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Leitartikel

„Terminservice- und Versorgungsgesetz – Segen oder Fluch?“ titelt Dr. Ute Maier, Vorsitzende des Vorstands der KZV Baden-Württemberg, in ihrem Leitartikel. „Es war ein monatelanges Hin und Her – nun hat der Bundestag das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) beschlossen [...]. Die Lesarten unterscheiden sich: Ein Füllhorn an Segnungen für die Versicherten oder immer neue Vorschriften, die die Berufsausübung hemmen und somit die von ihm vielfach bemühte ‚Verbesserung der Versorgung‘ geradezu konterkarieren?“ Ob dies einer positiven Fortentwicklung der Versorgung vor Ort und der Gemeinsamen Selbstverwaltung zuträglich ist und welche Anzeichen darauf hindeuten, dass das bewährte System mit einer starken Selbstverwaltung langfristig zugunsten einer zentral gesteuerten Staatsmedizin umstrukturiert werden soll, lesen Sie hier.

Titelthema

Mit dem TSVG soll das von den Koalitionspartnern vereinbarte Ziel einer besseren und vor allem schnelleren Verfügbarkeit von Facharztterminen für gesetzlich Krankenversicherte verfolgt werden. Gleichzeitig werden zahlreiche weitergehende Regelungen getroffen. In seinem Beitrag „Licht und Schatten für die Versorgung“ bewertet Dr. Holger Simon-Denoix die wichtigsten Regelungen für die medizinische Versorgung generell und für den zahnmedizinischen Bereich. „Polit-Rebell, Provokateur, Hauruck-Minister: Jens Spahn hat im zurückliegenden Jahr wortgewaltiges Feedback erhalten, verbunden mit viel Skepsis bis hin zu harscher Kritik, öffentlich, in Parteikreisen und darüber hinaus. Die Aufmerksamkeit, die man früheren Gesundheitsministern geschenkt hat, übertrifft er um Längen. [...] Das Verhältnis zwischen einem Gesundheitsminister und der Gemeinsamen Selbstverwaltung ist angespannt wie selten.“ Lesen Sie im Beitrag „Eminenzbasierte Entscheidungen“ von Guido Reiter wie der Minister die Grenze zwischen Staat und Selbstverwaltung neu zu definieren versucht. „Selbstverwaltung sichert Effektivität und Effizienz im Gesundheitswesen“ ist das Interview mit Univ.- Prof. Dr. Dr. Rainer Pitschas überschrieben. Der Verwaltungswissenschaftler und Experte für die zahnärztliche Selbstverwaltung war von 2001 bis 2008 Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Bundesschiedsamtes für die vertragszahnärztliche Versorgung. Von 2012 bis 2018 saß er auf Vorschlag der Zahnärzteschaft als stellvertretendes unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss. Im Interview bezieht er Stellung. In seinem Kommentar „Schlechter Politikstil“ kritisiert auch Franz Knieps, Vorstand des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen und ehemaliger Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit, die Politik von Gesundheitsminister Jens Spahn.

Europawahl

Ende Mai sind rund 400 Millionen Europäer zur Europawahl aufgerufen. Werden sich proeuropäische Positionen behaupten oder setzen sich die Stimmungen und Trends aus den nationalen Wahlen der jüngeren Vergangenheit bei der Wahl zum Europaparlament fort? Die Wahl könnte zur Abstimmung für oder gegen das europäische Projekt werden – die wichtige Aufgabe des EU-Parlaments als Kontroll- und Gesetzgebungsorgan träte in den Hintergrund. Lesen Sie den Beitrag „Eine Schicksalswahl für Europa“ von Christian Ignatzi mit Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung.

Fortbildung

Die Revaskularisation, oft auch als regenerative endodontische Therapie (RET) bezeichnet, ist eine neuartige Behandlungsoption, die einen biologischen Ansatz zur Behandlung von avitalen bleibenden Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum bietet. Die Autoren ZA Mhd Said Mourad, OÄ Dr. Ruth M. Santamaría, Prof. Dr. Christian H. Splieth und Dr. Julian Schmoeckel, Abteilung für Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde, ZZMK Universitätsmedizin Greifswald, stellen in ihrem Beitrag „Revaskularisation bei teilweise nekrotischem Zahn mit offenem Apex“ einen Patientenfall und das Follow-Up bei einem achtjährigen Patienten vor.