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Praxis

Neukonzeption durch die LZK BW abgeschlossen

 

Facelift für das PRAXIS-Handbuch

Ausgabe 12, 2018

Das PRAXIS-Handbuch der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk und eine Datenbank mit zahlreichen Muster-Dokumenten für alle Fragen des bürokratischen Praxisalltags. Bekanntheitsgrad und Anwenderkreis des PRAXIS-Handbuchs gehen weit über die Landesgrenzen von Baden-Württemberg hinaus. Die LZK BW hat ihr PRAXIS-Handbuch nun neu konzipiert, um die Anwendung einfacher und übersichtlicher zu machen. Damit sollen weitere Zahnarztpraxen an das PRAXIS-Handbuch herangeführt werden, den bisherigen Anwenderpraxen wird aber ihre gewohnte Arbeitsoberfläche angeboten.

Die Landeszahnärztekammer Baden- Württemberg hat die Neukonzeption des PRAXIS-Handbuchs abgeschlossen, die hiermit verbundenen Änderungen und Neuerungen werden im Folgenden beschrieben.

Neu. Im Zuge der Neukonzeption des PRAXIS-Handbuchs entstand eine neue Startseite (Anwenderoberfläche), auf der die verschiedenen Schaltflächen farblich codiert dargestellt werden. Erste hilfreiche Hinweise auf die Inhalte innerhalb der Schaltflächen erhalten Sie direkt in den jeweiligen Schaltfläche- Infoboxen. Über die neue Schaltfläche „3.3 Unterlagen für die Praxis“ werden Ihnen fachlich thematisch sortierte Muster-Dokumente (z. B. aus den Themenrubriken: Elektrische Geräte, Hygiene, Medizinprodukte und Arzneimittel, Patient, Personal, Praxis, Sonstige Muster-Dokumente) und mehr für die Qualitätssicherung einer Praxis angeboten. Die neue Schaltfläche „3.3 Unterlagen für die Zahnarztpraxis“ bietet inhaltlich die bekannten Muster-Dokumente der Schaltfläche „3.1 Qualitätssicherung: Anhang“ in einer einfachen und praktikablen Sortierung an, damit Muster-Dokumente von der Praxis schneller und einfacher gefunden werden können. Ein weiteres Ziel der Neukonzeption ist, dass die Zahnarztpraxen von der Startseite (Anwenderoberfläche) des PRAXIS-Handbuchs nicht „abgeschreckt“ werden und somit gleich das Arbeiten mit den Handbuchinhalten beendet wird.

Beispiel. Wie gehen Sie nun z. B. bei der ersten Anwendung des PRAXIS-Handbuchs vor, wenn Sie auf der Suche nach einem Muster-Anamnesebogen/Patientenerhebungsbogen sind? Im ersten Schritt klicken Sie auf der Startseite (Anwenderoberfläche) des PRAXIS-Handbuchs z. B. auf die Schaltfläche „3.3 Unterlagen für die Praxis“. Ein Anamnesebogen/ Patientenerhebungsbogen ist ein patientenbezogenes Dokument, deshalb klicken Sie anschließend auf die Rubrik „3.3.4 Patient“. Durch den anschließenden Klick auf die Ziffer „3.3.4.1“ werden Ihnen die Muster-Anamnesebögen/ Patientenerhebungsbögen als Word-Dateien in deutscher Sprache und in sechzehn Sprachübersetzungen angeboten.

Menüleiste. Die Funktionalitäten der Menüleiste im PRAXIS- Handbuch sind nahezu identisch geblieben. Die Bedienungsanleitung für das „PRAXISHandbuch & Navigator“ wurde aktualisiert und ergänzt. Vor der ersten Anwendung des PRAXISHandbuchs ist auch das Lesen der unter dem Menüpunkt „Readme“ bereitgestellten Informationen dringend zu empfehlen. Die Information „Readme“ beinhaltet einen Kurzüberblick über die wichtigsten Änderungen und Neuerungen im Zuge der Neukonzeption des PRAXIS-Handbuchs.

Bewährt. Die bisher angebotenen Inhalte der einzelnen Handbücher sind in gewohnter Art und Weise erhalten geblieben, lediglich die grafische Darstellung der Handbücher (Schaltflächen) wurde verändert und pro Schaltfläche ein kurzes Inhaltsverzeichnis (Infobox) ergänzt.

Nachvollziehbar. Über die in der Menüleiste im PRAXIS-Handbuch angebotene Datei „News“ können in tabellarischer Form die geänderten Handbuch-Inhalte zwischen den einzelnen Updates nachvollzogen werden.

» wagner@lzk-bw.de

 

GOÄ-Nrn. 2381 und 2382

 

Einfache und schwierige Hautlappenplastiken

Ausgabe 12, 2018

Eine Haut- und damit auch eine Schleimhaut-Lappenplastik stellt eine Maßnahme der plastischen Weichgewebschirurgie dar. Mit „Plastik“ wird eine Operationstechnik bezeichnet, die das Wiederherstellen oder die Verbesserung von Form und/oder Funktion von Körperteilen zum Ziel hat (griechisch: plastike = Wiederherstellung). Die Plastik eines Hautlappens bzw. Schleimhautlappens dient somit der Wiederherstellung bzw. der Verbesserung der Form und insbesondere auch der Funktionen der Haut bzw. der Schleimhaut.

Einfache Hautlappenplastiken unterscheiden sich von schwierigen Hautlappenplastiken darin, dass bei schwierigen Lappenplastiken Schleimhautteile bzw. -schichten aufwendig in ihrer Lage zueinander bewegt (z. B. gedreht, geschwenkt, gedehnt, verschoben usw.) werden müssen, während bei einfachen Lappenplastiken darauf verzichtet werden kann. Gestielte schwierige Schleimhautlappen nach GOÄ-Nr. 2382 werden aus einem Gewebeareal geschaffen, welches in der unmittelbaren Nachbarschaft des zu deckenden Defekts liegt.

Durch geeignete Schnittführung wird dieses Gewebeareal zu einem in begrenztem Umfang beweglichen Lappen, der nach anschließender Dehnung, Drehung, Verschiebung oder Ähnlichem auf den zu deckenden Defekt aufgebracht und in geeigneter Weise (z. B. Naht, Gewebekleber, Druckverband) dort fixiert wird. Charakteristisch an dieser Lappenbildung ist die verbleibende Gewebsbrücke zwischen dem verschobenen Lappen und dem Entnahmebezirk, die sogenannte Stielung, über die die Blutversorgung des Lappens gewährleistet wird.

Risikopatienten. Eine grundsätzliche Unterstützung der Wundheilung durch Lappenplastik ist bei gewöhnlichen zahnärztlichen Eingriffen bei Nichtrisikopatienten nicht nötig. In Abhängigkeit vom allgemeinmedizinischen Risikoprofil eines operierten Patienten und vom Umfang des durchgeführtenoperativen Eingriffes können Lappenplastiken bei folgenden Risikopatienten indiziert sein:

  • Patienten mit erhöhten Blutungsrisiken bei offenen Wunden (Hämophilien, Antikoagulationstherapie, z. B. Marcumarisierung),
  • Patienten, bei denen ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko einer offen heilenden Wunde besteht wie z. B. Patienten, die im Kieferbereich bestrahlt wurden, dialysepflichtige Patienten, immunsupprimierte Patienten (Cortisontherapie, Posttransplantationstherapie, u. Ä.), Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus oder Bisphosphonattherapie,
  • Patienten mit lokal erhöhter Infektionsneigung der Wunde, z. B. nach Voroperationen, in deren Rahmen es zu größeren Defekten oder Zerreißungen der Wundränder gekommen war.

Zahnärztliche Implantologie. Haut- und Schleimhautlappenplastiken nach den GOÄ-Nummern 2381 und 2382 werden häufig in der zahnärztlichen Implantologie z. B. bei der Freilegung eines Implantates (GOZ-Nr. 9040), dem Auswechseln von Aufbauelementen auf Implantaten (GOZ-Nummern 9050, 9060), Implantatinsertion (GOZ-Nr. 9010), Augmentationen (GOZ-Nr. 9100), externe und interne Sinusbodenelevation (GOZ-Nr. 9120 bzw. 9110), Bonesplitting (GOZ-Nr. 9130), intraoraler Knochenentnahme außerhalb des Aufbaugebietes (GOZ-Nr. 9140), Entfernung unter der Schleimhaut liegender Materialien (GOZ-Nr. 9160) und Entfernung im Knochen liegender Materialien (GOZ-Nr. 9170) erbracht.

erbracht. Nach den Allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt K Implantologie ist bei implantologischen Leistungen die primäre Wundversorgung (z. B. Reinigen der Wunde, Wundverschluss ohne Lappenbildung, ggf. einschließlich Fixieren eines plastischen Wundverbandes) abgegolten. Hierzu gehört jedoch nicht eine Haut- und Schleimhautlappenplastik nach den GOÄ-Nummern 2381 und 2382. Denn diese Maßnahme dient primär nicht der Wundversorgung, sondern wird durch eine eigenständige Indikation notwendig.

Autorenteam des

GOZ-Ausschusses der LZK BW

 

Alle Jahre wieder!

 

Mitarbeiter-Unterweisung

Ausgabe 12, 2018

Die Unterweisung der Mitarbeiter ist ein Dauerthema in jeder Zahnarztpraxis mit häufig wiederkehrenden Fragen: Welche Themen müssen unterwiesen werden? Wer darf die Unterweisung durchführen? Welche Zeitabstände sind zu beachten? Wie wird die Unterweisung dokumentiert? Was sind Unterweisungsmodule und wie können sie genutzt werden? Diese Fragen sollen durch den folgenden Beitrag beantwortet werden.

Unterweisungsthemen. Diese sind in der Zahnarztpraxis z. B.: Arbeitsmedizinische Vorsorge und Immunisierung; Arbeitsschutz & Unfallverhütung; Biologische Arbeitsstoffe; Brandschutz; Druck- und Elektrogeräte; Erste Hilfe; Gefahrstoffe; Medizinprodukte; Hygiene; Persönliche Schutzausrüstung; Röntgen und ggf. Jugendschutz.

Wer darf unterweisen? Der Praxisinhaber oder eine von ihm beauftragte Person, die im Besitz der entsprechenden Fachkenntnisse zur Durchführung der Unterweisung ist (Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Unterweisungen bleibt stets beim Praxisinhaber!).

Wann? Die Unterweisung ist vor Arbeitsaufnahme, regelmäßig einmal jährlich (d. h. nach spätestens 12 Monaten; bei Jugendlichen zwischen 15 bis 17 Jahren: halbjährlich, also spätestens nach 6 Monaten) und ggf. bei wesentlichen Änderungen (z. B. neue Arbeitsverfahren, geänderte Regelwerke) durchzuführen und zu dokumentieren.

Dokumentation. Für die Dokumentation der Unterweisungen steht Ihnen eine Muster-Unterweisungserklärung im „PRAXIS-Handbuch“ der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg zur Verfügung. Die Muster-Unterweisungserklärung finden Sie auf der Homepage der LZK BW in der Online-Version des PRAXIS-Handbuchs unter der Schaltfläche „3.1 Qualitätssicherung: Anhang“ >>>„3.1.8 Unterweisungen“ >>> „3.1.8.1.1 Unterweisungserklärung“. In der Muster-Unterweisungserklärung können pro Seite alle regelmäßig stattfindenden Unterweisungen für bis zu acht Mitarbeiter der Praxis dokumentiert werden. Die Dokumentation der Unterweisungsinhalte erfolgt durch Ankreuzen des jeweils geschulten Themenbereichs. Die unterweisende Person verfügt über ein Unterschriftenfeld inkl. einem Eingabefeld für das Datum des Unterweisungsabschlusses.

Unterweisungsmodule. Das PRAXIS-Handbuch der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg stellt für die praxisrelevanten Unterweisungsthemen (z. B. Brandschutz, Gefahrstoffe) jeweils themenspezifische Muster- Unterweisungsmodule für die Durchführung der Mitarbeiter- Unterweisungen zur Verfügung. Die Muster-Unterweisungsmodule finden Sie auf der Homepage der LZK BW in der Online-Version des PRAXIS-Handbuchs unter der Schaltfläche „3.1 Qualitätssicherung: Anhang“ >>> „3.1.8 Unterweisungen“ >>> „3.1.8.2 Unterweisungsmodule im pdf-Format“ und „3.1.8.3 Unterweisungsmodule im ppt- Format“. Die themenspezifischen Unterweisungsmodule (im *.pdf- bzw. *.ppt-Dateiformat) können auch direkt per Hyperlink aus

Praxistipp. Im Rahmen der arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung kann für jede Mitarbeiterin festgelegt werden, welches Unterweisungsthema erforderlich ist und welches nicht (eine reine Verwaltungsmitarbeiterin in der Praxis benötigt z. B. keine Unterweisung „Biologische Arbeitsstoffe“). Aus diesem Grund wurde die bereits beschriebene Muster-Unterweisungserklärung im PRAXIS-Handbuch der LZK BW um eine Tabelle erweitert, die diese personenbezogene Festlegung der Unterweisungsthemen ermöglicht.

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