Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

Die LAGZ belegt: Spitzenwerte für Baden-Württembergs Kinderzähne

Pressetext Langfassung

Die Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg e.V. (LAGZ) belegt: Spitzenwerte für Baden-Württembergs Kinderzähne

(November 2016) Die Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg e.V. (LAGZ) blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück, in dem die Zahngesundheit von Kindern sich nochmals verbessert hat. 

Bei den 12-Jährigen lag im Untersuchungsjahr 2015/2016 der DMF-T-Index im Schnitt bei 0,32. Dieser Wert zeigt an, wie viele Zähne pro Kind kariös sind bzw. wegen Karies gefüllt oder extrahiert wurden. Umso niedriger der Wert, umso weniger Kinder haben oder hatten bis jetzt Karieserfahrung. Für Baden-Württemberg bedeutet das, dass nur jedes dritte Kind einen kariösen, gefüllten oder fehlenden Zahn hat. Vor fünf Jahren war es noch jedes zweite Kind.

Ein Wert von 0 bedeutet ein naturgesundes Gebiss. Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg wiesen im Vergleich mit allen anderen Bundesländern schon seit Jahren die geringste Kariesrate auf. Gezeigt werden konnte das anhand von regelmäßigen Erfolgskontrollen, bei denen die Effektivität der Gruppenprophylaxe gemessen wird. Dr. Günter Pfaff vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg berichtete am 24.11.2016 dem LAGZ-Vorstand vom Abschluss dieser epidemiologischen Begleituntersuchungen zum Ende des Schuljahrs 2015/2016. Untersucht wurden knapp 5.500 Schüler der ersten und sechsten Klassen in Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen, Gymnasien und Sonderschulen. 

Neue Form der Kariesdiagnostik
Die Begleituntersuchungen wurden zum ersten Mal nach dem mehrstufigen International Caries Detection and Assessment System (ICDAS) durchgeführt. Es kann ohne Probleme mit den bisher erhobenen DMF-T-Werten verglichen werden, hat aber den Vorteil, dass auch ganz frühe Formen der Karies erfasst werden können, was für Prophylaxemaßnahmen besonders bedeutsam ist. Vergleicht man dieses deutschlandweit beste Ergebnis für die hiesigen Schüler mit den Zahlen von 1994, als in Baden-Württemberg bei den Zwölfjährigen ein Index von 2,4 ermittelt wurde, kann man ermessen, welchen Fortschritt die Zahngesundheit dank der zahlreichen Prophylaxebemühungen, insbesondere der Gruppenprophylaxe, gemacht hat.

Unter dem Begriff Gruppenprophylaxe versteht man breitenwirksame und flächendeckenden Maßnahmen in Kindergärten, Kindertageseinrichtungen und Schulen, die der Erhaltung und Verbesserung der Mundgesundheit dienen. Sie kommen jährlich rund 600.000 Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren zugute, bei denen im Rahmen dieser Gruppenprophylaxe eine Untersuchung der Mundhöhle, die Erhebung eines Zahnstatus und eine „Zahnschmelzhärtung“ durch Fluoridierung durchgeführt wird. Sehr wichtig ist auch das Einüben des richtigen Zähneputzens und die Aufklärung über zahngesunde Ernährung sowie über zahnschädliche Verhaltensweisen.

Professionelle Prophylaxefachkräfte
Auch Erzieherinnen und Eltern werden in die Aufklärungsarbeit mit einbezogen, die durch bestens geschulten Fachkräfte durchgeführt wird. Zusammen mit Zahnärztinnen und Zahnärzten des öffentlichen Gesundheitsdienstes und unterstützt von über 1.400 niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten haben die rund 170 Prophylaxe-Fachkräfte in allen 37 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs auch im zu Ende gehenden Jahr wieder ein enormes Pensum bewältigt. Hinzu kommt noch, dass in Schulen und Behinderteneinrichtungen, in denen das durchschnittliche Kariesrisiko überproportional hoch ist, gruppenprophylaktische Maßnahmen bis zum 16. Lebensjahr durchgeführt und spezielle Programme für Hochrisikogruppen angewendet werden.

Das ist die LAGZ
Unter dem Dach der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg e.V., die dazu beiträgt, die Idee einer nachhaltigen Zahngesundheitsförderung in Politik und Gesellschaft zu verankern, sind 37 regionalen Arbeitsgemeinschaften Zahngesundheit zusammengeschlossen. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: die Erhaltung und Förderung der Zahngesundheit und damit die Verhütung von Zahn- und Munderkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Ordentliche Mitglieder sind aktuell das Ministerium für Soziales und Integration, der Landkreis- und der Städtetag Baden-Württemberg, die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, die Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, die AOK Baden-Württemberg, der BKK Landesverband Süd Regionaldirektion Baden-Württemberg, die IKK classic, der Verband der Ersatzkassen e. V. - Landesvertretung Baden-Württemberg sowie weitere Krankenkassen und fördernde Mitglieder.

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Für Rückfragen 
Johannes Clausen, Leitung LAGZ und Informationszentrum Zahngesundheit
Tel: 0711 / 222 966-0
Fax 0711 / 222 966-20

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