Zahnaerzteblatt.de

 

 
 

Berufspolitik

IDZ-Hygienekostenstudie in den Startlöchern

 

Hygienekosten – Ihre Teilnahme ist gefragt

Ausgabe 3, 2018

Um auf Grundlage einer soliden und validen betriebswirtschaftlicharbeitswissenschaftlichen Studie, über die in einer Zahnarztpraxis anfallenden Hygienekosten, Gespräche und Verhandlungen führen zu können, initiierten die baden-württembergischen Delegierten in der Bundesversammlung 2015 die Durchführung einer deutschlandweiten Hygienekostenstudie. Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln hat nun den Fragebogen der Studienstufe 2 (Praxis-Survey) fertiggestellt und dieser wird Ende März 2018 an zufällig ausgewählte Zahnarztpraxen im Bundesgebiet versandt. Wir setzen auf Ihre Teilnahme!

Die bereits in den Jahren 1998 und 2008 durch das IDZ durchgeführten Vorgänger-Hygienestudien sind schlichtweg „in die Jahre“ gekommen, sodass die Zeit für eine neue kombiniert betriebswirtschaftlich-arbeitswissenschaftliche Studie reif ist. Im April 2016 hat das IDZ die Arbeit an dieser neuen Hygienekostenstudie auf der Basis des folgenden dreigliedrigen Studien- Designs aufgenommen.

Teilnehmende Beobachtung. 2017 fand bereits die erste Teilstudie in deutschlandweit ausgewählten Zahnarztpraxen statt. Hier gilt ein besonderer Dank an die aus Baden-Württemberg beteiligten Praxen.

Praxis-Survey. Im Rahmen der IDZ-Hygienekostenstudie werden circa 3.400 Zahnarztpraxen aus ganz Deutschland zufällig ausgebetriebswirtschaftwählt und mit einem Fragebogen angeschrieben. Die Auswertung erfolgt anonymisiert und ohne jeglichen Personenbezug gemäß dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und allen anderen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Das Studienziel ist es, hygienebedingte Kosten aufzudecken und so Orientierung für die öffentliche Diskussion zu bieten: Wissenschaftlich erhobene Daten sind die notwendige Grundlage für eine kritische Diskussion sowohl von regulatorischen Empfehlungen von staatlicher Seite als auch von Angaben der Hersteller von Medizinprodukten.

Das IDZ hofft auf eine rege Teilnahme, um repräsentative Ergebnisse für Deutschland und die Kammer- bzw. KZV-Bereiche liefern zu können. Bei Fragen zur Studie können Sie sich gerne an den Projektleiter wenden: Nicolas Frenzel, Mail: n.frenzel@idz.institute, Telefon: 0221/4001-148.

Sekundärdatenanalyse. In der dritten und letzten Projektphase, der Sekundärdatenanalyse, werden Informationen aus der „Teilnehmenden Beobachtung“ und der „Hygiene-Fragebogenstudie“ zusammengeführt und um weitere Daten ergänzt, die aus Datenquellen wie den Erhebungen des Statistischen Bundesamts stammen. Die Ergebnisse dieser Studienphase bilden die Grundlage für den Abschlussbericht und das regelmäßige Hygienekosten-Monitoring.

wagner@lzk-bw.de

 

Zahnärzte-HIV-Projekt Baden-Württemberg

 

Kammer setzt sich für Gleichbehandlung von HIV-Infizierten ein

Ausgabe 3, 2018

Die Landeszahnärztekammer sieht sich in der Verantwortung, der Unsicherheit in den Zahnarztpraxen bei der zahnmedizinischen Behandlung HIV-positiver Patienten entgegenzuwirken und hat 2010 über das „Zahnärztliche-HIV-Projekt-Baden-Württemberg“ eine landesweite Fortbildungsinitiative gestartet. Im Herbst 2016 hat die Arbeitsgruppe AIDS- und STI-Prävention des Ministeriums für Soziales und Integration beschlossen, eine gemeinsame Erweiterung der Zahnärzteinitiative vorzunehmen. Eine nunmehr vorliegende Informationsbroschüre ist das Ergebnis. „Es freut mich sehr, dass die LZK BW sich für die Gleichbehandlung von HIV-Infizierten einsetzt“, lobt Sozialminister Manfred Lucha.

Rund 9.000 HIV/AIDS-infizierte Menschen gibt es nach Schätzungen des Robert- Koch-Institutes in Baden- Württemberg. Rund 260 Neuinfektionen kommen jährlich hinzu. Noch immer bestehen Ängste, sich beim Kontakt mit einem HIV-Positiven zu infizieren. Auch in Zahnarztpraxen. Vereinzelt haben diese Unsicherheiten und Ressentiments dazu geführt, dass HIV-Patienten in Zahnarztpraxen nicht behandelt wurden.

Defizite. Die Landeszahnärztekammer sieht sich in der Verantwortung, diesen Defiziten entgegenzuwirken und hat 2010 über das „Zahnärztliche- HIV-Projekt-Baden-Württemberg“ eine landesweite Fortbildungsinitiative gestartet. Die Initiative bestand in der Implementierung spezifischer Inhalte zu HIV/AIDS in die bestehenden landesweiten Hygiene-Fortbildungen der Landeszahnärztekammer. Hauptziel war es, Zahnärzte sowie das zahnärztliche Assistenzpersonal über die Anforderungen HIV-Infizierter auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse umfassend zu informieren, um damit Ängste gegenüber dieser Patientengruppe abzubauen. Dr. Albrecht Ulmer, Mitglied der Baden-Württembergischen Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter, erinnert sich noch gerne an die Sommer-Akademie des ZFZ Stuttgart, die ZFZ-Direktor Prof. Dr. Johannes Einwag 2013 zu diesem Thema veranstaltete. Einen Meilenstein bildete für Dr. Ulmer auch die Fortbildung, die die AIDSHilfe Pforzheim mit der Kreiszahnärzteschaft 2013 auf die Beine stellte und an der über 200 Zahnärzte teilnahmen. Bis heute konnten über die Fortbildungsinitiative der Kammer über 4.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie ihr Praxispersonal erfolgreich geschult werden. Damit wurden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, dass HIV-infizierte Patienten bei einem Zahnarztbesuch offen und ehrlich über ihre HIV-Infektion sprechen können und von zahnärztlicher Seite eine angemessene zahnmedizinische Behandlung dieser Patientengruppe ohne Vorurteile möglich ist.

Vorbildlich. Im Herbst 2016 hat die Arbeitsgruppe AIDS- und STIPrävention des Ministeriums für Soziales und Integration, in der auch die Landeszahnärztekammer seit Beginn Mitglied ist, beschlossen, eine gemeinsame Erweiterung der Zahnärzteinitiative vorzunehmen. Eine nunmehr vorliegende Informationsbroschüre ist das Ergebnis. Die Landeszahnärztekammer habe mit ihrer Initiative nicht nur die Fortbildungen initiiert, sondern auch das Thema in den Fokus gerückt, schreibt der Sozialminister in seinem Grußwort. „Vorbildliche Netzwerkarbeit“ sei durch die weiteren Fortbildungen in Kooperation mit der AIDSHilfe Baden-Württemberg geleistet worden, so Manfred Lucha weiter. „Es freut mich sehr, dass die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg sich für die Gleichbehandlung von HIV-Infizierten einsetzt und durch diese Initiative einen wichtigen Beitrag hierzu geleistet hat“.

mader@lzk-bw.de

 

Weiterentwicklung des Navigators der LZK BW

 

Risikomanagement digitalisiert

Ausgabe 3, 2018

Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg stellt seit 2010/ 2011, neben dem landes- und bundesweit anerkannten PRAXISHandbuch, mit der Software Navigator den Zahnarztpraxen ein weiteres Hilfsinstrument zur Seite. Der Navigator bietet auf der Ebene der Qualitätssicherung bei der Einführung allgemein geltender gesetzlicher Vorgaben im Bereich der Praxisführung und Organisation Unterstützung an. Der Vorstand der Landeszahnärztekammer machte jetzt den Weg frei für die digitale Weiterentwicklung der Software Navigator. Die Bearbeitung und Implementierung eines praxisindividuellen Risikomanagements ist nun komplett digital möglich.

Die Landeszahnärztekammer hat die inhaltliche und funktionstechnische Aktualisierung und Modifikation der Software Navigator abgeschlossen. Die Neuversion Navigator 2018 gewährleistet ein unproblematisches Arbeiten über die verschiedenen PC-Betriebssysteme einer Praxis hinweg. Welche Inhalte und Funktionen sich in der Neuversion ändern und die alles entscheidende Frage „Was passiert mit meinen bisher bearbeiteten Checklisten und Inhalten in der bisherigen Navigator-Version“ wird im Folgenden beantwortet.

Datensicherung. Wenn Sie mit dem Navigator (Version 2011) in der Vergangenheit gearbeitet haben, wird durch das neue Upgrade Navigator 2018 der bisherige Bearbeitungsstand gesichert, also es geht keine Bearbeitung verloren. In den Checklisten und Informationen der Themenrubriken „I. Hygiene“; „II. BuS/Arbeitsschutz & Arbeitsmedizin“; „III. Medizinprodukte“ und „IV. Fristen, Termine und Dokumentation“ wurden inhaltliche Aktualisierungen bzw. Ergänzungen vorgenommen, die grafisch einfach nachzuvollziehen sind.

Funktionalitäten beibehalten. Die bewährten Funktionalitäten der bisherigen Navigator-Version 2011 wie z. B. die Möglichkeit der Aktivierung und Deaktivierung von Checklisten und Informationen; Informationen zum Fragethema anzeigen; Eingabe von eigenen Bemerkungen; Aufruf eines Musterdokuments aus dem PRAXISHandbuch; Verknüpfung mit einem bereits erstellten Praxisdokument stehen weiterhin in der neuen Version Navigator 2018 zur Verfügung.

Digital bearbeitbar. Die „Richtlinie über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten, Medizinische Versorgungszentren, Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte sowie zugelassene Krankenhäuser (Qualitätsmanagement- Richtlinie/QM-RL)“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) verpflichtet Vertragszahnarztpraxen u. a. zur Anwendung der/des Qualitätsmanagement-Methode/ Instruments „Risikomanagement“. Das praxisindividuelle Risikomanagement soll dem Umgang mit potenziellen Risiken, der Vermeidung und Verhütung von Fehlern und unerwünschten Ereignissen und somit der Entwicklung einer Sicherheitskultur dienen. Dabei werden unter Berücksichtigung der Patienten- und Mitarbeiterperspektive alle Risiken in der zahnmedizinischen Versorgung identifiziert und analysiert sowie Informationen aus anderen Qualitätsmanagement- Instrumenten, insbesondere die Meldungen aus Fehlermeldesystemen genutzt. Eine individuelle Risikostrategie umfasst das systematische Erkennen, Bewerten, Bewältigen und Überwachen von Risiken sowie die Analyse von kritischen und unerwünschten Ereignissen, aufgetretenen Schäden und die Ableitung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Die Landeszahnärztekammer Baden- Württemberg bietet hierfür seit 2014 eine Handlungsanleitung für das Risikomanagement in der Zahnarztpraxis über das PRAXIS-Handbuch an. Die Handlungsanleitung einschließlich des Muster- Risikoarbeitsblattes stammt aus der Feder von Prof. Dr. Bruno Brühwiler und Dr. Norbert Engel (QM-Referent der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg). Das bisher in Papierform angebotene Muster-Risikoarbeitsblatt kann nun über die Neuversion Navigator 2018 komplett digital erstellt, aktualisiert und gespeichert werden.

 

wagner@lzk-bw.de

 

10. Neujahrsempfang im Zahnärztehaus Freiburg

 

„Alles Leben ist Begegnung“

Ausgabe 3, 2018

Der Freiburger Neujahrsempfang unter dem Motto „Begegnungen“ ist ein herausragendes Ereignis im Kalender der südbadischen Zahnärzteschaft. Dieses Jahr konnten sich die Gastgeber, Dr. Peter Riedel, Vorsitzender des Vorstands der Bezirkszahnärztekammer Freiburg, und Christoph Besters, stv. Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, über ein kleines Jubiläum freuen: Der Neujahrsempfang fand zum zehnten Mal statt. Die Begegnungen boten auch 2018 einen ausgezeichneten Rahmen für ungezwungene kollegiale Gespräche und den Erfahrungsaustausch unter Kollegen.

Mit persönlichen Worten begrüßte Christoph Besters die Gäste aus Standespolitik, Wissenschaft und Medizin. Er warf einen Blick zurück in das abgelaufene Jahr und zeigte die aktuellen Herausforderungen in der Gesundheitspolitik. Stark kritisierte er die Eingriffe in die Selbstverwaltung der Freien Berufe: Insbesondere auf EUEbene im Hinblick auf die Prüfung der Berufsausübungsregeln auf ihre Verhältnismäßigkeit, da diese die „gesundheitspolitischen Kompetenzen massiv beschneiden und bürokratischen Mehraufwand ohne jeglichen Nutzen schaffen“. Neben der Einführung der Gesundheitskarte beanstandete er die unzähligen Vorschriften des Gemeinsamen Bundesausschusses und die zunehmende Bürokratisierung im Bereich der Praxisführung. Ein weiteres Thema, das die Zahnärzteschaft berühre, sei die flächendeckende zahnärztliche Versorgung. Die arztgruppengleichen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), von der Politik eingeführt, um die Versorgung im ländlichen Gebiet sicherzustellen, hätten laut Christoph Besters genau das Gegenteil bewirkt. Sie hätten sich verstärkt in den Ballungsgebieten angesiedelt und damit zu einer starken Wettbewerbsverzerrung geführt, die zulasten der herkömmlichen Praxisformen gehe.

Positiv hob Christoph Besters hervor, dass die Bereitschaft junger Zahnärztinnen und Zahnärzte sich in eigener Praxis niederzulassen, allmählich wieder ansteige. Die Zahnärzteschaft arbeite mit aller Kraft daran, diese positive Entwicklung zu unterstützen.

Festvortrag. Eine schöne Tradition der Begegnungen ist auch der Festvortrag zu einem gesellschaftlich relevanten Thema. Den diesjährigen Vortrag zum Thema „Alles Leben ist Begegnung“ hielt der Freiburger Professor für Moraltheologie und ehemaliges Mitglied des deutschen Ethikrats, Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff. Anhand des dialogischen Personalismus von Martin Buber entwickelte Professor Schockenhoff seine philosophische Gedankenwelt zum Thema Begegnung und beleuchtete die Bedeutung der allgemeinen Anthropologie für die Arzt-Patient- Beziehung und das Verständnis ärztlichen Handelns.

Im Anschluss ehrte Dr. Peter Riedel die Jubilare, deren Approbation sich zum 50. Mal jährt (siehe Beitrag auf Seite 39).

Der Neujahrsempfang war ein sehr gelungener Jahresauftakt mit Gesprächen unter Gleichgesinnten und kollegialem Austausch mit vielen Begegnungen in der angenehmen Atmosphäre des Freiburger Zahnärztehauses.

gabi.billischek@izz-online.de

 

Neujahrsempfang der BZK Stuttgart

 

Wir lehnen eine einheitliche Gebührenordnung ab

Ausgabe 3, 2018

Traditionell lädt die Bezirkszahnärztekammer Stuttgart im Januar zu ihrem Neujahrsempfang. BZK-Vorsitzender Dr. Eberhard Montigel zog ein standespolitisches Resümee des abgelaufenen Jahres 2017 und richtete den Blick auf die Herausforderungen des anstehenden Jahres 2018.

Für das Jahr 2017 beklagte Dr. Montigel „erhebliche Widrigkeiten“, denen die Zahnärzteschaft bei ihrer Berufsausübung ausgesetzt gewesen sei. Doch auch Erfolge seien zu verzeichnen gewesen: Dass der umstrittene Richtlinienentwurf der Europäischen Kommission zur Prüfung der Verhältnismäßigkeit künftiger Berufsregeln in letzter Sekunde entschärft worden ist, sei vor allem dem engagierten Eintreten von LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert und seinem vertrauensvollen Verhältnis zum binnenmarktpolitischen Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament und Vorsitzenden des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, Dr. Andreas Schwab, zu verdanken.

Inzwischen schaue man nicht mehr mit Sorge nach Brüssel, sondern nach Berlin, so Dr. Montigel. Nach der gescheiterten Jamaika- Sondierung und der Neuauflage der GroKo-Verhandlungen glaubte man mit der Einigung für eine Wiederherstellung der Parität bei den Beiträgen zur Gesetzlichen Krankenversicherung die Bürgerversicherung vom Tisch.

Nun sei allerdings die einheitliche Gebührenordnung im Gespräch. „Wir lehnen sowohl die Bürgerversicherung als auch die Einführung einer einheitlichen Gebührenordnung ab“, betonte Dr. Montigel unter dem Beifall der anwesenden Gäste. Das duale Krankenversicherungssystem sei bewährt, das deutsche Gesundheitssystem in Europa führend und jede Änderung gehe zulasten der Patienten, einer flächendeckenden Versorgung und einer modernen Zahnheilkunde.

Abschließend warf der Vorsitzende noch einen Blick auf „seinen“ Regierungsbezirk Stuttgart: „Für die Bezirkszahnärztekammer Stuttgart gehört der Bereich Praxisführung zum wichtigsten Thema“. Um hier gut aufgestellt zu sein, habe die Bezirkszahnärztekammer ein neues Referat Praxisführung und Digitales geschaffen, berichtete Dr. Montigel. Dieses Referat hat der stellvertretende Vorsitzende der BZK Stuttgart, Dr. Hendrik Putze übernommen. Gemeinsam mit der KZV BW wolle man zudem auf die Landesregierung beim Thema Bürokratieabbau einwirken, damit mehr Zeit für die Behandlung der Patienten bleibt.

Mit dem Dank an die ehrenamtlich engagierten Zahnärztinnen und Zahnärzte und Jochen Haußmann, den gesundheitspolitischen Sprecher der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, eröffnete Dr. Montigel das Neujahrs-Büfett und wünschte einen intensiven Gedankenaustausch und viele gute Gespräche.

mader@lzk-bw.de

 

Zahnärzteschaft stark vertreten

 

Landeskongress Gesundheit ein großer Erfolg

Ausgabe 3, 2018

Der 3. Landeskongress Gesundheit auf der Landesmesse war ein großer Erfolg, die Veranstaltung für Entscheider und Verantwortungsträger hat sich fest etabliert. „Dieser Kongress ist von großer Bedeutung für die Zahnärzteschaft in Baden-Württemberg, da es eine Möglichkeit des Austausches und der Diskussion mit den Partnern im Gesundheitswesen und den politischen Vertretern aus Parlament und Ministerium gibt“, betonten Dr. Ute Maier, Vorstandsvorsitzende der KZV BW, und Dr. Eberhard Montigel, Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Innovationen für Menschen – Zukunftsbranche Gesundheit“ und hatte eine Vielzahl von Vorträgen, Impulsen und Diskussionen zu der Zukunft des Gesundheitswesens zu bieten: von dem Keynote-Vortrag von Prof. Dr. rer. nat. Reinhold Ewald, ESA-Astronaut und Professor für Astronautik und Raumstationen, der die Kongressteilnehmer mit auf die Raumstation ISS mitgenommen hat, bis hin zum „Marktplatz der Ideen“, bei welchem Konzepte und unter anderem der IBM-Watson vorgestellt wurde – ein Computerprogramm aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, welches im Gesundheitsbereich in Zukunft eine große Rolle spielen könnte. Eine Podiumsdiskussion zu „Innovationen im globalen Kontext“ und ein Referat zu Präzisions- und Big Data Medizin rundeten den Nachmittag ab.

Interaktion. Darüber hinaus setzte der Landeskongress Gesundheit weiterhin auf Partizipation und Interaktion. Der Austausch zwischen den Repräsentanten der Institutionen im Gesundheitswesen wurde durch den Einsatz modernster Kongresstechnik gefördert. Neben vielfältigen Gelegenheiten zum Networking diente das World Café Format am Nachmittag zur Diskussion und Vertiefung.

„In diesem Jahr ist es gelungen, dass die Zahnärzteschaft mit zwei Diskussionstischen im World Café die inhaltliche Debatte mitprägen konnte. Das war ein großer Erfolg für uns alle“, so Dr. Ute Maier. Als Expertin brachte sie am Diskussionstisch „Wie kommen Innovationen in die GKV-Regelversorgung?“ ihr Wissen und ihre Einblicke ein, die sie u. a. als Mitglied des Ausschusses Zahnärzte des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) gewonnen hat.

Versorgung. Der Vorsitzende der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart, Dr. Eberhard Montigel, verantwortete als Tischgastgeber den Diskussionstisch „Zahnersatz, Medikamente, Prothesen – wie verändern Produkte aus 3D-Druckern die Versorgung der Patienten“. „Durch moderne 3D-Herstellungsverfahren können OP-Zeiten verkürzt und bessere Ergebnisse für den Patienten erzielt werden. In den Zahnarztpraxen können Versorgungen mit neuen Verfahren schonend, schneller und ohne Abdruck auch mit neuen, besseren Materialien hergestellt werden“, betonte Dr. Eberhard Montigel in seinem Fazit. Als Koordinatorin des gesamten medizintechnischen Forums präsentierte die Geschäftsführerin der BZK Stuttgart, Christine Martin, die Ergebnisse im World Café.

Bilanz. Der 3. Landeskongress Gesundheit war ein großer Erfolg, die Veranstaltung für Entscheider und Verantwortungsträger hat sich bewährt. Wie in der Vorbereitungsphase zum ersten Landeskongress Gesundheit 2016 festgelegt, werden die Veranstalter und Unterstützer wie vereinbart nach dem Landeskongress in diesem Jahr Bilanz ziehen und über das weitere Vorgehen entscheiden.

florian.wahl@kzvbw.de
martin@bzk-stuttgart.de

 

Gesprächstermin im Staatsministerium

 

Offen für die Anliegen der Kammer

Ausgabe 3, 2018

Die Landeszahnärztekammer wird ihre zahnärztliche Fachexpertise beim Thema Praxisbegehungen künftig in einem gemeinsamen Arbeitskreis aus Vertretern des Sozialministeriums, des Regierungspräsidiums und der Landeszahnärztekammer einbringen. Das sagten Staatsminister Klaus-Peter Murawski und Sozialminister Manfred Lucha Präsidium und Geschäftsleitung der Landeszahnärztekammer bei einem Gesprächstermin im Staatsministerium zu. LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert bewertet das Gesprächsergebnis als „großen Erfolg“. „Die Kammer kann jetzt ihre notwendige zahnmedizinische Kompetenz in den neuen Arbeitskreis einbringen“.

Staatsminister Murawski lobte ausdrücklich die ausgezeichnete Qualität der freiberuflich gesicherten zahnärztlichen Flächenversorgung und die nachvollziehbar zu verfolgenden Investitionen der Zahnärzteschaft in neueste Behandlungsmethoden, -geräte und -verfahren in ihren Praxen. Dem Land seien keine „Hygieneprobleme“ in Verbindung mit Zahnarztpraxen bekannt.

LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert, sein Vize Dr. Norbert Struß, LZK-Direktor Axel Maag und der Leiter der Abteilung Praxisführung in der LZK-Geschäftsstelle, Marco Wagner waren der Einladung ins Staatsministerium gefolgt, um mit dem Staatsminister, seinem Referatsleiter Werner Keller, dem Sozialminister und seinem Ministerialrat Walter Biermann über das Thema „Praxisbegehungen gemäß MPG“ durch die Regierungspräsidien, deren enge Ermessungsspielräume und die Erfahrungsberichte aus den Zahnarztpraxen zu sprechen.

Geschätzte Dialoggespräche. Das Angebot für den gemeinsamen Arbeitskreis, in den die Landeszahnärztekammer sowohl ihre zahnärztliche Fachexpertise einbringen als auch zahnärztliche Besonderheiten zur Diskussion stellen könne, unterbreitete Sozialminister Manfred Lucha auf der Grundlage der in der Vergangenheit stattgefundenen und von ihm „sehr geschätzten Dialoggespräche“ zwischen seinem Haus und den Regierungspräsidien mit der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg.

Bekenntnis zur Freiberuflichkeit. Unterstützung signalisierte Staatsminister Murawski der Landeszahnärztekammer auch beim Thema Bürokratieabbau. Klaus-Peter Murawski verwies auf den neu installierten Landes-Normenkontrollrat, der eigens gebildet worden sei, um das Landesregelwerk im Hinblick auf überbordende bürokratische Regelungen zu überprüfen.

„Die Freien Berufe liegen mir sehr am Herzen“ – mit dem erneuten Bekenntnis zur freiberuflich organisierten zahnärztlichen Selbstverwaltung und dessen hoher Behandlungsqualität sicherte der Staatsminister der Landeszahnärztekammer die Unterstützung der Landesregierung zu.

mader@lzk-bw.de