Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

Bodenseetagung 2017 zum Thema Implantattherapie

In vielen Situationen die erste Wahl: Implantate

(12. September 2017) - Das Programm der diesjährigen Bodenseetagung der BZK Tübingen, die zum zweiten Mal in Konstanz stattfindet, hat sich ganz dem Zahnersatz durch Implantate verschrieben. „Was früher als exotisch und extravagant galt, ist heute in vielen Situationen die Versorgung der ersten Wahl und eine Selbstverständlichkeit geworden." Der wissenschaftliche Leiter der Bodenseetagung, Prof. Dr. Bernd Haller, hat alle Aspekte des Kongressthemas „Erfolgskonzepte für die Implantattherapie - Sicher implantieren, kompetent versorgen" durch namhafte Referenten aus Deutschland und der Schweiz abgedeckt. Er verspricht daher den rund 500 Zahnärztinnen und Zahnärzten, die auch diesmal wieder an den Bodensee kommen, „eine umfassende Standortbestimmung“. Auch der Vorsitzende der Bezirkszahnärztekammer Tübingen, Dr. Wilfried Forschner, hofft am 16. und 17. September „wiederum auf einen reibungslosen Ablauf und viele interessierte Kolleginnen und Kollegen“. Das Ausweichquartier, das historische Konzilgebäude in Konstanz, bot bereits 2016 passende Tagungsräume und die Stadt war eine perfekte Gastgeberin, selbst der Wettergott gab sein Bestes.

Patientenwunsch im Mittelpunkt
Optimalen Input kann man auch von den Referenten der Vorträge erwarten, die den Patienten und seinen Wunsch nach einer Implantatversorgung in den Mittelpunkt stellen, sei es bei der Versorgung von Einzelzahnlücken, bei größeren Lücken, bei Freiendsituationen oder beim zahnlosen Kiefer. Gleich zu Beginn der Fortbildungstagung stellt Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden, klar, dass Indikationseinschränkungen für Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen heute nicht mehr im selben Maße gelten als noch vor Jahren. Zwar stellt die Kompromittierung von Weichgewebs- und Knochenheilung eine besondere Herausforderung dar, doch wenn Sicherheitskautelen zur Vermeidung von der Komplikation getroffen werden, können z. B. auch Antiresorptiva-Patienten (Antiresorptiva = Wirkstoffe, die den Abbau von Knochenmaterial hemmen) von einer Implantattherapie profitieren. Das gilt auch für Parodontitispatienten (Parodontitits = Zahnbettentzündung), bei denen ein erhöhtes Risiko für Periimplantitis (Entzündung des Implantatbetts von Zahnimplantaten) besteht. Durch besondere Prophylaxekonzepte, die PD Dr. Moritz Kebschull, Bonn, vorstellt, können bei diesen Risikopatienten periimplantäre Komplikationen vermieden werden.

Viele Faktoren bestimmen den Erfolg
Für den implantologischen Therapieerfolg sind viele Faktoren maßgebend. So kommt dem Erhalt der periimplantären Strukturen, der effizienten prothetischen Versorgung sowie der optimalen Weichgewebsanlagerung große Bedeutung zu. Daher wird Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, Ulm, dem periimplantären Weichgewebsmanagement große Aufmerksamkeit widmen sowie zielführende Präventions- und Therapieansätze aufzeigen. Über Techniken und Erfolgsraten der präimplantären Augmentation in seiner Klinik wird Prof. Dr. Dr. Alexander Schramm, Ulm, das Auditorium aufgrund der Erfahrung mit rund 3000 Patientenfällen ausführlich informieren. Für Aufklärung über mögliche Komplikationen in der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie ist anhand von Falldokumentationen und Videos ebenso gesorgt wie für Informationen über den aktuellen Stand und die Perspektiven der Digitalen Volumentomografie (DVT) in der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie.

Weitere wichtige Themen stehen am Samstag an. Dazu gehören neue restaurative und ästhetische Werkstoffe für die Implantatversorgung, die Prof. Dr. Peter Pospiech, Berlin, vorstellt. Funktionelle Aspekte bei der Implantatversorgung beleuchtet Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg. Er wird aufzeigen, dass auch Patienten mit arthrogenen (durch die Gelenke bedingte) Funktionsstörungen von Implantaten und der daraus resultierenden festsitzenden Versorgung profitieren, da die Kiefergelenke hierdurch entlastet werden. Auch betagte Patienten können durch eine Implantattherapie an Lebensqualität gewinnen. Es müssen bei ihnen alters- und funktionsgerechte Strategien zur Anwendung kommen. Dazu gehört auch die zunehmende Verwendung kurzer oder durchmesser-reduzierter Implantate wie Prof. Dr. Martin Schimmel, Bern, erläutern wird.

Wege zur biologischen Regeneration 
Einen völlig neuen neuen Weg in der Zahnmedizin beschreitet man mit dem „Tissue Master Concept“, das Dr. Stefan Neumeyer, Eschlkam, vorstellt. Es beinhaltet Replantation (Zurückverpflanzung von einem ausgeschlagenen Zahn), Extrusion (Heraustreten der Zähne aus dem Kiefer) und Translation (Übertragung) von Zähnen und Wurzelsegmenten und hat das Ziel, eine biologische Regeneration zu erreichen. Brandaktuell vor allem im Vorfeld der Bundestagswahl ist auch der diesjährige „besondere Vortrag“: Prof. Dr. Wolfgang Schweiger, Hohenheim, widmet sich dem „(des)informierten Bürger im Netz“ und informiert über Risiken und Nebenwirkungen der sozialen Medien.

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