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Kultur

Die Fondation Beyeler zeigt Claude Monet

 

Zwischen Landschaften und Fassaden

Ausgabe 1, 2017

Zu ihrem 20. Gründungstag präsentiert die Fondation Beyeler einen der bedeutendsten und beliebtesten Künstler: Claude Monet. Die Ausstellung ist ein Fest des Lichts und der Farben. Sie beleuchtet die künstlerische Entwicklung des französischen Malers von der Zeit des Impressionismus bis zum berühmten Spätwerk. Ab 22. Januar sind in der Fondation Beyeler 63 Meisterwerke aus privaten Sammlungen und renommierten Museen wie dem Musée d’Orsay in Paris, dem japanischen Pola Museum of Art, dem Metropolitan Museum in New York und dem Art Institute in Chicago zu sehen.

Zu sehen sind Landschaften am Mittelmeer, wilde Atlantikküsten, die Flussläufe der Seine, Blumenwiesen, Heuhaufen, Seerosen, Kathedralen und Brücken im Nebel. Der Künstler experimentierte in seinen Bildern mit wechselnden Licht- und Farbenspielen im Verlauf der Tagesund Jahreszeiten. Mit Spiegelungen und Schatten gelang es Monet, magische Stimmungen zu erzeugen.

Pionier. Claude Monet war ein großer Pionier, der den Schlüssel zum geheimnisvollen Garten der modernen Malerei gefunden und allen die Augen für ein neues Sehen der Welt geöffnet hat.

Impressionist. Der französische Maler lernte unter anderem bei dem Freilichtmaler Eugène Boudin und studierte von 1859 an in Paris, wo er Bekanntschaft mit Pissarro, Bazille, Sisley und Renoir machte. Sein Werk „Impression, soleil levant“ verleitete Kritiker, ihn auf der ersten Impressionisten-Ausstellung 1874 in Paris als „Impressionisten“ zu verspotten und begründete somit eine der wichtigsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts.

Neue Phase. Mit Beginn des deutsch-französischen Kriegs 1871 floh er nach London, wo Gemälde von Turner und Constable ihn beeindruckten und der Kunsthändler Durand-Ruel sich seiner annahm. Nach seinem Umzug nach Giverny widmete er sich intensiv der Abhängigkeit der Formen und Farben von Licht-, Luft- und Zeitverhältnissen in Bildfolgen. Vor allem der Garten mit den Seerosenteichen wurde Inspirationsquelle für seine berühmten Seerosenbilder, die dort ab 1899 entstanden und in seinen letzten Werken bereits Elemente des Expressionismus enthielten.

In den Jahren 1892 bis 1893 malte Monet 28 Bilder der Westfassade der Kathedrale von Rouen. Trotz der atmosphärischen Auflösung des Baus durch die Malerei gehen die Bilder über den Impressionismus hinaus. Monets Idee, den Bau von Rouen als riesige sublime Erscheinung zu zeigen, die jedes Bild sprengt, beeinflusste die abstrakten Expressionisten. Noch vor der Wiederentdeckung von Monets Nymphéas in den frühen 1950er-Jahren fand Clyfford Still hier die Idee einer übergroßen, weit über das Bild hinausweisenden Struktur. Monet spielt mit der Spannung zwischen der flächigen Malschicht und dem Bild des in der Raumtiefe riesig aufragenden Baus.

Fondation Beyeler/IZZ