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Zahnärzteblatt Baden Württemberg Ausgabe 01/2018

Editorial

Editorial

Ausgabe 1, 2018

 

» Resümee. Im Sinne der positiven Weiterentwicklung gehört zum Jahresende sowohl der Blick zurück auf das bisher Geleistete als auch nach vorne auf die zukünftigen Aufgaben und Ziele. Resümiert man das Jahr 2017, so agierte die Zahnärzteschaft Baden-Württemberg aktiv auf vier wichtigen Spannungsfeldern: berufspolitisch, auf politischer Landes-und Bundesebene sowie im europäischen Kontext. Berufspolitisch gab es im Jahr 2017 durch den personellen Wechsel bei der Landeszahnärztekammer BW, den Bezirkszahnärztekammern sowie der Kassenzahnärztlichen Vereinigung BW einige Änderungen. Die berufspolitischen Aufgabengebiete wie z. B. gesetzliche Regelungen bei der Praxisführung, Veränderungen der Praxisstrukturen, langfristige Bindung von Mitarbeiter/innen oder die zahnärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten wurden in den Vertreterversammlungen deutlich benannt und Lösungswege aufgezeigt.

» Bund und Land. Auf Länder- und Bundesebene gab es im Jahr 2017 gesundheitspolitisch wichtige Diskussionsfelder, in die sich die Zahnärzteschaft eingebracht hat, um sowohl die adäquate Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen als auch die Rahmenbedingungen für die Zahnärztinnen und Zahnärzte zur Praxisausübung zu verbessern. Dabei standen die Stärkung der Selbstverwaltung sowie der Abbau vieler bürokratischer Hürden besonders im Fokus. Bei den Vertreterversammlungen der KZV BW Ende November und der LZK BW Anfang Dezember wurde jeweils Bilanz gezogen, die man in den ZBW-Beiträgen „Finger weg von der Selbstverwaltung!“ und „Erfolgreiche Leistungsbilanz“ nachlesen kann.

» Europa. Auf europäischer Ebene war berufspolitisch ebenso höchste Konzentration gefragt. Insbesondere der Richtlinienentwurf zur Prüfung der Verhältnismäßigkeit bei den Gesundheitsberufen im Rahmen der Berufsqualifikations-anerkennungsrichtlinie (2013/36/EU) war umstritten. Letztendlich konnte man sich beim EU-Binnenmarktausschuss auf einen Kompromiss einigen, der den Mitgliedsstaaten für den Gesundheitsbereich viel Freiheit zur Berücksichtigung von Sonderkriterien bei der Anerkennung der Berufsqualifikation lässt. Zu verdanken ist dieser Kompromiss dem stetigen politischen Dialog zwischen LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert und Dr. Andreas Schwab, Vorsitzender des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, der bis kurz vor der Abstimmung andauerte. Die Entwicklung dieser Gespräche ist im Beitrag „Vertrauensvolle Gespräche führten zum Ziel“ sowie im ZBW-Interview „Keine Veränderungen bei berufspolitischen Regelungen“ zusammengefasst. Bewertet wird die Entwicklung im Leitartikel von Christian Finster, stv. Vorstandsvorsitzender der KZV BW.

» Ziele. Bundespolitisch befand man sich im Jahr 2017 aufgrund der Bundestagswahl und der wochenlangen Sondierungsgespräche in einem Vakuum. Ein Ende ist immer noch nicht abzusehen, somit bleibt die Diskussion um die Bürgerversicherung weiterhin aktuell. Auch die oben genannten berufspolitischen Aufgaben sind längst nicht vollständig gelöst. Somit ist eine kontinuierliche, zuverlässige Interessenvertretung durch die berufspolitische Spitze gefragt – auf Landesparteitagen sowie bei konkreten politischen Dialogbegegnungen vor Ort.

claudia.richter@izz-online.de