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Kultur

„Die jungen Jahre der Alten Meister“

Ausgabe 5, 2019

Baselitz, Richter, Polke und Kiefer. Vier Namen aus Deutschland, die in der ganzen Welt bekannt sind. Der Fokus der Ausstellung „Die jungen Jahre der Alten Meister“ liegt auf den 1960er-Jahren. Rund 100 Werke zeigen, wie sich die Künstler in ihren frühen Arbeiten mit einer Zeit auseinandersetzten, die geprägt war von Herausforderungen und Umbrüchen, Utopien und Neuorientierungen, Macht und Protest.


Georg Baselitz. Ein Grüner zerrissen, 1967. Ab 1966 schuf Baselitz die sogenannten „Frakturbilder“. In ihnen sind die Bildgegenstände von Rissen durchzogen oder collagenhaft zerlegt, so dass sich ihr organischer Zusammenhang nicht mehr eindeutig ablesen lässt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt der Westteil des zerstörten und bald geteilten Deutschlands nicht nur ein rasches Wirtschaftswunder, sondern beginnt endlich auch mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte. In diesem Zeitraum haben alle vier Künstler mit ihrem kreativen und produktiven Frühwerk die Grundlage für ihren Erfolg gelegt, der sie in Deutschland wie auch im Ausland zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit machte.

Made in Germany. Das internationale Interesse an dem Gütezeichen „Made in Germany“, das gepaart mit einer enormen Nachfrage bis heute unvermindert anhält, versteht sich keineswegs von selbst, denn die Kunst deutscher Herkunft stand im Laufe ihrer Entwicklung meist im Schatten italienischer, niederländischer oder französischer Vorbilder. Dieses Schattendasein auf dem europäischen Kunstparkett verkehrte sich geradezu in sein Gegenteil, als sich das Künstlerquartett aus Deutschland anschickte an die Spitze des globalen Rankings aufzusteigen.

Leihgaben. Abgesehen von Sigmar Polke, der 2010 verstorben ist, unterstützen Gerhard Richter, Georg Baselitz und Anselm Kiefer mit singulären Leihgaben aus ihrem Besitz die Ausstellung.
Die intensive Auseinandersetzung der vier Künstler mit ihrer Zeit und deren unmittelbaren Vergangenheit wird in der Schau durch ein Zeitpanorama der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse – vom Wirtschaftswunder und dem geforderten Wohlstand für alle bis zu den Studentenunruhen und der außerparlamentarischen Opposition ergänzt.

Publikation. Begleitet wird die Ausstellung von einer umfassenden Publikation Götz Adrianis, die ausführliche Gespräche mit den Künstlern über ihr Frühwerk und dessen besonderen Stellenwert beinhaltet, sowie zahlreiche Abbildungen und eine zeitgeschichtliche Dokumentation der 1960er-Jahre.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Staatsgalerie Stuttgart/IZZ