Zahnaerzteblatt.de

 

Fortbildung

Fortbildungsveranstaltung für Berufsschullehrer/innen

 

Finden – Ausbilden – Binden

Ausgabe 2, 2016

Am 10. Dezember 2015 fand in der Geschäftsstelle der Landeszahnärztekammer eine Fortbildungsveranstaltung für die Berufsschullehrer/ innen von Auszubildenden zu Zahnmedizinischen Fachangestellten statt. Die zentral koordinierte Lehrerfortbildung zum Thema „Hygiene und Qualitätssicherung – Anforderungen an Organisation, Dokumentation und Freigabe“ war gut besucht und beantwortete den Lehrkräften allgemeine und spezielle Fragestellungen rund um den Bereich des Hygienemanagements in der Zahnarztpraxis.

Andrea Krämer von der Abteilung Praxisführung der Geschäftsstelle der Landeszahnärztekammer führte als Referentin durch die Veranstaltung und gab einen hochinteressanten und umfassenden Überblick über das Hygienemanagement in der Zahnarztpraxis, der optimal auf den Teilnehmerkreis abgestimmt war. Hierbei wurden fundierte Informationen über die Anforderungen der Praxis- und Personalhygiene vermittelt, die jeweils um praxisnahe Fallbeispiele ergänzt wurden. Darüber hinaus wurde aufgezeigt, wie die Bestimmungen im Rahmen der Qualitätssicherung umzusetzen sind und welche Unterstützungsmöglichkeiten hierfür das Praxishandbuch der Landeszahnärztekammer bereithält.

Praxisnahe Fortbildung. Durch die Erläuterung der notwendigen Hygienebestimmungen anhand zahlreicher Beispiele fand eine pra- Fotos: Mader xisnahe Fortbildung statt, die von den Lehrkräften aufmerksam verfolgt wurde. Im Rahmen der Veranstaltung entwickelte sich zudem ein konstruktiver Dialog, den die Lehrkräfte mit ihren Fragen unterstützten. Neben Muster-Qualitätssicherungs- Dokumenten sowie entsprechenden Verfahrensanweisungen aus dem Praxishandbuch der Landeszahnärztekammer wurde der systematische Ablauf der Aufbereitung von Medizinprodukten erläutert, die Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten systematisch dargestellt, Reinigung, Desinfektion, Spülung und Trocknung vorgestellt und ergänzend Informationen im Bereich der Sterilgutverpackung, Sterilisation und Kennzeichnung von Medizinprodukten vermittelt. Abgerundet wurde das Referat durch eine Übersicht der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Praxishygiene.

Praktische Umsetzung. In einem zweiten Vortrag ergänzte Susanne Weiß, Oberstudienrätin und Fachberaterin für Gesundheit am Regierungspräsidium Stuttgart, die praktische Umsetzung im berufsschulischen Lernfeldunterricht. Die Lernfelder, die durch Ziele, Inhalte und Zeitrichtwerte beschriebene thematische Einheiten darstellen, die an beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsfeldern orientiert sind, reflektieren die jeweiligen Arbeits- und Geschäftsprozesse in der Zahnarztpraxis. Aus der Gesamtheit aller Lernfelder ergibt sich somit der Beitrag der Berufsschule zur Berufsqualifikation der Zahnmedizinischen Fachangestellten.

Duale Ausbildung. Neben dem Lernort Zahnarztpraxis, in dem der praktische Teil der Ausbildung vermittelt wird, ergänzt die Berufsschule an regelmäßig 1,5 Wochentagen die Ausbildung durch allgemeine und fachtheoretische Inhalte, die auf den Beruf zugeschnitten sind. Aus diesem Grund ist es eine wichtige Aufgabe, die Ausbildung von Zahnmedizinischen Fachangestellten an den Lernorten Zahnarztpraxis und Berufsschule optimal zu unterstützen.

beck@lzk-bw.de

 

Von der Diagnose zur Therapie

 

Dentale Erosionen

Ausgabe 2, 2016

Nichtkariöse Zahnhartsubstanzdefekte, zum Beispiel dentale Erosionen, werden neuerdings insbe-sondere in industrialisierten Ländern vermehrt wahrgenommen. Die Ursachen dieser vermehrten Wahrnehmung sind mannigfaltig [1].

Einerseits kann ein geänderter Lebensstil tatsächlich zu häufigerem Auftreten von Erosionen führen. Dies ist jedoch schwer durch Studien zu untermauern, da diese in verschiedenen Ländern durchgeführt werden und sehr schwer zu vergleichen sind [2]. Eine Tatsache ist jedoch, dass sich insbesondere in westlichen Ländern der Lebensstil in den letzten Jahrzehnten geändert hat. So sind eine gesündere Ernährung mit frischem Obst und Salaten, gepaart mit einer forcierten Mundhygiene häufiger vorzufinden, was aus allgemeinmedizinischer Sicht auch sehr zu begrüßen ist. Jedoch sollte hierbei auch an die Risikofaktoren zur Entstehung erosiver Zahnhartsubstanzdefekte gedacht werden, welche aus einer dentalen Erosion, der anfänglichen Demineralisation entstehen können, sobald eine mechanische Komponente hinzu kommt.

Neben dem möglicherweise tatsächlich häufigerem Vorkommen von säurebedingten Zahnhartsubstanzdefekten ist jedoch auch zu bedenken, dass ZahnärztInnen durch vermehrte Forschung auf diesem Gebiet und durch einschlägige Fortbildungen eine geschärfte Wahrnehmung besitzen [3] und auf der anderen Seite kariesbedingte Zahnhartsubstanzverluste seit der Einführung fluoridhaltiger Zahnpasten massiv zurückgegangen sind.

Diagnose. Die korrekte und frühzeitige Diagnostik dentaler Erosionen ist nach wie vor ein großes Problem. Definitionsgemäß spricht man bei einer Demineralisation von Zahnhartsubstanz von dentaler Erosion [1], welche jedoch klinisch kaum diagnostizierbar ist. Erst ab einem unwiederbringlichen Verlust von Zahnhartsubstanz, definiert als dentaler Zahnhartsubstanzverlust, [1] ist ein typisches klinisches Bild sichtbar. Erste Anzeichen, die an einen erosiven Zahnhartsubstanzverlust denken lassen sollten, sind glatte, matt glänzende Schmelzoberflächen zumeist gemeinsam auftretend mit okklusalen und/oder inzisalen Eindellungen der Zahnoberflächen (Abb. 1).

Ein absolut sicheres Zeichen für erosiven Zahnhartsubstanzverlust ist an den bukkalen, labialen und auch palatinalen Flächen in Form einer intakten am Gingivarand verlaufenden Schmelzleiste kombiniert mit einer Eindellung zu finden (Abb. 2). Warum es zum Verbleib der Schmelzleiste kommt, kann zwei Gründe haben. Einerseits schützt die neutralisierende Sulkusflüssigkeit vor erosiv wirkenden Substanzen, andererseits behindert dort häufig vorkommende Plaque als Diffusionsbarriere das Vordringen der erosiven Substanz zur Zahnhartsubstanz. Bei Fortbestehen der erosiven Geschehnisse kommt es zur weiteren Eindellung und auch zur Abrundung der Okklusionsflächen im Seitenzahnbereich, wodurch bestehende Füllungen die Zahnhartsubstanz überragen und es schlussendlich zum Verlust der okklusalen Morphologie und infolgedessen der vertikalen Gesichtshöhe kommt (Abb. 3) [4].

Indizes. Für die klinische Diagnostik erosiver Zahnhartsubstanzdefekte sind verschiedene Indizes in Verwendung, wobei der Basic Erosive Wear Examination (BEWE) Index durch seine einfache und schnelle Durchführung sowie durch seine Reproduzierbarkeit sowohl für epidemiologische Untersuchungen, aber auch für den klinischen Alltag geeignet ist [5]. Zudem ist der Index sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen gleichermaßen anwendbar. Bei der klinischen Befundaufnahme wird jedem Zahn, entsprechend dem Schweregrad des erosiven Erscheinungsbildes, eine Zahl zwischen 0 und 3 zugewiesen. Die jeweils höchsten Werte der einzelnen Sextanten werden zum BEWE-Gesamtwert addiert und ergeben den Schweregrad des erosiven Geschehnisses sowie auch eine Therapieempfehlung (Tabelle 1). Bei Kindern sind die Cutt-off Werte zur Definition des Schweregrads aufgrund des bereits im früheren Alter stattfindenden erosiven Zahnhartsubstanzdefektes niedriger [6].

Die klinische Diagnostik dentaler Erosionen ist im Gegensatz zur Diagnostik dentaler Zahnhartsubstanzverluste aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Demineralisation ohne Zahnhartsubstanzverlust handelt, bislang nicht möglich. Die Entwicklung optischer Geräte zur Früherkennung ist bereits vorangeschritten [7], jedoch deren breiter Einsatz im klinischen Alltag noch nicht absehbar. Insofern ist die rechtzeitige Erkennung von RisikopatientInnen bereits im Routinebetrieb einer zahnärztlichen Kontrolluntersuchung essentiell.

Eine entsprechende allgemeinmedizinische Anamnese ist hierfür genauso wichtig wie die zahnmedizinische Anamnese und das Wissen um die oralen Hygienegewohnheiten, eine Dokumentation der Ernährungs- und Trinkgewohnheiten der PatientInnen sowie des Berufes und möglicher erosionsfördernder Gewohnheiten. Allgemeinmedizinisch sollte insbesondere auf ein gastroösophageales Refluxgeschehen mit Symptomen wie saurem oder bitterem Geschmack, saurem eventuell lautem Aufstoßen, einem aufgedunsenen Gefühl, Magenschmerzen, Sodbrennen, Schluckauf, chronischem Husten, Heiserkeit, Schluckstörungen, sowie chronischer respiratorischer und pulmonaler Probleme geachtet werden [8]. Ebenfalls aufgrund ihrer Gefahr für die allgemeinmedizinische Gesundheit der PatientInnen, aber auch aufgrund des Risikos für die Entstehung dentaler Erosionen und erosiver Zahnhartsubstanzverluste sollten Essstörungen mit vermehrtem Erbrechen wie Bulimie und Anorexie, aber auch Alkoholmissbrauch und der missbräuchliche Einsatz von Medikamenten rechtzeitig erkannt und interdisziplinär therapiert werden. Jedoch auch korrekt eingenommene Medikamente können wie zum Beispiel Acetylsalicylate, Eisentabletten und Vitamin-Tabletten entweder direkt erosiv wirken oder wie im Fall von Antiemetika, Antihistaminika und Anti-Parkinsonmedikamenten den Säure neutralisierenden Speichelfluss vermindern bzw. zum Reflux von Magensäure führen und infolgedessen ein erosives Potenzial aufweisen [9].

Mundhygienepraktiken. Zahnmedizinisch sollte auf erosionsfördernde Mundhygienepraktiken geachtet werden. Zu diesen zählen eine falsche Zahnputztechnik und bzw. oder die Verwendung von hoch abrasiven Zahnpasten. Die (Warte-)Zeit, die zwischen dem Konsum erosionsfördernder Lebensmittel oder Getränke und dem anschließenden Zähneputzen liegen sollte, ist insbesondere in den letzten Jahren immer wieder Thema unterschiedlichster Fachartikel und Publikationen gewesen. Entsprechend neuester Erkenntnisse ist jedoch von einer beabsichtigten Wartezeit zwischen dem Konsum von Nahrungsmitteln jeglicher Art und der anschließenden Mundhygiene abzuraten. Diese Kenntnis ergab sich durch Studien mithilfe von menschlichem Speichel, welcher selbst nach vier Stunden nicht zu einer klinisch relevanten Remineralisation der erosionsbedingten Demineralisation geführt hat [10].

Somit ist diese Wartezeit nicht nur klinisch nicht sinnvoll, sondern kann sogar in einer bakterienbedingten Demineralisation mit einer möglichen Kariesentwicklung enden. Die Erklärung der nicht stattfindenden Remineralisation durch humanen Speichel liegt in der Zusammensetzung des Speichels. Dieser enthält im Gegensatz zu künstlichem Speichel neben den zur Remineralisation nötigen Mineralien auch Proteine, welche ein Ausfällen dieser Mineralien verhindern.

Ernährung. Die Ernährungs- und Trinkgewohnheiten der PatientInnen sollten mittels eines Ernährungstagebuches genau dokumentiert und abschließend besprochen werden. Die Dokumentation der zu sich genommenen Speisen und Getränke sollte sich möglichst über mindestens vier Tage erstrecken, wobei sowohl Arbeitstage als auch arbeitsfreie Tage angeführt werden sollten, da sich der Konsum von Speisen und Getränken zwischen diesen Tagen oftmals unterscheidet [11].

Sobald der Konsum erosionsfördernder Getränke und Speisen durchschnittlich häufiger als viermal pro Tag stattfindet, ist ein erhöhtes Risiko für das Auftreten erosiver Geschehnisse gegeben. Neben dem pHWert der konsumierten Nahrungsmittel oder Getränke sind insbesondere die Konzentration von Kalzium und Phosphat in den entsprechenden Produkten wichtig. Es können zum Beispiel Produkte wie Joghurt einerseits einen niedrigen pH-Wert besitzen, jedoch aufgrund ihres hohen Gehalts an Kalzium nicht erosiv auf die Zahnhartsubstanz wirken. Diese Gegebenheit macht sich auch die Lebensmittelindustrie zunutze, indem sie primär erosive Getränke wie zum Beispiel Orangensaft mit Kalzium versetzt und somit das erosive Potenzial massiv reduziert [12].

Die Gefahr aufgrund einer beruflichen Säureexposition erosive Zahnhartsubstanzverluste zu erleiden, ist in der westlich industrialisierten Welt glücklicherweise durch entsprechende Sicherheitsauflagen massiv zurückgegangen. Jedoch kann ein entsprechendes Freizeitverhalten mit extremer körperlicher Belastung gepaart mit einem hohen Konsum an säurehaltigen Sportgetränken zu einem erhöhten Risiko für erosive Geschehnisse führen. Auch vermehrte Weinverkostungen, sei es in der Freizeit oder im Rahmen einer beruflichen Ausübung, führen aufgrund des niedrigen pH-Wertes der Weine sowie dem zugehörigen Trinkverhalten zu vermehrtem Auftreten erosiver Beschwerden.

Therapie. Hinsichtlich der geeigneten individuellen Therapie muss ebenso wie in der Diagnostik zwischen dentaler Erosion und erosiven Zahnhartsubstanzdefekten differenziert werden. In jedem Fall muss jedoch an erster Stelle die Ausschaltung oder zumindest die Reduktion der Ursachen für das erosive Geschehnis stehen.

Bei allgemeinmedizinischen Gründen müssen diese insbesondere auch aus allgemeinmedizinischer Sicht von entsprechenden FachärztInnen (InternistInnen, PsychiaterInnen) therapeutisch betreut werden. Mundhygieneinstruktionen sollten in jedem Fall, auch bei PatientInnen ohne bestehende Risikofaktoren für erosive Erkrankungen gegeben werden und die Wahl der Zahnpasta mit den PatientInnen den Bedürfnissen entsprechend erörtert werden. Anhand des Ernährungsprotokolls und auch des Verhaltens im Beruf und in der Freizeit müssen die PatientInnen über ihr Risiko aufgeklärt werden und entsprechende Änderungsvorschläge gemacht werden. Bei rechtzeitigem Erkennen der Risikofaktoren und entsprechendem Einschreiten sowie engmaschigen Kontrollen können somit das Auftreten, aber auch die Progression beginnender erosiver Zahnhartsubstanzdefekte verhindert werden.

Ist es bereits zu erosivem Zahnhartsubstanzverlust gekommen, sollte die Therapie neben dem bereits dargelegten Vermeiden der Risikofaktoren, entsprechend dem errechneten BEWE-Wert, eingeleitet werden [5]. Obwohl der BEWE-Wert bei Erwachsenen und Kindern gleich berechnet wird, wird die Therapie bei Kindern bereits früher eingeleitet [6].

Die folgenden Therapieempfehlungen richten sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder, wobei die BEWE-Werte für Kinder jeweils in Klammer geschrieben sind. Bei BEWE-Werten von unter 3 (Kinder: unter 3) werden jährliche Kontrollen sowie eine entsprechende Aufklärung der PatientInnen empfohlen. BEWE-Werte zwischen 3 und 8 (Kinder: 3 bis 6) entsprechen einem geringen Schweregrad und bedürfen zusätzlich zur jährlichen Kontrolle und Aufklärung einer entsprechenden Mundhygieneinstruktion sowie der Empfehlung von Prophylaxemaßnahmen wie zinnhaltigen Fluoridprodukten, einer detaillierten Ernährungsanamnese, Fotodokumentation sowie einer Abklärung intrinsischer und extrinsischer Risikofaktoren. Durch offene Dentintubuli schmerzende Areale sollten versiegelt werden. Bei BEWE-Werten zwischen 9 und 13 (Kinder: 7 bis 10) spricht man von einem mittleren Schweregrad, wobei die Kontrollen bereits halbjährig durchgeführt werden sollen und zu den bereits erwähnten Vorkehrungen minimalinvasive Restaurationen angedacht werden können. Ein BEWE-Wert von über 14 (Kinder: über 11) entspricht einem hohen Schweregrad und erfordert zusätzlich eine spezielle Betreuung sowie restaurative Maßnahmen.

Restaurative Maßnahmen. Die Ausführung restaurativer Maßnahmen sollte möglichst minimalinvasiv mithilfe adhäsiver Techniken vonstatten gehen. Bei entsprechenden BEWE-Werten, bzw. wenn die PatientInnen aufgrund verminderter Ästhetik oder durch eine erhöhte Dentinüberempfindlichkeit es verlangen, sollten Kompositfüllungen durchgeführt werden. Sogar bei bereits bestehendem Verlust der vertikalen Gesichtshöhe aufgrund eines fortgeschrittenen erosiven Zahnhartsubstanzverlustes kann mithilfe adhäsiven Materialien eine Rekonstruktion der Okklusalflächen bewerkstelligt werden. Hierbei wird entweder eine mittels Wax-up hergestellte Schiene [13], oder ein Silikonschlüssel [14] verwendet und dieser mit Komposit gefüllt und zum Aufbau der Zähne verwendet. Bei noch weiter fortgeschrittener Zerstörung der Zähne, die sich auf die gesamte Zahnanatomie ausdehnt, sind schlussendlich nur mehr größere prothetische Versorgungen angebracht [15].

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei der Diagnostik und Therapie erosiver Geschehnisse besonders die Früherkennung von RisikopatientInnen im Vordergrund stehen sollte, um entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung und Progression einleiten zu können. Bei bereits fortgeschrittenem erosiven Zahnhartsubstanzverlust sollten so lange als möglich adhäsive Techniken angewendet werden, um zusätzlichen iatrogenen Zahnhartsubstanzverlust zu vermeiden.

Das Literaturverzeichnis finden Sie hier oder kann beim IZZ bestellt werden unter Tel: 0711/222966-14, Fax: 0711/222966- 21 oder E-Mail: info@zahnaerzteblatt.de.

Dr. Barbara Cvikl, Prof. Dr. Adrian Lussi

 

Von der Zahn- zur Mundmedizin

 

Die Zukunft der Prophylaxe

Ausgabe 2, 2016

Die Bedeutung der Prävention in der Zahnmedizin wird zunehmen. Vor allem auch aufgrund ihrer positiven Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit. Schon heute wird der Zahnarzt mehr und mehr zum Mund-Arzt.

Prognosen sind schwierig – vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Dies gilt selbstverständlich auch für die Zahnmedizin. Dennoch: grundlegende Trends für das nächste Jahrzehnt sind bereits heute absehbar. Der Berufsstand wird mittelfristig ganz entscheidend von folgenden Faktoren geprägt sein: der demografischen Entwicklung (die Menschen werden älter werden), dem enormen Kostendruck im Gesundheitswesen, dem Mangel an qualifizierten Fachkräften und der Feminisierung des Berufsstandes.

Fachlich scheint ebenfalls die grundlegende Richtung vorgegeben: Durch effektive präventive Strategien für alle Altersgruppen lässt sich ein Großteil der Hart- und Weichgewebserkrankungen der Mundhöhle vermeiden. Abweichungen vom „Gesunden“ werden durch neue Diagnoseverfahren frühzeitiger als bisher erkannt. Therapeutische Eingriffe erfolgen in einem Stadium, das eine weitgehende Restitutio ad integrum ermöglicht und mit Materialien/Strategien, die die Rezidivrate minimieren. Eine verstärkte „Digitalisierung der Zahnmedizin“ ist zu erwarten. Außerdem entwickelt sich der Zahnarzt zum Mund-Arzt weiter. Der Stellenwert der Prävention wird in jedem Fall wachsen.

Wichtige Grundlagen. Zahnmedizinische Prophylaxe „von der Wiege bis zur Bahre“ ist sinnvoll und funktioniert: Karies, Gingivitis und Parodontitis, die häufigsten Krankheiten der Mundhöhle, sind vermeidbar. Das ist keine Theorie, sondern seit Jahrzehnten erfahrene Realität.

Die zentrale Strategie hat sich – aufgrund erwiesener Wirksamkeit – in den vergangenen 25 Jahren nicht geändert. Die regelmäßige mechanische Entfernung von Zahnbelägen durch häusliche und professionelle Maßnahmen (das mechanische Biofilmmanagement) steht nach wie vor im Mittelpunkt der Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates. Der Volksmund hat dies allgemeinverständlich formuliert im Satz: „Ein sauberer Zahn bleibt gesund.“

Das verstehen nicht nur Kinder, das verstehen sogar Erwachsene. Ist eigentlich ganz einfach. Wo liegt dann das Problem? Wieso gibt es nach wie vor Löcher in den Zähnen (Karies), wieso gibt es Zahnfleischbluten und wackelnde Zähne (Gingivitis/Parodontitis)?

Das Problem. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Auch diese Erkenntnis ist einfach. Die Bildung der Beläge geschieht lebenslang – also müssen die Maßnahmen zur Belagentfernung ebenfalls lebenslang erfolgen. Und dazu bedarf es lebenslanger Motivation. Und – was gelegentlich vergessen wird – nicht nur die Regelmäßigkeit, sondern auch die Qualität der Belagentfernung ist von Bedeutung. Ein „sauberer Zahn“ bedeutet: 100 Prozent sauber. Und beim „Säubern der Zähne“ (Hartgewebe) und des umgebenden Zahnfleisches (Weichgewebe) gelten grundsätzlich die gleichen Regeln, wie sie auch für die Reinigung anderer harter oder weicher Oberflächen (Auto, Teller, Kleid, Hose) selbstverständlich vorausgesetzt werden: Nutzen stiften (säubern) ohne Schaden anzurichten (die Oberfläche zu beschädigen). Vereinfacht ausgedrückt: Der Belag muss weg – aber schonend. Dieses Ziel ist trotz intensiver Instruktion durch geschulte Prophylaxeassistentinnen oder Dentalhygienikerinnen und Zuhilfenahme der modernsten Hilfsmittel im Rahmen häuslicher Maßnahmen allein selbst bei bestem Willen nur für die wenigsten Menschen umzusetzen – zusätzliche professionelle Hilfe zur Vor- oder Nachsorge von Erkrankungen ist erforderlich.

Gute Nachricht. Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Geändert haben sich in den vergangen Jahren allerdings sowohl die Motivation der Bürger als auch die praktischen Möglichkeiten, mit denen Prophylaxe im Alltag des Einzelnen – unabhängig von seinen individuellen Erkrankungsrisiken – umgesetzt werden kann. Verantwortlich ist das vermehrte Angebot gruppenund individualprophylaktischer Maßnahmen durch entsprechend qualifiziertes Personal, sowohl im pädagogischen als auch im fachlichen Bereich. Durch die Gruppenprophylaxe wurde innerhalb einer Generation eine neue soziale Norm eingeführt. „Eine Person in Deutschland putzt sich täglich mindestens einmal die Zähne!“ Die Frage „Warum Prophylaxe?“ stellt sich nicht mehr. Insbesondere Menschen unter 30, aber nicht nur sie, haben die Vorteile der Prophylaxe am eigenen Leib erfahren – und registriert, dass die Folgen zahnärztlicher Prophylaxe deutlich über die Gesunderhaltung der Mundhöhle hinausgehen und ganzheitliche Aspekte wie Ästhetik, Attraktivität, Selbstsicherheit, Allgemeingesundheit, Lebensfreude und Lebensqualität positiv beeinflussen.

Individualprophylaxe. Erfolgreiche Individualprophylaxe baut auf diesem Grundkonsens auf. Sie beantwortet – basierend auf der Diagnose des individuellen Erkrankungsrisikos – die Fragen nach dem „Wie und womit Prophylaxe?“. Und hier haben sich in den vergangenen Jahren enorme Entwicklungen vollzogen, sowohl was die Qualifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die Strukturen und Organisationen der Zahnarztpraxen (eigene Prophylaxezimmer mit separater Terminvergabe), die Hilfsmittel zur häuslichen Prophylaxe (Zahnbürsten, Zahnpasten …) als auch zur professionellen Prävention (Handinstrumente, Schallund Ultraschallgeräte, Pulverstrahlgeräte …) betrifft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Bei etwa 90 Prozent aller Personen führt die Prophylaxe zu einer deutlichen Verbesserung der Zahngesundheit und der Lebensqualität, eine Entwicklung, auf die wir durchaus stolz sein können.

Herausforderungen. Grund zur Euphorie gibt es dennoch nicht. Gleichzeitig formuliert diese Zahl indirekt die Herausforderung für die Zukunft: Programme, Konzepte, Strategien zu entwickeln, mit denen auch die restlichen zehn Prozent erreicht werden können – in allen Altersgruppen. Hier gibt es eine Reihe interessanter Ansätze, insbesondere zur Motivation und Remotivation, zum Beispiel zielgruppengerechte Gesundheitsapps. Gleichzeitig muss dafür Sorge getragen werden, dass die Generation der jungen Eltern, die die Vorteile der Prophylaxe erfahren hat, dies nicht als selbstverständlich ansieht und damit das Problembewusstsein für die täglichen Prophylaxeroutinen nicht nur bei sich selbst sondern auch den Kindern verliert. Schließlich muss es gelingen, die Erfolge der Prävention in den ersten Lebensjahrzehnten auch in die höheren Altersgruppen zu transportieren. Wir sind also noch lange nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg.

Handlungsbedarf. Angesichts unterschiedlicher individueller Erkrankungsrisiken ist zur Umsetzung präventiver Maßnahmen ein kombiniertes Vorgehen sinnvoll.

a) Maßnahmen der Kollektiv- und Gruppenprophylaxe zur Etablierung eines Mundgesundheitsbewusstseins bzw. einer sozialen Norm: „Die Durchführung von Mundhygienemaßnahmen in allen Altersgruppen ist eine Selbstverständlichkeit“. Durch geeignete Information über die Massenmedien sowie Zahngesundheitserziehung in Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen … werden sowohl die grundsätzliche Frage nach dem „Warum Mundhygiene?“ beantwortet als auch die Eltern, Kinder und Betreuer (von der Kindertagesstätte bis zum Seniorenheim) zur regelmäßigen Durchführung von Mundhygienemaßnahmen motiviert.

b) Maßnahmen der Individualprophylaxe in der Zahnarztpraxis. Sie klären das „Wie“ und „Womit“, Fragestellungen, die nur individuell – und im Laufe des Lebens immer wieder unterschiedlich beantwortet werden.

c) Aus-, Fort- und Weiterbildung der Zahnärztinnen und Zahnärzte, der Mitarbeiter in den Zahnarztpraxen sowie der Gesundheitserzieher müssen angepasst werden, um die Möglichkeiten der Prävention flächendeckend umsetzen zu können.

Prophylaxe funktioniert bereits heute. Realistisches Ziel bis 2020 ist eine Optimierung bestehender Strukturen und Prozesse in den relevanten Bereichen (von der Zahngesundheitserziehung in den Kindertagesstätten über die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Zahnarztpraxen bis hin zu einer entsprechend attraktiven Gestaltung der Gebührenordnung), um die bestehenden fachlichen Möglichkeiten möglichst effizient auszunutzen.

Prof. Dr. Johannes Einwag

 

Herbstmeeting im FFZ

 

Viel mitnehmen für die tägliche Arbeit

Ausgabe 2, 2016

Bereits zum 11. Mal fand am 21.11.2015 das Herbstmeeting im FFZ Freiburg unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Elmar Hellwig statt. Es war erneut gelungen, herausragende Referenten zu unterschiedlichen Themen der Zahnmedizin zu gewinnen.

Der erste Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema „Minimalinvasive Parodontalbehandlung“. Priv.-Doz. Dr. Moritz Kebschull, Bonn, betonte, dass sich die Parodontitistherapie erheblich gewandelt habe. Wurde früher im Prinzip fast bei jedem Patienten eine Lappen-OP zur Taschenreduktion durchgeführt, geht es heute zunächst einmal um ein intelligentes, supra- und subgingivales Biofilmmanagement. Neben der Instruktion zur richtigen Mundhygiene werden unterschiedliche Instrumente, wie Piezo-Geräte oder Pulverstrahlgeräte zur mechanischen Beseitigung des Biofilms verwendet. Bei therapieresistenten Taschen bzw. schwerer parodontaler Erkrankung kommt in Einzelfällen eine adjuvante Antibiose mit dem sogenannten Winkelhoff- Cocktail zum Einsatz. Dr. Kebschull, Bonn, stellte an klinischen Beispielen eindrucksvoll dar, wie erfolgreich eine eher konservative Herangehensweise sein kann. Auch im Bereich der regenerativen Maßnahmen und in der ästhetischen Parodontalchirurgie führt eine minimalinvasive Vorgehensweise zu vorhersehbaren Erfolgen.

Lachgas. Im zweiten Referat konnte Prof. Dr. Christian Splieth, Greifswald, das Publikum davon überzeugen, dass zahnärztliche Behandlungen, insbesondere Maßnahmen mit kurzer Behandlungsdauer und bei ängstlichen Patienten, sehr gut mit Lachgas durchführbar sind. Dazu bedarf es allerdings eines sogenannten „Lachgaszimmers“, in dem für gute Belüftungsmöglichkeiten gesorgt werden muss. In einem zweitägigen Trainingskurs kann ein Zertifikat erworben werden, welches die Grundlage für die Anwendung von Lachgas in der zahnärztlichen Praxis ist. Bei Kindern sollte Lachgas erst dann angewendet werden, wenn man mit anderen verhaltensbeeinflussenden Maßnahmen nicht weitergekommen ist. Man sollte grundsätzlich nicht vergessen, dass auch bei einer Lachgasbehandlung eine Lokalanästhesie notwendig ist. Auf jeden Fall ist ein möglicher Notfall sehr gut beherrschbar und Prof. Splieth geht davon aus, dass, ähnlich wie in anderen Ländern, Lachgas wieder vermehrt in die zahnärztliche Behandlung eingeführt werden wird.

Häusliche Mundhygiene. Prof. Dr. Stefan Zimmer, Witten, sprach über Mythen und Wahrheiten der häuslichen Mundhygiene. Er räumte in seinem Vortrag mit vielen, bisher als allgemeingültig angesehenen Empfehlungen auf. So konnte er sehr gut zeigen, dass es keine fixen Putzzeiten für alle Patienten geben kann. Diese müssen individuell ermittelt werden, um eine gute Plaqueentfernung zu erzielen. Auch bezüglich der Härte einer Zahnbürste gibt es keine allgemeinen Hinweise dafür, dass weiche Zahnbürsten immer nur schonen. So wird das Weichgewebe bei der Verwendung harter Zahnbürsten häufiger verletzt, die Zahnreinigung ist insgesamt besser. Prof. Zimmer sprach sich eindeutig für die Verwendung elektrischer Zahnbürsten aus und konnte sehr gut herausstellen, dass die immer wieder propagierte Basstechnik vermutlich von den meisten Patienten nicht zu erlernen ist.

Rekonstruktive Zahnmedizin. Nach der Mittagspause sprach Dr. Goran Benic, Zürich, über minimalinvasive, rekonstruktive Zahnmedizin. Eindrucksvoll konnte er belegen, dass sich die Dogmen bezüglich Präparationsrichtlinien bei der Versorgung mit Keramikrestaurationen massiv geändert haben. Die Präparation von breiten Stufen ist bei der Anwendung moderner Keramiken nicht mehr erforderlich und es lassen sich extrem zahnhartsubstanzschonende Präparationsformen gestalten. An eindrucksvollen Patientenfällen konnte er herausstellen, dass mit faszinierenden, hauchdünnen Keramik-Add-ons bzw. Teilkronen heute extrem zahnschonend restauriert werden kann. Insbesondere in abrasiv/erosiv veränderten Gebisssituationen lassen sich die von ihm propagierten, minimalinvasiven Restaurationskonzepte hervorragend umsetzen.

Die damit angeregten Fragen und Diskussionsbeiträge ließen erkennen, dass die Themen praxisnah vorgetragen wurden und die Zuhörerinnen und Zuhörer viel für ihre tägliche Arbeit mitnehmen konnten.

Prof. Dr. Elmar Hellwig

 

48. Jahrestagung der Oberrheinischen Zahnärztegesellschaft

 

Vom Wissen zum Können

Ausgabe 2, 2016

„Vom Wissen zum Können“ lautete das Motto der 48. Jahrestagung der Oberrheinischen Zahnärztegesellschaft in Straßburg an der Faculté de Chirurgie Dentaire. Dabei bot das breit gefächerte Vortragsprogramm auch in diesem Jahr engagierten jungen Referentinnen und Referenten aus den Zahnkliniken in Basel, Freiburg und Straßburg einen Rahmen, in der Straßburger Zahnklinik, in dem sich alle sichtlich wohl fühlten.

Was zeichnet die Oberrheinische Zahnärztegesellschaft aus? Der Präsident aus Basel, Priv.-Doz. Dr. Sebastian Kühl: „Es gilt, „den einzigartig familiären Charakter und Esprit dieses binationelen Kongresses [zu] bewahren“. Dies ist allen Beteiligten aus Hochschule und Zahnärztegesellschaften – Office Nouveau de la Formation Odontologique Continue du Bas-Rhin (ONFOC), Südbadische Zahnärztegesellschaft und Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) – in vorbildlicher Weise gelungen. Alle ziehen an einem Strang. Ob Prof. Dr. Corinne Taddei, Dekanin der Straßburger Zahnklinik, oder der bemerkenswerte Referent Prof. Dr. Marcel Hibert, Straßburg, der in seinem Festvortrag der „Chemie der Liebe“ nachspürte oder die jungen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, wie Dr. Tobias Fretwurst, Freiburg, der die Frage „Wie kommen Biomaterialien auf den Markt“ beleuchtete oder Priv.-Doz. Dr. Sebastian Kühl, Basel, der „computergeführte endodontische Behandlungen obliterierter Wurzelkanäle“ vorstellte.

Freude. Alle zeichnete die Freude an der Zahnheilkunde, an der Wissenschaft, am kollegialen Austausch aus. Viele „alte Mitglieder“ der trinationalen Zahnärztegesellschaft erlebten den wissenschaftlichen Diskurs mit und freuten sich über die jungen und dynamischen Referentinnen, die begeisterten. Eloquent führte der Generalsekretär der Oberrheinischen Zahnärztegesellschaft, Dr. Stefan Goldammer, durch das Programm.

„Farb- und formveränderte Zähne: Theapieentscheidung aus ästhetischer Sicht“ stellte Priv.-Doz. Dr. Maryline Minoux, Straßburg, in sehr anschaulicher Weise vor. Darüber hinaus ist es ein Markenzeichen der Oberrheinischen Zahnärztegesellschaft, dass junge Nachwuchswissenschaftler/ innen ihre Dissertationen diskutieren. „Zahn- und Gesichtsverletzungen im Karate – ein europäischer Vergleich“ war das Thema von Vesna Stesevic, Basel. Laure Anckenmann, Straßburg, stellte ihre „In-vitro-Studie über den Abbau des dento-keramischen Klebeverbundes infolge des Silanzerfalls“ vor und Philipp Tönissen, Freiburg, zeigte seine Forschungsergebnisse bei Tumormarkierungen von oralen Plattenepithelkarzinomen.

Das Vortragsprogramm wurde abgerundet durch Vorträge von OA Dr. Mauro Amato, Basel, „Der verfärbte obliterierte Frontzahn – eine endodontische und ästhetische Herausforderung?“ sowie von Prof. Dr. Britta Jung, Freiburg, die einen Überblick über „Knochenverankerte kieferorthopädische Systeme“ gab. Priv.-Doz. Dr. Olivier Etienne, Straßburg, stellte die „digitale Ästhetik-Planung“ in den Mittelpunkt seines Vortrags.

Fazit. Was zeichnet den Charakter dieser Jahrestagung aus? Zum einen das vielfältige Programm, das jungen Wissenschaftlern ebenso Raum als auch dem jungen Auditorium die Möglichkeit gibt, Professorinnen und Professoren, die an den Fakultäten in Basel, Freiburg und Straßburg lehren, zu hören, zu begegnen und sich vor allem mit Kolleginnen und Kollegen in der Regio auszutauschen.

Die Vorträge, das Ambiente der Klinik, das Engagement aller Beteiligten, ob im Auditorium, unter den Referentinnen und Referenten, Verantwortlichen in den Zahnärztegesellschaften, in der Organisation und den zahlreichen Gästen, das und viel mehr machte diese einzigartige Jahrestagung aus.

johannes.clausen@izz-online.de