Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

Biofilm in aller Munde

Die Zahnärzte in Baden-Württemberg informieren:
Biofilm in aller Munde
Zahnpflege sorgt für gesundes Gleichgewicht

(Juli 2016) Millionen von kolonienbildenden Bakterien bevölkern die Mundhöhle des Menschen. Putzt man sie nicht regelmäßig weg, können sie sich ungehindert vermehren. Aus dem allgegenwärtigen Biofilm entsteht zuerst Zahnbelag, dann harter Zahnstein, was Karies und Parodontitis Vorschub leistet.

Der Biofilm in unserer Mundhöhle besteht aus 700 bis 900 verschiedenen Bakterienarten und ihren Stoffwechselprodukten, aus Nahrungsresten und Bestandteilen des Speichels. Dieser Biofilm ist unser täglicher Begleiter und unter normalen Bedingungen herrscht in der gesunden Mundhöhle ein Gleichgewicht zwischen den Mikroorganismen. Bei mangelnder Hygiene kann sich die Mundflora aber verändern, ihre Abwehrfunktion wird schwächer. Dann verbreiten sich krankmachende Keime und das ungehemmte Bakterienwachstum führt zu Entzündungen des Zahnfleisches. Dabei kommt es zu Knochenabbau und in der Folge auch zu Zahnverlust.

Weil manche der Bakterien Kohlenhydrate in Säure umwandeln, wird Karies vor allem durch zuckerhaltige Nahrungsmittel ausgelöst. Kommen noch Säuren hinzu, wie sie in vielen Limonaden, Obstsäften oder Früchten enthalten sind, wird der Zahnschmelz zusätzlich angegriffen. Und obwohl der Speichel Säure bis zu einem gewissen Grad neutralisieren kann, ist er einem Dauerangriff nicht gewachsen. Das Loch im Zahn wird umso größer, je länger ein Säureangriff dauert und je häufiger er stattfindet.

Zur dauerhaften Gesunderhaltung der gesamten Mundhöhle ist es nötig, den Biofilm auf mechanischem Weg durch die Zahnbürste und weitere Hygienemaßnahmen wie Zwischenraumbürsten, Zahnseide, Zungenreiniger etc. in Schach zu halten. Besonders gründlich geschieht dies bei der Professionellen Zahnreinigung (PZR). Diese Prophylaxemaßnahme ist eine effektive und schonende Maßnahme zur Beseitigung von harten und weichen Zahnbelägen. Dazu wird der Biofilm mechanisch aufgebrochen, z.B. durch schallaktivierte Instrumente, Handinstrumente und Pulverstrahl. Auch desinfizierende Spüllösungen kommen zum Einsatz.

Nach der Intensivreinigung werden Zahnflächen und Füllungsränder geglättet und poliert, denn auf glatten Oberflächen kann ein Biofilm weniger gut anhaften. So ist man für die folgenden Wochen vor schädlichen Bakterien geschützt, hat ein besseres Mundgefühl, frischeren Atem und ein sympathisches Lächeln.

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Kontakt:
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