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Zahnärzteblatt Baden-Württemberg 06/2018

Editorial

Ausgabe 6, 2018

» „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1, GG). In dieser Aussage liegt die zentrale Begründungfür einen aktuellen Schwerpunkt der zahnmedizinischen Arbeit, schreibt die Vorsitzende des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Dr. Ute Maier. In ihrem Leitartikel befasst sie sich mit der Alterszahnheilkunde und der Versorgung von Menschen mit Behinderungen. Mit Inkrafttreten der neuen Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur „Verhütung von Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen“ am 1. Juli dieses Jahres werden weitere Leistungen in den Katalog der Betreuung Pflegebedürftiger und von Menschen mit Behinderungen mit aufgenommen. „Mit dieser notwendigen rechtlichen Grundlage und dem Engagement auf allen Seiten – die Kassen, indem sie ihre Versicherten besser über ihre Rechte informieren, die Träger von Pflege und Behindertenhilfe, die weitere Kooperationen vereinbaren und die Politik, die eine angemessene Vergütung sicherstellt – kann die Versorgung dieser Bevölkerungsgruppen deutlich gestärkt werden. Durch engagierte Zahnärztinnen und Zahnärzte, die jeden einzelnen Fall bestmöglich nach individuellem Bedarf behandeln“, schreibt Dr. Ute Maier.

» Großer Erfolg. „Endlich gibt es eine echte Verbesserung im Bereich der präventiven Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen“, freut sich Dr. Guido Elsäßer, Referent für Behindertenzahnheilkunde der LZK BW und Vorstandsmitglied der AG Zahnmedizin für Menschen mit Behinderungen oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (ZMB) der DGZMK. Wie diese Verbesserungen konkret aussehen und was Dr. Elsäßer gerne noch umgesetzt gesehen hätte, berichtet er im ZBW-Gespräch. Um Patienten mit Behinderung ging es auch beim vierten landesweiten Erfahrungsaustausch der Senioren- und Behindertenbeauftragten der LZK BW in Stuttgart. Er bietet den Teilnehmern wichtige Informationen zu gesetzlichen Neuerungen, aktuellen Entwicklungen in der Alters- und Behindertenzahnheilkunde sowie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch untereinander. Ergänzend sorgt ein Impulsvortrag für den wichtigen Blick über den Tellerrand, diesmal zum Thema Kau- und Schluckstörungen im Alter.

» Großes Treffen in Rust. 850 Zahnärztinnen und Zahnärzte konnte der Vorsitzende der Bezirkszahnärztekammer Freiburg, Dr. Peter Riedel, in Rust zur 43. Jahrestagung der südbadischen Zahnärzteschaft im vergangenen April begrüßen. Zusammen mit 800 Praxismitarbeiterinnen und rund 100 Zahntechnikern, die diesmal – wie in den Jahren zuvor schon Oralchirurgen und Kieferorthopäden – zu einem eigenen Spezialpodium einluden, trafen sich Vertreter der gesamten Dentalfamilie zum Thema „Zahnerhaltung einmal anders“. Und das Vorhaben des Vorstandes, „die gesamte Zahnheilkunde mit einer einzigen Fortbildungsveranstaltung abzudecken“, wurde ein voller Erfolg.

» Direkte Komposite. „Restaurationen aus direkten Kompositen gehören im Seitenzahnbereich heutzutage zum Standard im Therapiespektrum der modernen konservierend-restaurativen Zahnheilkunde. Diese Füllungsart ist sowohl bei den Patienten als auch bei den Behandlern sehr beliebt und hat mittlerweile in vielen klinischen Studien ihre Leistungsfähigkeit auch im kaulasttragenden Seitenzahnbereich unter Beweis gestellt.“ Erfahren Sie mehr zu diesem Thema im Beitrag „Aktuelle Aspekte zur Adhäsivtechnik Teil 1 – Direkte Komposite im Seitenzahnbereich“ von Prof. Dr. Jürgen Manhart, Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Klinikum der Universität München.