Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

Die Zahnärzte in Baden-Württemberg informieren

42. Jahrestagung der südbadischen Zahnärzteschaft in Rust –
Zukunftskonzepte für schöne und gesunde Zähne


(April 2017). Am 28. und 29. April rechnet die Bezirkszahnärztekammer Freiburg wieder mit einem großen Ansturm auf ihren traditionellen Fortbildungskongress, der zum dritten Mal im Confertainment Center des Europaparks in Rust stattfindet. Im letzten Jahr machten 800 teilnehmende Zahnärztinnen und Zahnärzte und 800 Zahnmedizinische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Kongress zu einer der beliebtesten Fortbildungsveranstaltungen in Deutschland. Beim diesjährigen Generalthema „Zukunftskonzepte der restaurativen Zahnerhaltung“ kann der Vorsitzende der Bezirkszahnärztekammer Freiburg, Dr. Peter Riedel, wieder namhafte Referenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz begrüßen.

Gutbesuchte Spezialveranstaltungen

Eingebettet in den wissenschaftlichen Kongress ist nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr mit über 100 Teilnehmern das nunmehr zweite Spezialpodium Kieferorthopädie und das erste Spezialpodium Oralchirurgie. Zu beiden Veranstaltungen werden nicht nur Spezialisten erwartet, sondern auch viele interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte. Zeitgleich findet die 28. Fortbildungstagung der Bezirkszahnärztekammer Freiburg für Zahnmedizinische Fachangestellte statt. Für alle Mitglieder der Zahnarztpraxis ist die Dentalmesse mit über 55 Ausstellern gedacht sowie die Seminare des Pre-Congresses zu den Themen Röntgen, Versorgung medizinischer Notfälle, Abrechnung und Qualitätsmanagement.


Minimalinvasives Vorgehen

Unter der Ägide von Prof. Dr. Elmar Hellwig geht es im Hauptprogramm um neue Materialien und Verfahren für die restaurative Versorgung, die wesentlich dazu beitragen, dass Zahnhartsubstanzdefekte optimal versorgt werden können. So erzielt man heute funktionell und ästhetisch hervorragende Resultate bei minimalinvasivem Vorgehen, bei dem möglichst viel gesunde Zahnhartsubstanz erhalten werden kann.

Vollkeramische Materialien und adhäsive Technologien sowie der Einsatz computergesteuerter Fertigungstechniken tragen dazu bei, dass die Zeit für die Herstellung von Restaurationen deutlich reduziert wurde - bei gleichzeitig verbesserter Qualität. So ist es heute in vielen Fällen möglich, im Behandlungsstuhl eine direkte Restauration anzufertigen, wo man in früher im Labor gefertigte Werkstücke wie Inlays, Onlays, Teilkronen und Kronen eingesetzt hat. Das trägt auch wesentlich zur Verbesserung der ästhetischen Situation im Frontzahnbereich bei, wo mit Komposit-Restaurationen in direkter Adhäsivtechnik sehr gute Resultate erzielt werden. Mit zum minimalinvasiven Vorgehen gehört auch die Reparatur zahnärztlicher Restaurationen, die immer mehr zum Standardverfahren in der restaurativen Zahnerhaltung wird. Waren Reparaturen bis vor wenigen Jahren noch verpönt, so ist man sich heute darüber im Klaren, dass bei einer kompletten Neuversorgung mit einer Kavitätenvergrößerung von durchschnittlich 30 Prozent gerechnet werden muss. Reparaturen hingegen erhalten gesunde Zahnhartsubstanz und verlängern die Überlebensrate der Primärrestaurationen signifikant.

Digitale Zahnheilkunde
Digitale Verfahren werden immer mehr Bestandteil der zahnärztlichen Praxis. Das gilt nicht nur für die Fertigung von Zahnersatz, sondern auch für die digitale Abformung mit dem Intraoralscanner. Dank Weiterentwicklung der Software sind bei der intraoralen dreidimensionalen Vermessung wichtige Fortschritte erzielt worden: Mit der Erzeugung eines 3D-Datensatzes ergeben sich Optionen und Perspektiven, die mit konventionellen Abformungen gar nicht erst durchführbar sind. Man kann heute große Abschnitte des Kiefers und des Gegenkiefers dreidimensional erfassen und als Basis für eine eingehende Diagnostik sowie für restaurative und kieferorthopädische Therapien heranziehen. Möglich wird durch optischen Abdruck und 3D-Datenmodell auch eine patientenindividuelle Zahnrestauration, beispielsweise biogenerischen Kauflächen, die aufgrund der Analyse von tausenden von Zahnoberflächen und mittels algorithmischen Gesetzmäßigkeiten vollautomatisch berechnet werden können.

Erfolge in der Zahnerhaltung werden auch durch die Behandlung von Wurzelresorptionen, die beispielsweise nach Zahnunfällen vorkommen, oder durch die Anregung zur Neubildung von Dentin erzielt. Auch diesen Themen gehört die Aufmerksamkeit des Auditoriums, das zudem Gelegenheit haben wird, neue Therapien kiefergelenkspezifischer Beschwerden zu diskutieren. Auch die Kinderzahnheilkunde kommt nicht zu kurz: Ein wichtiges Augenmerk gilt dem Krankheitsbild der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), einer systemisch bedingten Schmelzbildungsstörung von bleibenden ersten Molaren und Frontzähnen.

Den Festvortrag zur „Nachhaltigkeit der Gesundheitsversorgung“ wird Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Freiburg halten. Der Experte für Finanzwissenschaft mit den Forschungsschwerpunkten „demografischer Wandel“ und „Systeme der sozialen Sicherung" wird Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung in einer immer älter werdenden Gesellschaft aufzeigen.

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