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Kultur

Landesmuseum Württemberg zeigt Bestände

 

Wahre Schätze

Ausgabe 7, 2016

Seit dem 21. Mai 2016 werden in zwei Flügeln im ersten Obergeschoss unter dem Titel „Wahre Schätze. Antike – Kelten – Kunstkammer“ Herzstücke aus den Beständen des Landesmuseums Württemberg präsentiert.

Die Ausstellung umfasst prächtige und einzigartige Objekte, wahre Schätze von internationalem Rang. Einen umfangreichen Blick in die Welt der Hochkulturen des Mittelmeerraums erlaubt die über Jahrhunderte gewachsene Sammlung zur Antike. Ihre Anfänge gehen auf die herzogliche Kunstkammer zurück. Im 19. Jahrhundert gingen Privatsammlungen in die „Königliche Staatssammlung Vaterländischer Kunst- und Altertumsdenkmale“ über, vor allem griechische Vasen und filigraner Goldschmuck. 1906 folgte die Schenkung des Stuttgarter Mäzens Ernst von Sieglin mit zahlreichen Objekten aus dem griechisch- römischen Ägypten – Marmorbildnisse von Alexander dem Großen, auf dünne Holztafeln gemalte, farbenprächtige Mumienporträts, eindrucksvolle Mumienmasken sowie Bronzen und Terrakotten von höchster Qualität. Das Spektrum der Sammlung reicht von der griechischen Bronzezeit über die Blütezeit Griechenlands und die Etrusker bis zum Imperium Romanum.

Schatzkammer. Die Kunst- und Wunderkammern der Renaissance stehen in der Tradition der mittelalterlichen Schatzkammern. Die Stuttgarter Kunstkammer zählt zu den größten europäischen Sammlungen dieser Art. Sie umfasst Objekte aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und führt mit teilweise singulären Beispielen die Vielfalt des Kosmos im Kleinen enzyklopädisch vor Augen. Neben „Wundern aus Menschenhand“, kunsthandwerklichen Arbeiten von höchster Virtuosität, interessierten die Herzöge, die sie zusammentrugen, aber auch erstaunenswerte Naturalien und Exotika aus fernen Ländern. Damalige Bodenfunde der römischen und keltischen Besiedlungen Württembergs führten zu einer beginnenden Reflexion der Landesgeschichte. Mit ihren Kunstund Wunderkammern, die auch wegen des hohen Materialwertes und der Schönheit ihrer Sammlungen geschätzt wurden, traten die Fürsten untereinander in Wettstreit. Die neue Präsentation soll die Themen und Gesichtspunkte, nach denen geforscht, bestaunt und repräsentiert wurde, unter dem Aspekt des Sammelns zeigen.

Die Grundlage für den dritten Ausstellungsteil, Prunkgräber und Machtzentren der frühen Kelten, bilden die europaweit herausragenden Bestände des Landesmuseums mit 13 frühkeltischen Prunkgräbern des 7. bis 5. Jahrhunderts vor Christus aus der Region um den Hohenasperg, die Heuneburg und aus dem Albvorland. Die Entdeckung und frühe Erforschung ist eng mit Württemberg, dem Herzogshof und der Königlichen Altertümersammlung, dem heutigen Landesmuseum Württemberg, verbunden.

Landesmuseum/IZZ