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„Die Ergebnisse zählen“


Der Vorsitzende der Vertreterversammlung der KZV BW Dr. Dr. Alexander Raff und der Sprecher des Landesbeirates Dr. Uwe Lückgen im Gespräch über das zahnärztliche Ehrenamt, die vielfältigen Aktivitäten zum Wohle des Berufsstandes, die enge Kooperation mit dem Vorstand der KZV BW bei zahlreichen Sachfragen und Themen sowie die Vernetzung mit der zahnärztlichen Basis.
  


Herr Dr. Lückgen, Herr Dr. Dr. Raff – mit welchen standespolitischen Themen haben Sie sich heute schon beschäftigt? 

Dr. Lückgen: Ute Maier und ich hatten gerade heute eines unserer regelmäßigen Telefonate, in dem wir uns aktuell über die für den Berufsstand drängenden Fragen ausgetauscht haben. Konkrete Themen waren die Vorbereitung von Vertragsverhandlungen und die Befragung der Kollegen zur Praxisstruktur. Es ist erfreulich, dass es in Baden-Württemberg gelungen ist, Ehrenamt und Hauptamt in ihren Aktivitäten und natürlich auch über die handelnden Personen eng zu verbinden. Davon profitiert die Selbstverwaltung der Zahnärztinnen und Zahnärzte – und es ist ebenfalls ein Dauerbrennerthema bei uns, wie man es noch besser machen kann.  

Dr. Dr. Raff: Die konstruktive Atmosphäre in den Denkwerkstätten und das Ideenpotenzial sind eindrucksvoll, das führt dazu, dass man hier viele gute Ansätze entwickelt und diskutiert und dass man sich auch außerhalb von Sitzungen gedanklich intensiv mit den Themen befasst, so wie heute. Wie gestaltet man Selbstverwaltung und fördert Engagement und Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung im Ehrenamt durch die Kolleginnen und Kollegen? Mir erscheint das zunehmend die entscheidende Fragestellung in einer Selbstverwaltung, die diesen Namen verdient. Weil Sie konkret fragen: Natürlich beschäftige ich mich gerade auch intensiv mit dem Ehrenamtsbericht und unserem Interview (lacht). 

Welche Top-Themen haben Sie als Repräsentanten des zahnärztlichen Ehrenamts auf Ihrer Agenda? Welche Ziele? 

Dr. Lückgen: Alexander Raff hat gerade ein Topthema angesprochen: Wir müssen uns aktiv um das Ehrenamt und auch die Selbstverwaltung als Dienstleister von und für Zahnärztinnen und Zahnärzte kümmern. Das Ganze funktioniert und lebt nur, wenn sich Kolleginnen und Kollegen verantwortungsvoll in ehrenamtlicher Funktion in die Gremien einbringen. Themen und Gestaltungsspielraum gibt es genug. Im Übrigen gestalten wir nicht zum Selbstzweck. Es gibt die starke Erwartungshaltung beispielsweise von Vertragspartnern, von der Politik, dass wir Fragen beantworten und Probleme lösen für die zahnmedizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger, aber aus unserer Perspektive besonders auch für die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Baden-Württemberg.  

Welchen Auftrag hat der Vorsitzende der VV der KZV BW? 

Dr. Dr. Raff: Nun, in dieser Funktion bin ich verantwortlich für die Vertreterversammlung, die ja der Souverän, das Parlament einer demokratisch verfassten KZV BW ist. Ich freue mich jedes Mal darauf, wenn wir – wie jetzt wieder Ende November – aus ganz Baden-Württemberg zusammenkommen, wenn sich die Delegierten wieder allesamt treffen, wenn wir uns wirklich austauschen. Aus den Vorstandssitzungen, aus den Sitzungen des Landesbeirates und den Treffen der VV-Vorsitzenden im Bund nehme ich viele Themen und Eindrücke mit, die in der VV zu diskutieren sind. In meinem Bericht als VV-Vorsitzender setze ich darüber hinaus auch programmatisch Schwerpunkte und beziehe zu aktuellen Entwicklungen der KZV BW Stellung. 

Welchen Auftrag hat der Sprecher des Landesbeirates? 

Dr. Lückgen: Na, das ist klar, ich muss im Landesbeirat vor allem die Truppe zusammenhalten und darf die Zügel nicht allzu locker lassen (lacht). Im Ernst: Das ist nicht die schwerste Übung, so wie wir zusammengewachsen sind und die Themen gemeinsam erörtern. Als Sprecher des Landesbeirats bin ich direkter Ansprechpartner für die Mitglieder des Landesbeirats, für die Delegierten unserer VV und für den Vorstand. Ich transportiere die Themen, erläutere den Kolleginnen und Kollegen Hintergründe, leite die Landesbeiratssitzungen, koordiniere Klausurtagungen. Mit meinem Kollegen und Stellvertreter Hans Hugo Wilms stehe ich dabei in engem Kontakt. Mir ist wichtig zu betonen, dass es immer auch Teamwork ist, weil man nur gemeinsam stark ist. 

Bestimmt sind Sie sich in den Gremien nicht bei jedem Thema immer sofort einig: Wie gelingt es, dennoch sehr gute Lösungen für Baden-Württemberg zu finden? 

Dr. Dr. Raff: Ich nehme beratend an den Landesbeiratssitzungen teil und nutze gerne meine Beobachterfunktion. Aus dieser Perspektive heraus kann ich sagen, dass alle Mitglieder  natürlich nie immer einer Meinung sein können. Wir versuchen aber immer, zu einem gemeinsamen Ziel zu kommen. Was die Kolleginnen und Kollegen auszeichnet, ist einmal die Konstruktivität in der Debatte, die sachliche Bewertung der Argumente wie auch der Lösungsmöglichkeiten, aber auch die Kompromissfähigkeit und die Fähigkeit zur Revision und besseren Einsicht. 

Kommen Anregungen für Ihre berufspolitische Arbeit auch direkt von der zahnärztlichen Basis? 

Dr. Lückgen: Auf jeden Fall. Die Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der vier Bezirksgruppen, die  den Landesbeirat bilden, sind für mich „Transmitter“ zwischen der zahnärztlichen Basis und dem Vorstand. In manchen Bezirken finden regelmäßig Besprechungen zwischen den Bezirks- und den Kreisvorsitzenden statt. Die Kolleginnen und Kollegen haben die Möglichkeit, Anregungen und Kritik über die VV-Mitglieder an die Bezirksvorsitzenden weiterzuleiten. Oder sie wenden sich direkt an die Bezirksvorsitzenden, dazu besteht immer auch Gelegenheit vor Ort auf den zweimal jährlich stattfindenden Kreisversammlungen. Das funktioniert und gewährleistet Basisnähe. 

Wie fließt das in die Besprechungen mit dem Vorstand ein? 

Dr. Dr. Raff: Selbstverständlich gelangen Anregungen und auch Kritik über die von Uwe Lückgen beschriebenen Wege an den Vorstand. Außerdem nutzen auch die Mitglieder des Vorstandes zum Beispiel auf Kreisversammlungen, gerne den Kontakt zur Basis. 

Viele Fragestellungen sind zu bearbeiten und Lösungen zu finden. Ein ganz neuer Ansatz sind die Denkwerkstätten. Wie funktionieren diese? 

Dr. Lückgen: Zu Beginn des Jahres haben Vorstand, Landesbeirat und VV-Vorsitzende auf einer Klausurtagung die Einrichtung einer gemeinsamen KZV-Denkwerkstatt beschlossen. Ziel dieser Denkwerkstatt ist die frühzeitige Einbeziehung der Mitglieder des Landesbeirates, des VV-Vorsitzenden und seines Stellvertreters in Zukunftsprojekte der KZV BW. Diese neue projektorientierte Vorgehensweise hat sich schnell bewährt, alle Beteiligten sind sehr zufrieden damit. Wir packen in der Denkwerkstatt der KZV BW gemeinsam die Zukunftsprojekte an. 

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt in der KZV BW – in wenigen Worten? 

Dr. Lückgen: Ergebnisorientiert, mit hohem Nutzen für die Kolleginnen und Kollegen, sehr respektvoll, persönlich, verbindlich. 

Dr. Dr. Raff: Voller Ideen, voller Einsatz, voll dem gemeinsamen Ziel verpflichtet. 

Herzlichen Dank für das Gespräch!
 

guido.reiter@kzvbw.de