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Zahnärzteblatt Baden Württemberg Ausgabe 03/2018

Editorial

Editorial

Ausgabe 3, 2018

Politik. Der designierte Gesundheitsminister Jens Spahn, bisheriger Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, will laut dpa die Kluft bei der Behandlung von privat und gesetzlich Versicherten verkleinern. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er „privat und gesetzlich Versicherte müssen in Zukunft gleich schnell einen Arzttermin bekommen können“. Auch die Honorare der Ärzte sollen angeglichen werden: „Wir müssen [...] über die Vergütungen der Ärzte für Kassenpatienten sprechen. Bislang ist die Behandlung von Privatpatienten für Ärzte deutlich lukrativer.“ Ein weiteres Problem ist laut Spahn die mangelnde Versorgung mit Ärzten, sowohl auf dem Land als auch in manchen Stadtteilen: „Wenn wir die Akzeptanz des Gesundheitssystems verbessern wollen, müssen wir dieses Problem lösen.“

Eine erste Einschätzung zum neuen Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD lesen Sie im Kommentar "Der Koalitionsvertrag ist länger als gut" der Vorsitzenden des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Dr. Ute Maier.

Praxismanagement und Hygiene. Erhöhte fachliche und bürokratische Anforderungen sowie verstärkte staatliche Kontrollen bei Praxisinspektionen erschweren die Arbeit der Zahnärztinnen und Zahnärzte in den Praxen. Dr. Torsten Tomppert, Präsident der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, und Dr. Norbert Struß, stv. Präsident, unterstreichen im Leitartikel, dass die Kammer deshalb gefordert sei, „antizipativ zu handeln und sich intensiver für die berechtigten Interessen von Patienten und Zahnärzten im gesamtgesellschaftlichen Kontext einzusetzen“. Was die Gespräche mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie Sozialminister Manfred Lucha und Staatsminister Klaus-Peter Murawski bewirkten, um die fachliche Expertise der Kammer mit einzubinden erfahren Sie im Beitrag "Offen für die Anliegen der Kammer".

Um auf Grundlage einer soliden Studie über die Hygienekosten in einer Zahnarztpraxis Gespräche und Verhandlungen führen zu können, initiierten die badenwürttembergischen Delegierten in der Bundesversammlung 2015 die Durchführung einer deutschlandweiten Hygienekostenstudie. Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln hat nun den Fragebogen der Studienstufe 2 fertiggestellt, der Ende März 2018 versandt wird. Wie die Studie abläuft, lesen Sie im Beitrag "Hygienekosten - Ihre Teilnahme ist gefragt". Im Artikel "Risikomanagement digitalisiert" erfahren Sie außerdem, wie sich das Praxismanagement dank der Weiterentwicklung des Navigators der LZK BW vereinfacht.

Begegnungen. Der Freiburger Neujahrsempfang unter dem Motto „Begegnungen“ ist ein herausragendes Ereignis im Kalender der südbadischen Zahnärzteschaft. In diesem Jahr fand er zum zehnten Mal statt. Gabriele Billischek berichtet im Beitrag "Alles Leben ist Begegnung" darüber.

Traditionell lädt auch die Bezirkszahnärztekammer Stuttgart im Januar zu ihrem Neujahrsempfang. BZKVorsitzender Dr. Eberhard Montigel zog ein standespolitisches Resümee des abgelaufenen Jahres 2017 und richtete den Blick auf die Herausforderungen des anstehenden Jahres 2018. Mehr dazu lesen Sie im Artikel von Andrea Mader "Wir lehnen eine einheitliche Gebührenordnung ab".

Lückengebisssituation. Für verkürzte Zahnreihen gibt es eine Vielzahl von möglichen Versorgungen. Die Lückengebisssituation liegt an der Schnittstelle zwischen fehlender Behandlungsbedürftigkeit, konventionellen herausnehmbaren wie festsitzenden Zahnersatzformen und Implantatlösungen. Der Beitrag „Verkürzte Zahnreihe – wann, wie, womit versorgen?“ von Prof. Dr. Michael Walter, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, gibt einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten.

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