Zahnaerzteblatt.de

 

Namen und Nachrichten

Landesgesundheitsgesetz

 

Konstituierende Sitzungen zweier Ausschüsse

Ausgabe 6, 2016

Am 21. April 2016 konstituierte sich der im Rahmen des Landesgesundheitsgesetzes ins Leben gerufene Landesausschuss Gesundheitsförderung und Prävention. Als Vertreter der Landeszahnärztekammer wird der stv. Präsident Dr. Bernhard Jäger im Ausschuss vertreten sein. Für die Kassenzahnärztliche Vereinigung gehört die Vorsitzende des Vorstandes, Dr. Ute Maier, dem Ausschuss als Vertreterin an.

Der Landesausschuss für Gesundheitsförderung und Prävention befasst sich mit landesweiten Strategien und Programmen zur Gesundheitsförderung und Prävention und erarbeitet entsprechende Empfehlungen.

Zunächst war eine Beteiligung der Zahnärzteschaft im Ausschuss nicht vorgesehen, obwohl die Zahnärzteschaft seit 25 Jahren als einzige Gruppe im Gesundheitswesen Erfolge in der Prävention vorweisen kann.

Am 31. Mai 2016 stand die Konstituierung eines weiteren im Rahmen des Landesgesundheitsgesetzes vorgesehenen Ausschusses an: Der Sektorenübergreifende Landesausschuss. Der Sektoren-übergreifende Landesausschuss kann Empfehlungen zur gesundheitlichen Versorgung und Entwicklung medizinischer Versorgungsstrukturen und insbesondere zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen abgeben. Sowohl KZV BW als auch LZK BW sind wiederum durch Dr. Ute Maier und Dr. Bernhard Jäger im Ausschuss vertreten.

IZZ

 

Früherkennung

 

Gelbes Heft enthält Verweise zum Zahnarzt

Ausgabe 6, 2016

Die vertragszahnärztliche Vorsorge für Kinder bis zum 6. Lebensjahr wird von Juli 2016 an nachhaltig gefördert. Das sogenannte Gelbe Heft (Kinderuntersuchungsheft) enthält künftig sechs rechtsverbindliche Verweise vom Kinderarzt zum Zahnarzt für Kinder vom 6. bis zum 64. Lebensmonat in Form von Ankreuzfeldern. Einen entsprechenden Beschluss hat die KZBV im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erwirkt, dem wichtigsten Beschlussgremium der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Eltern erhalten das Gelbe Heft in der Regel auf der Entbindungsstation oder vom Kinderarzt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der G-BA in der neugefassten Kinderrichtlinie auf Initiative der KZBV eine stärkere Vernetzung von Kinder- und Zahnärzten verankert und damit die Voraussetzung für die heutige Entscheidung und für die Verbesserung zahnärztlicher Prävention bei Kleinkindern geschaffen.

Das Gelbe Heft ist Bestandteil der Kinderrichtlinie. Die Umsetzung einer engeren und systematischeren Zusammenarbeit von Kinder- und Zahnärzten ist eine der Kernforderungen des Versorgungskonzeptes „Frühkindliche Karies vermeiden“, das von BZÄK und KZBV erarbeitet wurde.

IZZ/KZBV

 

Internationaler Wissenschaftspreis

 

Dr. Dr. Fabian Duttenhöfer ausgezeichnet

Ausgabe 6, 2016

Dr. Dr. Fabian Duttenhöfer, Arzt an der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, darf sich über eine besondere Auszeichnung freuen. Er hat Ende April auf dem International Osteology Symposium in Monaco den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis erhalten. Dr. Duttenhöfer forscht auf dem Gebiet der Knochenneubildung und erhielt den Preis für seine Grundlagenforschung.

Die Rekonstruktion und prothetische Rehabilitation von Patienten mit ausgedehnten knöchernen Defekten des Mittelgesichts sowie des Ober- und Unterkiefers sind nach wie vor eine klinische Herausforderung. Tissue Engineering auf Basis individuell gefertigter Knochenersatzmaterialien stellt heute eine potenzielle Alternative zum Goldstandard autologer Knochentransplantate dar. Dennoch zählt die initiale Neovaskularisation nach wie vor zu den wichtigsten limitierenden Faktoren dieser Implantate.

Dr. Duttenhöfer entwickelte eine CAD/CAM-Methode, mit der künstliches Trägermaterial besonders schnell mit Knochenzellen besiedelt und mit Blutgefäßen versorgt wird (BoneBox). Das Verfahren könnte später zur Behandlung von Patienten mit ausgedehnten Knochendefekten oder Knochenrückbildung, wie beispielsweise bei der ausgedehnten Alveolarfortsatzatrophie, dienen.

FD/ZBW

 

Kostenstrukturerhebung der KZBV

 

Unterstützung gefragt

Ausgabe 6, 2016

Ohne solide Datengrundlage sind sie heute kaum noch denkbar: die Verankerung berufspolitischer Forderungen der Zahnärzteschaft in der Politik und die Gestaltung attraktiver Rahmenbedingungen für die zahnärztliche Berufsausübung. Auch für das Jahr 2015 führt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) deshalb wieder eine bundesweite Kostenstrukturerhebung in den Praxen durch, um zuverlässige Aussagen über die wirtschaftliche Entwicklung des Berufsstandes treffen zu können.

Von Juni an werden die Fragebögen für die Erhebung der notwendigen Daten von den KZVen an eine repräsentative Auswahl von Zahnarztpraxen verschickt. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Die KZBV ist aber auf die Mitarbeit der Praxen angewiesen. Nur ein breiter Rücklauf an Fragebögen sichert eine solide und aussagefähige Datenbasis. Der Vorstand der KZBV bittet daher alle angeschriebenen Praxen, den Fragebogen auszufüllen und an die KZBV zurückzusenden. Namen und Anschriften der nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Zahnärztinnen und Zahnärzte werden nicht gespeichert, die Rücksendung der Bögen erfolgt ohne Angabe des Absenders. Somit sind die jeweiligen Einzeldaten anonymisiert und werden entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen verarbeitet.

Ein umfassender Rücklauf ist wichtig, damit aktuelle, valide Daten zur Struktur und Entwicklung der Kosten in den Praxen generiert werden können. Die Kostenstrukturerhebung liefert wichtige Informationen, zum Beispiel auch für die Gestaltung von Verträgen mit den Krankenkassen auf Ebene der KZVen. Die Teilnahme an der Erhebung dient also letztlich jedem einzelnen Zahnarzt.

KZBV

 

Paracelsus-Medaille

 

Auszeichnung für Prof. Dr. Kolkmann

Ausgabe 6, 2016

Der langjährige Präsident und heutige Ehrenpräsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg hat beim Deutschen Ärztetag in Hamburg die höchste Auszeichnung der Bundesärztekammer erhalten. Der gebürtige Sterkrader lebt in Nürtingen und arbeitet als Praxisvertreter in Wesel. In der Laudatio heißt es: „Die deutschen Ärztinnen und Ärzte ehren in Prof. Dr. med. habil. Friedrich-Wilhelm Kolkmann einen Arzt, der sich während seines ganzen Berufslebens für die Qualitätssicherung und das Qualitätsmanagement in der Medizin eingesetzt hat.“

Friedrich-Wilhelm Kolkmann kam am 30. August 1936 in Oberhausen- Sterkrade zur Welt. Nach seinem Abitur am staatlichen Gymnasium in Oberhausen 1956 studierte er zwei Semester evangelische Theologie in Wuppertal und Göttingen, ehe er sich in Göttingen für das Medizinstudium einschrieb. In Kiel legte er 1963 das medizinische Auszeichnung für Prof. Dr. Kolkmann Staatsexamen ab, im selben Jahr wurde er zum Dr. med. promoviert. 1971 erhielt er die Anerkennung als Facharzt für Pathologie, drei Jahre später wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 1973 bis 1991 war er Chefarzt des Instituts für Pathologie am Kreiskrankenhaus Nürtingen, das er mit aufgebaut hat. Der Zeit als Chefarzt schloss sich seine Tätigkeit als niedergelassener Pathologe an. Von 1992 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2003 arbeitete er in einer unter seiner Leitung begründeten Gemeinschaftspraxis für Histologie und Zytologie.

1983 wurde er zum Vizepräsidenten der Landesärztekammer Baden-Württemberg gewählt, und schließlich bekleidete er von 1991 bis 2003 über drei Wahlperioden das Präsidentenamt. Prof. Kolkmann hat die heutigen Qualitätssicherungsverfahren entscheidend mitgeprägt. Für sein vielfältiges berufs- und gesundheitspolitisches Wirken wurde Prof. Kolkmann 2001 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande ausgezeichnet.

BÄK/ZBW