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Kultur

Fondation Beyeler zeigt „Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode“

 

Hommage an den großen Künstler

Ausgabe 2, 2019

In ihrer bis dato hochkarätigsten Ausstellung widmet sich die Fondation Beyeler den Gemälden und Skulpturen des frühen Pablo Picasso aus der Blauen und Rosa Periode von 1901 bis 1906. Erstmals in Europa werden die Meisterwerke dieser bedeutenden Phase in dieser Dichte und Qualität gemeinsam präsentiert. Die Bilder dieser Schaffenszeit zählen zu den schönsten und emotionalsten der Moderne und zu den kostbarsten Kunstwerken überhaupt.

Im Alter von gerade einmal 20 Jahren begibt sich das aufstrebende Künstlergenie Picasso (1881–1973) auf die Suche nach neuen Bildthemen und Ausdrucksformen, die er auch gleich zur Vollendung führt. In rascher Folge wechseln die Stile und Bildwelten – eine künstlerische Revolution löst die andere ab. Die Ausstellung richtet den Fokus auf die Blaue und Rosa Periode und damit auf sechs Schaffensjahre, die als zentral für sein gesamtes OEuvre gelten können. Zudem eröffnet sie die Perspektive auf die epochale Entstehung des Kubismus um 1907, der sich aus dem vorangegangenen Schaffen entwickelt. Damit schließt die Ausstellung an die eigene Fondation Beyeler zeigt „Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode“ Hommage an den großen Künstler In ihrer bis dato hochkarätigsten Ausstellung widmet sich die Fondation Beyeler den Gemälden und Skulpturen des frühen Pablo Picasso aus der Blauen und Rosa Periode von 1901 bis 1906. Erstmals in Europa werden die Meisterwerke dieser bedeutenden Phase in dieser Dichte und Qualität gemeinsam präsentiert. Die Bilder dieser Schaffenszeit zählen zu den schönsten und emotionalsten der Moderne und zu den kostbarsten Kunstwerken überhaupt. Sammlung der Fondation Beyeler an, deren frühestes Picasso-Werk, eine bedeutende Studie zu den Demoiselles d’Avignon, in eben diesem Jahr entsteht.

Frühwerke. Picassos früher Werdegang wird in der chronologisch konzipierten Ausstellung exemplarisch am Bild des Menschen vor Augen geführt. In immer wieder neuen Anläufen umkreist der zwischen Paris und Barcelona pendelnde Künstler die menschliche Figur. In der von der Farbe Blau dominierten Phase ab 1901 blickt er auf die Misere und die seelischen Abgründe der Menschen am Rande der Gesellschaft, um dann um 1905, nun in Paris etabliert, in der sogenannten Rosa Periode den Hoffnungen und Sehnsüchten der Zirkusleute Bildwürdigkeit zu verleihen. Auf der Suche nach einer neuen künstlerischen Authentizität verbringt Picasso gegen Mitte des Jahres 1906 mehrere Wochen im spanischen Pyrenäendorf Gósol, wo zahlreiche Gemälde und Skulpturen entstehen, die klassische und archaische Körperideale vereinen. In der fortschreitenden Deformierung und Zergliederung der Figur, wie sie in den danach wieder in Paris geschaffenen, primitivistischen Darstellungen vor allem des weiblichen Akts anschaulich werden, kündigt sich schließlich die kubistische Bildsprache an.
Die Ausstellung zeigt rund 80 Gemälde und Skulpturen aus renommierten Museen in Europa, den USA, Kanada, Russland, China und Japan, die zu den berühmtesten Meisterwerken weltweit zählen. Das Ausstellungsprojekt, das mit seiner mehrjährigen Vorbereitungszeit das bisher aufwendigste und kostspieligste in der Geschichte der Fondation Beyeler ist, wird zweifellos einer der kulturellen Höhepunkte des Jahres 2019 in Europa sein.

IZZ/Fondation Beyeler

 

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zeigt Matthias Mansen

 

Alles ist Ausschnitt

Ausgabe 2, 2019

Vom 26. Januar bis zum 31. März präsentiert die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe in der Orangerie eine Auswahl an Werken des Künstlers Matthias Mansen. Er zählt zu den wichtigen internationalen Künstlern, die sich vornehmlich dem Holzschnitt widmen. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Alles ist Ausschnitt!“ steht die großformatige Holzschnittserie „Potsdamer Straße“ aus den Jahren 2011 bis 2015.

Für diese Holzschnitte verwendete der Künstler Matthias Mansen entsorgte Fußbodendielen, die aus sanierten Altbauten der Potsdamer Straße in Berlin und ihrer Umgebung stammen. Matthias Mansen, 1958 in Ravensburg geboren und 1979 bis 1984 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ausgebildet, lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Berlin. Dort verfolgt er seit langer Zeit die Entwicklung der Potsdamer Straße, in der sich, wie in kaum einer anderen Straße, deutsche Geschichte konzentriert.

Feinheiten. Die Oberflächen der Dielen, geprägt von Rissen, Fehlstellen und historischen Abnutzungsspuren, bearbeitete der Künstler mit Hohl- und Stecheisen, sodass komplexe Strukturen entstehen. Erst im Auge des Betrachters schließen sie sich zu fragmentierten Stadtbildern zusammen. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Auswahl von Arbeiten, die wichtige künstlerische Phasen Mansens repräsentieren. Dazu gehören Interieurdarstellungen aus seiner frühen Studienzeit in Karlsruhe und von seinem Aufenthalt in den frühen 1990er-Jahren in New York, Stadtbilder von 1988 aus Paris, mehrteilige farbige Landschaftsdarstellungen aus dem Berliner Tiergarten vom Anfang der 2000er- Jahre sowie eine Aktfigur aus einer Serie, der „Triest und die Götter“ von 2017.

Begleitbuch. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch im Wienand Verlag. Der Aufsatz von Dorit Schäfer widmet sich der großformatigen Serie „Potsdamer Straße“. Jeder Band enthält einen Holzschnitt des Künstlers. Darüber hinaus erscheint eine Vorzugsausgabe des Katalogs tn einer Auflage von 50 Exemplaren, der ein signierter Farbholzschnitt beigelegt ist. Das Begleitbuch in deutscher und englischer Sprache kostet 20 Euro, die Vorzugsausgabe mit Original 120 Euro. Beide Ausgaben sind das Museumskasse sowie tm Online- Shop der Kunsthalle erhältlich.

Edition. Anlässlich der Ausstellung hat Matthias Mansen die Edition eines Farbholzschnitts mit einem Motiv der Potsdamer Straße hergestellt. Die Auflage beträgt 20 Exemplare.

IZZ/Kunsthalle Karlsruhe