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Zahnärzteblatt Baden-Württemberg 01/2019

Editorial

Ausgabe 1, 2019

» Berufspolitik. MVZ, Digitalisierung, Bürokratie, Datenschutz, gesellschaftlicher Wandel und Demografie, Einschränkungen der Freiberuflichkeit, Neuerungen in Wissenschaft und Technik und zahnärztliche Approbationsordnung sind Themen, die die Zahnärzteschaft derzeit bewegen. Die Vertreterversammlungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Landeszahnärztekammer Baden- Württemberg Ende 2018 zeigten deutlich, dass die Zahnärzteschaft vor neuen Herausforderungen steht.

„Das Gespenst der Disruption geht um“, schreibt der Präsident der Landeszahnärztekammer Baden- Württemberg Dr. Torsten Tomppert in seinem Leitartikel. „Gemeint sind neue disruptive Technologien, Denkweisen, Prozesse und Dienstleistungen, die bestehende Strukturen laut englischer Übersetzung‚ stören, zerreißen bzw. unterbrechen‘. Damit werden bei vielen Politikern, Ökonomen und auch Zahnärzten Ängste ausgelöst, da anscheinend nichts bleibt wie es ist und alles anders und unkalkulierbar wird.“ Welchen Herausforderungen sich die körperschaftlichen Selbstverwaltungen generell und die Kammer im Besonderen stellen müssen, um disruptiven Prozessen entgegenzuwirken und die damit verbundenen Veränderungen offensiv zu gestalten, lesen Sie im Leitartikel.

Die Delegierten der KZV BW gaben Ende November ein einstimmiges Votum für den Erhalt und die Stärkung der flächendeckenden zahnmedizinischen Versorgung ab: „Freiberuflichkeit und die Selbstverwaltung mit Gestaltungsspielraum sind Voraussetzungen dafür.“ Mit dieser Resolution und weiteren Beschlüssen positionierten sich die Delegierten in aller Deutlichkeit. Lesen Sie hierzu den Beitrag „Kein Systemumbau durch Finanzinvestoren“ von Guido Reiter und den Kommentar von Dr. Hans Hugo Wilms.

Vorstand und Ehrenamt der KZV BW sandten ein wichtiges Signal an den Berufsstand und die Öffentlichkeit: Kontinuierlich hohes Engagement von freiberuflich tätigen Zahnärzten ist wichtiger denn je. Die Vorstandsvorsitzende Dr. Ute Maier sowie die stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Ass. jur. Christian Finster und Dipl.-Volkswirt Christoph Besters nehmen im Interview mit Dr. Holger Simon-Denoix und Florian Wahl Stellung zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen („Werte leben in unruhigen Zeiten“). Der VV-Vorsitzende Dr. Dr. Alexander Raff und Dr. Uwe Lückgen, Sprecher des Landesbeirates, ziehen im  Interview mit Guido Reiter Bilanz, geben Einblick ins Ehrenamt und benennen die Herausforderungen der Selbstverwaltung der Zukunft.

Andrea Mader berichtet unter dem Titel „Die Kammer – Partner und Macher“ über die Vertreterversammlung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg: „Am 7. Dezember fand ein weiterer Akt der Demokratie statt – das höchste Beschlussgremium der Landeszahnärztekammer Baden- Württemberg kam zu seiner Vertreterversammlung zusammen. Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Organe und Gremien der Landeszahnärztekammer legten Bericht und Rechenschaft über ihre Arbeit ab.” Lesen Sie hier mehr.

» Kinderzahnheilkunde. Ein adäquates Management eines Frontzahntraumas stellt bei Kindern eine große Herausforderung dar. Untersuchungen zeigen Prävalenzen eines dentalen Traumas im Milchgebiss von ca. 50 Prozent der Kinder und von über 30 Prozent im bleibenden Gebiss. Die tatsächliche Häufigkeit liegt wahrscheinlich deutlich höher, da fast alle Kinder beim Laufenlernen, Spielen oder Radfahren irgendwann stürzen und der Kopf-Gesichtsbereich bzw. die Zähne betroffen sind, ohne dass dies zahnärztlich erfasst wird. Jungen sind vor allem im bleibenden Gebiss häufiger betroffen als Mädchen, dabei ist die Altersgruppe der 7- bis 9-Jährigen besonders gefährdet. Lesen Sie mehr im Beitrag „Frontzahntrauma“ von Dr. Julian Schmoeckel, ZA Mhd Said Mourad und Prof. Dr. Christian H. Splieth, Abteilung Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde, ZZMK, Universitätsmedizin Greifswald.

» gabi.billischek@izz-online.de