Informationszentrum Zahngesundheit

Eine Einrichtung der Zahnärzteschaft Baden-Württemberg

25 Jahre IZZ

Kommunikations-Kraft fürs ganze Land

Im Februar 1990 nahm das Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ) offiziell seine Arbeit in der Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart auf. Nach einem Umzug ins Haus der LZK im Herdweg, später nach Möhringen, und zahlreichen gelungenen Veranstaltungen ist das IZZ pünktlich zum Jubiläum zurück in der Innenstadt – und wirkt wie eh und je ins ganze Land hinein.


In Stuttgart verankert sein und ins ganze Land hineinwirken – das war die Aufgabe des neuen Informationszentrums Zahngesundheit, als es im Februar 1990 seine Arbeit in der Theodor-Heuss-Straße in der Stuttgarter Innenstadt aufnahm. Die Zahnärzteschaft Baden-Württembergs verfolgte mit dieser neu gegründeten Institution hohe Ziele: Medien und Bevölkerung sollten gleichermaßen mit umfassenden Information über Zahngesundheit versorgt werden. Dass das mit Bravour geklappt hat, braucht nach 25 Jahren eigentlich nicht extra betont zu werden.

Neuer Schwung. Die Plattform, die die Öffentlichkeitsarbeit von KZV und LZK bündelte, war etwas völlig Neues. Kein anderes Bundesland hatte es bisher gewagt, die Außenwirkung von Kammer und KZV in einer Hand zusammenzuführen. Es hatte wohl langer Sitzungen, einiger Meinungsumfragen und Diskussionen bedurft, ehe alle Standesorganisationen einig waren, das neue Konstrukt, dessen Name Informationszentrum Zahngesundheit Baden-Württemberg (IZZ) schnell gefunden war, ins Leben zu rufen. Für die Institutionen ein Glücksfall: Die unterschiedlichen Zielgruppen, Medien und die breite Öffentlichkeit, sprach das IZZ kompetent an.

Erstmals Prävention. Im 1989 in Kraft getretene Gesundheitsreformgesetz unter Norbert Blüm nahmen Maßnahmen der Prävention (Zahnprophylaxe), Gesundheitsförderung und Früherkennung breiteren Raum ein. Es war der Beginn großer Prophylaxeanstrengungen, die später zu den herausragnden Themen des IZZ werden sollten. Schon im ersten Jahr begann das noch junge IZZ mit Veranstaltungen, die die Prävention in den Mittelpunkt stellten. Im Juni 1990 fand das Prophylaxeforum „Gesund beginnt im Mund“ auf der Landesgartenschau in Sindelfingen statt. Schon damals hat sich gezeigt, dass man im IZZ Öffentlichkeitsarbeit und Prävention gekonnt zu verbinden weiß.

Auf Augenhöhe. Im selben Jahr, im Juli 1990 veranstaltete das IZZ eine Journalistenfahrt nach Dresden zum Thema „Zahnmedizin in der DDR“. Es sollte der Startpunkt einer Partnerschaft zwischen Zahnärzteschaft und Medienvertretern sein, die bis heute anhält. Johannes Clausen, dem Leiter des IZZ, gelang es, dass sich Journalisten und Zahnärzte, die sich bisweilen skeptisch gegenüberstanden, auf Augenhöhe begegneten. Weiteren Vertrauensvorschuss erwarb sich die Zahnärzteschaft durch das umfangreiche Informationsmaterial, welches das IZZ für die Medien bereithielt. Bilder, passende Ansprechpartner für Interviews und Hilfen bei Recherchen gehören von Anfang an mit zum Presseservice.

Intensive Kontakte. Im September 1990 folgte der nächste Schritt des Dialogs zwischen Zahnärzteschaft und Journalisten: Die Intensivierung der Telefonaktionen für Leser mit Zeitungsredaktionen. Seitdem hat das IZZ mehr als 100 solcher Veranstaltungen durchgeführt und den Lesern der Zeitungen einen Service geboten, der das Vertrauen in die Zahnärzteschaft stärkt.

Forum Zahngesundheit. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Arbeit des IZZ kam im Oktober 1990 dazu: Mit dem Forum Zahngesundheit auf den Allmendinger Gesundheitstagen, die in Zusammenarbeit mit der Südwest Presse durchgeführt wurden, wurde eine neuartige Kommunikationsplattform erprobt. Das Forum Zahngesundheit ist heute fester Bestandteil vieler Gesundheits- und Verbrauchermessen in Baden-Württemberg und bietet der Bevölkerung die Möglichkeit, sich über die vielfältigen Therapiemöglichkeiten in der Zahnheilkunde zu informieren. Im Januar 2009, also fast 20 Jahre nach dem Start, übernahm das IZZ schließlich die Koordination und Durchführung des Forums Zahngesundheit mit dem Ziel eines stufenweisen Ausbaus dieser Veranstaltungen.

Patientenberatung. Das 1990 formulierte IZZ-Pflichtenheft sah die Beratung der Bevölkerung in zahnmedizinischen Fragen unter Einbeziehung der Zahnärzteschaft an erster Stelle. Im Februar 1991 konzeptionierte daher Johannes Clausen die IZZ-Bürgerberatung. Mit Auftaktpressekonferenzen
in den vier Regierungsbezirken stellte der damalige Vorsitzende des IZZ-Vorstands und LZK Präsident Dr. Hans-Dieter Schwieder das bundesweit einmalige Prinzip der Patientenberatung vor.

Tag der Zahngesundheit.
Die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit zog auch der erste Tag der Zahngesundheit im September 1991 auf sich. In der guten Stube der Landeshauptstadt, auf dem Schlossplatz in Stuttgart, war erstmals das Forum der Zahngesundheit zu Gast. Prophylaxe und Beratung der Bürger – also die wichtigsten Aufgaben des IZZ – verschmolzen hier in perfekter Art und Weise.

IZZ-Presseforum.
Ebenfalls im an Ereignissen reichen Jahr 1991 rief Johannes Clausen schließlich die bis heute erfolgreichen IZZ-Presseforen ins Leben. Sie stehen auch bei den zahnärztlichen Berufsorganisationen in anderen Bundesländern in hohem Ansehen, weil sie über zahnmedizinische und berufspolitische Themenfelder hinaus eine hervorragende Plattform zur vertrauensvollen mit Journalisten aller Mediengattungen bieten. Das erste Presseforum fand in Heidelberg zum Thema Prophylaxe und Alterszahnheilkunde statt. 2006 stellte Johannes Clausen im Redaktions- und Öffentlichkeitsausschuss der Kammern und KZVen in den neuen Bundesländern sein Konzept mit den Zielen und Planungs- und Organisationsgrundlagen vor. Das Ergebnis: Inzwischen setzen die fünf neuen Bundesländer das erfolgreiche Konzept aus Baden-Württemberg ebenfalls in die Tat um.

Europa im Blick. An den Juli 2008 als einen der Höhepunkte in der 25-jährigen Geschichte des IZZ erinnern sich noch heute viele Journalisten. Der deutsch-französische Austausch beim 14. IZZ-presseforum in Straßburg hatte Ursachen, Diagnostik und Behandlung der Schmerzen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich zum Thema. In den Mittelpunkt des Interesses aber rückte die EU-Gesundheitspolitik und ihre Auswirkungen auf Patient und Zahnarzt durch einen Besuch des Europaparlaments und die dort abgehaltenen Statements und Diskussionen mit Vertretern der deutschen und französischen bzw. elsässischen Zahnärzteschaft.

Azubi-Marketing. Wichtig für die Zahnärzteschaft war aber noch ein weiterer Punkt: Das Anwerben von Auszubildenden. 1992 begann die erste Kampagne für den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten. Bei Tagen der offenen Tür in Schulzentren oder bei Azubi- Informationstagen war das IZZ mit einem Stand vertreten, der auch über die vielfältigen Möglichkeiten der Aus- und Fortbildung im Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten informierte.

Aktion Z. Nach dem großen Erfolg beim ersten Mal fand im Oktober 1993 das zweite IZZ-Presseforum statt. Das Thema in Karlsruhe war Zahnärztliche Prothetik und Implantologie. Einen Monat später, im November 1993, gab es erstmals eine Scheckübergabe im Rahmen der Aktion Z – Altgold für die Dritte Welt an die damalige Schirmherrin und Präsidentin des Deutschen Bundestags Prof. Dr. Rita Süssmuth. Sie würdigte das gesellschaftliche Engagement der Zahnärzteschaft, das bis heute ungebrochen ist und sich in vielfältiger Weise ausdrückt.

Brückenbau. Das IZZ schlug und schlägt Brücken, um Zahnärztinnen und Zahnärzte mit der Politik in Verbindung zu bringen. So etwa im Juni 1993 beim Parlamentarischen Abend mit Landtagsabgeordneten in Stuttgart – im Mittelpunkt stand der Dialog zwischen Standesvertretern und neu gewählten Abgeordneten in Stuttgart. Oder im Oktober 1994 anlässlich eines Parlamentarischen Abends in Brüssel mit Europaabgeordneten aus Baden-Württemberg. Landesparteitage aller im Landtag vertretenen Parteien bieten ebenfalls eine gute Gelegenheit zum Meinungsaustausch. Daher ist die Zahnärzteschaft mit dem Forum Zahngesundheit auch bei solchen Ereignissen prominent vertreten. Im Dezember 2008 nahmen beim Bundesparteitag der CDU in Stuttgart Vertreter von Politik, Wirtschaft, Verbänden und Medien die Gastfreundschaft des IZZ überaus rege in Anspruch.

Zahnärzteblatt. Im Oktober 1997 wuchs das IZZ um eine weitere Sparte, die heute einen großen Teil der erfolgreichen Arbeit ausmacht. Damals wurde Johannes Clausen mit Wirkung zum 1.1.1998 in die Gesamtredaktion des Zahnärzteblattes Baden-Württemberg (ZBW) berufen, gemeinsam mit Direktor Johann Glück von der LZK BW. Bis heute ist Johannes Clausen als Chefredakteur für die elf ZBW-Ausgaben pro Jahr verantwortlich. Mit der Berichterstattung über die vielfältigen Themen der Fortbildungsveranstaltungen im Land, in den Bezirken und in den Fortbildungseinrichtungen dokumentiert das IZZ im ZBW die wissenschaftliche Zahnheilkunde und gleichzeitig die Fortbildungsbereitschaft der Kollegenschaft. Im Jahr 2000 feierte das IZZ sein zehnjähriges Bestehen. Vier Jahre später gab es ein weiteres zehntes Jubiläum zu feiern. Diesmal war es das Presseforum im Juni 2004 in Stuttgart unter dem Motto: „Retten, was zu retten ist: 20.000 Kinderzähne saniert – Das Stuttgarter Modell zur integrierten Zahnsanierung bei Kindern“.

Relaunch.
Ein Jahr später war es an der Zeit für Neuerungen beim Zahnärzteblatt. Unter der Ägide des IZZ wurde ein neues Corporate Design beschlossen, das auch ein Design-Relaunch des Informationszentrums Zahngesundheit und des Zahnärzteblatts Baden-Württemberg umfasste. Das IZZ übernimmt seitdem grafische Aufgaben für Flyer, Prospekte und andere Drucksachen, außerdem erstellt es das Layout des ZBW. Etwas später wird auch die Webseite den Erfordernissen der Zeit angepasst. Das ZBW ist seither, mit Zusatzangeboten, unter der Adresse www.izz-on.de abrufbar.

Stutengarten. Im August 2009 folgte ein weiterer Höhepunkt: Die Zahnärzteschaft Baden-Württemberg präsentierte sich erstmals bei der Kinderspielstadt Stutengarten mit der Zahnarztpraxis Doktor Paula Zahn. Im August 2011 gab es dort hohen Besuch. Der neue Ministerpräsident des Landes, Winfried Kretschmann, informierte sich über das Berufsbild des Zahnarztes.

Info-Offensive. In der Zwischenzeit hatte das IZZ natürlich nicht gegeizt mit Informationen und ein weiteres Angebot gestartet. Seit 2010 schicken die Redakteure regelmäßig das Thema des Monats an Zeitungsredaktionen – ein Pressetext-Service zu zahnmedizinischen Themen, der auf die abgestimmt ist. Mit zu den Informationsaufgaben des IZZ gehörten in den vergangenen 25 Jahren regelmäßige Pressegespräche, auch im Rahmen der Landespressekonferenz.
Ein vielbeachtetes Gespräch mit Medienvertretern gab es im Juli 2013. Vor der Bundestagswahl organisierte das IZZ eine gemeinsame Pressekonferenz von Beamtenbund BW, Landeszahnärztekammer BW und Kassenzahnärztlicher Vereinigung BW, um auf die möglichen Auswirkungen der geplanten Bürgerversicherung aufmerksam zu machen. Dr. Ute Maier und Dr. Udo Lenke sprachen dabei zum Thema Bürgerversicherung.

Zurück in der City. Im September 2014 schließt sich der Kreis für das IZZ. Nach Jahren an der Peripherie zieht das Informationszentrum wieder zurück in die Stuttgarter Innenstadt. Die neuen Räumlichkeiten im Königsbau befinden sich in Sichtweite des Landtags, was dem Dialog mit der Politik förderlich sein dürfte. Im Mai 2015 findet im Rahmen des IZZ-Open das Pre-Opening der neuen Webseite statt. Eine Plattform mit vielen wichtigen Infos zu Zahnmedizin und zahnärztlicher Standespolitik.

christian.ignatzi@izz-online.de