Zahnaerzteblatt.de

 

Namen und Nachrichten

Stephanie Aeffner

 

Neue Landesbehindertenbeauftragte

Ausgabe 11, 2016

Die 40-jährige Sozialpädagogin Stephanie Aeffner soll als neue Landesbehindertenbeauftragte Benachteiligungen behinderter Menschen im Südwesten beseitigen. „Ich bin mir sicher, dass wir weitere Verbesserungen erreichen werden“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart, nachdem das Kabinett dem Personalvorschlag von Sozialminister Manne Lucha (Grüne) zugestimmt hatte.

Aeffner selbst betonte, es sei das Besondere an ihrer Bestellung, dass sie als Betroffene das Amt ausfülle. Sie sitzt aufgrund von Muskelschwund im Rollstuhl. „Meine Hoffnung ist, dass ich als persönlich Betroffene zeigen kann, was Menschen mit Behinderungen leisten können.“

Der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung kritisierte, dass das Amt ohne Mitsprache der Betroffenen und erneut ehrenamtlich besetzt worden sei. Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl betonte, die Mammutaufgabe Inklusion müsse von einem hauptamtlich Tätigen vorangetrieben werden. Außerdem müsse das persönliche Auskommen abgesichert sein.

Minister Lucha verteidigte die Entscheidung. Es gehe nicht nur darum, Stellen zu schaffen, sondern „moralische Institutionen“. Die Nachfolgerin von Gerd Weimer habe eine gute Geschäftsstelle zur Seite und erhalte eine angemessene Aufwandsentschädigung. Weimer selbst hatte sich hingegen für Hauptamtlichkeit ausgesprochen. Aeffner sagte, ihr sei die Unabhängigkeit des Amtes wichtig.

dpa

 

Prof. Dr. Andreas Schulte ausgezeichnet

 

Tholuck-Medaille 2016

Ausgabe 11, 2016

Er ist ein bedeutender Wegbereiter der präventionsorientierten Zahnheilkunde speziell für Menschen mit Behinderungen: Prof. Dr. Andreas Schulte, Inhaber des bundesweit ersten Lehrstuhls für behindertenorientierte Zahnmedizin in Deutschland an der Universität Witten/ Herdecke. Sein herausragendes Engagement verdient es, gewürdigt zu werden. Jetzt kommt zu den Auszeichnungen und Ehrungen für Prof. Schulte noch eine besondere hinzu – die Tholuck-Medaille 2016 des Vereins für Zahnhygiene e. V. (VfZ). „Seine Leistungen auf diesem Gebiet sind von unschätzbarem Wert“, bilanzierte Dr. Matthias Lehr vom Verein für Zahnhygiene e. V. anlässlich der Verleihung der Medaille.

Prof. Schulte hatte an der Universität Münster Zahnmedizin studiert und war dort bis 1991 zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Oberarzt tätig. Danach wechselte er an die Universität Marburg in die Abteilung für Kinderzahnheilkunde, wo im Jahre 1996 seine Habilitation erfolgte. 1997 wechselte er als leitender Oberarzt an die Abteilung für Zahnerhaltung der Universität Heidelberg, wo er im Jahre 2002 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde. Obwohl Prof. Schulte in verschiedenen Abteilungen tätig war und zudem auch eine Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie erfolgreich abschloss, widmete und widmet er sich kontinuierlich dem Thema der Behandlung von Menschen mit Behinderungen. Darüberhinaus ist er seit vielen Jahren ehrenamtlich Präsident der European Organisation for Caries Research (ORCA) und derzeit auch Vorsitzender der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung (AG ZMB) in der DGZMK. Darüberhinaus ist Prof. Schulte ein gern gesehener Referent bei den Veranstaltungen der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg e. V. in Kloster Schöntal.

Mit der Tholuck-Medaille 2016 erhält er eine anerkannte Auszeichnung für seine vielfältigen Leistungen auf dem Gebiet zahngesundheitlicher Prävention und Aufklärung. Die Medaille wird vom Verein für Zahnhygiene e. V. seit dem Jahr 1973 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die zahngesundheitliche Prävention und Aufklärung verdient gemacht haben.

Verein für Zahnhygiene/IZZ

 

25 Jahre Special Olympics

 

Internetseite online

Ausgabe 11, 2016

Im Oktober 1991 wurde Special Olympics Deutschland e. V. (SOD), die Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung, gegründet. Eine gemeinsame Initiative von Verbänden unter Federführung der Lebenshilfe und Special Olympics International (SOI) rief die Organisation damals ins Leben.

Zum 25. Jahrestag der Gründung wurde Anfang Oktober eine Sonderseite auf der SOD-Internetseite (www.specialolympics.de) freigeschaltet, die in verschiedenen Rubriken Informationen zur Verbandsentwicklung bereithält und in den kommenden Wochen ergänzt und fortgeschrieben wird. „Wir haben allen Grund zum Feiern“, sagt SODPräsidentin Christiane Krajewski. „Waren wir nach unserer Gründung vor allem damit beschäftigt, Sporttreiben für Menschen mit geistiger Behinderung zu ermöglichen, trainieren heute bundesweit ca. 40.000 Menschen mit geistiger Behinderung nach den Regeln von Special Olympics Deutschland. Sie beteiligen sich an regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben und gewinnen durch den Sport Aufmerksamkeit und Anerkennung. Sie erreichen mehr Selbstbestimmung und Teilhabe an der Gesellschaft.“

Auch als Verband hat sich SOD enorm entwickelt. Christiane Krajewski: „Mussten wir vor 25 Jahren als Organisation um jegliche Akzeptanz kämpfen, ist SOD heute gesellschaftlich anerkannt, im organisierten Sport verankert und ein gefragter Partner für Inklusion im und durch Sport. Wir verstehen uns als Alltagsbewegung mit verschiedenen Programmen und ganzheitlichen Angeboten und sind gefragter Partner, wenn es beispielsweise um die praktische Umsetzung der UNKonvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung geht.“

Christiane Krajewski dankt in ihrem Grußwort allen, die Special Olympics auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben. „Vor allem aber sind es unsere Athletinnen und Athleten, die Special Olympics Deutschland ein Gesicht geben. Sie sind das Herz unseres Verbandes und mit ihnen wollen wir auch künftig nach unserem Motto ‚Gemeinsam stark‘ den Weg zur Inklusion weiter gehen“, sagt die Präsidentin.

Die offiziellen Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Verbandes finden im November 2016 in Berlin statt.

Special Olympics/IZZ

 

Gesundheitsförderung und Prävention

 

Gemeinsame Vereinbarung

Ausgabe 11, 2016

Gesundheitsminister Manne Lucha hat im Oktober mit den Vertretern der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Renten- und Unfallversicherung im Land eine Vereinbarung unterzeichnet, in der sich alle Beteiligten verpflichten, künftig verstärkt Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention auf den Weg zu bringen. Gemeinsames Ziel ist es, Krankheiten zu vermeiden und Gesundheitsförderung und Prävention in allen Lebensbereichen zu stärken. In den kommenden Jahren sollen dafür bereits bewährte Ansätze und Kooperationen ausgebaut, aber auch gemeinsam neue Projekte insbesondere in Kommunen, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Betrieben und Pflegeeinrichtungen realisiert werden. Mit der Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung setzen die Partner eine entsprechende Vorgabe des 2015 in Kraft getretenen Bundesgesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz) um. Dabei hatten sich die Pflege- und Krankenkassen bereit erklärt, mehr als doppelt so viele Mittel wie bisher für die Gesundheitsförderung und Prävention der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung zu stellen.

„Vorsorge ist die beste Medizin. Durch Gesundheitsförderung und Prävention können wir nicht nur Gesundheitsrisiken, sondern auch spätere Kosten zur Behandlung von Krankheiten vermeiden – insbesondere bei Erkrankungen, die durch den Lebensstil beeinflusst werden. Dafür sind eine strategische Koordination und eine intensive Begleitung der Präventionspolitik erforderlich. Die heutige Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung ist dafür ein wichtiger Schritt“, sagte Lucha. Der Minister betonte, in Baden-Württemberg gebe es bereits bewährte Strukturen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention, auf denen nun weiter aufgebaut werden könne. Beispielhaft nannte er die Stiftung für gesundheitliche Prävention, den Landesausschuss für Gesundheitsförderung und Prävention und die Kommunalen Gesundheitskonferenzen: „Prävention fängt in Baden-Württemberg nicht erst mit der Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung an. Aber nachhaltig wirksame Maßnahmen können nur gelingen, wenn die in verschiedenen Lebensbereichen handelnden Akteure eng zusammenarbeiten. Deshalb ist die heutige Unterzeichnung eine gute Nachricht für die Menschen im Land.“

Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender des Vorstands der AOK Baden- Württemberg, sagte: „Die AOK Baden-Württemberg unterstützt als größte Krankenkasse im Südwesten mit ihren über 4,1 Millionen Versicherten das große Engagement für die Prävention und begrüßt ausdrücklich die Strategie des Landes, in einer Rahmenvereinbarung alle relevanten Player an der Umsetzung zu beteiligen.

Ministerium für Soziales und Integration/IZZ

 

Vorstand DG PARO

 

Neue Zusammensetzung

Ausgabe 11, 2016

Im Vorfeld ihrer Jahrestagung haben die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) ihren Vorstand neu gewählt. Prof. Dr. Christof Dörfer übernahm turnusgemäß das Amt des Präsidenten. Er wird die nächsten drei Jahre die Geschäfte des Vorstands der Fachgesellschaft führen. Neu nominiert als Präsidentin elect wurde die bisherige Generalsekretärin PD Dr. Bettina Dannewitz.

Prof. Dr. Christof Dörfer, bereits seit 2014 im Vorstand der DG PARO aktiv, will in seiner Amtszeit die Themen Prävention und Behandlungsnotwendigkeit stärker in die Öffentlichkeit tragen. Dabei sollen auch die Verbindungen zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankungen herausgestellt werden. Gegenüber der Politik stehen die gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Relevanz der Volkskrankheit Parodontitis sowie die Patientenversorgung im Fokus. Damit verbunden ist die Forderung nach suffizienter Versorgungsforschung auf dem Gebiet der Parodontologie. „Wichtig ist mir auch die Qualifizierung. Dazu gehören neben der Fort- und Weiterbildung von Parodontologen auch Fortbildungsangebote für Hauszahnärzte“, so Dörfer.

Zum neuen Generalsekretär der DG PARO wurde in Würzburg Prof. Dr. med. habil. Dr. h. c. Holger Jentsch gewählt, Leiter des Funktionsbereichs Parodontologie am Universitätsklinikum Leipzig. Er ist als Beisitzer seit 2014 im Vorstand der DG PARO. Als neue Beisitzerin im Vorstand begrüßt die DG PARO Dr. Lisa Hierse, die an der Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg studierte und promovierte. Von 2010 bis 2014 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde der Universität Bonn. Ebenfalls neu als Beisitzer im Vorstand ist Prof. Dr. Henrik Dommisch. Er leitet seit 2014 die Abteilung für Parodontologie und Synoptische Zahnmedizin an der Charité in Berlin.

DG PARO/IZZ

 

Patienten aus dem Ausland

 

Spitzenmedizin im Ländle

Ausgabe 11, 2016

Die Krankenhäuser in Baden- Württemberg werden für ausländische Patientinnen und Patienten immer attraktiver. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) fanden im Jahr 2014 knapp 16.000 Menschen aus 136 Ländern den Weg in ein Krankenhaus im Südwesten. Das sind rund 5.500 mehr als im Jahr 2010 – ein Anstieg von über 50 Prozent in vier Jahren. Die Auswertung der Techniker Krankenkasse basiert auf Daten des Statistischen Landesamtes.

Sehr beliebt sind die Kliniken im Südwesten bei unseren französischen Nachbarn. 2.598 Patienten kamen im Jahr 2014 über den Rhein – plus 592 im Vergleich zu 2010. Es folgten die Schweiz mit 1.930 (plus 664) und Russland mit 1.335 Patienten (plus 617). Besonders stark ist die Zahl der Patienten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Kuwait und Saudi- Arabien in den letzten Jahren angestiegen. Wurden im Jahr 2010 noch insgesamt 708 Patienten aus diesen drei Ländern registriert, waren es vier Jahre später schon 2031.

Ein deutlicher Zuwachs ist auch aus Polen (708, plus 329), Italien (676, plus 200) und Österreich Ausländische Patienten. Die Zahl der vollstationär behandelten Patienten aus dem Ausland hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. (586, plus 188) zu verzeichnen. Rückläufig ist dagegen der Patientenzustrom aus den USA. Im Jahr 2010 wurden noch 664 Menschen aus den Vereinigten Staaten in Baden-Württemberg behandelt, vier Jahre später waren es nur noch 499.

In Russland stehen vor allem die Krebsspezialisten aus Baden- Württemberg hoch im Kurs. Jeder fünfte der insgesamt knapp 2.000 ausländischen Krebspatienten im Südwesten kommt aus diesem Land. Auch in Saudi-Arabien (286 Patienten) wird die Krebstherapie in Baden-Württemberg sehr geschätzt. Patienten aus Frankreich kommen dagegen eher zur Behandlung von Herzerkrankungen über die Grenze (302 Patienten). Insgesamt kamen 1.189 ausländische Patienten zur Herztherapie nach Baden-Württemberg.

„Spitzenmedizin in Baden- Württemberg genießt einen sehr guten Ruf in der ganzen Welt. Die TK stellt in ihrem Netzwerk Spitzenmedizin viele dieser herausragenden medizinischen Leistungen vor, die auch gesetzlich versicherten Patienten zugänglich sind“, sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden- Württemberg.

TK/IZZ