Zahnaerzteblatt.de

 

Berufspolitik

Konstruktiver Meinungsaustausch mit Leni Breymaier MdB

 

Die moderne Zahnmedizin macht‘s möglich

Ausgabe 5, 2018

Das „duale Versicherungssystem“ in Deutschland ist vorbildlich aufgestellt, betonten Dr. Ute Maier und Dr. Torsten Tomppert im Gespräch mit Leni Breymaier MdB, um allen Patientinnen und Patienten eine adäquate Therapie anbieten zu können. Bei der Dialogbegegnung zwischen der Landesvorsitzenden der SPD und den Spitzenvertretern der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg Mitte April in Aalen wurden u. a. die vorbildliche Prophylaxe in Baden- Württemberg sowie die Herausforderungen im Bereich der Parodontologie und die Bürgerversicherung thematisiert.

Besonders eindrucksvoll sei die Erfolgsgeschichte der Prophylaxe bei Kindern und Jugendlichen, hoben Dr. Ute Maier und Dr. Torsten Tomppert hervor. „Heute teilen sich drei 12-Jährige einen kranken Zahn“, erläuterte Dr. Torsten Tomppert die tolle Entwicklung der Zahngesundheit bei Kindern in Baden-Württemberg. „Die Gruppenprophylaxe in den Kindergärten und Schulen sowie die Individualprophylaxe sind ein wesentlicher Grund, dass sich die Zahngesundheit bei Kindern so enorm verbessert hat“, fügte Dr. Ute Maier hinzu.

Leni Breymaier und auch Dr. Ute Maier und Dr. Torsten Tomppert machen allerdings die Zähne der Kinder mit Migrationshintergrund Sorgen. Aber auch der frühkindlichen Karies gelte es durch neu in den Leistungskatalog aufzunehmende Untersuchungen und Behandlungsmaßnahmen an den Kragen zu gehen, sagten Dr. Ute Maier und Dr. Torsten Tomppert. 

Ausführlich schilderte Dr. Ute Maier die Entwicklung im Bereich der Parodontologie. Der Nachsorge und der Mitwirkung der Patienten bei der Behandlung und den Bemühungen um eine gute Mundhygiene komme hier eine besondere Bedeutung zu. Letztlich entscheide der G-BA über die Priorisierung von Leistungen, die dem GKV-Prinzip ausreichend zweckmäßig und wirtschaftlich zu entsprechen haben.

Honorarvolumina. Auch die begrenzten Honorarvolumina wurden problematisiert. Sofern neue Leistungen in den Leistungskatalog aufgenommen würden, müsste zusätzliches Honorarvolumen zur Verfügung gestellt werden. Eine kostenneutrale Umsetzung eines ergänzten Leistungskataloges sei nicht denkbar.

Bürgerversicherung. Darüber hinaus wurde das Themenspektrum für eine Bürgerversicherung diskutiert. Dabei plädierte Leni Breymaier „für eine Bürgerversicherung, die durchaus von verschiedenen Kassen angeboten werden kann“. Diese müsse alles medizinisch Notwendige übernehmen. Anderes, was nicht notwendig ist, könne zusätzlich privat versichert werden. „Ich lege auch wert auf die Feststellung, dass der Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen derzeit nicht dem Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht.“

Dr. Ute Maier und Dr. Torsten Tomppert sprachen sich dezidiert für eine Weiterentwicklung des bisherigen dualen Systems aus. Dr. Ute Maier machte zudem deutlich, dass im Leistungskatalog der GKV (BEMA) an die 100 Leistungen besser honoriert würden als in der in großen Teilen seit Jahrzehnten unveränderten privaten Gebührenordnung der Zahnärzte (GOZ). Dr. Torsten Tomppert fügte hinzu, der überwiegende Teil der Leistungen in der GOZ sei seit Jahrzehnten nur sehr marginal erhöht worden und im Gegensatz zur „ministeriell erlassenen GOZ“ können die Selbstverwaltungen, Krankenkassen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen eigenverantwortlich jährlich die Kostenstrukturen und die notwendige Kostenanpassung – oder -steigerungen vertraglich regeln.

Fazit. Dr. Ute Maier und Dr. Torsten Tomppert bedankten sich für den konstruktiven Meinungsaustausch, verbunden mit dem Vorschlag, gemeinsam den Herausforderungen im Gesundheitswesen zu begegnen und an Lösungen zu arbeiten.

» johannes.clausen@izz-online.de

 

FutureNOW – Junge Zahnärzte in Baden-Württemberg

 

Existenzgründerworkshop „SnowDent – Fit für die Praxis“ in Ischgl

Ausgabe 5, 2018

Im vergangenen Jahr erstmals durchgeführt, in diesem Jahr erneut angeboten und innerhalb kürzester Zeit ausgebucht: Das war der zweite SnowDent-Existenzgründerworkshop, eine gemeinsame Veranstaltung von Landeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg, die vom 6. bis 8. April 2018 im österreichischen Ischgl stattfand. 24 junge Zahnärztinnen und Zahnärzte erlebten ein abwechslungsreiches Infotainment- Wochenende mit Fortbildung, Ski- und Snowboardfahren sowie der Erkundung Ischgls bei Nacht. Ein traumhaftes Bergpanorama und herrliches Sonnenwetter bei frühlingshaften Temperaturen steuerten zu einem gelungenen Wochenende bei.

Speziell für jüngere Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in einem Angestelltenverhältnis tätig sind, gerade ihre eigene Niederlassung planen oder sich erst kürzlich mit einer Praxisgründung selbständig gemacht haben oder machen wollen, wurde dieses Angebot entwickelt, um sie auf die verschiedenen Herausforderungen in der Zahnarztpraxis vorzubereiten.

Seminare und Netzwerken. Dr. Norbert Struß, stellvertretender Präsident der Landeszahnärztekammer und Vorsitzender des Arbeitskreises „FutureNOW – Junge Zahnärzte in Baden-Württemberg“, begrüßte die Teilnehmer am Freitagabend um 17.30 Uhr in Ischgl mit den Worten: „SnowDent soll Impulse für die tägliche Arbeit in der Praxis setzen und ausreichend Zeit bieten, um Kontakte zu knüpfen und das eigene Netzwerk auszubauen.“ Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung mit verschiedenen Seminaren stand neben der Vorstellung der Angebote und Dienstleistungen der beiden Körperschaften insbesondere der Themenbereich „Personal in der Zahnarztpraxis.“

Für die zahnärztliche Praxis. Die Referentinnen und Referenten konnten im Dialog mit den Teilnehmern viele praxisrelevante Informationen für die tägliche Arbeit vermitteln. Thorsten Beck, stv. Geschäftsführer der Landeszahnärztekammer und Florian Wahl, Leiter der Stabsstelle Kommunikation und Politik der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, stellten die Aufgabenbereiche und Dienstleistungen der beiden zahnärztlichen Körperschaften dar. Mit dem Vortrag „Mitarbeiter erfolgreich führen I – Führungsmodelle und Führungsstile“, wurden Führungsgrundlagen, die Rolle und Aufgaben von Führungskräften sowie eine Übersicht der verschiedenen Führungsstile vorgestellt. Die Umsetzung der Personalführung in der Zahnarztpraxis zeigte Dr. Sarah Bühler, Ansprechpartnerin für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart und Mitglied im Arbeitskreis FutureNOW, in ihrem Vortrag: Mitarbeiter erfolgreich führen II – Führen mit Kopf, Herz und Hand in der Zahnarztpraxis“ auf. Komplettiert wurden die Seminarthemen durch den Vortrag: „Führung und Delegation – wer darf in der Zahnarztpraxis eigentlich was?“, von Dr. Peter Riedel, Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Freiburg und Dr. Norbert Struß, der die Thematik „Hygieneanforderungen in der Praxis – Eine Herausforderung für das ganze Team“, zum Anlass nahm, um die jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte für diesen großen Themenkomplex zu sensibilisieren und die Bedeutung für das gesamte Praxisteam herauszustellen.

Freier Beruf. Die Definition des Zahnarztes/der Zahnärztin als Angehörige/r der Freien Berufe sowie das hohe Gut der Selbstverwaltung, den Rahmen der zahnärztlichen Berufsausübung entscheidend mitprägen zu können, begleiteten die Teilnehmer über das gesamte Wochenende. Die Botschaft: „Ihr seid die Körperschaften – bringt euch ein und gestaltet die Zukunft eures Berufsstandes mit“ wurde an die Gruppe herangetragen und sollte Impulse setzen, inwiefern auch eine künftige Mitarbeit in der Standes- oder Sacharbeit der Körperschaften möglich sein könnte.

Aktiv. Gemeinsames Ski- und Snowboardfahren ergänzten das verlängerte Wochenende mit der Erkundung der alpinen Pistenlandschaft um Pardatschgrat, Greitspitze, Viderjoch und Palinkopf. Die Vielzahl an blauen, roten und schwarzen Pisten sowie zahlreiche Freeride-Möglichkeiten lieferten den Teilnehmern ein tolles Pistenerlebnis. Beim gemeinsamen Après-Ski wurde der Tag verabschiedet und Ischgl bei Nacht begrüßt.

Save-the-Date 2019. Die positiven Rückmeldungen auf den Feedbackbögen bestärken Kammer und KZV an diesem Format festzuhalten und auch im Jahr 2019 den SnowDent-Existenzgründerworkshop anzubieten. Vom 5. bis 7. April 2019 wird es dann wieder nach Tirol gehen, mit einem attraktiven Rahmen- und Freizeitprogramm im Gepäck.

» beck@lzk-bw.de