Zahnaerzteblatt.de

 

Namen und Nachrichten

Gen-Ingenieure

 

Lebendiges Material erzeugt

Ausgabe 6, 2019

Ingenieure der amerikanischen Cornell University haben die Grenze zwischen lebender und toter Materie ausgelotet. Sie erzeugten ein synthetisches Biomaterial, das drei Eigenschaften von Leben besitzt: Stoffwechsel, Selbstanordnung und Selbstorganisation. Einfache Maschinen aus diesem Material können sich – ähnlich Schleimpilzen – fortbewegen, neues „Gewebe“ wachsen lassen, altes abstoßen und sogar Wettrennen gegeneinander bestreiten.
Wie das Team um Professor Dan Luo von der Cornell University erläutert, ist die DNA zum einen die Grundlage allen Lebens, doch zugleich ist die DNA auch ein Polymer, also ein chemischer Stoff aus Makromolekülen.
Das Material, das die Wissenschaftler als „DASH“ (DNAbased Assembly and Synthesis of Hierarchical) bezeichnen, sei „lebensähnlich“ und wird sogar von einem eigenen künstlichen Stoffwechsel angetrieben. „Allerdings erzeugen wir hier nichts Lebendiges, aber wir erzeugen ein Material, dass sehr viel lebensähnlicher ist als alles andere, was wir bislang kennen.“
Um sich selbst zu erhalten, benötigt jeder lebendige Organismus ein System, mit dem der Organismus Veränderungen organisiert, erläutern die Autoren: „Neue Zellen müssen erzeugt und alte Zellen und anderer Abfall muss beseitigt werden. Biosynthese und Biodegeneration sind die Schlüsselelemente der Selbsterhaltung und benötigen einen Stoffwechsel, um so die eigene Form und Funktionen aufrecht erhalten zu können.“ Durch genau diese Art von System werden DNA-Moleküle synthetisiert und nach einem hierarchischen Prinzip zu Mustern angeordnet, die dann etwas bilden, das einen dynamischen, autonomen Prozess von Wachsen und Vergehen aufrechterhalten kann.

Der Spiegel/IZZ

 

Assistenzberufe

 

Ausbildung vereinheitlichen

Ausgabe 6, 2019

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) und zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) reformieren. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hervor. Die Novelle ist im Bundesrat zustimmungspflichtig. Man gehe an, was die Bundesländer seit mehr als zehn Jahren forderten und schaffe erstmals einheitliche Regelungen für die Ausbildung der ATA und OTA, sagte Spahn. Bisher habe es dem BMG zufolge keine bundesweit einheitliche Ausbildung für beide Berufe gegeben. Das solle sich nun ändern. Die Ausbildungen nach den neuen Regelungen sollen jeweils zum 1. Januar 2021 beginnen. Dem Referentenentwurf zufolge soll die Ausbildung drei Jahre dauern und sich aus einem theoretischen Teil und praktischem Unterricht sowie einer praktischen Ausbildung an Krankenhäusern und in geeigneten ambulanten Einrichtungen zusammensetzen. Vorgesehen ist eine staatliche Prüfung als Abschluss. Die Auszubildenden sollen dem Willen des Ministeriums zufolge eine „angemessene Vergütung“ erhalten. Dafür aufkommen sollen die Ausbildungseinrichtungen. Voraussetzung für OTA uwnd ATA soll ein mittlerer Schulabschluss sein. Möglich ist der Zugang zu dem Berufsbild darüber hinaus auch, wenn eine mindestens zweijährige, abgeschlossene Berufsausbildung nach einem Hauptschulabschluss vorliegt.

Dt. Ärzteblatt/IZZ

 

Bundesverband der Freien Berufe e. V.

 

Präsident aus BW jetzt Vizepräsident

Ausgabe 6, 2019

Mitte April 2019 gingen die Vertreter der Verbände bei der turnusgemäß anstehenden Mitgliederversammlung in Berlin zu den Wahlurnen, um das Präsidium und den Vorstand neu zu bestimmen. Mit überwältigender Mehrheit wurde dabei der Rechtsanwalt Prof. Dr. jur Wolfgang Ewer als BFB-Präsident im Amt bestätigt. Der Kieler Honorarprofessor und ehemalige Präsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV) steht erst seit Juni 2017 an der Spitze des Verbandes. Neuer Schatzmeister und Vizepräsident ist der Stuttgarter Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Björn Demuth, der auch als Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe Baden- Württemberg amtiert. Dem Präsidium gehören zudem zwei Vizepräsidentinnen und fünf Vizepräsidenten an. Die Heilberufe sind mit drei Vertretern dabei. Wiedergewählt wurden der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, sowie Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Zum BFB-Vizepräsidenten aufrücken konnte Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Der Zahnarzt aus Mönchengladbach wurde Nachfolger des Präsidenten der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel. Dem aus Köln stammenden Engel war eine erneute Kandidatur satzungsrechtlich nicht möglich.

A+S Aktuell

 

Neue Ausbildung geplant

 

Hebammen-Beruf wird akademisiert

Ausgabe 6, 2019

Seit mehr als drei Jahrzehnten träumten die berufspolitischen Vertreterinnen der bundesdeutschen Hebammen von einer akademischen Gleichstellung mit den Ärzten. Sie forderten die Akademisierung ihres Berufsstandes immer lauter, vor allem mit dem Hinweis, in vielen Staaten verfügten bereits „Midwives“ und „Sage Femmes“ über diesen Ausbildungsweg. Zu Hilfe kam ihnen bei diesem Unterfangen eine Richtlinie des EU-Parlamentes aus dem Jahr 2005, die Deutschland zwingt, sie bis zum 18. Januar 2020 umzusetzen. Am 17. Oktober 2018 versprach CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn MdB öffentlich, den Hebammenwünschen nach einer Aufwertung der Geburtshilfe nachzukommen. Am 22. März 2019 gab er seinen Referentenentwurf eines „Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung“ als „Hebammenreformgesetz“ in die Ressortabstimmung. In Berlin dürfte er damit wenig Gegenwind einfangen, wohl aber Gegenwehr vonseiten der Bundesländer. Sie müssen Studiengänge an den Hochschulen einrichten und finanzieren. Es steht zu erwarten, dass der Entwurf im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag landet.
Mit dem 83 Seiten umfassenden Entwurf novelliert der Ressortchef das aus den 80er-Jahren stammende Hebammengesetz (HebG) vollständig. Geblieben ist, dass die Geburtshilfe eine den Hebammen vorbehaltene Tätigkeit bleibt. Ärzte sind gemäß Abs. 3 des Gesetzes weiterhin „verpflichtet“, dafür Sorge zu tragen, dass bei einer Geburt eine Hebamme hinzugezogen wird. Umgekehrt nicht. Die in den 80er-Jahren für Männer geschaffene Berufsbezeichnung „Entbindungspfleger“ entfällt ersatzlos. Künftige Hebammen sollen nach dem Entwurf ein mindestens sechssemestriges, dual ausgelegtes Hochschulstudium Hebammen-Beruf wird akademisiert Neue Ausbildung geplant absolvieren. Zugangsberechtigt sind nur Frauen, die über ein Abitur verfügen oder bereits einen staatlichen Abschluss als Pflegefachfrau bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerin nachweisen können. Der Text regelt dezidiert nicht nur die Voraussetzungen, sondern auch Art und Umfang der zu erwerbenden Fähigkeiten und die Berufsqualifikation bzw. die Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse.

dfg/IZZ

 

Vorhabenplanung BMG

 

Neue Ausbildungswege bei Assistenzberufen

Ausgabe 6, 2019

Fast wöchentlich verlässt ein Referentenentwurf das Bundesgesundheitsministerium, seit Jens Spahn dem Ressort vorsteht. Nach der Reform der Hebammenausbildung widmete sich das Ministerium nun der Ausbildung der Pharmazeutisch-Technischen Assistenten, der Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) und der Operationstechnischen Assistenten (OTA). Sie sollen erstmals in den Genuss einer bundesweit gültigen Ausbildung kommen. Starten sollen die neuen Ausbildungswege zum 1. Januar 2021. Die alten PTA-Ausbildungsregelungen stammen aus dem Jahr 1968. Seitdem haben sich die Arbeitsanforderungen aber stark verändert. Die künftigen PTAs sollen deshalb eine bessere und modernere Ausbildung bekommen, um Kunden in der Apotheke über Arzneimittel, Medizinprodukte und allgemeine Gesundheitsfragen zu beraten und damit die Apotheker zu entlasten. Nach dem Willen des Gesundheitsministeriums könnten sie dann zudem mehr Verantwortung in den Apotheken übernehmen. Die Ausbildung soll weiterhin zwei Jahre dauern. Für ATAs und OTAs gab es bislang keine bundesweit einheitliche Ausbildung. „Wir gehen endlich an, was die Bundesländer seit über zehn Jahren fordern, und schaffen erstmals einheitliche Regelungen für die Ausbildung der ATA und OTA“, heißt es in einem Zitat von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. In der neuen Ausbildung werden die Auszubildenden wichtige Kompetenzen im sicheren Umgang mit Patienten erhalten. Sie lernen etwa den fachgerechten Umgang mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und medizinischen Geräten. Die Ausbildung soll drei Jahre dauern und aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammengesetzt sein.

dfg/IZZ

 

Hochschulen

 

Ärzte fordern 6000 Studienplätze mehr

Ausgabe 6, 2019

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine drastische Erhöhung der Medizin- Studienplätze gefordert. Mit den Nachwuchsmedizinern, die derzeit in Ausbildung sind, könne der künftige Bedarf nicht gedeckt werden, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. „Dafür bräuchten wir bis zum Jahr 2035 jedes Jahr bis zu 6000 Studienplätze zusätzlich“, ergänzte er. Der KBV-Chef berief sich auf eine Studie des von den Ärzten getragenen Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. Er forderte, die Bundesländer müssten dringend die Kapazitäten an den Hochschulen erhöhen. Es räche sich, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Zahl der Studienplätze stark abgebaut worden sei. Gassen warnte vor einer Verschlechterung der ärztlichen Versorgung. Ende Mai traf sich die Ärzteschaft in Münster auf dem 122. Deutschen Ärztetag.
In Baden-Württemberg wird akut über das Thema Studienplätze gestritten: Der Landtags-SPD geht der geplante Ausbau von Medizinstudienplätzen nicht schnell genug voran. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums soll die Entscheidung für ein Konzept zur Einrichtung von 150 neuen Plätzen bis zur Sommerpause fallen. SPD-Gesundheitsexperte Rainer Hinderer kritisierte: „Das dauert uns zu lange.“ Damit die dringend benötigten Plätze zum Wintersemester zur Verfügung stünden, müsse jetzt schnell eine Entscheidung her.

dpa