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Prophylaxe

LAGZ-Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung 2018

 

Blick in die Zukunft

Ausgabe 2, 2019

Ende November kamen in Stuttgart der Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit e. V. (LAGZ) zur Vorstandssitzung und im Anschluss die Mitglieder zur Mitgliederversammlung zusammen, um u. a. den Bericht des Vorsitzenden entgegenzunehmen und den Haushalt 2019 zu beschließen. Wichtige Themen in diesem Jahr waren die Epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe, die im Frühjahr 2018 veröffentlicht wurde, sowie das „Konzept für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern in der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe in Baden-Württemberg“.

Der Vorstandsvorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft, Dr. Torsten Tomppert, unterstrich vor der Mitgliederversammlung die großen Erfolge der Prävention bei Kindern und Jugendlichen im Land. Die positiven Ergebnisse der Epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe, die im Frühjahr 2018 veröffentlicht wurden, zeigten dies eindrucksvoll. Diese Erfolge seien neben den Eltern, Kitas, Schulen und der Individualprophylaxe in den Zahnarztpraxen, insbesondere den 37 regionalen Arbeitsgemeinschaften, den 1400 Patenzahnärztinnen und -zahnärzten sowie den 50 Zahnärztinnen und Zahnärzten im öffentlichen Gesundheitsdienst zu verdanken. Dr. Tomppert lobte alle Beteiligten für ihr hervorragendes Engagement. Die „guten DMF-T-Werte sprechen für sich“, so Dr. Tomppert.

Ziele für die Zukunft. Für die Zukunft habe sich die LAGZ ein ehrgeiziges Projekt vorgenommen, so Dr. Tomppert. Bei der Zahngesundheit der unter 3-jährigen Kinder bestehe noch großer Handlungsbedarf. Prof. Dr. Christina Jasmund, Lehrstuhlinhaberin für Pädagogik der Frühen Kindheit an der Hochschule Niederrhein, konnte gewonnen werden, ein Konzept zur Verbesserung der Zahngesundheit von Kindern unter drei Jahren zu erstellen. Nachdem der Vorstand der Erstellung des Konzeptes zugestimmt habe, sei dies nun konkretisiert worden. In einem ersten Schritt soll die prozessbegleitende Abstimmung mit Verantwortlichen in der Landesarbeitsgemeinschaft und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport erfolgen. Weitere Schritte sind die Erstellung und Bereitstellung der Medien sowie die Information und Sensibilisierung des Handlungsfeldes und die dezentrale Weiterbildung und Konzeptionsarbeit. Bei der LAGZJahresversammlung im Rahmen des LAGZ-Forums am 18. und 19. Juli 2019 im Kloster Schöntal wird das Konzept vorgestellt.

LAGZ-Forum. Ein Highlight im Bericht des Vorsitzenden war das LAGZ-Forum in Kloster Schöntal unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund. Mach mit! Eltern, Kitas und Tagespflege Hand in Hand“ am 19. und 20. Juli 2018. Der Schwerpunkt habe in diesem Jahr auf der Zahngesundheit für Kinder unter drei Jahren in Kitas und Tagespflege gelegen. Ein Höhepunkt war die Vorstellung des Prophylaxekonzeptes der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen durch Dr. Andrea Thumeyer, Vorsitzende der LAG Hessen, und ihre Kolleginnen.
Prof. Dr. Christian H. Splieth, Greifswald, stellte die Ergebnisse der Epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe vor. Die Studie mit Daten aus dem Jahr 2016 habe bei den 12-Jährigen einen DMF-T-Wert von 0,44 ergeben. Dies bedeute, dass 78,8 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe naturgesunde Zähne aufweisen. In Baden-Württemberg liege der DMF-T-Wert mit 0,38 niedriger, und damit haben 82,3 Prozent der 12-Jährigen naturgesunde bleibende Zähne. Im Milchgebiss liege der dmf-t-Wert in Baden-Württemberg mit 1,85 höher und hier sei insbesondere im Bereich sozialer Brennpunkte noch deutlicher Handlungsbedarf zu erkennen. Wichtige Aspekte seien die frühe und regelmäßige Zahnpflege mit fluoridhaltiger Zahnpasta und die Erhöhung der Empfehlung für Kinderzahnpasta auf einen Fluoridgehalt von 1000 ppm.

Tag der Zahngesundheit. Ein weiteres erfreuliches Ereignis war laut Dr. Tomppert die landeszentrale Auftaktveranstaltung zum Tag der Zahngesundheit in Konstanz unter dem erweiterten Motto „Gesund beginnt im Mund. Mach mit … Denk auch an die Menschen mit Handicap und Pflegebedarf“. Die Aufmerksamkeit und die positive Resonanz in den Medien zeigten deutlich, dass die vertrauensvolle Zusammenarbeit von gesetzlichen Krankenkassen, dem Sozialministerium, dem Landkreis- und Städtetag Baden-Württemberg, der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und den 37 regionalen Arbeitsgemeinschaften unter dem Dach der LAGZ „Früchte trägt“.
Dr. Tomppert berichtete weiter, dass Frau Annerose Hauber zum 31. Dezember 2018 aus der LAGZ ausscheidet. Sie habe 38 Jahre mit Motivation und Freude ihren Dienst für die LAGZ getan. Er dankte ihr sehr herzlich für ihr großes Engagement in der LAGZ-Geschäftsstelle und wünschte ihr für die Zukunft alles erdenklich Gute.

Fachbeirat. In diesem Jahr stand nach Ablauf der ersten Amtsperiode die erneute Wahl des Fachbeirats für die nächsten vier Jahre an. Im Rahmen der Jahresversammlung der regionalen Arbeitsgemeinschaften im Kloster Schöntal wurden die drei Mitglieder der regionalen Arbeitsgemeinschaften (AGZ) bereits wiedergewählt: Jutta Jäckels, Rems-Murr-Kreis, Karin Beume, Konstanz, und Jugendzahnärztin Dr. Miriam Wirt-Gödde, Calw. Als weitere Mitglieder für die Amtsperiode von 11/2018 bis 11/2022 wurden Dr. Alexis von Komorowski, Landkreistag Baden-Württemberg, als Leiter des Fachbeirats, Dr. Bernd Krämer, Prophylaxe- Referent der Landeszahnärztekammer BW, und Roland Schwarz, ikk classic Göppingen, als Vertreter der Krankenkassen, bestellt.

Jahresabschluss. Der Geschäftsführer der LAGZ, Johannes Clausen, stellte den Mitgliedern den Jahresabschluss sowie die Aufwands- und Ertragsrechnung 2017 einschließlich Prüfbericht für das Jahr 2017 vor. Die Mitgliederversammlung verabschiedete die Jahresbilanz einstimmig und entlastete Vorstand und Geschäftsführung für das Jahr 2017. Schwerpunkte des Haushaltes 2019 liegen auf der Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Aufklärung über die Verhütung von Zahnerkrankungen in Kindertagesstätten und Schulen und der Förderung der Zahngesundheit von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen oder Tagespflege.

» gabi.billischek@izz-online.de