Zahnaerzteblatt.de

 

Berufspolitik

Engagement für Flüchtlinge in Dornstadt

 

Krocki bei den Flüchtlingskindern

Ausgabe 12, 2016

Auf dem weitläufigen Gelände des Betreuungs- und Pflegezentrums in Dornstadt bei Ulm gibt es eine Gemeinschaftsunterkunft, in der auch viele Kinder unterschiedlichen Alters leben. Sie gehen zur Schule oder in die Dornstadter Kindergärten, wo die Prophylaxe- Fachfrauen der Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Stadtkreis Ulm und Alb-Donau-Kreis sie betreuen. Nun gibt es aber 20 bis 30 Kleinkinder, die noch gar nichts über Mundhygiene erfahren haben. Jeden Tag werden sie in einem Spielzimmer von Ehrenamtlichen betreut, aber das Thema Mundgesundheit steht bei den Geflüchteten verständlicherweise nicht im Vordergrund.

Auf Initiative des Kreisvorsitzenden der Zahnärzteschaft Alb-Donau- Kreis entstand gemeinsam mit der Koordinatorin der Dornstadter Flüchtlingsbetreuung die Idee, für diese Kleinkinder eine kindgemäße Anleitung zum Zähneputzen zu versuchen. Schnell konnte mit Silvia Laur von der Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Stadtkreis Ulm und Alb-Donau-Kreis eine kundige und engagierte Fachfrau gefunden werden, die sich sofort für diese Idee begeisterte und zusagte, diese Aktion auch ohne Honorar durchzuführen. Es gab keine Mittel der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit e. V. (LAGZ) dafür, allerdings stellte uns das Forum Zahngesundheit dankenswerterweise viel Material zur Verfügung: kleine Stofftaschen mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Becher. Schließlich konnte mit der Koordinatorin ein Termin vereinbart werden: Am 11. August konnte es losgehen. Wir hatten keine Ahnung, wie viele Kinder kommen würden und ließen uns überraschen.

Zahnfee. Als wir auftauchten, waren ein paar Kinder samt Müttern und auch Väter da, die uns kritisch musterten. Die bunte Tasche mit den Utensilien zur Demonstration samt „Zahni und Krocki“ war den größeren Kindern aus der Schule bekannt. „Die Zahnfee kommt heute“ riefen sie begeistert und schnell kam eine bunt gemischte Gruppe von etwa 20 (gefühlt 50) Kindern zusammen. Die älteren Kinder übersetzten unaufgefordert, was ihnen am meisten gefallen hatte – Sprachschwierigkeiten konnten so schnell überwunden werden. Alles, was den Kindern erzählt wurde, konnte gleichzeitig durch Gegenstände oder Bilder veranschaulicht werden. Krocki war der große Renner und wurde heiß und innig geliebt. Jedes Kind durfte ihm die Zähne putzen, und da war gut zu erkennen, wer sich arg abmühen musste und wer schon mal eine Zahnbürste in der Hand hatte.

Reimen. Den Reim zum Zähneputzen nach der KAI-Methode wollten sie alle immer wieder hersagen, und sie lernten erstaunlich schnell: „Kauflächen: hin und her das ist nicht schwer – Außenflächen: rundherum das ist nicht dumm – Innenflächen: raus, raus, raus aus meinem Haus“. Zahni reimte, was das Zeug hielt.

Die ganze Aktion hat allen großen Spaß gemacht und wir freuten uns über die motivierten Kinder. Witzig war, dass die erst sehr kritischen Väter sich wie Kinder die Nase an den Fensterscheiben platt gedrückt und genauso gefreut haben. Das war eine ganz neue Erfahrung und das positive Feedback in den „Dornstadter Nachrichten“ hat uns gutgetan.

Dr. Horst Gebhardt, Silvia Laur

 

Standespolitische Nachwuchstagung von BZK Tübingen und KZV BW, BD Tübingen

 

Bedeutung der zahnärztlichen Selbstverwaltung

Ausgabe 12, 2016

Das Engagement für den zahnärztlichen Berufsstand in den Körperschaften stand im Fokus der Tagung der KZV Bezirksdirektion Tübingen und der BZK Tübingen in Metzingen. Acht Zahnärztinnen und Zahnärzte erfuhren von erfahrenen Standespolitikern die komplexen Aufgabenfelder, die der Berufsstand in der KZV Baden-Württemberg und der Kammer eigenverantwortlich wahrnimmt.

Der Staat hat der Selbstverwaltung von KZV und Kammer ein breites Spektrum von Aufgaben und Anforderungen übertragen. Dabei unterschied der Vorsitzende der BZK Tübingen, Dr. Wilfried Forschner, freiwillige Aufgaben von den per Gesetz übertragenen Pflichtaufgaben. Letztlich diene diese Tagung jedoch nicht nur dazu, Daten und Fakten der Körperschaften kennenzulernen, sondern auch der kollegialen Begegnung und um fachliche Aspekte zu diskutieren. Dabei sollten auch „Motivation und Inspiration“, so Dr. Wilfried Forschner nicht zu kurz kommen. Er stellte nicht nur die Kammerstrukturen und die Bedeutung des standespolitischen Engagements in den verschiedenen Gremien vor, sondern gab auch zu bedenken, was wohl mehr Zahnärzte mit weniger Karies machen. Weitere Fragen waren: Wie sieht die Entwicklung in der restaurativen Zahnheilkunde aus? Wohin steuern die ZE-Wünsche der Patienten? Geht der ZE in Richtung Implantatversorgung? Die unterschiedlichen Antworten auf diesen Fragenkomplex beherrschten die sich anschließende Diskussion.

KZV BW. Welche aktuellen Themen bewegen zur Zeit die Verantwortlichen der KZV? Dr. Ute Maier, Vorsitzende des Vorstandes der KZV BW stellte die Bedeutung und Wichtigkeit der zahnärztlichen Selbstverwaltung für den Berufsstand am Beispiel der KZV Baden-Württemberg vor. Die Berufsfreiheit und das selbstbestimmte Handeln der zahnärztlichen Profession gelte es immer wieder ins Bewusstsein des Berufsstandes zu rücken und der Politik und der Öffentlichkeit zu vermitteln. „Umso unverständlicher ist es“, betonte Dr. Maier, „dass das Bundesministerium für Gesundheit unter der Leitung von Minister Gröhe, meine, mit einem GKVSelbstverwaltungsstärkungsgesetz die Selbstverwaltung weiter zu regulieren und zu entmachten. Nicht die Selbstverwaltung, sondern insbesondere die Aufsicht werde gestärkt. Diese könne stärker als bisher in die Entscheidungen der Vertreterversammlung eingreifen. Die KZV BW habe deswegen auch mit dem Sozialministerium das Gespräch gesucht, damit die Verantwortung des Freiberuflers Zahnarzt und die Selbstverwaltung der Profession weiter zum Wohle von Allgemeinheit, Kollegenschaft und Patientenschaft gestaltet werden können.

Freiberuflichkeit – ein Wort, in dem sich viele Facetten der zahnärztlichen Profession widerspiegeln. Die verschiedenen Aspekte galt es in Workshops zu erarbeiten, denen eine prägnante Einführungen durch Prof. Dr. rer. pol. Michael Dick vorausging, der der zahnärztlichen Profession seit vielen Jahren durch seine Vortragstätigkeit verbunden ist. Thematisiert wurde dabei insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen dem Staat mit seinen gesetzlichen Vorgaben und dem Anspruch der Profession auf eine eigenverantwortliche Gestaltung der Berufsausübung. Ebenfalls beleuchtet wurde die Stellung der Selbstverwaltung.

Quintessenz. Gerade die Präsenz der Vorsitzenden des Vorstands der KZV BW, Dr. Maier, und des Vorsitzenden der Bezirkszahnärztekammer Tübingen, Dr. Wilfried Forschner, sowie weiterer Vorstandsmitglieder der Bezirkszahnärztekammer wie Dr. Dr. Heinrich Schneider, Dr. Elmar Ludwig, Dr. Bernd Stoll, Dr. Herbert Martin sowie von Dr. Manfred Jooß, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe der BD Tübingen der KZV BW, zeigten, dass der kollegiale Gedankenaustausch und die Diskussion mit der jungen Zahnärztegeneration den Verantwortlichen in KZV und Kammer wichtig ist. Treffend formulierte es Prof. Dick: „Vertrauen ist das konstituierende Element der Profession und der Körperschaften“. Zudem wurden die eingangs von Dr. Wilfried Forschner skizzierten Ziele dieser Tagung erreicht, nämlich durch die Mischung von Vorträgen und Workshops die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter für den Erhalt und die Förderung der Freiberuflichkeit zu motivieren. Dabei kamen in den Diskussionen auch die fachlichen Aspekte nicht zu kurz und die kollegiale und konstruktive Atmosphäre war „inspirierend“, wie es der Vorsitzende der BZK Tübingen in seiner Begrüßung bereits antizipiert hatte. So kann Standespolitik für Neu- Einsteiger Freude machen.

johannes.clausen@izz-online.de

Weitere Fotos

 

Analyse zahnärztlicher Existenzgründungen 2015

 

Große Bandbreite bei Übernahmepreisen

Ausgabe 12, 2016

Es ist keine Überraschung, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte kräftig in die Tasche greifen müssen, wenn sie sich niederlassen wollen. Die Neugründung einer Einzelpraxis kostete im vergangenen Jahr im bundesweiten Durchschnitt 484.000 Euro, wie der kürzlich veröffentlichte „InvestMonitor Zahnarztpraxis“ für das Jahr 2015 ausweist. Die meisten Niederlassungswilligen entschieden sich allerdings für eine Praxisübernahme, die mit durchschnittlich 326.000 Euro zu Buche schlug. 1

Betrachtet man die reinen Übernahmepreise, die mit 172.000 Euro neben Modernisierung, Geräten, Betriebsmittelkredit etc. nur einen Teil des genannten Finanzierungsvolumens ausmachten, so ergibt sich eine erstaunliche Spreizung: Zwei Drittel investierten für die Übernahme einer Praxis als Einzelpraxis zwischen 51.000 und 250.000 Euro. 14 Prozent erzielten günstigere Übernahmepreise, 20 Prozent zahlten dagegen mehr, etwa 8 Prozent sogar über 350.000 Euro (s. Abb. 1).

Wertermittlung. Der ermittelte Durchschnittspreis für eine Praxisübernahme ist somit nur bedingt aussagekräftig. „Knapp zwei Drittel der Existenzgründer zahlen weniger“, erläuterte Georg Heßbrügge von der Deutschen Apothekerund Ärztebank, die gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) seit 1984 das Investitionsverhalten bei zahnärztlichen Niederlassungen für den „Invest- Monitor Zahnarztpraxis“ analysiert. Laut Heßbrügge führen viele Faktoren zu den starken Preisunterschieden. Neben dem materiellen Wert (etwa Praxisausstattung und Einrichtung) spiele auch der ideelle Wert eine Rolle, der unter anderem die aktuelle wirtschaftliche Situation und das zukünftige Potenzial der Praxis berücksichtige (siehe Infokasten).

Deutlich günstiger als die Neugründung einer Einzelpraxis ist nach den letztjährigen Zahlen die Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). Diese kostete im Durchschnitt insgesamt 330.000 Euro pro Inhaber, also immerhin 154.000 Euro weniger als die Einzelpraxisneugründung. Für die Übernahme einer Praxis durch eine BAG wurden 292.000 Euro pro Inhaber aufgewendet, also 34.000 Euro Differenz zur Einzelpraxisübernahme. Der Beitritt zu einer BAG (Zahl der Inhaber nimmt zu) bzw. der Einstieg in eine BAG (Käufer übernimmt Praxisanteile, Zahl der Inhaber bleibt gleich) erforderte ein Finanzierungsvolumen von 310.000 Euro.

Vorteile. Im Jahr 2015 entschieden sich 1.299 Zahnärztinnen und Zahnärzte für den Schritt in die Selbstständigkeit. Die wenigsten (7 Prozent) wählten dafür die Neugründung einer Einzelpraxis. Der Anteil der Einzelpraxisübernahmen lag bei 65 Prozent, während 28 Prozent ihre freiberufliche Tätigkeit in einer BAG starteten. Die Autoren des InvestMonitors erklären die Bevorzugung der Praxisübernahme unter anderem mit wirtschaftlichen Vorteilen durch die Möglichkeit, Investitionsentscheidungen zeitlich zu strecken und den sich verändernden ökonomischen Rahmenbedingungen anzupassen. Zudem lasse sich die Investition nach begonnenem Praxisbetrieb besser abschätzen als in der theoretischen Planungs- und Vorbereitungsphase.

Dass die zahnärztlichen Existenzgründer nach wie vor bereit sind, auf hohem Niveau zu investieren, führen die Analysten auf die unverändert positive Berufsrolleneinschätzung zurück. Aspekte wie „Selbstständigkeit/Freiberuflichkeit“, der „Kontakt mit Menschen“ und die „Möglichkeit, einen Heilberuf auszuüben“ scheinen dominante Eckpunkte eines positiven Berufserlebens zu sein, so ihr Resümee.

schildhauer@meduco.de

 

Informationsveranstaltung für Berufsberater/innen und Arbeitsvermittler/innen

 

Finden. Ausbilden. Binden

Ausgabe 12, 2016

Am 19. Oktober 2016 fand in Tübingen die Informationsveranstaltung für Berufsberater/innen und Arbeitsvermittler/innen der Agenturen für Arbeit in Baden-Württemberg zum Berufsbild „Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r“ (ZFA) statt. Mehr als 20 Teilnehmer aus den Agenturen für Arbeit in Lörrach, Nagold-Pforzheim, Reutlingen, Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim und Ulm folgten der Einladung zu dieser Veranstaltung, die bereits zum sechsten Mal in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg, durchgeführt wurde.

Die demografische Entwicklung erfordert neue Strategien von den Zahnärztinnen und Zahnärzten in Baden-Württemberg, um geeignete Zahnmedizinische Mitarbeiter/innen zu „finden“, „auszubilden“ und zu „binden“. Im Rahmen seiner Sitzungen beschäftigt sich der Ausschuss für Zahnmedizinische Mitarbeiter/innen regelmäßig mit dieser Thematik und stellt dem Vorstand Aufgaben, Handlungsfelder und Aktivitäten vor, um das Berufsbild der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) attraktiv darzustellen und somit gezielt für qualifizierte Mitarbeiter/innen zu werben. Hieraus ist auch die regelmäßige Informationsveranstaltung für die Berufsberater/innen und Arbeitsvermittler/ innen der Agenturen für Arbeit hervorgegangen.

Berufsbild. Bei den Beratern in den Ausbildungs- und Berufsberatungen der Agenturen für Arbeit bestehen Defizite über die berufliche Tätigkeit in den jeweiligen Berufsbildern. Grundinformationen über einzelne Berufsbilder sind vorhanden, jedoch keine weiteren Informationen, die beispielsweise die Karrieremöglichkeiten beschreiben. Im Bereich der Zahnmedizinischen Fachangestellten wirkt sich dies beispielsweise dahingehend aus, dass eingehende Anfragen nicht immer entsprechend bedient werden können. Heutzutage müssen die Berater in den 24 Agenturen für Arbeit in Baden-Württemberg über Fachkenntnisse in allen Berufen verfügen (Bewerberprinzip). Früher mussten von einem Berater nur Fachkenntnisse in wenigen Berufsbildern abgedeckt werden (Spartenprinzip). Aus diesem Grund hat die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg für die in ihrem Bereich zuständigen Führungspersonen der Agenturen für Arbeit die Informationsveranstaltung zum Berufsbild der Zahnmedizinischen Fachangestellten und deren Fortbildungsmöglichkeiten am 19.10.2016 in Tübingen angeboten. Durch die dreistündige Informationsveranstaltung führten der Referent für Zahnmedizinische Mitarbeiter/innen der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Bernd Stoll, der stv. Vorsitzende des Ausschusses für Zahnmedizinische Mitarbeiter/innen, Dr. Helmut Schönberg, sowie Thorsten Beck von der LZK-Geschäftsstelle.

Konstruktiver Dialog. Insbesondere die Themenschwerpunkte „ZFA-Ausbildungsverordnung“, „Attraktivität des Berufsbildes“, „ZFA-Aufstiegsfortbildungen“ und „Rechtliche Rahmenbedingungen“ wurden von den Referenten behandelt und somit Impulse für einen konstruktiven Dialog mit den Teilnehmern gesetzt.

Spezielle Fragestellungen aus der Beraterpraxis der Berufsberater/innen und Arbeitsvermittler/innen wurden unter anderem zu den Bereichen

- Anzahl unbesetzter Ausbildungsplätze,

- Teilzeitberufsausbildung,

- Möglichkeiten für Wiedereinsteiger/ innen,

- Schwangerschaft während der Ausbildung,

- Ausbildungszufriedenheit der Auszubildenden,

- Röntgen (Kenntnisse im Strahlenschutz),

- Verdienstmöglichkeiten,

- Praktika und Fortbildungsangebote

eingebracht. Die Anwesenden wurden dafür sensibilisiert, dass sich das Berufsbild in den letzten Jahren gewandelt hat und die Tätigkeiten von Zahnmedizinischen Fachangestellten nunmehr mit den fünf Hauptmerkmalen Betreuung, Behandlungsassistenz, Hygiene, Röntgen und Verwaltung beschrieben werden können. Um landesweit möglichst eine Vielzahl an Multiplikatoren zu erreichen, wird die Veranstaltung im kommenden Jahr im südbadischen Raum durchgeführt.

beck@lzk-bw.de

 

Dialog-Begegnungen im Königsbau

 

Vertrauensvolles Gespräch mit Stefan Teufel

Ausgabe 12, 2016

Zum politischen Gedankenaustausch kam der Gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Teufel MdL, auf Einladung von Dr. Ute Maier, Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, und Dr. Udo Lenke, Präsident der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, in die Geschäftsstelle des Informationszentrums Zahngesundheit in Stuttgart.

Auf der Agenda standen Themen wie die Möglichkeiten des Bürokratieabbaus in der Zahnarztpraxis und in diesem Zusammenhang die Vorschläge des Normenkontrollrats „Mehr Zeit für Behandlung – Vereinfachung von Verfahren und Prozessen in der Arzt- und Zahnarztpraxis“. Angesprochen wurde auch die Kammer als Approbationsbehörde, das Thema Hygiene in der Zahnarztpraxis sowie die zahnärztliche Versorgung von Senioren und Menschen mit Handicaps in Pflege- und Senioreneinrichtungen. Auch die zahnärztliche Versorgung von Flüchtlingen wurde intensiv erörtert.

Insbesondere beim Thema Hygiene- Dokumentation machte Dr. Lenke einen konstruktiven Vorschlag, um den bürokratischen Aufwand zu verringern: „Grundsatz ist, dass die Hygieneprozesse fehlerfrei laufen. Dies wird einmal dokumentiert und gilt immer dann, wenn keine Fehler im Ablauf festgestellt werden. Jeder aufgetretene Fehler wird dokumentiert und verbessert.“ Zum Thema Alterszahnheilkunde merkte Dr. Ute Maier an: „Es ist gut, dass die Bedeutung der zahnärztlichen Versorgung für Senioren und Pflegebedürftige sich endlich im Gesetz niedergeschlagen hat.“ Darüberhinaus informierte Dr. Ute Maier über die Gespräche im G-BA zum Thema Parodontologie. Weiter betonte sie, dass „gerade in der Zahnheilkunde durch Eigeninitiative der Patienten die Zahn- und Mundgesundheit erhalten und gefördert werden kann, was sich auch bei Parodontitis zeige. Allerdings müssten gerade für Menschen mit Handicap noch Sonderregelungen in der Prävention getroffen werden, fügte sie an.

In dieser Legislaturperiode wurden bereits Gespräche mit Jochen Haußmann MdL, Gesundheitspolitischer Sprecher der FDP, Bärbl Mielich MdL, der früheren Gesundheitspolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Grüne, heute Staatssekretärin im Sozialministerium, und Rainer Hinderer MdL, Gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, geführt.

johannes.clausen@izz-online.de