vorstand zu transportieren. Wie dieser Weg in Zukunft funktionieren wird, muss sich aber erst noch einspielen. Die ausführlichen Diskussionen in der Vorstandssitzung zeigten jedoch, dass der Fachbeirat auf dem besten Weg ist, seine beratende Rolle einzunehmen und den Handlungsbedarf der LAGZ zu optimieren.

Fortbildung. Das 10. LAGZFortbildungsforum, das im Juli 2015 im Kloster Schöntal stattfand, wurde von allen Referenten und Teilnehmern sehr positiv bewertet. Weit über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Arbeitsgemeinschaften sowie ca. 20 Zahnärztinnen und Zahnärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes verfolgten interessiert die Referate. Diesmal hatte man mit Prof. Dr. Christian Splieth von der Abteilung für Präventive Zahnmedizin & Kinderzahnheilkunde der Universität Greifswald einen der führenden Experten in Sachen Kariesprävention gewonnen. Er leitet mit seinem „Team DAJ 2015“ im Auftrag der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege die deutschlandweite epidemiologische Begleituntersuchung zur Gruppenprophylaxe, die nicht nach dem Gießkannenprinzip vorgeht, sondern sich auf die schwierigen Fälle konzentriert. Da die jährlichen Fortbildungsmaßnahmen zur Verbesserung der Zahngesundheitsförderung beitragen, einen positiven Multiplikatoreffekt haben und außerdem der Mitarbeitermotivation dienen, werden die Mehreinnahmen des LAGZ-Haushaltes 2015 auch im nächsten Jahr wieder in die Mitarbeiterfortbildung fließen.

Medienwirkung. Bei der Auftaktveranstaltung zum Tag der Zahngesundheit, der 2015 auf dem Marktplatz in Reutlingen stattfand und das Motto „Gesund beginnt im Mund. Bewusst ernährt, dann läuft‘s rund.“ trug, zeigte sich wieder einmal, wie effektiv öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sind, um die Bevölkerung auf die Vorteile und die Erfolge der Zahngesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Die Resonanz in der Presse war bemerkenswert, denn nicht nur die Auftaktveranstaltung in Reutlingen fand vielfach Erwähnung, sondern auch die vielen Aktionen der 37 regionalen Arbeitsgemeinschaften vor Ort. Bei allem Erfolg wurde in der Öffentlichkeit auch deutlich, dass die Präventionsarbeit in Baden-Württemberg vor allem deswegen so gut funktioniert, weil sie als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird und alle Beteiligten, nämlich Zahnärztinnen und Zahnärzte, die Teams der Arbeitsgemeinschaften, Krankenkassen, öffentlicher Gesundheitsdienst, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer und zuletzt auch die Eltern vertrauensvoll und engagiert zusammenarbeiten.

Prophylaxeprofis. In Baden- Württemberg ist die Gruppenprophylaxe ein echtes Erfolgsmodell, weil hier absolute Profis am Werk sind. Die 37 regionalen Arbeitsgemeinschaften kümmern sich seit mittlerweile 25 Jahren flächendeckend um die Erhaltung und Förderung der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen und leisten dabei professionelle Arbeit. Tagtäglich sind dabei in den Arbeitsgemeinschaften rund 170 Prophylaxe- Fachkräfte im Einsatz, die von den ca. 50 Zahnärztinnen und Zahnärzten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes unterstützt werden. Hinzu kommen über 1.400 niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte, die als Patenzahnärzte den regionalen Arbeitsgemeinschaften angehören. Der LAGZ-Vorstand weiß um die zuverlässige Einsatzkraft seines großen Prophylaxeteams und bedankt sich zum Jahresende für den unermüdlichen Einsatz.

claudia.richter@izz-online.de