Zahnaerzteblatt.de

 

Praxis

Rahmenvertrag für die Prüfung der Elektrogeräte

 

Neuer Partner für den Check der Elektrogeräte

Ausgabe 2, 2019

Die Überprüfung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel in der Zahnarztpraxis ist über die Betriebssicherheitsverordnung und die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 3 in festen Intervallen gefordert. Mit der Firma OMS Prüfservice GmbH stellt die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg ihren Mitgliedern seit 1. Januar 2019 einen bundesweit agierenden, fachkompetenten, leistungsstarken und kostenattraktiven Partner an die Seite. Die LZK BW erweitert hierdurch die Unterstützung ihrer Kammermitglieder, getreu dem Motto „Die Kammer – Ihr Partner“, bzgl. der Fort- bzw. Weiterentwicklung des praxisinternen Arbeitsschutzmanagements.

Die Überprüfung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel ist ein wichtiger Baustein des Arbeitsschutzes in der Zahnarztpraxis. Die Ziele sind die Bereitstellung elektrotechnisch sicherer Geräte für das Praxispersonal und die Absicherung des Praxisinhabers in den folgenden zwei Bereichen: 1. Zahlreiche Brandschutzversicherungen fordern die Prüfung der Elektrogeräte, sonst droht ggf. Verlust des Versicherungsschutzes. 2. Elektrotechnisch einwandfreie Geräte reduzieren das Risiko von „Elektro-Arbeitsunfällen“ für die Praxismitarbeiter und sichern den Praxisinhaber gegenüber den Arbeitsschutzbehörden ab.

Rechtsgrundlage. Die Anforderungen an die Elektrogeräteprüfung sind in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), Technische Regeln für Betriebssicherheit „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“ (TRBS 1201) und Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ festgelegt. Die Prüfinhalte basieren auf der Prüfnorm DIN VDE 0701/0702.

Gefährdungsbeurteilung. Die BetrSichV verpflichtet den Arbeitgeber (Praxisinhaber) Art und Umfang erforderlicher Prüfungen von Arbeitsmitteln (auch z. B. Elektrogeräte) sowie die Fristen von wiederkehrenden Prüfungen zu ermitteln und festzulegen. Die DGUV Vorschrift 3 unterscheidet grundsätzlich zwischen ortsfesten und ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln. Für die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung inkl. Festlegung der Elektrogeräte in „ortsfest“ bzw. „ortsveränderlich“ stellt die LZK BW im PRAXIS- Handbuch ein Muster-Dokument zur Verfügung (Schaltfläche „4. Muster-Verträge und Rahmenverträge“ >>> „4.3 Rahmenverträge“ >>> „4.3.2.3 Festlegung der Prüffrist von Elektrogeräten“).

Definitionen. Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind solche, die während des Betriebes bewegt werden oder die leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen sind (z. B. Staubsauger, Mehrfach- Steckdosenleiste). Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind fest angebrachte Betriebsmittel oder Betriebsmittel, die keine Tragevorrichtung haben und deren Masse so groß ist, dass sie nicht leicht bewegt werden können (z. B. Kühlschrank, Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner). Der Großteil der Elektrogeräte in der Zahnarztpraxis wird einphasig (230 Volt) betrieben.

Prüfintervall. In Anlehnung an die DGUV Vorschrift 3 wird zwischen den folgenden Prüfintervallen unterschieden: Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel: Richtwert sechs Monate, wird bei den Prüfungen eine Fehlerquote < 2 Prozent erreicht, kann die Prüffrist entsprechend verlängert werden (z. B. in Büros oder unter ähnlichen Bedingungen auf zwei Jahre); Ortsfeste elektrische Betriebsmittel: Alle vier Jahre.

Prüfparameter. Die Prüfnorm DIN VDE 0701/0702 definiert die Inhalte der Prüfung (z. B. Sichtund Funktionsprüfung der Betriebsmittel, Messung des Schutzleiterwiderstandes, des Isolationswiderstandes, des Berührstroms und des Geräteableitstroms.

Elektrogeräteprüfung über die Firma OMS Prüfservice GmbH. In der Anlage 1 zum Rahmenvertrag hat die LZK BW mit der Firma OMS Prüfservice GmbH die Preise für die Durchführung der Elektrogeräteprüfung (ortsveränderliche und ortsfeste Betriebsmittel) festgelegt. Die Inventarisierung der elektrischen Betriebsmittel mittels Barcode, das Anbringen einer Prüfplakette und die Erstellung eines Prüfberichtes sind Inklusivleistungen. Die Firma OMS Prüfservice GmbH übernimmt auf Wunsch auch die Gefährdungsbeurteilung für elektrische Betriebsmittel inkl. Dokumentation (gebührenpflichtig). Des Weiteren fallen pauschale An- und Abfahrtskosten pro Arbeitstag an. Die Elektrogeräteprüfung kann auf Wunsch der Zahnarztpraxis auch an einem Samstag stattfinden (ohne Zuschlag).

Prüfbericht. Die Firma OMS Prüfservice GmbH dokumentiert die Prüfergebnisse und stellt der Zahnarztpraxis den Prüfbericht in elektronischer Form über das firmeneigene Prüfdaten-Center bereit, sodass bei evtl. behördlichen Kontrollen keine Nachweisprobleme entstehen. Über das Prüfdaten-Center des Dienstleisters sind die Prüfprotokolle auch für einen evtl. „Ernstfall“ (z. B. Brand- oder Wasserschaden in der Zahnarztpraxis) abrufbar.

Rahmenvertrag. Zum 1.1.2019 ist der Rahmenvertrag für die Durchführung der Prüfung an den Elektrogeräten zwischen der LZK BW und der Firma OMS Prüfservice GmbH in Kraft getreten. Die vereinbarten Preise für die Elektrogeräteprüfung können der Anlage 1 zum Rahmenvertrag entnommen werden. Die einzelne Zahnarztpraxis kann sich diese Leistungen und Konditionen des Rahmenvertrages sichern. Für die Beauftragung der Dienstleistung steht ein Bestellformular zur Verfügung (Anlage 3 zum Rahmenvertrag). Der neue Rahmenvertrag und das Bestellformular sind bereits in der Online-Version des PRAXISHandbuchs der Landeszahnärztekammer unter https://www.lzk-bw.de/PHB/html/4.3.html abrufbar.

Optional. Die Firma OMS Prüfservice GmbH bietet die folgenden optionalen Dienstleistungen über den Rahmenvertrag mit der LZK BW an (Anlage 2): Prüfung von Leitern und Tritten bzw. verschiedene Mehrfachsteckdosen.

» wagner@lzk-bw.de

 

Patienten mit Polypharmazie

 

Der bundeseinheitliche Medikationsplan

Ausgabe 2, 2019

Ausgabe 2, 2019

Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland verändert sich, die Anzahl älterer Patienten steigt stetig an. Diese Senioren bekommen häufig eine Vielzahl an Medikamenten und Wirkstoffen verschrieben, die Zahl der Patienten mit Polypharmazie (Multimedikation) nimmt deutlich zu. Wir sehen das auf den Anamnesebögen, hier reicht der vorgesehene Platz zum Eintragen der Medikamente oft nicht aus. Auch ist das Anamnesegespräch mit den Betroffenen oder deren Betreuern/innen oft nicht ausreichend zur Aufklärung geeignet. Was ist mit den Vitaminspritzen für die Knochen gemeint? Was verbirgt sich hinter der Aussage, morgens die kleinen Roten und abends die großen Blauen? Welche Medikamente warum genommen werden, ist manchmal nicht bekannt, der Überblick über die vielen Präparate nicht vorhanden.

Praxis. Für uns bedeutet das, wir müssen uns bei den behandelnden Ärzten oder in der Roten Liste, dem Arzneimittelverzeichnis für Deutschland, informieren. Dies erfordert Zeit und gibt uns manchmal keine ausreichende Kenntnis und Sicherheit für die Behandlung der Betroffenen. Wie können wir therapieren oder welche Präparate anwenden, ohne den Patienten zu gefährden?

Risikominimierung. Um dieses Risiko zu verringern, haben Patienten seit Oktober 2016 Anspruch auf einen sogenannten bundeseinheitlichen Medikationsplan. Dies gilt, wenn mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig eingenommen oder angewendet werden. Die Anwendung muss dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – vorgesehen sein.

Erstellung und Aktualisierung. Wer ist für die Erstellung des bundeseinheitlichen Medikationsplans zuständig, wer für die Aktualisierung? Die Erstellung erfolgt in der Regel durch den Hausarzt oder, wenn der Patient keinen Hausarzt hat, durch den die Medikation koordinierenden Facharzt. Der ausstellende Arzt ist zu einer Aktualisierung des Medikationsplans verpflichtet, sobald er die Medikation ändert oder ausreichend Kenntnis über eine Änderung hat. Es ist wünschenswert, dass auch Fachärzte den Plan ergänzen, wenn sie Arzneimittel verordnen. Auch die Apotheke kann zum Beispiel im Rahmen der Abgabe von Selbstmedikation den Medikationsplan ergänzen.
Hausärzte erhalten eine Einzelleistungsvergütung (GOP 01630) für Patienten, für die sie keine Chronikerpauschale abgerechnet haben, die aber entsprechend der Regelung im neuen Paragraf 29a Bundesmantelvertrag- Ärzte mindestens drei verordnete systemisch wirkende Medikamente dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – anwenden.

Praxistipp. Wenn Patienten Ihnen mehrere Präparate in der Anamnese mitteilen, sollten Sie sie auffordern, sich diesen Medikationsplan ausstellen zu lassen. Uns gibt es einen eindeutigen Überblick und somit eine Therapiesicherheit. Weitere Informationen und Flyer gibt es z. B. bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) oder unter www.kbv.de.

Für den Praxisführungsausschuss der LZK BW
Dr. Carsten Ullrich, Mannheim

 

Zuschlagspositionen

 

OP-Mikroskop und Laser

Ausgabe 2, 2019

Nach dem Vorbild der GOÄ enthält auch die GOZ 2012 Zuschlagspositionen für die Anwendung eines OP-Mikroskops oder eines Lasers. Diese Zuschläge dienen zum Ausgleich des erhöhten Aufwands bei ambulant durchgeführten Leistungen. Im Gegensatz zu anderen Leistungen der GOZ handelt es sich bei den Zuschlagspositionen nicht um selbständige Leistungen, sondern ihre Berechnung setzt die Erbringung bestimmter Grundleistungen aus der GOZ voraus.

Im Abschnitt A (Allgemeine zahnärztliche Leistungen) stehen Zuschläge für die Verwendung eines OP-Mikroskops und für die Laseranwendung zur Verfügung.

OP-Mikroskop. Der Zuschlag für die Anwendung eines Operationsmikroskops ist in Kapitel A unter der Gebührennummer 0110 aufgeführt. Er ist nur berechnungsfähig, wenn das OP-Mikroskop bei einer der in der Leistungsbeschreibung aufgeführten zuschlagsfähigen Leistungen nach den Nummern 2195, 2330, 2340, 2360, 2410, 2440, 3020, 3030, 3040, 3045, 3060, 3110, 3120, 3190, 3200, 4090, 4100, 4130, 4133, 9100, 9110, 9120, 9130 und 9170 angewendet wird. Der Zuschlag nach 0110 ist mit 400 Punkten (22,50 Euro) bewertet und je Behandlungstag nur einmal und nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnungsfähig. Die Berechnung darf ausschließlich bei der Anwendung eines OP-Mikroskops zum Ansatz kommen. Für die Anwendung von Lupenbrillen, Endoskopen etc. ist der Zuschlag nicht berechnungsfähig. Die Anwendung eines OP-Mikroskops bei Leistungen, die nicht als zuschlagsfähig aufgeführt sind, kann im Steigerungssatz dieser Leistungen berücksichtigt werden.

Selbständige Leistungen. Daneben haben sich im Rahmen der Entwicklung der „Microdentistry“ jedoch auch neue, eigenständige Behandlungsmaßnahmen entwickelt, bei denen das Mikroskop nicht unterstützend wirkt, sondern zwingende Voraussetzung zur Durchführung einer diagnostischen Leistung darstellt, die ohne OP-Mikroskop gar nicht zu erbringen wäre. Eine solche Maßnahme stellt z. B. die mikroskopische Suche nach Dentinfrakturen bei unklarer Schmerzsymptomatik eines Zahnes oder die mikroskopische intrakoronale und intrakanaläre Diagnostik (IKD) dar, wenn ohne diese Diagnostikmaßnahme eine ordnungsgemäße Behandlung nicht mo?glich wäre.
Dies trifft z. B. auch dann zu, wenn die später aufzubereitenden Wurzelkanäle infolge von Verkalkungen oder anderweitigen anatomischen Besonderheiten (z. B. intrakanaläre Ramifikation) nicht aufbereitbar sind. Eine solche IKD kann insgesamt vor der Wurzelkanalbehandlung oder aber auch im Verlaufe der Behandlung (z. B. bei Behandlungsstillstand durch versperrte Wurzelkanäle) medizinisch notwendig sein.
Bei der mikroskopgestützten intrakoronalen und intrakanalären Diagnostik handelt es sich um eine medizinisch notwendige, selbständige zahnärztliche Leistung, die weder in der GOZ noch in der GOA? beschrieben ist. Diese Maßnahme ist nach § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnen.

Laser. Der Zuschlag für die Anwendung eines Lasers ist unter der Gebührennummer 0120 im Kapitel A verzeichnet. Er ist immer dann berechnungsfähig, wenn der Laser in Verbindung mit einer in der Leistungsbeschreibung genannten zuschlagsfähigen Leistung angewendet wird. Das sind Leistungen nach den GOZNummern 2410, 3070, 3080, 3210, 3240, 4080, 4090, 4100, 4130, 4133 und 9160. Der Zuschlag nach der Nummer 0120 beträgt 100 v. H. des einfachen Gebührensatzes der betreffenden Leistung, jedoch nicht mehr als 68 Euro. Der Zuschlag nach der Nummer 0120 ist je Behandlungstag nur einmal berechnungsfähig. Werden mehrere zuschlagsfähige Leistungen erbracht, legt man die Leistung mit der ho?chsten Punktzahl zugrunde. Wird der Laser als methodenspezifische Maßnahme bei nicht zuschlagsfähigen Leistungen genutzt, stellt das eine besondere Art der Ausführung dar und ist im Steigerungsfaktor der Hauptleistung zu berücksichtigen. Werden selbständige Leistungen mittels Laser, welche nicht in der GOZ aufgeführt sind, erbracht, z. B. die Taschensterilisation mittels Laser, Photodynamische Therapien etc. erfolgt die Berechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ analog. Sollte an einem Behandlungstag sowohl eine zuschlagsfähige Leistung als auch eine Leistung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ erbracht werden, ist die Nebeneinanderberechnung des Zuschlages und der Analogleistung möglich.

Berechnung. Zuschläge sind auch über den 1,0-fachen Faktor berechnungsfähig, wenn vor Behandlungsbeginn eine vom Patienten unterschriebene Honorarvereinbarung mit einer abweichenden Gebührenhöhe entsprechend § 2 Abs.1 getroffen wurde. Beim Zuschlag 0120 bleibt dabei die maximale Gebührenhöhe von 68 Euro bestehen.

Autorenteam des
GOZ-Ausschusses der LZK BW