Zahnaerzteblatt.de

 

Prophylaxe

Zahnärztlicher Kinderpass

 

Neuauflage erhältlich

Ausgabe 2, 2016

Der vom LZK-Prophylaxeausschuss erarbeitete zahnärztliche Kinderpass ist wieder in einer Neuauflage erhältlich. Rund 300.000 Exemplare wurden in den vergangenen acht Jahren in Baden-Württemberg verteilt. Ziel ist es, die zahnärztliche Betreuungslücke von Kindern bis drei Jahren – vor der ersten Reihenuntersuchung im Kindergarten – zu schließen.

Die Autoren Prof. Dr. Johannes Einwag, Dr. Bernd Krämer und Dr. Renate Lüllwitz- Hoch haben den zahnärztlichen Kinderpass entwickelt, der inhaltlich und organisatorisch die Schwerpunkte der präventiven zahnärztlichen Betreuung in der Schwangerschaft und in den ersten beiden Lebensjahren enthält. Es sind zwei Untersuchungen in der Schwangerschaft (3. und 8. Monat) vorgesehen sowie zwei weitere im 6. und 20. Lebensmonat des Kindes. Der Pass ist selbsterklärend, d. h. er enthält alle Informationen über die durchzuführenden Maßnahmen bei den vier Vorsorgeterminen.

Wer den Kinderpass den betreffenden Patientinnen bzw. Eltern von Kleinkindern in seiner Praxis anbieten möchte, kann ihn über den Formularservice des jeweiligen Zahnärztehauses bestellen. Neben den regionalen Arbeitsgemeinschaften für Zahngesundheit sind Hebammen, Entbindungsstationen, Frauen- und Kinderärzte weitere Multiplikatoren. Diese wenden sich wegen der Bestellung an das:

Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ)
Baden-Württemberg
Königstraße 26
70173 Stuttgart

Tel: 0711/222966-0
Fax: 0711/222966-20
E-Mail: PresseIZZ@t-online.de

 

Höhere Stundenpauschale für Patenzahnärzte

 

Mehr Fluoridierungsmaßnahmen

Ausgabe 2, 2016

Die Zahl der Fluoridierungsmaßnahmen in Kindergärten und Schulen, die darin besteht, dass Prophylaxe-Fachkräfte Fluoridgelee einbürsten, konnte sich laut Jahresbericht 2014/15 der LAGZ wieder ein wenig stabilisieren. Nachdem im Jahr zuvor in den Klassen eins bis vier eine dramatische Abnahme zu verzeichnen war, hat sich die Zahl dieser Prophylaxemaßnahmen im Berichtsjahr auf 241 erhöht. Im Vergleich zum Jahr 2013, in dem 355 solcher Fluoridierungsmaßnahmen zu beobachten waren, ist das noch immer eine zu geringe Zahl. Zahnärztinnen und Zahnärzte, die dazu beitragen wollen, dieser wichtigen Maßnahme mehr Nachdruck zu verleihen, bekommen seit Januar eine höhere Stundenpauschale als Patenzahnärzte.

Knapp 1400 Patenzahnärzte gibt es in Baden-Württemberg, die in der Gruppenprophylaxe mitwirken. Nach wie vor ist es in einigen Kreisen allerdings schwierig, Zahnärztinnen und Zahnärzte dazu zu bewegen, sich regelmäßig in der Gruppenprophylaxe in Kindertagesstätten zu engagieren. Schon seit vielen Jahren wirbt der Prophylaxeausschuss der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg deshalb regelmäßig intensiv um Patenzahnärzte, betont Dr. Renate Lüllwitz-Hoch, Vorsitzende des Prophylaxeausschusses.

Zahl erholt sich. Diese Bemühungen tragen inzwischen Früchte. Die Zahl der Fluoridierungsmaßnahmen hat sich inzwischen wieder erholt und im Vergleich zum schwachen Vorjahr sogar wieder verdoppelt. Dennoch befindet sie sich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau.

Höhere Pauschale. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich gern als Patenzahnärzte einbringen würden, gibt es nun eine Anhebung der Stundenpauschale zum 1. Januar 2016. Seit Beginn dieses Jahres beträgt die Stundenpauschale, die eine Teilkostenentschädigung darstellt, inklusive Fahrtkosten unter Berücksichtigung der An- und Abreisezeiten 58 Euro für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte mit eigener Praxis. Seit 2009 waren es zuvor 54 Euro. Der Betrag für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte ohne eigene Praxis ist von 36,75 Euro auf 39,50 Euro gestiegen. Für den Fall, dass der Vertragszahnarzt durch eine in seiner Praxis angestellte Zahnmedizinische Fachangestellte unterstützt wird, steigt der Satz zusätzlich von 16,50 Euro auf 17,75 Euro. Immer wieder sind die Beiträge in den vergangenen Jahren angepasst worden.

Infos in der Region. Die Gruppenprophylaxe in Baden-Württemberg ist dezentral aufgestellt. Die 37 regionalen Arbeitsgemeinschaften Zahngesundheit führen sie auf Stadt- und Landkreisebene durch. Interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte, die ein Engagement als Patenzahnarzt anstreben, sollten die in ihrem Kreis zuständige regionale Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit kontaktieren.

Kontakte. Informationen dazu gibt es im Internet auf www.lagzbw. de/Arbeitsgemeinschaften. Dort finden sich die einzelnen Kontakte, aufgeteilt nach Regierungsbezirken. Die Patenzahnärzte betreuen in Absprache mit den Arbeitsgemeinschaften Kindertageseinrichtungen mit gruppenprophylaktischen Maßnahmen.

christian.ignatzi@izz-online.de