Zahnaerzteblatt.de

 

Namen und Nachrichten

Neue Website

 

Patientenvertreter informieren online

Ausgabe 10, 2016

Die Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) verfügen seit kurzem über eine eigene Internetpräsenz. Das gab das Gremium, in dem Ärzte, Krankenkassen und Kliniken über die Erstattungsfähigkeit von Medikamenten und Therapie entscheiden, bekannt.

Auf der Seite stehen alle wesentlichen Informationen über die Arbeit der Patientenvertretung im G-BA. Diese reicht von Benennungsverfahren und Mitberatungsrechten, über das Leitbild der Patientenvertretung bis hin zu eingebrachten Anträgen und Informationen über die Finanzierung der Patientenberatung. Im BITV-Test, einem Prüfverfahren der Barrierefreiheit von informationsorientierten Webangeboten, erhielten die Seiten das Prädikat „sehr gut“. Das Informationsangebot finden Sie unter: https://patientenvertretung.g-ba.de/.

Quelle: G+G

 

Südwest-Apotheker

 

Hanke bleibt Chef

Ausgabe 10, 2016

Günther Hanke bleibt weitere fünf Jahre Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (LAK). Das teilte ein Sprecher in Stuttgart mit. Hanke hat den Posten demnach seit 2002. Er war bis Ende 2012 Inhaber einer Apotheke in Heilbronn und ist derzeit als selbstständiger Berater in der pharmazeutischen Industrie tätig. Die Zahl der Apotheken im Land ist seit 2008 um 220 gesunken auf jetzt noch 2560.

dpa

 

Smart Health

 

Für viele attraktiv

Ausgabe 10, 2016

Laut einer Vorstudie zur Studie „Internet 4.0: Smart Health & Smart Care“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov steht die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) der Nutzung vernetzter Health- Tracker zur Kontrolle der Vitalfunktionen offen gegenüber. Hierzu gehören beispielsweise smartphonefähige Blutzucker- und Blutdruck- Messgeräte. Besonders hoch ist das Interesse unter den gegenwärtig 18- bis 24-Jährigen. In dieser Zielgruppe finden 61 Prozent solche vernetzten Gesundheitsprodukte ansprechend. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Präventionsgedanke. Zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen empfinden es als Vorteil, dass sie bei entsprechender Vernetzung im Falle von bedenklichen Vitalwerten direkt durch einen Arzt angesprochen werden könnten. Ebenfalls wird die Möglichkeit, Therapien anhand der Daten genauer auszurichten, von einer Mehrheit (64 Prozent) als Vorteil gesehen. Für die bevölkerungsrepräsentative Vorstudie wurden 2035 Personen befragt.

Die generelle Offenheit gegenüber vernetzten Gesundheitsgeräten wird sogar verstärkt, sobald es sich um Systeme der ambulanten und stationären Pflege handelt, beispielsweise einen automatischen Sturzsensor in der Armbanduhr. Der damit verbundene Zugewinn von Lebensqualität und die Entlastung im Falle von Pflegebedürftigkeit, aber auch die Aussicht länger im gewohnten Umfeld zu leben, sind für die Befragten von großer Bedeutung. So finden fast drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) vernetzte Geräte im Falle einer eigenen Pflegebedürftigkeit ansprechend. Im Falle von pflegebedürftigen Angehörigen steigt der Anteil der Interessierten auf 80 Prozent.

prd/IZZ

 

Ehemaliger Minister Peter Friedrich

 

Wird Unternehmensberater

Ausgabe 10, 2016

Der frühere baden-württembergische Europaminister Peter Friedrich arbeitet nun für eine Unternehmensberatung. Er ist seit Anfang September Partner bei Gauly, Dittrich, van de Weyer, die Unternehmen in Fragen der strategischen Ausrichtung und Kommunikation beraten. Der 44-Jährige leitet laut Mitteilung des Beratungs- und Investmenthauses die Büros in Brüssel und Berlin. Friedrich war in der grün-roten Regierung Minister für Europa, Bundesrat und Internationale Angelegenheiten. Da die SPD bei der Landtagswahl starke Verluste einfuhr und es nicht wieder für Grün- Rot reichte, ist die Partei heute in der Opposition. Friedrich zog im Sommer vom Bodensee nach Stuttgart. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

dpa

 

Merkmal „Ehrenkodex“

 

Kein geeignetes Suchkriterium

Ausgabe 10, 2016

Die Verwendung des Merkmals „Ehrenkodex“ als Suchkriterium im Rahmen der Funktion „Praxissuche“ auf der Homepage der berufsständischen Vereinigung der Zahnärzte in Schleswig- Holstein ist wettbewerbswidrig und muss unterlassen werden. Das hat der 6. Zivilsenat des Schleswig- Holsteinischen Oberlandesgerichts in einem Eilverfahren entschieden.

Der Kläger, ein Zahnarzt in Schleswig- Holstein, klagt im Eilverfahren (einstweiliges Verfügungsverfahren) gegen die Zahnärztekammer Schleswig- Holstein (Beklagte). Diese bietet Verbrauchern auf ihrer Homepage unter der Funktion „Praxissuche“ die Möglichkeit, nach Zahnärzten zu suchen, die in Schleswig-Holstein ansässig sind. Dabei wird neben den Suchkriterien Name, Vorname, Ort, Postleitzahl, Fachzahnarzt und Praxisspezialitäten auch das Kriterium „Ehrenkodex“ aufgeführt. Dieses Merkmal ist im Gegensatz zu den anderen Kriterien in der Suchmaske bereits mit einem Häkchen versehen. Der „Ehrenkodex“ wurde im Jahre 2014 in einer Kammerversammlung der Beklagten beschlossen und soll den Kern des freiberuflichen, zahnärztlichen Berufsverständnisses gegenüber Patienten, Mitarbeitern, Kollegen und Geschäftspartnern verkörpern. Gegen die Verwendung des Merkmals „Ehrenkodex“ wendet sich der Kläger, der den „Ehrenkodex“ selbst nicht unterzeichnet hatte. Das Landgericht Kiel hat die Beklagte in erster Instanz verurteilt, die Verwendung des Suchkriteriums „Ehrenkodex“ zu unterlassen. Das hat der 6. Zivilsenat des Oberlandesgerichts nun bestätigt.

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass durch die Verwendung des Merkmals „Ehrenkodex“ als Kriterium der „Praxissuche“ die Beklagte Einfluss auf die Entscheidung der Verbraucher genommen habe, ihre Suche (auch) an diesem Kriterium zu orientieren. Damit habe sie denjenigen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die den „Ehrenkodex“ unterzeichnet haben, im Wettbewerb um Patientinnen und Patienten einen Vorteil verschafft. Durch die Verwendung des Merkmals „Ehrenkodex“ neben den anderen Kriterien und die Vorbelegung in der Suchmaske werde der Eindruck erweckt, der „Ehrenkodex“ sei als wichtiger Aspekt für die Praxissuche ebenso bedeutsam, wie z. B. die Qualifikation als Fachzahnarzt. Dieser Eindruck sei irreführend und stimme mit den wirklichen Verhältnissen nicht überein. Bei allen Bestandteilen des „Ehrenkodex“, die die zahnärztliche Behandlungstätigkeit selbst betreffen, handelt es sich nämlich um medizinund standesrechtliche Selbstverständlichkeiten, mit denen aus Rechtsgründen isoliert gar nicht geworben werden darf. Der durchschnittliche Verbraucher könne das jedoch nicht erkennen. Die irreführende Wirkung entfalle auch nicht dadurch, dass der Verbraucher das vorbelegte Häkchen bei dem Merkmal „Ehrenkodex“ entfernen und sich an anderer Stelle des Internetauftritts über den Inhalt des „Ehrenkodex“ informieren kann. Der Verbraucher vertraue nämlich vielmehr darauf, dass die Beklagte die „Praxissuche“ im Sinne der Verbraucher objektiv und sachgerecht gestaltet habe. Die irreführende Verwendung des Merkmals „Ehrenkodex“ sei deshalb geeignet, den Verbraucher zum Abschluss eines Behandlungsvertrages nur mit denjenigen Zahnärztinnen oder Zahnärzten zu veranlassen, die den „Ehrenkodex“ unterzeichnet haben, was der Verbraucher anderenfalls nicht getan hätte. Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 12. Mai 2016, Az. 6 U 22/15.

prd/IZZ

 

Prof. Dr. Ralf Bartenschlager

 

Auszeichnung mit Lasker-Preis

Ausgabe 10, 2016

Der Heidelberger Virologe Prof. Dr. Ralf Bartenschlager bekommt den Lasker-Preis für seine Forschung zur Heilung chronischer Leberinfektionen. Der Virologe erhielt damit die höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung der USA, wie das Universitätsklinikum Heidelberg mitteilte. Prof. Bartenschlager ist seit 2002 Leitender Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie am Zentrum für Infektiologie. „Seine Arbeiten zur Vermehrung des Hepatitis-C-Virus in Zellkultursystemen legten den Grundstein für Medikamentenentwicklung und Heilung der chronischen Leberinfektion“, schrieb die Klinik.

Prof. Bartenschlager hatte in den 1990er Jahren ein Zellkultursystem entwickelt, das es erlaubt, Minigenome des Hepatitis C-Virus, sogenannte Replicons, in menschlichen Leberzelllinien zu vermehren und in den Folgejahren dieses System optimiert. Damit war der Weg geebnet, wesentliche Schritte des Vermehrungszyklus der Hepatitis C-Viren zu erforschen und wirksame zielgerichtete Medikamente zu entwickeln. Das erste Medikament gegen Hepatitis C wurde 2014 zugelassen, es führt bei 95 Prozent der Patienten zu einer vollständigen Heilung der Infektion.

Der mit 250.000 Dollar dotierte Preis wurde Ende September in New York übergeben.

dpa/dkfz