Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

In Rust dreht sich alles um Risiken

Pressemitteilung zur 41. Jahrestagung der südbadischen Zahnärzteschaft in Rust

(April 2016) Nachdem die Premiere anlässlich der 40. Jahrestagung des traditionsreichen Fortbildungskongresses so viel Beifall fand, hat sich die Bezirkszahnärztekammer Freiburg entschlossen, auch in diesem Jahr wieder das Confertainment-Center des Europa-Parks in Rust als Tagungsort zu wählen. So treffen sich Zahnärztinnen und Zahnärzte aus Südbaden und weit darüber hinaus am 8. und 9. April zum zweiten Mal an diesem gastlichen Ort, um ihren wissenschaftlichen Kongress abzuhalten. Auch die Fortbildungstagung für Zahnmedizinische MitarbeiterInnen findet zur gleichen Zeit in Rust statt. Beide Tagungen widmen sich dem Thema „Risiko erkennen – Risiko vermeiden".

Für den Praxisalltag
Der wissenschaftliche Leiter des Kongresses, Prof. Dr. Elmar Hellwig, Freiburg, hat neun renommierte Referenten aus dem In- und Ausland zu wissenschaftlichen Vorträgen eingeladen, die den Praktikern dabei helfen sollen, vor der Behandlung Risiken zu erkennen und bei der Behandlung Risiken zu vermeiden. Der Vorsitzende der Bezirkszahnärztekammer Freiburg, Dr. Peter Riedel, benannte diejenigen Faktoren, die bei der Patientenversorgung ein erhöhtes Risiko darstellen und führte an erster Stelle Allgemeinerkrankungen und medikamentöse Therapien an. Um ältere und mehrfach erkrankte Patienten effektiv und risikoarm behandeln zu können, ist eine gründliche und immer aktuelle Anamnese erforderlich. Zudem ist oft die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem zuständigen Haus- oder Facharzt nötig. Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang Patienten, die Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen. Bei zahnärztlich-chirurgischen Interventionen kann eine verstärkte Blutungsneigung zu Komplikationen führen, denen der Zahnarzt durch schonende operative Vorgehen und intraoperative Blutstillung begegnen kann. Auch bei der Schmerzmedikation vor und nach einem zahnärztlichen Eingriff ist bei Risikopatienten Vorsicht geboten, da auch hierdurch das Blutungsrisiko beeinflusst wird.

Sichere Materialien
Obwohl Unverträglichkeiten bei zahnärztlichen Werkstoffe selten sind, muss der Zahnarzt den jeweils geeigneten Werkstoff auswählen und im Rahmen der „Risikokommunikation“ seine Patienten über unerwünschte Reaktionen informieren. Das gilt auch für die neuesten Entwicklungen in der Adhäsiv- und Komposittechnologie, die es möglich machen, auch tief zerstörte Zähne mit direkten Restaurationen zu versorgen, die unter den Zahnfleischrand reichen. Dabei sind nicht nur besondere Techniken bei der Verarbeitung feuchtigkeitsempfindlicher Werkstoffe zu beachten, sondern auch die Tatsache, dass das Zahninnere, die Pulpa, gegen Irritationen durch Restaurationsmaterialien abgeschirmt werden muss.

Karies und Parodontitis
Das Risiko an Karies zu erkranken, hat sich in den letzten Jahrzehnten durch ausgefeilte Präventionsstrategien stark verringert. Dazu hat auch ein neues Verständnis des kariesverursachenden Biofilms beigetragen. So sind in den letzten Jahren zahlreiche mikrobiogische, biochemische und molekularbiologische Methoden untersucht worden, um den Biofilm zu entfernen. Das Mittel der Wahl zur Plaquekontrolle stellt aber nach wie vor die mechanische Entfernung des Biofilms dar. Auch bei parodontalen und periimplantären Entzündungsprozessen handelt sich um Biofilm-Infekte. Orale Bakterien und deren Stoffwechselprodukte sowie lokal im Parodont freigesetzte Entzündungsmediatoren können in den Kreislauf gelangen und damit zur Erhöhung des Risikos von Allgemeinerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Prävention von häuslicher Gewalt
Eine ganz spezielle Form von Risiken wird Prof. Dr. Stefanie Ritz-Timme, Düsseldorf in ihrem Vortrag ansprechen. Die Direktorin des Institutes für Rechtsmedizin im Universitätsklinikum Düsseldorf nimmt die Zahnärzteschaft in die Pflicht, wenn es um die Prävention von häuslicher Gewalt geht. Gewaltbetroffene Patientinnen und Patienten brauchen eine ganz bestimmte Fürsorge und Betreuung. Um diese sicherzustellen, müssen Zahnärztinnen und Zahnärzte die Folgen von Gewalt und/oder von Vernachlässigung erkennen, eine möglichst gerichtsfeste Dokumentation vornehmen und durch persönliche Gespräche und Beratung zu einer umfassenden medizinische und psychosoziale Betreuung beitragen.

Risiko als Lebenselixier
Den Festvortrag unter dem Titel „Risiko als Lebenselixier“ wird die Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner halten. Unter dem Motto „Die hohen Berge – meine Lehrmeister“ wird sie anhand beeindruckender Bild- und Videomaterialien von der Bezwingung des K2 berichten und dabei die Wichtigkeit von Willensstärke, Disziplin, Teamgefühl und Vertrauen beleuchten.
Erstmalig wird bei der 41. Fortbildungstagung in Rust auch ein wissenschaftliches Programm speziell für Kieferorthopäden angeboten, zu dem alle vier Universitätszahnkliniken in Baden-Württemberg mit einer Präsentation beitragen. Der Pre-Congress mit zahlreichen Themen für das gesamte Praxisteam sowie eine auf das Tagungsthema abgestimmte Dentalausstellung machen den wissenschaftlichen Kongress zusätzlich attraktiv.


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Johannes Clausen,
Leiter des IZZ 
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