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Gemeinsame Patientenveranstaltung an der Uni Freiburg

 

Neue Wege der Patienteninformationen

Ausgabe 4, 2016

Würde das neue Format einer gemeinsamen Patientenveranstaltung der Freiburger Bezirkszahnärztekammer und der Freiburger Universitätskieferchirurgie greifen? Es konnte. Der Hörsaal der Frauenklinik Freiburg war voll. Mehr als 130 an einer Implantatversorgung interessierte Patientinnen und Patienten hörten die Vorträge der Referenten von Kammer und Kieferchirurgie und stellten ausgiebig Fragen.

„Mit einem so großen Interesse hatten wir wirklich nicht gerechnet“, begrüßte der sichtlich zufriedene Organisator, Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen, das Auditorium und wies darauf hin, mit dieser Patienteninfoveranstaltung Neuland beschritten zu haben. Es ist die erste Veranstaltung dieser Art, die Kammer und Zahnklinik mit dem Fokus auf Patienteninformation auf den Weg gebracht haben. Der Erfolg dürfte dafür sorgen, dass sich das neue Format mit weiterem Leben füllt.

Spannende Fragen. Dr. Georg Bach steuerte den ersten Beitrag bei. Hier standen der Ablauf einer Implantatbehandlung von der Anamnese bis zur Zahnersatzeingliederung im Vordergrund, ehe es darum ging, die für viele Zuhörer spannenden Fragen zu klären: „Ist auch bei mir eine Implantation möglich und wie und bei wem bekomme ich meine künstlichen Zahnpfeiler?“. Ausgehend von der SAC-Klassifizierung des Internationalen Teams für Implantologie (ITI) erfuhren die Zuhörer von den unterschiedlichen Indikationsklassen mit ihren variierenden Schwierigkeitsgraden anhand von Fallbeispielen.

Dr. Tabea Flügge, Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Zahnklinik Freiburg, war kürzlich von einem Fortbildungsaufenthalt an der ACTA-Universität bei Prof. Dr. Daniël Wismeijer in den Niederlanden zurückgekehrt und knüpfte direkt an die Ausführungen ihres Vorredners an. Den Fokus legte sie auf den „schwierigen Fall mit erschwerten Ausgangsbedingungen“. Ihr Credo: „Bei komplexen Herausforderungen hat die konsequente Anwendung der Optionen der digitalen Planungs- und Therapiekette Sinn.“

Knochenaufbau. Für viele weibliche Veranstaltungsgäste hatte Prof. Dr. Katja Nelson eine beruhigende Botschaft: „Die meisten von Ihnen sind mehr als 70 Jahre alt und einige leiden sicherlich auch an Osteoporose – dennoch sind Implantate möglich.“ Limitierend auf diese Aussage wirkten sich Medikamente zur Therapie der Osteoporose aus. Hier seien an allererster Stelle Bisphosphonate zu nennen. Den zweiten Teil ihrer Ausführungen widmete Prof. Dr. Nelson den Optionen zum Knochenaufbau für Implantate. Das autologe Knochentransplantat genießt bei der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin höchste Priorität.

„Wenn Sie aufwachen, lächelt Sie Ihr freundlicher Anästhesist an und die Implantate sind schon alle im Munde“, sagte Prof. Dr. Alexander Hötzel, der es verstand, die Vorteile einer Implantatbehandlung in Vollnarkose seinen überwiegend betagteren Zuhörern zu vermitteln. Mit seinem Vortrag „Implantate im Schlaf“ stellte der Anästhesist die Vorteile einer Narkosebehandlung dar und erläuterte deren Verlauf.

Lebhafte Diskussion. Was kosten Implantate? Was übernehmen die Kassen? – zweifellos den kniffligsten Teil hatte der Vorsitzende der BZK Freiburg, Dr. Peter Riedel, übernommen. Ausgehend von den seltenen Ausnahmeindikationen nach § 28 des SGB V leitete er anhand zahlreicher Fallbeispiele in das komplexe befundorientierte Festzuschussmodell ein. Es wunderte niemanden, dass er bei der anschließenden Podiumsdiskussion ein gefragter Diskutant war und zahlreiche Fragen rund um Erstattungsund Gebührenfragen beantwortete.

Aus dem Auditorium kamen detaillierte, und sehr anspruchsvolle Fragestellungen. Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen fasste in seinem Schlusswort zusammen: „Sie sehen, wie wichtig Wissensvermittlung aus erster und berufener Hand ist. Nur so sind Sie in der Lage, die vielen Informationen, die auf Sie einprasseln, richtig einzuordnen.“

Dr. Georg Bach

 

Aktion im Kreis Göppingen

 

Altgold hilft Straßenkindern

Ausgabe 4, 2016

18 Zahnarztpraxen aus dem Landkreis Göppingen haben Zahn-Altgold zu Geld gemacht und der Hilfsorganisation KiNiKi 30.750 Euro gespendet.

Im Jahr 2005 begannen 15 Zahnärzte im Kreis Göppingen, das Zahn- Altgold ihrer Patienten und Patientinnen für KiNiKi zu sammeln. Im vergangenen Jahr haben sich 18 Zahnarztpraxen an dem Projekt beteiligt – und heraus kam die Summe von 30.750 Euro. KiNiKi steht für „Kinder – Niñios – Kids“ und ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die in Stuttgart-Plieningen angesiedelt ist. Die Organisation richtet ihr Augenmerk auf Straßenkinder in Deutschland, wo die Kinderarmut in den vergangenen Jahren deutlich zunimnt und inzwischen mehr als 2500 Kinder obdachlos sind und auf der Straße leben. KiNiKi unterstützt Projekte, aber auch Kinder direkt. Der persönliche Kontakt zu den Helfern vor Ort steht an erster Stelle und die Spenden fließen direkt in die Projekte.

Spendensiegel. Auch trägt die Organisation seit vielen Jahren das DZI-Spendensiegel. Bei der Aktion 2015 haben die Praxen Dr. Sebastian Bär, Dr. Steffen Birk und Dr. Jochen Fink, Dr. Konrad Bühler und Kollegen, Dr. Markus Getto, Dr. Petra Huber, Dr. Hans-Ulrich Kast, Dr. Joachim Mezger, Dr. Bernd Mutschler, Dr. Mike Porsche und ZA Helko Schällig, Dr. Roland Reif, Dr. Werner Scherer, Dr. Thomas Schleihauf, Dr. Michael Schuhbeck und ZÄ Heike Schneider, Dr. Claudius Steinbach, Dr. Jürgen Straub, Dr. Michael von der Heide, Dr. Eberhard und Sybille Wolinski und Dr. Uwe Wurster und Kollegen mitgeholfen und wurden dabei von ihren Patienten tatkräftig unterstützt.

Dies gilt ebenso für die Firma a-priori dental in Göppingen, die schon die ganzen Jahre das Edelmetall ohne Kosten für KiNiKi scheidet. Von den Spenden profitieren auch Projekte im Kreis Göppingen, wie zum Beispiel das Rupert-Mayer- Haus in Göppingen und die Jugendhilfe Deggingen mit ihren verschiedenen Außenwohngruppen.

Nicole Herzer

Weitere Infos zu KiNiKi