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Kultur

Sonderausstellung „Faszination Schwert“ im Landesmuseum Württemberg

 

Sagen, Mythen und Legenden

Ausgabe 1, 2019

Die Große Sonderausstellung „Faszination Schwert“ im Landesmuseum Württemberg präsentiert erstmalig die ganze Erfolgsgeschichte des Schwertes: Von seinem ersten Einsatz in Mitteleuropa im 2. Jahrtausend vor Christus bis hin zu weltweit bekannten Schwertern in Serien und Computerspielen. Diese außergewöhnliche Waffe war von jeher nicht nur ein Werkzeug zum Töten. Sie diente ebenso als Grabbeigabe wie als religiöses Symbol und war ein Zeichen der Macht.

Ob König Artus und Excalibur oder Siegfried und das Schwert Balmung – um Schwerter und ihre Träger ranken sich Sagen, Mythen und Legenden; Schwerter sind dabei zugleich Tötungswerkzeug, Symbol der Macht und Zauberwaffe. Das Schwert ist der erste Gegenstand, den der Mensch ausschließlich zum Kampf gegen seine Mitmenschen entwickelte, die erste Waffe, die nur dazu geschaffen wurde, andere Menschen zu töten. Faustkeile, Speere, Äxte, Pfeil und Bogen – sie alle dienten ebenso als Werkzeug oder als Jagdwaffe, erst mit der Erfindung des Schwertes hielt der Mensch eine reine Kriegswaffe in Händen. Mit dem Aufkommen des Schwertes in der Bronzezeit ging daher auch eine soziale Veränderung einher, eine neue Gesellschaftsschicht bildete sich heraus: Die schwerttragenden Krieger, die durch die Waffe ihren Status repräsentierten.

Prestigewaffe. Die Herstellung von Schwertern war teuer, der Zugriff auf die benötigten Rohstoffe und die technischen Kenntnisse blieben Experten vorbehalten. Von Anfang an entwickelte sich das Schwert so zur Prestigewaffe der Elite. Die technischen Anforderungen an Schwerter waren hoch: Die Klinge musste hart genug sein, um Hiebe und Stiche mit Wirkung ausführen zu können, und zugleich so flexibel, dass sie bei Belastung nicht zerbrach. Schwertschmiede hatten die Aufgabe, die Eigenschaften der verwendeten Metalle zu kontrollieren, um ein handwerkliches Premiumprodukt zu schaffen, das Schlagkraft mit Widerstandsfähigkeit und optimaler Proportionierung verband.

Faszination. Aber auch in Zeiten, in denen Kriegereliten in den westlichen Gesellschaften kaum noch eine Rolle spielen und das Schwert in seiner Funktion als Waffe ausgedient hat, ist sein Bann ungebrochen. Ob auf Gemälden des 19. Jahrhunderts, in Fantasyromanen und Actionfilmen des 20. und 21. Jahrhunderts oder als Holzschwert in der Spielzeugkiste – das Schwert hat die Menschen über die Zeiten hinweg fasziniert. Die Sonderausstellung versammelt nicht nur verschiedenste Schwerter – von bronzenen Vollgriffschwertern über römische Kurzschwerter und alamannische Langschwerter mit Goldgriff bis hin zum Bidenhänder, einem frühneuzeitlichen Zweihandschwert – sondern auch Kunstwerke, Handschriften, Filmplakate sowie Merchandisingprodukte, die die Faszination widerspiegeln.

IZZ/Landesmuseum BW