Zahnaerzteblatt.de

 

Namen und Nachrichten

Neu im Landtag

 

Petra Krebs MdL

Ausgabe 8-9, 2016

Petra Krebs ist neue Sprecherin für Gesundheits-, Senioren- und Pflegepolitik der Landtagsfraktion der Grünen. Die 47-Jährige aus Wangen im Allgäu setzte Maßstäbe in ihrem Wahlkreis Wangen-Illertal. Die Mutter von zwei Töchtern arbeitete vor ihrer Wahl in den Landtag als Krankenschwester in einer neurologischen Frührehabilitation. Dort sei es ihr Ziel gewesen, den schwer betroffenen Patienten möglichst viel Teilhabe am normalen Leben zu ermöglichen.

Die Schwerpunkte von Petra Krebs liegen bei sozialpolitischen Themen. In der Frauenpolitik will sie sich für weitere politische und gesellschaftliche Fortschritte einsetzen. In der Gesundheitspolitik ist Petra Krebs besonders wichtig, dass die Menschen eine umfassende medizinische Versorgung in erreichbarer Nähe bekommen, schreibt sie auf ihrer Website. Im ländlichen Raum sieht sie das als wichtige Herausforderung. Damit die Dörfer nicht ausbluten, brauche es ihrer Meinung nach mehr Einkaufsmöglichkeiten und vor allem einen besseren öffentlichen Nahverkehr. Schließlich möchte Krebs mehr unterschiedliche Angebote an Wohnraum und Wohnformen ermöglichen, damit zum Beispiel Senioren in ihrem Lebensumfeld alt werden können.

CI

 

Demenz

 

Säureblocker schuld?

Ausgabe 8-9, 2016

Protonenpumpenhemmer erhöhen möglicherweise das Risiko für Demenz bei Menschen, die älter als 75 Jahre sind. Das schreibt das Magazin JAMA Neurology unter Berufung auf eine Studie der Universität Bonn mit mehr als 73.000 teilnehmenden Senioren. Laut der Studie erkrankten ältere Menschen, die etwa Omeprazol oder Pantoprazol über einen längeren Zeitraum eingenommen hatten, mit einer um 44 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an Demenz als Probanden, die keine Säureblocker genommen hatten.

ZBW/G&G

 

Herztod

 

Deutliche Unterschiede

Ausgabe 8-9, 2016

Laut des Herzberichts der Herzstiftung sterben in einigen deutschen Bundesländern deutlich mehr Menschen an den Folgen einer Herzerkrankung als andernorts. In Sachsen-Anhalt kämen pro Jahr 99 Herztote auf 100.000 Anwohner. Im Saarland seien es 75, in Thüringen 81 und in Mecklenburg- Vorpommern 77. In Schleswig-Holstein sind es mit 43 wesentlich weniger Herztote, ebenso in Berlin (48) und Süddeutschland (50).

dpa

 

Arzneimittel im Alter

 

Gewisses Restrisiko

Ausgabe 8-9, 2016

Ältere Menschen müssen oft einige Medikamente zu sich nehmen. Die Priscus-Liste weist Medikamente aus, die für ältere Menschen wegen des höheren Risikos unerwünschter Arzneimittelwirkungen potenziell ungeeignet sind. Die Bedeutung dieser Liste ist aber noch immer umstritten. Die Online-Fachzeitschrift „Plos One“ hat eine Studie veröffentlicht, die mögliche Zusammenhänge zwischen der Einnahme von nicht altersgerechten Medikamenten und Krankenhauseinweisungen untersucht hat. Die Messpunkte waren das erstmalige Abholen eines Medikaments in der Apotheke und die Einweisung in ein Krankenhaus bis zu sechs Monate danach. „In unserer Studie haben wir zwei Patientengruppen miteinander verglichen. Beide Gruppen hatten jeweils eine alterstypische Basismedikation erhalten. Die erste Gruppe, die Priscus-Medikamente zu sich nahm, hatte ein um rund 38 Prozent erhöhtes Risiko, sich im Krankenhaus behandeln lassen zu müssen. Die zweite Gruppe, die zum Vergleich herangezogen wurde, bestand aus Patienten, denen für Ältere besser verträgliche Alternativen verschrieben wurden“, sagt Dr. Heinz Endres, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Aqua-Institut und Erst-Autor der Studie. Der Studie lagen die anonymisierten Abrechnungsdaten von knapp 400.000 Versicherten der AOK Baden-Württemberg im Alter von mindestens 65 Jahren aus den Jahren 2009 und 2010 zugrunde. „Die Ergebnisse zeigen zumindest eine deutliche Tendenz auf, dass alterstypische Komplikationen bei Einnahme von Priscus-Medikamenten nicht zu vernachlässigen sind“, sagt Dr. Endres.

ZBW/Aqua

 

Tabakentwöhnung

 

Sofort-Stopp bringt Erfolg

Ausgabe 8-9, 2016

Wissenschaftler aus Oxford haben sich mit der Frage beschäftigt, welche Methode der Rauchentwöhnung die bessere ist: abrupt mit dem Rauchen aufhören oder langsam weniger Zigaretten zu rauchen. Wie das Magazin „Annals of Internal Medicine“ berichtet, nahmen 70.000 Raucher an der Studie teil. Eine Hälfte sollte nach und nach mit dem Rauchen aufhören, die andere Hälfte sollte es von jetzt auf gleich sein lassen. Das Ergebnis: 15,5 Prozent der Teilnehmer aus der Gruppe, die nach und nach mit dem Rauchen aufhören sollte, waren nach einem halben Jahr tatsächlich abstinent. Von den Probanden, die einen sofortigen Entzug verordnet bekommen hatten, waren es 22 Prozent und damit deutlich mehr.

ZBW/AOK

 

Bundesbehörden

 

Bürger fragen mehr nach

Ausgabe 8-9, 2016

Das Recht der Bürger auf den Zugang zu Behördeninformationen ist laut der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Andrea Voßhoff, im Alltag angekommen. Zehn Jahre nach seiner Verabschiedung werde das Informationsfreiheitsgesetz aktiv genutzt, sagte sie bei der Vorlage des Tätigkeitsberichtes für die Jahre 2014 und 2015. Bei den Bundesbehörden seien in dem Zeitraum 18.049 Auskunftsanträge eingegangen, deutlich mehr als in den Jahren 2012 und 2013.

dpa

 

Studie

 

Mozart ist gut fürs Herz

Ausgabe 8-9, 2016

Musikstücke von Wolfgang Amadeus Mozart sind gut für den Blutdruck und senken die Herzfrequenz. Das ist das Ergebnis einer Studie der Ruhr-Universität Bochum, die das „Deutsche Ärzteblatt“ veröffentlicht hat. Die Forscher testeten die Wirkung von Mozarts Sinfonie Nr. 40 an 60 Probanden. Zudem untersuchten sie die Auswirkungen nicht näher bezeichneter Tänze und Songs der Popband ABBA. Vor allem bei der Musik Mozarts reagierten der Blutdruck und die Herzfrequenz der Probanden besonders positiv. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass ruhige Musik, eine angenehme Tonart und wenig Veränderungen von Lautstärke und Rhythmus ebenso günstig für das Herz-Kreislauf- System sein können wie das Fehlen von Texten.

ZBW/däb

 

Urteil

 

Amalgam-Klage abgewiesen

Ausgabe 8-9, 2016

Die Verwendung von Amalgam bei Zahnfüllungen ist grundsätzlich unbedenklich. Das hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm am 4.3.2016 entschieden und damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Detmold bestätigt. Die im Jahre 1959 geborene Klägerin aus Herford ließ sich in den Jahren 1987 bis 2009 von der beklagten Zahnärztin in Lemgo behandeln. Seit ihrer Kindheit hatte die Klägerin diverse Amalgamfüllungen. Von der Beklagten ließ sie sich weitere Amalgamfüllungen einsetzen, die sie nach Behandlungsende durch einen anderen Zahnarzt entfernen ließ. Die Klägerin meinte, die Beklagte habe bei der Behandlung fehlerhaft Amalgam, auch gemeinsam mit weiteren Metallen, insbesondere Gold, verwendet. Das Vorliegen einer Amalgamallergie habe sie bei ihr, der Klägerin, nicht erkannt. Infolgedessen hätten ihr zwei Zähne gezogen werden müssen, zudem habe sie weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Von der Beklagten hat die Klägerin deswegen Schadensersatz verlangt, unter anderem 12.000 Euro Schmerzensgeld. Die Schadensersatzklage der Klägerin ist erfolglos geblieben. Der zahnmedizinisch sachverständig beratene 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm konnte weder eine fehlerhafte Behandlung noch eine fehlerhafte Aufklärung der Klägerin feststellen. Die Verwendung von Amalgam sei grundsätzlich unbedenklich. Das gelte zum einen bei der Verwendung von Amalgam bei Zahnfüllungen. Die Oberfläche von den hier verwandten Silberamalgamen werde beim Kontakt mit Speichel mit einem Niederschlag überzogen, der weitere elektrochemische Reaktionen verhindere. Unbedenklich sei auch der Verbleib von Amalgamresten bei dem Aufbau von neuen Goldkronen. Durch den zur Befestigung einer Krone notwendigen Zement werde die notwendige Isolierung zwischen Gold und Amalgam geschaffen. Eine bei einem Patienten grundsätzlich denkbare Amalgamallergie sei bei der Klägerin nicht feststellbar. Das zeige der Zeitablauf. Massive gesundheitliche Beeinträchtigungen habe die Klägerin erst seit Ende 2001 geschildert, viele Jahre nach der Ersteinbringung von Amalgam. Zudem habe die Klägerin keine Symptome einer allergischen Reaktion gezeigt, nachdem sie Amalgamfüllungen erhalten habe. Ein Zusammenhang zwischen den von der Klägerin geschilderten weiteren Beschwerden und einer Belastung mit Amalgam habe der Sachverständige ebenfalls nicht feststellen können. In die zahnärztliche Behandlung mit Amalgamfüllungen habe die Klägerin zudem wirksam eingewilligt. Mangels für die Klägerin bestehender gesundheitlicher Risiken bei der Behandlung mit Amalgam habe die Beklagte insoweit nichts aufklären müssen. Ob die Beklagte die Klägerin auf andere Füllmaterialien habe hinweisen müssen, sei sehr fraglich und könne letztendlich dahinstehen, da die Klägerin durch die Verwendung des Amalgams nicht geschädigt worden sei.

ZBW/NRW