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Titelthema

Spahn in aller Munde. Kürzlich soll Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer internen Runde bescheinigt haben, dass er als Gesundheitsminister eine erstklassige Arbeit verrichte. Kurz, so munkelt man, flackerte in Spahn die Hoffnung auf, das prestigeträchtige Verteidigungsministerium von Ursula von der Leyen zu übernehmen. Doch daraus wurde nichts. Spahn bleibt im Gesundheitsressort und sorgt dort weiterhin dafür, dass die Gesundheitspolitik in aller Munde ist. So sehr im Gespräch wie unter seiner Ägide war sie seit Jahren nicht. Die Republik diskutiert kontrovers über Organspenden, Fettabsaugungen und Präimplantationsdiagnostik. Umstritten ist vor allem Spahns Idee, die bislang regional begrenzten Allgemeinen Ortskrankenkassen
(AOK) bundesweit zu öffnen. Damit will der Minister eine einheitliche Aufsicht für alle Krankenkassen durch das Bundesversicherungsamt erreichen. Es deutet sich an: Spahn bleibt seinem bisherigen hohen Tempo in der Gesundheitspolitik treu und hat inzwischen schon wieder weitere Reformen im Gesundheitswesen vorangetrieben. Darüber schreiben Dr. Holger Simon-Denoix und Guido Reiter. Auf den Bundesgesundheitsminister geht auch der politische Hauptstadtkorrespondent der Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung, Norbert Wallet, in seinem Leitartikel ein. „Jens Spahn wurde einen Nachmittag lang als heißester Kandidat für die Nachfolge Ursula von der Leyens als Verteidigungsminister gehandelt“, schreibt er. „Man kann sich gut vorstellen, dass die Branche den Atem angehalten hat. Spahn setzt das Gesundheitswesen seit Amtsantritt mit einem Stakkato an Gesetzesvorhaben unter Stress.“

Berufspolitik

Telematik im Blick. „Gute Vertragsabschlüsse mit allen Krankenkassen auf dem Verhandlungswege und höhere Vergütungen, die Budgetierung neutralisiert, die Degression entfallen: Viele gute Nachrichten gab es für die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Baden-Württemberg in der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung in Donaueschingen“, heißt es im Beitrag. Die Versammlung setzte sich auch mit der Telematikinfrastruktur auseinander, die Dr. Hans-Hugo Wilms in seinem zugehörigen Kommentar einordnet. 

Belebender Vortrag. Auf der Vertreterversammlung der Landeszahnärztekammer BW war der Vortrag des Freiburger Medizinethikers Prof. Dr. Giovanni Maio zum Thema „Werte für die (Zahn-) Medizin – warum die Heilberufe ihre eigene Identität verteidigen müssen“ am 27. Juli ein besonderer Höhepunkt. Ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Maio lesen Sie in der kommenden ZBW-Ausgabe. In ihrer Kabinettssitzung am 3. Juli 2019 hat die Bundesregierung die von Gesundheitsminister Spahn vorgelegte Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung in der Fassung des Bundesratsbeschlusses vom 7. Juni zur Kenntnis genommen. Zahlreiche Daten und Fakten dazu lesen Sie in dieser ZBW-Ausgabe. „Die Landeszahnärztekammer begrüßt, dass die völlig veraltete Approbationsordnung für Zahnärzte nun endlich modernisiert wird“, heißt es im Text.

Fortbildung

Maschinelle Aufbereitungssysteme. Die Wurzelkanalaufbereitung ist bekanntermaßen ein elementarer Bestandteil des allgemein anerkannten
Behandlungsprotokolls einer Wurzelkanalbehandlung und spielt somit in der täglichen Praxis eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Neuerung der vergangen Jahre haben nicht nur die Möglichkeiten der Aufbereitung an sich verbessert und vereinfacht, sondern leicht, sicherer und effizienter gemacht. Prof. Dr. Christian Gernhardt und Henrike Jäger berichten darüber.