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Tinnitus und Hörsturz

Benefiz-Fortbildung gegen Noma

Am 17. Oktober 2018 fand in der Praxis für Zahnheilkunde und Oralchirurgie im Filstal in Göppingen eine Benefiz-Fortbildungsveranstaltung zur Unterstützung des Kampfes gegen „Noma“ statt. Der leitende Oberarzt der HNO-Klinik des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, Oberfeldarzt Dr. Guido Mühlmeier führte die 22 teilnehmenden (Zahn-)ärztinnen und (Zahn-)ärzte in einem spannenden Vortrag durch dieses komplexe Thema und vertiefte das Wissen mit praktischen Übungen.

Das Krankheitsbild von „Tinnitus und Hörsturz“ verbindet mit der Krankheit „Noma“ (gangränöse Stomatitis) die Tatsache, dass beide ihren Ausgangspunkt im Zahn-Mund-Kieferbereich nehmen können. Ansonsten trennen beide Krankheiten im wahrsten Sinne des Wortes Welten.

Stress. Tinnitus und Hörsturz sind klassische Symptome, die vor allem in unserer von Stress und Geschwindigkeit geprägten Industriegesellschaft vorkommen. Vor allem sind diese Beschwerden zwar belastend und unangenehm, jedoch selbst nicht lebensbedrohlich. Dennoch, so Dr. Mühlmeier ist der Leidensdruck der Patienten, die unter Tinnitus und Hörsturz zu leiden haben, sehr groß.

Mangelernährung. Anders sieht es bei der weitgehend unbekannten Krankheit Noma aus, die es zu bestimmten Zeiten auch in Europa gab. Unter den mangelernährten Häftlingen der Konzentrationslager war diese Krankheit weit verbreitet. Heute ist Noma hauptsächlich in Gegenden mit Mangel­ernährung – allen voran Afrika südlich der Sahara – anzutreffen. Es ist eine dramatische Erkrankung, die vor allem unterernährte Kleinkinder heimsucht und ihr noch junges Gesicht von innen zerfrisst und diese kleinen Menschen entweder tötet oder für ihr Leben lang stigmatisiert.

Spenden. Die (Zahn-)ärztinnen und (Zahn-)ärzte aus Göppingen und Umgebung haben sich deshalb entschlossen, den Kampf gegen diese vermeidbare Krankheit zu unterstützen und haben die gesamten durch den Teilnehmerbeitrag erzielten Einnahmen an den Verein „Gegen Noma Parmed e. V.“ aus Kempten gespendet.
Peter Melchin nahm als Vorstandsmitglied des Vereins die Spende der anwesenden Teilnehmer über 560 Euro aus den Händen der Gastgeber Dr. Markus Graf und Dr. Jens Naim entgegen und stellte in einem Vortrag die wichtige Arbeit seines Vereins vor, der insbesondere in Burkina Faso den Kampf gegen Noma aufgenommen hat. Mit 10 Euro können laut „Gegen Noma Parmed“ drei Kinder im Frühstadium von Noma mit Antibiotika geheilt werden, mit 35 Euro drei Familien vor Noma geschützt und mit 65 Euro ein Gesundheitsmanagement für ein ganzes Dorf ausgebildet werden, so dass die Spende der Kursteilnehmer einen guten Beitrag zur Unterstützung des Kampfes gegen Noma leisten wird.
Dr. Jens Naim

Spendenübergabe. (v. l.): Dr. Markus Graf, Peter Melchin und Dr. Jens Naim.
Foto: Steffen Ackermann